Internet und der Fokus auf das Wesentliche

Wow, wie alt bin ich denn eigentlich schon? Beim Schreiben dieses Beitrages erinnerte ich an meine Kindheit. Als vom Internet noch keine Rede war und es selbst im Fernsehen nur 3 Programme gab. Wenn ich mir mein heutiges tägliches Leben anschaue, ist mein Leben durchdrungen von der digitalen Vernetzung. Vieles davon möchte ich nicht mehr missen. Denn es macht mein Leben und Arbeiten in der heutigen Form erst möglich. Doch wie so vieles im Leben hat die digitale Revolution eine weiße und eine schwarze Seite.

Je weiter ich zurückdenke, umso mehr habe ich meine Zeit mit Spielen verbracht.
Das wurde, nachdem meine Eltern einen Kabelanschluss und damit die Programmvielfalt des privaten Fernsehens bekamen, mehr und mehr abgelöst vom Fernsehen. Nachdem ich bei meinen Eltern ausgezogen bin und erkannt habe wie viel Zeit ich letztendlich verschwendet habe, habe ich den Fernseher für immer abgeschafft. Doch dann kam das Internet… bzw. das immer dabei Internet. Mit meinem ersten Smartphone trat auch die erste mobile Internetflat in mein Leben und auf einmal konnte ich immer irgend etwas ’nachgucken‘.

Mit ständig verfügbaren E-Mails und dann auch Social Media wollte immer irgend jemand gerade irgend etwas von mir. Immer erreichbar zu sein, wurde normal und dann auch von mir erwartet. So hatte ich eigentlich ständig irgend etwas in der Pipeline, worauf ich reagieren musste. Das machte es mir immer schwieriger mich tatsächlich einmal hinzusetzen und etwas auszuarbeiten. Sei es eine Schulung, einen Vortrag, ein Konzept oder auch ein Buch zu Ende zu lesen.

Ich habe es eh kaum gelernt einmal ruhig und fokussiert an einer Sache zu arbeiten.

Zu Schulzeiten habe ich fast nie Hausaufgaben gemacht, weil ich mich gerne habe ablenken lassen und auch so immer durchgekommen bin. Meistens sogar sehr gut. Erst habe ich lieber draußen gespielt. Später mehr und mehr vor dem Fernseher gesessen. Vielleicht kennst Du das auch, je mehr Ablenkung sich mir bietet umso schwieriger wird es für mich.

Dabei habe ich mit Ablenkung die meiste Lebenszeit vergeudet. Mittlerweile habe ich für mich festgestellt, dass es eine Ressource auf dieser Welt gibt, die alle Menschen gemeinsam haben. Und das ist die Zeit. Ich habe die gleichen 24 Stunden pro Tag zur Verfügung wie Du und jeder andere Mensch. Die Frage ist dabei nur, was jeder Einzelne mit dieser Zeit anfängt. Das muss nicht arbeiten und Geld verdienen sein. Wenn ich auf mein Leben zurück blicke, möchte ich gerne Geschichten zu erzählen wissen, die ich erlebt habe. Ich möchte gelebt haben und nicht gelebt worden sein.

Seitdem die Digitalisierung mein Leben beeinflusst, habe ich sie in vielen Bereichen eingebaut. Ich habe weniger Papierberge. Mein gesamtes Büro ist digitalisiert und abgespeichert in der Dropbox. Fast die gesamte Businesskommunikation läuft über E-Mail.

WordPress ist das Kommunikationsmittel für mein Aushängeschild, meine Website und meine Blogs. Ich schreibe online anstelle drucken zu lassen.

Als Vertriebswege nutze ich mailchimp Newsletter, twitter, facebook und sonstiges Social Media.

Über 3G-Zugänge bin ich aus der Schweiz, Italien, Frankreich, Spanien oder Marokko genauso im Büro wie in Berlin.
Das führt dazu immer online, immer auf Sendung zu sein.
Immer strömen irgendwelche Informationen auf mich ein. Und ich konsumiere diese wieder einmal passiv.

In diesem Jahr hat dies zu enormen Kommunikationskosten geführt. Vor allem in der Schweiz scheint man nicht viel von günstigem Internet zu halten. Im Schnitt fünfmal so teuer wie in Deutschland.

So ist mir noch einmal ganz besonders bewusst geworden, wie viel mein Handy eigentlich den ganzen Tag so funkt und ich mich vor allem auch damit beschäftige. Seitdem schaffe ich mir Raum für Konzentration. Eine einzelne Sache zu machen ohne dabei von etwas anderem abgelenkt zu werden. Wahrscheinlich ist das auch ein Grund, weshalb ich Trailrunning so wahnsinnig entspannend finde. Ich bin einfach bei mir selber und mache nichts außer zu laufen.

Ich habe jetzt E-Mailbenachrichtigung ausgestellt. Weder mein Computer noch meine Handy machen mich auf neue Emails aufmerksam. Ich muss mich bewusst einloggen. Um E-Mails zu beantworten, nehme ich mir Zeit um ausschließlich das zu tun. Den Rest des Tages können E-Mails auch warten. Interessanterweise haben sich nach einem Tag auch viele Dinge schon geklärt und ich muß sie nur noch zur Kenntnis nehmen

Mein Handy ist immer noch ein Smartphone aber meistens Offline. Also mobile Daten deaktiviert. Zum Einen hält der Akku seitdem ewig, zum Anderen hole ich es äusserst selten aus der Tasche um etwas nachzugucken, obwohl ich das immer noch könnte (und die Daten halt wieder aktivieren müsste).

Ich mache das WLan meines Computers aus, um zu arbeiten. Wenn ich etwas vorbereite, arbeite ich ohne Internet. Zum Schreiben von Texten nutze ich ein simples Textprogramm: Ommwriter, dass alles außer dem Text während des Schreibens ausblendet, um meinen Fokus auf das Wesentliche zu richten.

Dinge, die ich in meiner Freizeit mache, an denen ich Freude habe, fühlen sich immer noch wie Spielen an. Das ich das Richtige mache, merke ich, wenn ich darüber die Zeit vergesse und absolut im Moment lebe.

Wobei vergisst Du die Zeit? Ich freue mich davon zu lesen.

Und nicht vergessen: Lebe Dein Leben selbst. Wenn Du glücklich sein willst, dann sei es!

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