living like a luna

Meist gibt es eine einfache und eine komplizierte Version des Lebens.  Die Einfache erfordert dafür von uns häufig im ersten Moment eine größere Anstrengung und wird dafür mit jedem Mal leichter und wir besser darin. Das Laufen ist zum Beispiel eine solche Geschichte.

Mein Bruder hat zu Beginn diesen Jahres eine Tochter bekommen und zur Geburt wurden deren kleine Füße auf ein Farbkissen gestellt und mit ihnen gestempelt. Vergangene Woche ist mir dieses Bild in die Hände gefallen und ich war wieder einmal erstaunt. Diese Füßchen sahen aus, wie Füßchen natürlicherweise auch aussehen sollten. Mit fünf Zehen, die aussehen, als ob sie zugreifen könnten und mit großen Zehen, die  eine gerade direkte Verlängerung des Fußes sind. Ein Fuß, der eigentlich keine weitere Unterstützung oder Hilfe braucht, um eins der besten Fortbewegungsmittel überhaupt zu werden. Um den einfachen Weg zu gehen und die Füße vor Dreck, Kälte, Hitze und hartem Untergrund zu schützen, greifen viele Eltern zum Schuh. Der Fuß gewöhnt sich daran, verformt sich und ist gar nicht mehr stabil genug um ein längeres Barfußlaufen überhaupt auszuhalten.

Seine natürliche Bestimmung kann dabei so weit verkümmern, dass es Schmerzen und Verletzungen beim Laufen gibt, weshalb häufig zu weiteren Stützen, Einlagen und weiterem geraten wird. Dabei wäre es wirklich das Einfachste, die Füße sachte und langsam an die Belastung zu gewöhnen. (Das geht übrigens auch noch im hohen Alter). Über viel Eingewöhnungszeit und Übung würden wir einen gesunden und stabilen Fuß erhalten…

So ist es mir in der Vorbereitung zu den Saharaläufen gegangen. Inspiriert durch Bücher wie „born to run“ habe ich versucht, meinen Füßen die größtmöglich Freiheit zu geben und lieber den Fuß als solches zu trainieren, als ihm die Aufgabe sich selbst zu stabilisieren abzunehmen. Deshalb jogge ich nur noch in Luna Sandals, einige der wenigen Schuhe, die ich momentan absolut empfehlen kann.

Und ist es nicht auch so im restlichen Leben? In allem was wir tun werden wir gut, indem wir es üben. Egal, ob es sich um schulische Dinge handelt, wir eine Fremdsprache lernen wollen oder anfangen zu joggen oder eine sonstige neue Sportart zu erlernen. Am einfachsten ist es, dies bleiben zu lassen. Jeder Anfang ist schwer und häufig schmerzhaft. Sich alle Dinge liefern zu lassen und sich nicht mehr zum Markt oder Geschäft bewegen zu müssen, mag es für das einzelne Mal einfacher machen, aber mit jedem Mal, dass wir etwas nicht tun, wird es schwerer damit wieder zu beginnen. Dabei kommt wahres Wohlbefinden doch daher, etwas selber getan zu haben. Etwas erreichen kann nur der, der auch in Kauf nimmt, es anfangs nicht zu können.

Wenn Du Dich überwindest und das tust, was Du noch nicht kannst, wird es davon im Laufe der Zeit immer weniger geben. Das Meiste erreichst Du dann sozusagen „nebenbei“. Beginne heute mit einer einzigen Sache, die Du gerne können möchtest.

Lauf los, Sandale.

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