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KIDZ

Warum wir das Bildungsprojekt KIDZ für Kinder in Sansibar gegründet haben.

Obwohl ich nicht glaube, dass man dem Jahresende zu viel Bedeutung beimessen sollte, nutze ich das Jahresende immer wieder gerne um einen kleinen Rück- und Ausblick zu wagen. Insbesondere während der Weihnachtsferien, mit viel Zeit, Neujahr und meinem Geburtstag innerhalb von beinahe zwei Wochen, eignet es sich dazu doch ganz gut.

Und in diesem Jahr habe ich mich gemeinsam mit Judy dazu entschlossen ein weiteres Kapitel zu öffnen.

Ende Dezember kam ich nach 4 Wochen aus Sansibar zurück und verbrachte ein paar Tage mit Freunden und Familie auf unserer Berghütte ‚Heidi’. Ich liebe diesen Kontrast zwischen den Extremen. Hier die tropische Insel, dort die verschneiten Berge. Einfach das Beste aus beiden Welten.

Eine Sache, die mich in Sansibar jedoch immer wieder trifft und mitnimmt, ist der allgemeine Bildungsstand und die damit verbundene Gleichgültigkeit. Damit meine ich gar nicht europäische Bildungs- oder gar Wertesysteme. Ich meine vor allem eine Grundbildung und die Fähigkeit sich dadurch eine eigene Meinung bilden zu können. Stattdessen wird maximal auf ein stupides Wiederholen vorgefertigter Meinungen gepocht.

Dadurch ist die einzige Möglichkeit im weiteren Leben eine ‚wichtige‘ oder ‚machtvolle‘ Rolle auszuüben die, sich durch Intransparenz, Falschinformationen oder schlichtweg Gewalt oder Erpressung in diese Situation zu bringen.

Die meisten Menschen Sansibars passen in eine der zwei folgenden Rollen: Entweder die diktatorische Autoritätsperson, die dies sein Gegenüber spüren lässt oder der Unterdrückte, der alles mit sich machen lässt, um der Situation dann durch Aussitzen zu entkommen. Manche sind sowohl als auch, je nachdem in welcher Situation sie sich gerade befinden. Beide Rollen führen zu einer gesellschaftlichen Stagnation in der sich keiner wirklich wohl fühlt. Egal wen du fragst, du hörst Klagen und Vorwürfe, sei es wegen des Gehaltes, der Korruption, der Ungerechtigkeit, der Wasserversorgung, der politischen Parteien samt Personal etc.

Es ist schon traurig zu sehen, daß niemand den Status quo mag und trotzdem niemand Willens ist es zu ändern. Zu sehr ist dann doch jeder einzelne in alten Mustern verfangen und/oder weiß es einfach nicht besser.

Ich bin mir sicher, dass eine Schulbildung die auf der freien Meinungsbildung basiert daran etwas ändern kann. Momentan heißt es sowohl in der Schule wie auch zu Hause meist: denk nicht, mach (wiederhol). So lernen Kinder nicht wie und wieso, sondern lediglich nicht aufzufliegen. Das spiegelt sich in der Gesellschaft wider.

Nun bin ich seit einiger Zeit mit diesem Land verbunden und habe auch die ganzen schönen und bezaubernden Seiten kennen gelernt. Ich habe mir gedacht, dass ich die Wahl habe über bestehende Ungerechtigkeiten hinweg zu sehen, mich ebenfalls zu beschweren oder dabei helfen, dass die jungen Generationen sich ein selbstbestimmtes Leben aufbauen können.

Deshalb haben wir in der Schweiz den Verein „KIDZ“ gegründet mit dem wir bestmögliche Schulbildung für Kinder in Sansibar finanzieren. Wir arbeiten mit einer privaten (non profit) Schule (der einzigen in Südsansibar) in Jambiani zusammen und hoffen damit Kindern, ganzen Familien und schliesslich einem ganzen Dorf dabei zu helfen, sich nachhaltig zu entwickeln.

Falls du die Idee gut findest, schau dir den Verein  unter K-I-D-Z.org an oder unterstütze mich über Patreon.com/flohjoe. Dort bekommst du ausserdem noch exklusiven Zugang zu Videos und Informationen von mir, meiner Arbeit und meinen Projekten.

get your wings

Ich habe vor drei Wochen auf der DNX Manuel getroffen, der mich spontan abends für das Projekt „Get Your Wings“ interviewt hat. Cooles Projekt.

das puzzle

Das ganze Leben ist ein Spiel.

Welche Kinder sind diejenigen, die ein grosses Puzzle am schnellsten und mit der meisten Freude lösen?
Es sind diejenigen, die das Puzzle als ein grosses Spiel betrachten und die eine Strategie haben, die sie dann mit ganz viel Lockerheit und vielem Testen umsetzen.

Wenn Du dir dann einmal die Menschen anschaust, die ihr gesamtes Leben mit einem größtmöglichen Maß an Freude leben, dann haben diese eine ganz ähnliche Leichtigkeit in ihrem Sein.
Denn das ganze Leben ist wie ein grosses Puzzle. Manchmal weiss man gar nicht wo man anfangen soll. Die Kunst ist dann, es einfach irgendwo zu tun. Man nimmt das erste Teil und hält ein zweites daneben. Und dann… das Dritte, das Vierte und so weiter. Irgendwann findet man zwei die zusammen passen und so wird es immer leichter. Manchmal übersieht man ein Teil und man hat alle anderen zweimal oder häufiger in der Hand. Wer jetzt die Ruhe verliert und versucht mit viel Kraft zwei Teile zusammen zu fügen die nicht passen wird scheitern.

So ist es doch auch im Leben. Wer die Leichtigkeit behält, dem scheint das Leben und das Glück schlichtweg leichter zu fallen.
Wir können uns noch so viele Gedanken machen, wir wissen es im voraus nicht, ob ein Vorhaben gelingen wird oder nicht. Was hilft ist testen. Wann auch immer ich mich mit meinem Podcastpartner Tony über Marketingstrategien unterhalte verweist er mich fast immer aufs: TESTEN. Er sagt, er habe zwar eine Meinung und eine Idee was bei ihm funktionieren könnte. Ob es aber auch dem Markt, also anderen Menschen gefällt wisse er nicht sicher. Also testen! Wie beim Puzzle. Einen Plan, zu haben, zum Beispiel alle Randteile heraus zu suchen oder nach Farben zu sortieren kann enorm helfen. So auch im Leben. Überleg dir wo du hin willst und wie du denkst dort hin zu kommen. Und dann teste. Mit ganz viel Leichtigkeit. Denn du wirst an den Punkt kommen, an dem es nicht weiter geht. Es liegt jetzt an Dir ob du diesen Punkt als Wendepunkt, Feedback, Scheitern oder einfach nur das richtige Puzzleteil am falschen Ort ansiehst. Kaum ein Kind wird ein „falsches“ Puzzleteil wegwerfen, sondern es stattdessen auf Seite legen und es an einer anderen Stelle erneut versuchen. Irgendwann wird es passen.
Mit ganz viel Leichtigkeit.

Mach dein Leben zu einem Puzzle!

freunde

Ein Freund ist ein Typ der Dich mag, obwohl er Dich kennt!
Genau darum geht es. Absolute Offenheit, Ehrlichkeit, Verletzlichkeit, einfach echt sein. Wenn Du so sein kannst, wie Du bist, ohne Dich verstellen zu müssen, dann bist Du unter echten Freunden. Das ist meiner Meinung nach der Unterschied zwischen Bekannten und Freunden. Ersteres mögen Menschen sein, die uns sympathisch sind, aber bei denen wir immer noch Rücksicht darauf nehmen, dass wir ihnen nicht zu Nahe treten. Bei Freunden dürfen wir das innere nach aussen kehren. Das sind Menschen denen wir helfen ohne etwas im Gegenzug zu erwarten. Gleichzeitig sind es Menschen, die wir jederzeit um einen Gefallen bitten können ohne etwas schuldig zu sein. Menschen denen wir vertrauen.

Ich habe schon häufig gehört, dass Familie viel wertvoller sei als Freunde? Denn, ist es nicht die Familie, die Gesellschaften zusammenhält, beziehungsweise in den vergangenen Jahrhunderten zusammen gehalten hat? Und ist nicht vielmehr der Verfall der Familienstrukturen ein Grund der unseren heutigen Sozialstaat so sehr fordert?
Dabei bin ich mir ehrlich gesagt nicht sicher. Ich glaube, dass dort entweder grosser sozialer Zwang vorhanden war oder aber die Familie so gross war, dass sich eben diejenigen innerhalb der Familie unterstützt haben darüber auch noch befreundet waren. Denn das eine schliesst ja das andere nicht aus. Familie ist ein Konstrukt in das wir herein geboren werden. Bei den meisten Menschen beruht dieses auch verwandtschaftlichen Verhältnissen, bei manchen auch nur auf dem Glauben, dass es verwandtschaftliche Verhältnisse gäbe. Daran zeigt sich mir, dass es eine Familie per Naturgesetz nicht gibt. Sondern es ist unsere eigene Wahl wie wir zu Familienmitgliedern stehen. Insofern können Familienmitglieder ja auch den Status von Bekannten oder Freunden haben.
Wichtig ist es Menschen so zu akzeptieren wie sie sind und sie zu lieben ohne sie ändern zu wollen. Zu Vertrauen!

Menschliche Interaktion macht uns unter anderem erst zu Menschen, zu fühlenden Wesen. Mit Anderen emotional verbunden zu sein macht uns phychisch stärker, intelligenter und emphatischer. Freunde können Deine Familie sein.

Freunde sind keine Selbstverständlichkeit und sie sind freiwillig Deine Freunde.
Ehre Deine Freunde!
Schätze sie so wie sie sind. Sei ihnen immer ein Ansprechpartner!
Sag Ihnen, dass sie sich auf Dich verlassen können!
Vertraue Ihnen!
Sei ein Freund!

P.s.: Falls Du jemandem die oben im Bild zu sehende Postkarte haben möchtest, schreibe mir einfach und ich sende Dir ein paar zu.

kopf hoch hilft

Ich habe es kaum geschafft in den vergangenen Wochen etwas zu schreiben. Im letzten Beitrag hatte ich ja bereits angedeutet, dass manchmal Dinge passieren, die man/die ich mir anders gewünscht hätte. Trotzdem muss man sich früher oder später diesen Dingen widmen und ihnen eventuell auch absolute Priorität einräumen. Das habe ich getan und vor allem sehr viel Zeit mit meinem Sohn verbracht.

Erst einmal vielen Dank für die vielen Nachrichten. Ich habe mich sehr darüber gefreut und Sufian ist wieder fit und fröhlich.

Und siehe da: Vieles sieht schon besser aus. Die meisten kleinen Probleme sind gelöst, auf dem besten Wege oder delegiert.

Nur Laptop und Emma haben noch einen drauf gesetzt. Direkt nach dem schreiben des letzten Beitrages hat mein Laptop nämlich den Geist aufgegeben. Scheinbar war er nicht wasserdicht! Somit stand dann mein gesamtes Büro unter Wasser und war vorübergehend lahm gelegt. Da er versichert war, ging nun zwei Wochen lang hin und her. Ob er denn zu reparieren sei oder nicht. Dann stellte sich ein Totalschaden heraus, so dass ich mir sofort einen Neuen kaufte und auf diesem diesen Beitrag schreibe.

Es hat sich wieder einmal gezeigt, wie gut es ist, dass ich mein Büro auf das Officeless Office umgestellt habe. Sobald ich einen neuen Rechner hatte, war ich innerhalb von 4 Stunden wieder einsatzbereit.

Das Wichtigste überhaupt war in den letzten Wochen allerdings, dass mein Kleiner wieder auf den Beinen ist. Sufian hat sich vollständig wieder erholt. Er geht, er läuft, er springt und hüpft. Vor allem lacht er den gesamten Tag. Selten zuvor habe ich so viel Lebensfreude in so kleiner Verpackung erlebt.

Es war toll zu sehen, dass er, obwohl es ihm nicht gut ging (er konnte wegen eines posttraumatischen Schocks anfangs nicht einmal selbständig sitzen) jede Gelegenheit nutzte um mit anderen Kindern zu spielen, zu scherzen und zu lachen. Relativ bald hat er auch schon über den Unfall gesprochen und erzählt was ihm widerfahren ist. Ich fand es erstaunlich, dass er sich sich zu keinem Zeitpunkt mit einem hätte, wenn und könnte aufgehalten hat, sondern sofort die jetzige Situation als gegeben akzeptiert hat und versuchte das Beste daraus zu machen. Auch seine Verletzungen, obwohl sie ihm weh taten, hat er irgendwie schnell als Teil seine Situation akzeptiert und sich über jede kleine Verbessung gefreut. Und es wurde immer besser. Erst konnte er wieder stehen, dann einen Schritt laufen, dann zwei, dann zwei Schritte alleine. Ungefähr drei Wochen lang wurde es jeden Tag besser bis es motorisch wieder der Alte war.

Ich habe mir vorgenommen, dass auch für mein eigenes Leben so umzusetzen. Kopf hoch und nach vorne sehen.

Sprich: Wenn mir etwas passiert, egal ob materiell oder nicht, körperlich oder seelisch, mir nicht selber Leid zu tun, sondern nach vorne zu gucken. Was zurück liegt kann icheh nicht ändern sondern stattdessen von hier an das Beste daraus machen.

Üben durfte ich das auch schon. Letztes Wochenende bin ich auf dem halben Wege in die Schweiz mit einem geplatzten Motor liegen geblieben. Sagen wir mal so: Ich habe es recht locker genommen, aber darüber schreibe ich anderes Mal mehr.