routine

Routinen bestimmen unser Leben. Von klein an täglich gelernt vereinfachen sie, weil wir nicht mehr über unser Tun nachdenken müssen. Doch gleichzeitig engt uns jede weitere Routine, die wir nicht als solche erkennen, immer weiter in unserer Freiheit ein. Wo und wie man diese erkennen kann…

Bis Ende Januar diesen Jahres haben wir in Berlin in einer schönen Altbauwohnung am Landwehrkanal gewohnt. Seitdem sind wir mit Emma unterwegs. So wurde die Abwechslung neue Normalität.

Fast jeden Tag wohnen wir seitdem woanders. Damit variert die Aussicht, das Essen, die Laufrunde, der Ausblick aus meinem „Büro“. Unsere Normalitäten sind weniger geworden. Anlässlich der 100Meilen, die ich versucht habe, in Berlin mitzulaufen, waren wir wieder einmal zu Besuch. Auch in unserer alten Wohnung. Ich freute mich auf eine richtige Dusche, komme in unser ehemaliges Bad und muss schmunzeln. Vor eineinhalb Jahren ging der Duschkopf kaputt und ich habe ihn kurzum mit Duct Tape geflickt. Natürlich mit dem Gedanken, bald einen neuen zu kaufen. Ausserdem ist die Stange des Duschvorhanges zu kurz gewesen. Was ein Zufall, dass sie genau eine Tupperdosengröße zu kurz war. Also hängt der Duschvorhang an einer tupperdosengestützten Stange und der Duschkopf sieht aus wie… er nun mal aussieht.

Alle unsere Gäste haben uns immer wieder auf die Konstruktionen angesprochen, die zwar abenteuerlich aussahen, aber halt richtig gut funktionierten. Schon nach einer Woche ist mir beides nicht mehr aufgefallen und ist zu meiner Normalität geworden. Erst jetzt, mit etwas Abstand fiel mir beides sofort ins Auge. Unseren Nachmietern übrigens offensichtlich nicht mehr.

Wie schnell wir doch in der Lage sind uns an die unterschiedlichsten Situationen zu gewöhnen ist mir dabei noch einmal aufgefallen. Dann fielen mir direkt andere Routinen ein, die ich für selbstverständlich gehalten habe. Immer fließend Wasser zum Beispiel. Oder besser noch: warmes Wasser.

Dabei sind diese sogenannten Selbstverständlichkeiten keine. Sie sind nur in unserem eigenen Leben normal. Dazu gehört eventuell auch fernzusehen, morgens immer ein Croissant zu essen, Kaffee immer im Pappbecher als Coffee to go zu trinken, Lebensmittel stets in Plastik verpackt zu kaufen oder zum Arbeiten in ein Büro zu gehen.

Vieles davon ist ganz aktiv unsere eigene Wahl. Oder es zumindest einmal gewesen, bevor es zur Routine wurde.

Willst Du etwas über Deine eigenen Routinen erfahren? Mach einmal zwei Wochen so vieles wie möglich anders. Am besten reise irgendwohin wo vieles anders läuft und versuche dabei nicht alles so einzurichten, wie Du es zu Hause hast. Versuche das Andere zu verstehen und zu genießen und dann sei gespannt, was Dir zu Hause auffällt. Du kannst es alles ändern, wenn Du magst.

Keine Idee, was Dich auf neue Gedanken bringen kann? Am 15. Nov 2014 biete ich zum zweiten Mal meine Saharareise an…

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