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django

7 Tage bevor ich in diesem Frühjahr Sansibar verlassen habe, ist leider plötzlich Django tot umgefallen. Django wurde nur 7 Monate und mich jeden einzelnen Tag während meiner Sansibar Zeit begleitet und war deshalb sozusagen ein Teil von mir.
Das Lebewesen sterben gehört sozusagen zum Leben dazu. Ohne Tod kein Leben. Das jemand und sei es auch ein Tier, einfach so von einer Sekunde zu anderen umfällt und einfach Tod ist hat mir allerdings so massiv die Vergänglichkeit des Lebens aufgezeigt, dass ich zum Einen einen Podcast dazu aufgezeichnet hat und zum Anderen einen ausführlichen Bericht auf englisch geschrieben habe.
Falls dich dieser interessiert, findest du diesen hier!

Also, pass auf dich auf und geniesse das Leben solange du kannst: heute!

die wüste hat mich voll erwischt

 

Ich liebe diese Geschichte eines Teilnehmers der Sahara Experience des letzen Jahres. Falls Du auch deine Grenzen kennen lernen und deinen Horizont erweitern möchtest, sag mir Bescheid.

Jeder kennt wohl den Ausspruch „schick Ihn in die Wüste“. Woher das wohl kommt?
Als ich meiner Familie und Freunden sagte, dass ich in die Wüste gehe, bekam ich zuhören: „Wie, gehen?“, „Warum sowas Sinnloses?“, „Das ist doch total gefährlich!“. Als ich dann noch erzählte, dass ich wegen der Arbeit in die Wüste gehe, erntete ich nur noch mitleidige Blicke. Für das, was mir MEIN TRIP durch die Wüste gebracht hat, hätte ich zum damaligen Zeitpunkt schon anfangen können zu feiern.
Ich bin nicht als besserer Mensch wiedergekommen, auch nicht mit einem besseren Sitzfleisch, bin auch kein radikaler Moslem geworden. Eigentlich bin ich ich geblieben.
Das mit dem Sitzfleisch lässt sich schnell erklären: Ich habe zweieinhalb  Tage auf einem Dromedar verbracht. Es macht, glaube ich, keinen Unterschied, ob man in einer kleinen Jolle bei Sturm über die Nordsee fährt oder auf so einem Tier völlig entkräftet nach Hause will. Es schaukelt wie Sau.
Ich habe einen Job, in dem ein Projekt nach dem nächsten kommt und die Ruhephasen am Wochenende nicht mehr ausgereicht haben. Ich hing mit dem Kopf noch im letzten Projekt, da musste ich das nächste schon vorbereiten. Nichts Ungewöhnliches heutzutage. Ich mache diesen Job auch schon ein paar Jahre. Habe die Firma gewechselt. Nichts Aufregendes, aber trotzdem hat es sich so verdammt falsch angefühlt. Ich hatte das Gefühl, ich werde nicht glücklich, und mit meinem Chef klappt das auch nicht.
Der Wüstentrip, wenn ich mich nur mal auf dieses Thema beschränke, war für mich die Möglichkeit alle Gedanken, die mir durch den Kopf rauschen, kommen und gehen zulassen. Sie zu Ende zu denken und akzeptieren zu lernen. Das habe ich auch geschafft.
Ich hatte gedacht, ich brauche dafür die vollen fünf Tage und habe keine ZEIT, die anderen Teilnehmer kennenzulernen.
Nach zwei Tagen Denken war ich mit meinen Themen durch- dann hat hat mich allerdings die Hitze so in die Knie gezwungen, daß ich dann zweieinhalb Tage schaukelnd auf dem Dromedar sitzend eine neue Dimension der Wüste kennen lernen durfte. Damit hätte ich nicht gerechnet. Nachteil: Ich war wieder von der Gruppe getrennt.
Man kann sagen, die Wüste hat mich voll erwischt. Nicht nur dass es dort zu heiss für mich ist. Als ich wieder zuhause war, habe ich gemerkt, wie dieser kleine Fleck der Erde mich bereichert und inspiriert hat.
Es gäbe soviel zu erzählen von Vielfalt, Erfahrungen mit der Natur und seinem eigenen Körper, mit Menschen, die einfach aus den Tiefen der Wüste auftauchen und dorthin auch wieder verschwinden, über Gewohnheiten, die wichtig sind, über Kommunikation und …
Das alles wird in einer wunderbaren, persönlichen und professionellen Art von Florian begleitet!

Jan R.

am ende der welt – in ibo

Letzte Woche habe ich Jörg getroffen. Er mir eine schöne Geschichte zum Thema: Wann hast Du das letzte Mal etwas zum ersten Mal getan erzählt hat. Eine Geschichte über sich selbst. Mehr als 10 Jahre zuvor hatte er seinen Job in Deutschland an der Nagel gehängt und sich auf sein Fahrrad gesetzt und ist fortan Richtung Süden gefahren. Ich habe ihn im südlichen Ostafrika auf einer kleinen Inseln in einem verfallenen und fast vergessenen portugiesischen Städtchen, welche viele als geheime Perle im indischen Ozean bezeichnen, getroffen.

Wie bitte? Wo? Weshalb? Wie Du eventuell bereits in vorangegangenen Beiträgen gelesen hast, reise ich zur Zeit wieder ein wenig. Während der Wahlen in Tansania und somit auch Sansibar haben wir uns ins südlich gelegenen Moçambique, ein Land der gut versteckten und bezaubernden Mysterien begeben. Währenddessen verliefen die Wahlen nicht wirklich reibungslos, wurden annulliert und im Januar wiederholt, aber darüber schreib ich ein anderes mal.
Aus Europa kommend wirkt ja Marokko bereits wie aus einer Zeit. Der Unterschied zu Tansania ist allerdings noch einmal genauso gross. Und nun Mocambique. Obwohl ein Nachbarland Tansanias wirkt es teilweise wie aus einer anderen Welt. Das Armutsgefälle nimmt sogar noch einmal zu. Das meist kein Englisch und auch häufig kein Kisuaheli gesprochen wurde und mein Portugiesisch nicht vorhanden ist, ließen den Unterschied sogar noch größer wirken.
Als Land musste Moçambique ja nicht nur gegen eine, sich erst sehr spät zurück ziehende, Kolonialmacht kämpfen, sondern im Anschluss an die Unabhängigkeit auch noch gegen eine von Apartheidgedanken beförderte Einmischung Rhodesiens und Südafrikas. Dies führte zu einem Jahrzehnte andauernden Bürgerkrieg, der eigentlich als Stellvertreterkrieges gesehen werden müsste. Seit dem Ende dieses Krieges 1994 musste das gesamte Land sozusagen aus den Trümmern des Krieges wieder neu aufgebaut werden. Und das zieht sich nach wie vor.
Nachdem wir nach Pemba, im Norden Moçambiques geflogen sind und uns wunderten wie wenig sich in 4 Jahren verändern kann bzw. sogar vieles weiter verfällt, nahmen wir den lokalen Bus Richtung Quirimba Nationalpark im Norden. Da man sich hier eher an Südafrika als am Sonnenstand orientiert, geht bereits kurz nach 4 die Sonne auf, dafür ist es um 5 Uhr nachmittags bereits wieder dunkel. Unser Bus fuhr also 4:30 Uhr los. Das heisst er fährt erst einmal eine Stunde durch die Stadt, um eventuell noch alle Sitzplätze zu füllen und dann irgendwann los. Da man vorher nicht weiss wie lange der Bus noch durch die Stadt tingelt, ist es wirklich besser bereits um 4:30 Uhr da zu sein, um den Bus zu erwischen.
Für die nächsten 5 Stunden ging es zur Hälfte über Teerstrassen, zur Hälfte über Sandpisten ca. 120km in den Norden. Nur wenige Siedlungen mit vereinzelten Häusern lagen am Wegesrand. Der Rest bestand aus trockenstem Busch dem man das nahende Ende der Regenzeit ansah.
Als wir schließlich den kleinen Ort, an dem wir eine Fähre bekommen wollten erriechten, gab es natürlich kein Wasser: Ebbe. Demzufolge auch keine Fähre und auch diese stellte sich nach einigen Stunden warten lediglich als traditionelle arabische Dau heraus in die einfach mit so vielen Menschen, Gepäck und einem Motorrad bepackt wurde, bis uns nur noch Zentimeter zur Wasseroberfläche trennten. Nun ja, ich kann ja schwimmen… und auf ging es durch die Mangroven hin zur verfallenen ehemaligen Hauptstadt der Nordprovinz, damals bedeutenden Handelsstadt, dem Zentrum der Quirimbas: Ibo.
Seitdem der Hafen von Ibo endgültig nicht mehr genug Tiefgang für die einlaufenden Schiffe hatte und somit nach Pemba verlegt wurde geriet die Stadt immer weiter in Vergessenheit und der portugiesische Charme bekam erst Patina und zerlegte sich dann zusehends in Sand und Schutt. Eine Stadt der Ruinen, die Hauptstrasse aus Sand, verlassene Bürgersteige und umrankte verfallende Häuser. Ein malerisches. Überbleipsel einer vergangenen Zeit.
Vereinzelt haben in den letzten Jahren einige Häuser einen neuen Eigentümer gefunden und wurden liebevoll restauriert.

Hier habe ich Jörg getroffen.

Nachdem er nämlich vor über 10 Jahren mit einem Freund auf ihre Fahrräder Richtung Süden gestiegen ist, sind über den Balkan, die Türkei, Ägypten, Sudan, Äthiopien, Kenia, Tansania bis nach Moçambique gestrampelt. Später noch bis nach Südafrika. Zwei Jahre warenunterwegs mit vielen Zwischenstopps an Plätzen, die ich nicht mal auf der Landkarte finden würde unterwegs.
So kamen sie mit ihren Rädern irgendwann und irgendwie (wahrcheinlich mit derselben alten Dau) nach Ibo und trafen im Schatten einer absoluten Sonnerfinsternis die Entscheidung, dass sie hierher wohl wieder zurückkehren müssten. Das taten sie auch. Zwei Jahre später, nach Zeit in Maputo und Südafrika und Beendigung ihrer 12.000km Fahrradtour.
Sie kauften sich darauf hin eines der verfallensten Häuser, welches allerdings die schönsten und größten Bäume der Insel auf dem Grundstück hatte. Zwei massive alte Mangobäume stehen vor dem Eingang und sie nannten es Miti Miwiri (zwei Bäume). Nach weitere zwei Jahren der Restauration und des Aufbaus haben sie sich einen der schönsten Plätze auf Ibo und ein exzellentes Boutique Hotelgeschaffen.
Schöne Fotos Miti Miwiri und Ibo gibt es auf übrigens auf deren Facebook Profil.

All das konnte nur passieren, weil da jemand in Heilbronn auf sein Fahrrad steigt und sich nicht mehr um Konventionen und Erwartungen anderer schert sondern beschließt seinem Herzen zu folgen. Die beiden sind ihrer Passion gefolgt und sind der Welt offen und neugierig entgegen getreten und sie haben, ohne einen Plan dahinter zu kennen, die Möglichkeiten genutzt, die sich ihnen gegeben haben.
Vor einen paar Jahren noch haben Freunde und Familie die beiden für verrückt gehalten, heute machen sie bei Ihnen Urlaub.
Natürlich hatten sie ihre harten Zeiten und es war und ist nicht alles einfach aber die beiden leben ihren Traum! Jeden Tag aufs Neue.

Kennst Du diese innere Stimme? Hör doch mal auf sie?

‚berliner winter’ oder ‘summer in melbourne’

Es ist nicht wichtig, was Du bisher gemacht hast, sondern wer Du bist und sein möchtest!

Ich freue mich heute ein Interview mit einer Freundin, Lisa, zu führen. Lisa hat mich dieses Jahr beeindruckt, weil sie ihren „sicheren“ Job gekündigt hat und sich mit 30 entschlossen hat ihr Leben noch einmal aus einem ganz anderen Blickwinkel zu betrachten. Dies hat sie wortwörtlich genommen und ist für eine Weile nach Australien gezogen. Alleine mit diesem Schritt hat sie viel Leichtigkeit in ihr Leben gelassen.

Hallo Lisa, wo bist Du momentan?
In Melbourne, genauer gesagt Middle Park. In einem Haus fast am Strand.

Machst Du Urlaub?
Nee, nicht wirklich. Eher Arbeitsferien, also working holiday. Als Tourguide für Chocolate und Cupcake Touren, als Kellnerin in einem Café und demnächst auch im Verkauf im Weihnachtsgeschäft. Ich wollte mal raus aus dem gewohnten deutschen Trott. Weg von all dem Druck mit Bürostühlen, Familienplanung und Eigentumswohnungen…was Neues sehen und schauen, was das Leben am anderen Ende der Welt so mit sich bringt…

Wohnst Du nicht eigentlich in Berlin und hast einen Job in Potsdam?
Ja, ich komme aus Berlin. Und bis Ende Juni habe ich beim Collective Leadership Institute gearbeitet.

Weshalb arbeitest Du dort nicht mehr?
Es hat nicht mehr gepasst. Ich hatte das Gefühl, dass der Stempel Berufsanfänger für immer auf meiner Stirn klebt. Es war vor 3 Jahren meine erste Stelle nach der Uni. Und ich hätte mir gewünscht, dass wir unsere Konzepte mehr nach Innen leben. Irgendwann habe ich mich gefragt, ob ich wirklich glücklich bin mit dem, was ich da jeden Tag 12 Stunden tue, die 3 Stunden Pendeln zwischen Berlin und Potsdam eingerechnet. Die Antwort hat mich dann zum Kündigen bewogen.

Verstehe ich das richtig, Du hast gekündigt ohne vorher eine Alternative zu wissen?
Ich habe gekündigt, ohne einen neuen Job in Aussicht zu haben, ja. Ich wollte einfach mal nicht wissen, wie es weiter geht. Statt jeden Tag für 9 Stunden ins Büro zu gehen. Parallel zu meiner Kündigung habe ich mit drei anderen ehemaligen Kolleginnen Happy Works gegründet. Wir bieten Produkte und Dienstleistungen für mehr Arbeitszufriedenheit. Denn schauen wir alle auf unsere Erfahrungen in den letzten Jahren zurück, ist die Essenz: Die meisten von uns verbringen wahnsinnig viel Zeit auf der Arbeit und tun viel zu wenig dafür, dass unsere Arbeitszeit glückliche Lebenszeit ist. Und dabei haben wir es selbst in der Hand: die Art, wie wir unsere Arbeit machen, wie wir mit Kollegen kommunizieren, wie wir unseren Tag strukturieren. Es war ein AHA-Erlebnis, als mir klar wurde, dass ich zu einem großen Anteil selbst dafür verantwortlich bin, wie mein Arbeitumfeld aussieht. Wenn ich die richtigen Methoden an der Hand habe, kann ich aktiv gestalten. Das wollen wir mit Happy Works vermitteln. Natürlich gibt es dabei auch Grenzen. Deswegen mag ich das Motto: „Love it, change it or leave it.“ Wenn das Gefühl etws verändern und mitgestalten zu können nicht mehr da ist, dann hilft manchmal nur noch Gehen, so wie bei mir.

Warst Du nicht unsicher? Hattest Du keine Angst nicht mehr genügend Geld zu haben?
Klar habe ich auch gezweifelt. Aber ganz ehrlich: Mein Herz hat irgendwann angefangen immer dann einen Sprung zu machen, wenn ich an die Kündigung gedacht habe. Das ist dann wohl ein eindeutiges Zeichen. Die endgültige Entscheidung habe ich getroffen als ich mit Euch und der Emma in Marokko unterwegs war. Entspannen, die Landschaft an sich vorbeiziehen sehen, neue bunte Eindrücke gewinnen – und dann war es plötzlich glasklar.

Und dann bist Du nach Melbourne gegangen ohne Dir stattdessen einen neuen Job zu suchen?
Genau. Fast ohne Geld und definitiv ohne Ahnung, was mich erwartet. Ich habe oft gezweifelt, ob das wirklich eine gute Idee ist und wie das alles werden soll. Aber dann hat interessanterweise meine Mutter mir einen Stups gegeben als sie meinte: „Lisa, man merkt, dass Du älter wirst. Früher wärst Du einfach losgeflogen. Warum jetzt so zögerlich? Du weißt doch, irgendwie geht es immer weiter.“ Da dachte ich: „Was, ich verhalte mich mit 30 wie eine alte Schachtel? Nee, los geht’s…“

Weshalb Australien?
Ich wollte weit weg. Und irgendwo hin, wo Englisch gesprochen wird. Ich habe hier eine gute Freundin. Sie hat mich dazu ermuntert sie endlich hier zu besuchen. Und 7 Wochen Ferien fand ich eine verlockende Aussicht.

Du hattest also zuerst vor nur 7 Wochen zu bleiben? Was ist dann passiert? Was hat Dich in oder an Melbourne begeistert?
Melbourne ist ein bisschen wie Berlin am Meer. Das habe ich mir schon immer gewünscht. Und nach den 7 Wochen hatte ich das Gefühl, mit dieser Stadt noch nicht fertig zu sein. Es gibt wahnsinnig viel zu entdecken. Nicht umsonst wurde Melbourne schon mehrmals hintereinander zur lebenswertesten Stadt der Welt gewählt: viktorianische Prachtbauten, Wolkenkratzer, Einwanderer von überall, kulinarische Überraschungen, perfekte Sonnenuntergänge, Possums, Sauvignon Blanc, Meeresrauschen…diese Liste kann ich endlos weiterführen…Und ehrlich gesagt ist es auch schön mal einen Berliner Winter auszulassen. Ich konnte mich nach den 7 Wochen noch nicht darauf einlassen, wieder in Berlin zu sein und die Jobsuche zu beginnen. Ich wollte mehr Leben und weniger Vorhersehbarkeit.

Gab es einen speziellen Moment, in dem Du Dir überlegt hast, es einfach ein paar Monate lang darauf ankommen zu lassen?
Nein, das ist eher mit der Zeit entstanden. Da sind wahrscheinlich viele Sachen zusammen gekommen. Dass ich nach der Kündigung keine berufliche Verpflichtung mehr hatte und auch privat gerade total ungebunden bin. Dass hingegen die meisten Menschen in meinem Umfeld mit Kinderkriegen und sesshaft werden beschäftigt sind. Weil das für mich gerade nicht ansteht, hat es mich in die Ferne gezogen.

Was ist Dir überhaupt wichtig um glücklich und zufrieden mit Dir und Deinem Leben zu sein? Darüber habe ich in den letzten Monaten oft nachgedacht. Momentan ist meine Antwort: Gesundheit; ein soziales Netzwerk mit guten Freunden und Familie; so viel Geld, dass ich mir immer wieder mal einen meiner Wünsche erfüllen kann; leckeres Essen; Natur; bunte Farben; gute Gespräche und ganz wichtig: tagtägliche Bewegung und Herausforderungen für Körper, Geist und Seele.

Vermisst du etwas? Dein Zuhause?
Ja, ich bin schon ziemlich heimatverbunden. Und das hat in meinem Fall auch wirklich etwas mit Geographie zu tun. In den letzten Wochen sind mir viele Menschen begegnet, die das ganz anders empfinden. Für sie ist der Mensch ein Nomade, der überall hingehen kann. Das kann ich für eine begrenzte Zeit sehr gut verstehen. Aber auf Dauer würde mir hier in Australien wahrscheinlich das Gefühl fehlen, wirklich dazu zu gehören. Wer hat hier in seiner Kindheit schon über Benjamin Blümchen oder Pumuckl gelacht?

Was bedeutet Zuhause und Heimat für Dich?
Ganz viele Dinge, die mein Herz höher schlagen lassen: Familienessen, der Geruch von nassem Laub und Herbstäpfeln, in einem See schwimmen in Brandenburg, „Schüttkartoffeln“, Wein, Weihnachtsplätzchen, stundenlange Gespräche mit langjährigen Freunden, sich verstanden fühlen…Geborgenheit…sich fallen lassen…eine Komfortzone.

Welche Reaktionen kamen von Deinen Freunden und Deiner Familie, als du deine Rückkehr auf nächstes Jahr verschoben hast?
Die haben sich alle für mich gefreut. Und wenn nicht, dann haben sie es gut versteckt.

Glaubst du, dein Aufenthalt in Australien wird dich prägen oder verändern?
Klar. Definitiv prägen. Ob verändern kann ich noch nicht sagen. Das können dann andere nach meiner Rückkehr vielleicht am besten beurteilen.

Was würdest du gern aus Australien und Deiner Erfahrung mit nach Deutschland und in die Zukunft nehmen?
Dass es immer irgendwie weiter geht. Und die Freundlichkeit und Leichtfüßigkeit vieler Menschen hier in Melbourne. Dass es nicht wichtig ist, was Du bisher gemacht hast, sondern wer Du bist und sein möchtest.

Hast Du schon einen Plan für Deine Zeit nach Australien?
Ich werde erstmal für ein paar Tage Euch und andere Freunde in der Schweiz besuchen. Den Winter nochmal so richtig mitnehmen. Und dann mit dem Schwung des Frühlings einen neuen Job in Berlin suchen.

Meinst Du ein Plan ist überhaupt wichtig?
Ja, für mich schon. Zumindest hilft es mir wenn ich weiß, was ich mir für die nächsten Monate vornehme und wünsche. Dass das Leben dann auch etwas ganz anderes mit uns vorhaben kann – darauf bin ich mittlerweile vorbereitet…

Danke Lisa. Ich wünsche Dir noch eine richtig gute Zeit und freue mich auf gemeinsame Abende in der Schweiz.

a european dirtbag’s eight-month road-trip

Diesen Artikel habe ich vor einer Weile für dirtbagrunners eine ziemlich coole und verrückte amerikanische Ultraläuferseite geschrieben. Ich veröffentlich in hier noch einmal im Original und somit auf englisch:

It took me a while to get where I am now.

Living in an RV, running ultra distances, working remote while sitting at the beach in board shorts, organizing adventure seminars, writing my blogs. Most of all: not putting too much focus into the expectations of others. When I started my long journey (and I am not even halfway there), I remembered what I used to love about being a kid: Running in the woods, playing in the mud, and not caring much about anything else.

One of the first things I did to change my life from being a suit wearing, business doing arrogant piece of… myself… was doing sports again. Little by little, first in the gym, then outside, then with minimal shoes (I read about vibrams fivefingers before), then travel & sports, then longer distances, then sandals, then solo in Sahara, then barefoot, …then ultra.
The more time I spent running outside the more free I felt. I did not want to go back home.

Home… what is that supposed to mean anyway? When all you strive for is to see more of the things you haven’t seen so far?

After having rearranged almost all aspects of my old life, I knew, I didn’t want to stay at one place anymore. I am the best version of myself when I am free and traveling. Judy, who loves that idea, has lived in different southern African countries for three year during her studies and was bored by her life as a surgeon in a Berlin based hospital. She quit her job for half a year, we gave our apartment in Berlin to friends, bought a small 1971 Mercedes truck that was converted into an RV in 1981, our EMMA and off we went. Quite old-school and slow but that became the way of our travel.

We couldn’t go fast anywhere, but time didn’t matter anyway. All we owned was with us. I worked internet based because gas still wanted to be paid for. It was still winter in Europe and our first destination was Africa and the Sahara. On our way there, we travelled through Switzerland, went snowboarding, left for France and then Spain. If spring didn’t come towards us, we would search and find it somewhere else. The Almond trees were flowering and were coloring the valleys pink. While snow was covering the peaks of Sierra Nevada we slowly moved through a colored scenery.
It’s funny how your perspective changes when you change the circumstances of your life.

With most of Europe being populated quite densely it is not easy to find a place to stay for the night. “Camping” is only allowed in “camping places”, and if you rest anywhere else somebody will notice and might want to argue with you about that not being allowed. Living in anything else than a house is officially illegal in most of Europe. In Berlin, being a tolerant city, you will find places with several other historic campers while in the rest of Germany and even more so in Switzerland this is causing quite some excitement.

Southern France along the mediteranean sea is used to thousands of RVs and mobile homes in the summer (all being tourists for a week or two). As a result even entering the cities or villages with an RV is often prohibited.

Completely different in Spain. With these huge landscapes and very few inhabitants, it seems as if nobody cares if you stay somewhere in the mountains or even in abandoned places right next to the rough sea. What is new to us though, is being absolutely alone. When you think that every noise you hear outside shouldn’t  be there. But nobody cares about us, not the dogs we hear in the distance nor the very few cars passing us seldomly. Soon, we leave Spain for Morocco where two friends of ours accompany us for three weeks. That is so perfect about traveling, well… living in an RV. If somebody wants to join us we always find a place for them to stay. No worries about booking or organizing a vacation. Just pick them up and drive somewhere nice.

The North African country of Morocco is just on the other side of the Mediterranean sea at the street of Gibraltar. I seems as if you could swim there. Although being near to Europe, Morocco is a different story. When it is getting dark there, it is getting dark. Mostly no streetlights and if you are not in a bigger city almost no lights at all. Nevertheless people will appear from somewhere. You think you are alone. No city, no village near and night appearing, but people show up from somewhere. They try to talk to you, sell you something or trade something for weed. If we don’t want anything it happens that the frustrated seller, tries to unscrew something from the car.

Or… police show up at three in the night threatening to arrest us and then guiding us to the next camping place, which I am sure belongs to a cousin. So we just drive of to another place. Talking almost no Arabic and no Berber language doesn’t make communication easier unless the Moroccon speaks french what many do. This combination makes us uneasy, so most of the time we pay someone a Euro per night or day to “watch” us. As long as you “belong” to a Moroccon, all the others don’t even dare to talk to you.

As I find out soon, running is not that easy in Morocco. Because… I’m white. White people are thought to be rich. White people are also thought to be lazy and to loose their orientation without any car navigation. In Morocco you run only if you are poor. Nobody runs for the fun of it.
Now those Moroccons see this white guy running alone. That can only mean:
A) he is lost,
B) in danger or
C) stupid,
…or maybe all together.

In any case, these are reasons enough to stop the person from running and offer to help them (for money) or try to sell them something. Or, send them in the wrong direction so they can later ask for help to find the way back (for money).

Remarkably, the further we leave the touristic regions and the poorer the inhabitants become, the friendlier, nicer and more helpful the people are. It seems to me as if money consumption and the full shelves of the supermarkets corrupt the people.

Meet someone in the middle in the desert and I guarantee you they will be friendly. The nicest people we therefore met lived in very remote areas. The scarier it might appear to a western city person, the more safe you are and the deeper and better the experience becomes. The most peaceful nights we have, are deep n the Sahara dunes. More than a day trip away from the next place of civilization.

We stop and run in the Riff mountains, in the windy city of Essaouira, chaotic colorful Marrakesch, the high Atlas mountains, the perfect surf spots near Agadir (staying directly at the breaking waves of the Atlantic Ocean), the Sahara desert near the Algerian border, the middle Atlas, the 1500 year old historic town of Fes, Chefchoun all the way up in the mountains in the worlds largest weed-growing region and all the way through Spain and France and Belgium and Germany back to Berlin.

Berlin is easy again. It is summer and it seems as if Berlin becomes the nicest place to be as long as the sun is shining. Pretty much in the center of Berlin you  find a former airport (Tempelhof) which is now a huge park, about 3 by 3 kilometers. And you can stay near it with your RV. Perfect for running, chilling, landkiting, sitting in a coffee bar with free wifi and some time for writing.

Judy already starts her new position as a surgeon in a Swiss hospital in Thun in August. Unfortunately the legal circumstances in Switzerland make it quite necessary to have an apartment for her. End of September Judy rents an apartment just outside the city, five kilometers up the mountain with a view on Thuner lake and several snow-covered mountains. The scenery seems to be a gigantic adventure park for grown up kids.

Eight month lie behind us. We lost most of our conventions somewhere on the road. Life seems to be everthing that happens outside your office. The most beautiful moments are outside by foot and preferably on single trails. We are focusing a new challenge at the moment. Two full-time jobs in Western Europe and two hearts striving for freedom. As long as there are alpine trails to be discovered this might work.

Floh is a do it yourself, whatever it is you wanna do guy. While earning his money as the ‘Glücklichtrainer’ which means happiness coach in German he finds true bliss when running ultra trails. Having put this desire away for most of his twenties he is up and running since his 30st birthday increasing quantity and quality ever since and decreasing equipment needed to do so. Since January 2014 he lives in his 1971 Mercedes-Benz RV and is traveling Europe and North Africa with his girlfriend Judy in search for running adventures & the meaning of life.
Living the motto: Minimize the stuff you need and maximize the happiness you experience!
He writes (mostly in German) about running at nativerunners.com and about mnimalist life at simplicity-of-happiness.com