die wüste hat mich voll erwischt

 

Ich liebe diese Geschichte eines Teilnehmers der Sahara Experience des letzen Jahres. Falls Du auch deine Grenzen kennen lernen und deinen Horizont erweitern möchtest, sag mir Bescheid.

Jeder kennt wohl den Ausspruch „schick Ihn in die Wüste“. Woher das wohl kommt?
Als ich meiner Familie und Freunden sagte, dass ich in die Wüste gehe, bekam ich zuhören: „Wie, gehen?“, „Warum sowas Sinnloses?“, „Das ist doch total gefährlich!“. Als ich dann noch erzählte, dass ich wegen der Arbeit in die Wüste gehe, erntete ich nur noch mitleidige Blicke. Für das, was mir MEIN TRIP durch die Wüste gebracht hat, hätte ich zum damaligen Zeitpunkt schon anfangen können zu feiern.
Ich bin nicht als besserer Mensch wiedergekommen, auch nicht mit einem besseren Sitzfleisch, bin auch kein radikaler Moslem geworden. Eigentlich bin ich ich geblieben.
Das mit dem Sitzfleisch lässt sich schnell erklären: Ich habe zweieinhalb  Tage auf einem Dromedar verbracht. Es macht, glaube ich, keinen Unterschied, ob man in einer kleinen Jolle bei Sturm über die Nordsee fährt oder auf so einem Tier völlig entkräftet nach Hause will. Es schaukelt wie Sau.
Ich habe einen Job, in dem ein Projekt nach dem nächsten kommt und die Ruhephasen am Wochenende nicht mehr ausgereicht haben. Ich hing mit dem Kopf noch im letzten Projekt, da musste ich das nächste schon vorbereiten. Nichts Ungewöhnliches heutzutage. Ich mache diesen Job auch schon ein paar Jahre. Habe die Firma gewechselt. Nichts Aufregendes, aber trotzdem hat es sich so verdammt falsch angefühlt. Ich hatte das Gefühl, ich werde nicht glücklich, und mit meinem Chef klappt das auch nicht.
Der Wüstentrip, wenn ich mich nur mal auf dieses Thema beschränke, war für mich die Möglichkeit alle Gedanken, die mir durch den Kopf rauschen, kommen und gehen zulassen. Sie zu Ende zu denken und akzeptieren zu lernen. Das habe ich auch geschafft.
Ich hatte gedacht, ich brauche dafür die vollen fünf Tage und habe keine ZEIT, die anderen Teilnehmer kennenzulernen.
Nach zwei Tagen Denken war ich mit meinen Themen durch- dann hat hat mich allerdings die Hitze so in die Knie gezwungen, daß ich dann zweieinhalb Tage schaukelnd auf dem Dromedar sitzend eine neue Dimension der Wüste kennen lernen durfte. Damit hätte ich nicht gerechnet. Nachteil: Ich war wieder von der Gruppe getrennt.
Man kann sagen, die Wüste hat mich voll erwischt. Nicht nur dass es dort zu heiss für mich ist. Als ich wieder zuhause war, habe ich gemerkt, wie dieser kleine Fleck der Erde mich bereichert und inspiriert hat.
Es gäbe soviel zu erzählen von Vielfalt, Erfahrungen mit der Natur und seinem eigenen Körper, mit Menschen, die einfach aus den Tiefen der Wüste auftauchen und dorthin auch wieder verschwinden, über Gewohnheiten, die wichtig sind, über Kommunikation und …
Das alles wird in einer wunderbaren, persönlichen und professionellen Art von Florian begleitet!

Jan R.

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