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leben ist jetzt – zurück in sansibar

Während ich diese Zeilen schreibe, bin ich wieder auf dem Weg nach Sansibar. Ich habe die Insel am 5. Mai diesen Jahres Richtung Toronto, Kanada verlassen um dort Chris Thompson und Mike Mandel von MikeMandelHypsnosis zu treffen.
Auf der einen Seite war ich damals ziemlich erschöpft und frustriert vom vielen Hin und Her, den endlosen Prozessen, den Offiziellen, die einfach nicht Willens sind konstruktiv mit mir oder miteinander zu Arbeiten. Oft scheint es mir, als ob, trotz anderweitiger Beteuerungen, die meisten vorwiegend an der eigenen Bestechlichkeit arbeiten. Besonders frustrierend daran ist, das jede Bestechung für sich immer nur gilt, so lange du nicht den Rücken zu drehst. Dauerhafte Loyalitäten aufzubauen ist schwierig bis unmöglich. Auch untereinander wird oft so umgegangen.
Auf der anderen Seite, freute ich mich immens auf Kanada und war umso begeisterter als ich endlich Toronto erreichte. Es schien mir, als ob dort einfacher jeder freundlich und hilfsbereit zu mir war. Ich hatte gerade erste einen neuen Pass erhalten und in meinem Visumantrag einen Zahlendreher. Die Dame von Canada Air in London, rief darauf hin kurz in der Botschaft an und lies den Fehler korrigieren… WOW… das sollte dir mal wo anders passieren.

Was mich allerdings so richtig von den Socken gehauen hat war das Training mit Mike Mandel. Im Vorfeld hatte ich gehofft einige interessante Einsichten in das Thema Hypnose zu bekommen und auch den einen oder anderen netten Partygag mit dem ich Menschen noch stärker für das Unterbewusstsein begeistern könnte. Was ich nicht erwartet hatte war eine so extrem vollgepackte Hardcore Woche. Wir haben nicht nur diverseste Hypnoseanwendungen gelernt sondern auch das Handwerkzeug, diese alle in einem Coachingrahmen zu nutzen um unser Wissen zu nutzen um anderen dabei zu helfen, sich selber zu finden.

Nach Kanada war ich zwei Wochen in Deutschland und dann 3 Wochen auch Reisen in Äthiopien und konnte dort die ganzen Erfahrungen und das neu erlernte sacken lassen.

Jetzt bin ich auf dem Weg zurück nach Sansibar und bin so neugierig die Caveman Lodge wieder zu sehen. Es scheint, als ob unser Team einen tollen Job gemacht hat und alles bereit ist für den Sommer auf der Südhalbkugel. Einige der fehlenden Unterlagen fehlen noch und die meisten sind mittlerweile da. Ich denke, dass ist halt ein Punkt mit dem man Leben muss, wenn man die Freiheit hat auf tropischen Insel arbeiten und leben zu dürfen.

Denn obwohl für mich so viel passiert ist, in diesem Sommer, ist in Sansibar immer noch vieles beim Alten. Wenn sich nicht viel ändert und die meisten Tage nicht voneinander unterscheiden, macht es wahrscheinlich schlichtweg keinen Sinn sich mit etwas zu beeilen.

Vielleicht gibt es sie ja nicht, die eine universelle Zeit für alle. Sondern vielleicht ist Zeit ja nur ein individuelles Gefühl in uns selbst.

Also, wo auch immer du bist, was auch immer du gerade machst, nimm dir die Zeit. Was du JETZT machst, ist was du aus deinem LEBEN machst!

einen ganzen sommer zeitverzerrung

In diesem Sommer habe ich meine ganz eigene Form der Zeitverzögerung erlebt. Rückblickend betrachtet haben die vergangenen 8 Monate ewig gedauert und gleichzeitig habe ich keine Ahnung wie diese so schnell vergehen konnten.

Anfang Mai diesen Jahres, nur einige Tage nachdem Django plötzlich gestorben ist, bin ich von Sansibar nach Kanada gereist um dort am Hypnose Training mit Mike Mandel teilzunehmen. Im Anschluss ging es für mich über Berlin nach Äthiopien, wo wir nahezu 1 Monat blieben.
Nach Äthiopien ging es nochmal für 14 Tage nach Sansibar um die Lodge für die kommende Sommersaison vorzubereiten. Es war gegen Ende der (dieses Mal) sehr heftigen Regenzeit und einiges war kaputt oder umgestürzt und so musste das Eine oder Andere repariert werden. Ende Juni ging es dann in die Schweiz, wo Judy zum 1. Juli ihre neue Stella am Inselspital in Berlin begann.
Seitdem teilen wir uns eine Wohnung in Bern mit einer weiteren Ärztin. Froh über funktionierendes Internet habe ich sofort meinen Kopf in den Computer gesteckt, wollte doch eine vollständig neue Webseite (www.Happylife.Coach) erstellt und mit Inhalt gefüllt werden.
Wenn ich nicht am Computer saß versuchte ich so viel Zeit wie möglich laufend in den Bergen zu verbringen lagen doch noch ein paar harte Ultraläufe vor mir. Jeder einzelne Augenblick in den Bergen war ein Traum und ich sehnte mich schon danach, hoffentlich irgendwann wieder auf dem Berg zu wohnen. Ehe ich mich versah war es schon Ende August und der Sommer neigte sich so langsam dem Ende, als wir von der Möglichkeit erfuhren ein altes Haus auf 1600m zu mieten. Mit grandiosem Blick und viel persönlichem Freiraum haben wir sofort zugeschlagen und seitdem verbringe ich die meiste hier oben und genieße die Inspiration wenn, ja wenn ich nicht gerade extrem viel zu bauen habe.
Ja, wir wussten, dass das Haus (Heidi) über keine öffentliche Infrastruktur verfügt. Wasser, Strom, Abwasser… das aber auch an der Substanz einiges gemacht werden musste war nicht klar. Ich denke dazu schreibe ich in einem anderen Beitrag ausführlicher.

Mitte September ging es dann schon mit der ersten Ausgabe der RIDING experience nach Südfrankreich in die Provence. Wir sind eine Woche auf tollen Pferden durch den wunderschönen Luberon und ich kann es kaum erwarten im kommenden Jahr während der Lavendelblüte wieder dort zu sein.
Zurück in der Schweiz habe ich mich wieder in die Arbeit am haus gestürzt. Der Winter lässt ja nicht auf sich warten und wir wollten es zum Winter fertig haben.
Dann ging es Mitte Oktober auch schon in die Wüste zur 6. Ausgabe der SAHARA experience. Dieses Mal war ein Filmteam von DoubleVision aus Hamburg dabei ich freue mich schon auf das atemberaubende Video von der Reise. Es war wieder einmal schlichtweg magisch in der Wüste.
Am ersten November ging es wieder in die Schweiz und ich stecke die letzten Tage Arbeit in unser Berghaus, das ab Februar über AirBnB zu buchen ist. Es liegt bereits Schnee und ich bin mir ziemlich sicher, alles für unsere Weihnachtsgäste zum zum 28. November fertig zu haben, denn dann geht es bis zum 19. Dezember nach Sansibar um die Lode www.caveman-lodge.com für die absolute Hochsaison über den Jahreswechsel auf Vordermann zu bringen.
Es kommt mir wie ein Augenblick vor seitdem ich die letzten Beiträge hier veröffentlicht habe und gleichzeitig scheint es mir eine Ewigkeit zu sein seitdem ich in Sansibar aufgebrochen bin. Ich nehme das mal als ein positives Zeichen für einen busy Sommer und Freue mich auf einen grossartigen Winter in den Bergen… Nachdem ich von der tropischen Insel zurück bin.

result of the last 6 month

Wie du ja wahrscheinlich im Blog gelesen oder im Podcast gehört hast, habe ich den Winter in Sansibar verbracht. Ich habe während dessen an einem Kindheitstraum gearbeitet und mir ein Stück zu Hause am indischen Ozean erarbeitet. Ausserdem habe ich eine verrückte Schnapsidee in ein funktionierendes Unternehmen verwandelt.

Gemeinsam mit meinem Business Partner Omi haben wir aus einem Stück Land in Kizimkazi die Caveman Lodge erschaffen. Es war deutlich mehr Arbeit als erwartet, aber ich würde sagen es hat sich gelohnt und kann es seit Dezember auch tatsächlich mit dir und anderen Gästen teilen. Hab doch selbst einen kurzen Eindruck. Du bist herzlich eingeladen.

malawi see

Wenn du dir vorstellen möchtest, wie eine Roadtrip durch Tansania aussieht, solltest du dir ein riesiges Land vorstellen, das zu grossen Teilen unbewohnt und fast überall ländlich geprägt ist. 80% der Strassen in Tansania sind nicht geteert und so kann es sein, dass eine „normale“ Überlandstrasse einige 100km bestenfalls aus Schotter bestehen kann.

Sind die Strassen geteert, dann bedeutet das noch lange nicht, dass sie es auch durchgehend sind. Manchmal fehlen Abschnitte, nahezu immer gibt es scheinbar aus dem nichts auftauchend grosse Speedbumps oder einfach andere Hindernisse auf der Strasse. Ausser anderen Autos, LKW’s und natürlich Bussen (Transportmittel Nummer 1 in Afrika) wirst du auch alles erdenklich andere auf den Strassen entdecken. Angefangen bei Fussgängern, Kindern, Ziegen, Kühen, Karren und Hühnern wirst du allerorts Polizeikontrollen und manchmal auch das eine der andere Zebra auf der Strasse entdecken.

Auf einer solchen Teerstrasse sind wir vor einigen Tagen von Daressalam Richtung Südwesten aufgebrochen. Obwohl geteert kamen wir nicht wirklich schnell voran, da unglaublich viele LKW’s auf den Strassen unterwegs waren. Als eine der wenigen geteerten Strassen befanden wir uns auf der Hauptroute von Daressalam, also dem indischen Ozean nach Sambia und Malawi, die beide über keinen eigenen Zugang zum Meer verfügen. Dementsprechend hoch war sowohl das Verkehrsaufkommen als auch die Dichte an Polizeikontrollen. Gleichzeitig wurde die Strasse auf einer Länge von ca 300km erneuert und vorerst einmal die neue Abflüsse unter der Strasse verlegt. Das führte zu einem 1m breiten mit Sand aufgefüllten Loch quer über die Strasse alle 500 bis 1000m. Es dauerte schlichtweg Ewigkeiten um das südliche Hochland zu erreichen und die letzten 40km Dirtroad verdienen sehr wohl die direkte deutsche Übersetzung Dreckstrasse. Doch dann umrundet von bis zu fast 3.000m hohen Bergen, stehen wir an einem See der so seit über 1 Millionen Jahren besteht. Der Malawisee, in Tansania auch Nyassasee genannt, der die grösste Artenvielfalt an Fischen aufweist, über 500km lang ist und fast 1km tief ist.

Atemberaubend diesen gigantischen See das Erste mal zu sehen. Der grosse Sandstrand, und dann das glasklare Süßwasser bis zum Horizont. Hier endet Tansania und der Blick geht Richtung Malawi zur Rechten und Moçambique zur Linken. Der See offenbart die unglaubliche Grösse und Schönheit von scheinbar unberührter Natur. Wenn du 5 Minuten zu Fuss zum nächsten Fluss gehst, kannst du Hippos und eventuell sogar Krokodile im Wasser entdecken. Wenn du über den See blickst, siehst du weder Gebäude, noch Schiffe, noch Strassen oder Autos. Wenn es ruhig wird, hörst du nur das sanfte Plätschern der Wellen, wenn es dunkel wird, wird es dunkel. So einfach kann glücklich sein.

Wie sieht es bei dir aus? Wann bist du das letzte mal der Reizüberflutung entronnen?

auszeit

Seit ein paar Tagen sind wir im Busch unterwegs. Nachdem wir seit Oktober in Sansibar sind und zuerst richtig Gas gegeben haben um die Lodge für die Weihnachtssaison fertig zu bekommen ging es dann noch einmal hoch her um unseren Gästen das bestmögliche Erlebnis zu bieten. Jetzt haben wir uns zum Anfang des Jahres eine kleine Auszeit mit Freunden gegönnt und sind mit einem Offroader 14 Tage im südlichen Tansania unterwegs.
Die Lodge ist genau das, was ich diesen Winter machen möchte. Ein volles Haus haben ebenfalls und trotzdem kann es ganz schön schlauchen, immer für etwas verantwortlich zu sein. Vor allem fällt es mir schwer mich still auf eine Sache zu konzentrieren und an einer Website, einem Blogbeitrag, einem neuen Webinar oder einer neuen Podcastfolge zu arbeiten.

Jetzt überlasse ich die Tourenplanung anderen, manchmal fahre ich das Auto, muss mir die Route aber nicht selber aussuchen. Die Landschaft wechselt, zieht vorüber, Gedanken kommen und gehen und ich habe unzählige neue Eindrücke, die ich verarbeiten darf. Meinen englischsprachigen Podcast sende ich 100 Tage lang täglich und die Eindrücke der Reise dürfen dort ebenfalls mit einfliessen.

Von Daressalam geht unsere Reise in Tansanias Süden. Durch den Mikumi Nationalpark, den Malawi See, den Tanganyika See eventuell den Katawi Nationalpark, den Ruha Nationalpark und quer zurück durchs ganze Land nach Daressalam.

Ob man es nun verlassen der Komfortzone, Urlaub, Auszeit, Abwechslung oder wie auch immer nennt sei einmal dahin gestellt. Es ist was ich brauche um hoch kreativ und produktiv zu sein und zu bleiben.

Wie ist es bei dir? Was brauchst du?