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der duft der freiheit

Woran denkst Du, wenn Du an Freiheit denkst? Hast du ein Bild vor Augen, ein Geräusch oder einen Ausspruch? Kann bei Dir auch eine Situation oder ein Gedanke das Gefühl auslösen absolut frei auf dieser Welt zu sein?

Seit Anfang Februar bin ich nun mobil und ständig unterwegs. Gute 20.000KM liegen hinter mir und ich habe die atemberaubendsten Landschaften gesehen. Von dichten Wäldern, über hohe Berge, das erste sprießende Grün in Frankreich, endlose blühende Mandelplantagen in der Sierra Nevada bis zu Kirschblüten im Atlasgebirge. Die rauschende Brandung in Agadir und die endlosen Weiten in der Sahara sind zu einem Teil meiner selbst geworden und begleiten mich ständig. Dabei liegt das Glück manchmal so nah.

An einem sonnigen Sommertag vor zwei Wochen in der Schweiz habe ich, ganz in Ruhe und ganz bei mir selbst, Zeit für einen ausgedehnten Lauf gefunden Die Landschaft war hügelig und grün, Wald und Wiese wechselten sich ab. Der Himmel blau, die Sonne brannte und die Vögel zwitscherten. Die Bauern hatten vor ein paar Tagen gemäht und das Gras lag auf den Weiden zum trocknen und in der Luft lag ein kräftiger Geruch nach frischem Heu. Dieser Geruch zu diesem perfekten Ensemble von Friedlichkeit, traf mich wie der Blitz.

Wie befreit, fühlte ich mich wieder wie ein kleiner Junge, ohne Sorgen, ohne Pflichten und das ganze Leben ein einziger großer Spaß. …Leichtigkeit…

Da ist mir bewusst geworden, dass ich solche abgrundtiefe Natürlichkeit in den vergangenen Jahren niemals in dieser Intensität gespürt habe. Ohne dass ich das jemals gewollt habe, habe ich mein Leben immer weiter von dem entfernt, was ich eigentlich für natürlich halte und ohne dies bewusst zu bemerken. Die Routine, schleicht sich im Leben ganz langsam ein bis sie zur Normalität geworden ist und wir denken, sie gehöre dazu. Doch Routine ist keine Normalität sondern immer noch Deine freie Wahl. Deine Wahl das Gleiche immer und immer wieder zu tun.

Willst Du Dich wieder etwas freier fühlen?

Dann schau Dir einmal genau die Lebensbereiche an, in denen alles ganz normal läuft. Warum findest Du das normal?
Wann hast Du damit angefangen?
Gibt es Menschen (irgendwo auf der Welt) die dies anders sehen?
Und weshalb siehst Du es dann so wie Du es siehst?
Wenn es noch nicht Deine Normalität wäre, würdest Du Dich aktiv dafür einsetzen, dass sie es wird?

Und zu guter letzt: Wann hast Du Dich das letzte mal von allem und allen auf dieser Welt frei gefühlt? Was hat das Gefühl ausgelöst?

Denk öfter daran, denn Du bist frei!

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living like a luna

Meist gibt es eine einfache und eine komplizierte Version des Lebens.  Die Einfache erfordert dafür von uns häufig im ersten Moment eine größere Anstrengung und wird dafür mit jedem Mal leichter und wir besser darin. Das Laufen ist zum Beispiel eine solche Geschichte.

Mein Bruder hat zu Beginn diesen Jahres eine Tochter bekommen und zur Geburt wurden deren kleine Füße auf ein Farbkissen gestellt und mit ihnen gestempelt. Vergangene Woche ist mir dieses Bild in die Hände gefallen und ich war wieder einmal erstaunt. Diese Füßchen sahen aus, wie Füßchen natürlicherweise auch aussehen sollten. Mit fünf Zehen, die aussehen, als ob sie zugreifen könnten und mit großen Zehen, die  eine gerade direkte Verlängerung des Fußes sind. Ein Fuß, der eigentlich keine weitere Unterstützung oder Hilfe braucht, um eins der besten Fortbewegungsmittel überhaupt zu werden. Um den einfachen Weg zu gehen und die Füße vor Dreck, Kälte, Hitze und hartem Untergrund zu schützen, greifen viele Eltern zum Schuh. Der Fuß gewöhnt sich daran, verformt sich und ist gar nicht mehr stabil genug um ein längeres Barfußlaufen überhaupt auszuhalten.

Seine natürliche Bestimmung kann dabei so weit verkümmern, dass es Schmerzen und Verletzungen beim Laufen gibt, weshalb häufig zu weiteren Stützen, Einlagen und weiterem geraten wird. Dabei wäre es wirklich das Einfachste, die Füße sachte und langsam an die Belastung zu gewöhnen. (Das geht übrigens auch noch im hohen Alter). Über viel Eingewöhnungszeit und Übung würden wir einen gesunden und stabilen Fuß erhalten…

So ist es mir in der Vorbereitung zu den Saharaläufen gegangen. Inspiriert durch Bücher wie “born to run” habe ich versucht, meinen Füßen die größtmöglich Freiheit zu geben und lieber den Fuß als solches zu trainieren, als ihm die Aufgabe sich selbst zu stabilisieren abzunehmen. Deshalb jogge ich nur noch in Luna Sandals, einige der wenigen Schuhe, die ich momentan absolut empfehlen kann.

Und ist es nicht auch so im restlichen Leben? In allem was wir tun werden wir gut, indem wir es üben. Egal, ob es sich um schulische Dinge handelt, wir eine Fremdsprache lernen wollen oder anfangen zu joggen oder eine sonstige neue Sportart zu erlernen. Am einfachsten ist es, dies bleiben zu lassen. Jeder Anfang ist schwer und häufig schmerzhaft. Sich alle Dinge liefern zu lassen und sich nicht mehr zum Markt oder Geschäft bewegen zu müssen, mag es für das einzelne Mal einfacher machen, aber mit jedem Mal, dass wir etwas nicht tun, wird es schwerer damit wieder zu beginnen. Dabei kommt wahres Wohlbefinden doch daher, etwas selber getan zu haben. Etwas erreichen kann nur der, der auch in Kauf nimmt, es anfangs nicht zu können.

Wenn Du Dich überwindest und das tust, was Du noch nicht kannst, wird es davon im Laufe der Zeit immer weniger geben. Das Meiste erreichst Du dann sozusagen “nebenbei”. Beginne heute mit einer einzigen Sache, die Du gerne können möchtest.

Lauf los, Sandale.

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simplicity of happiness

Times are changing. Ich freue mich sehr, dass Du bisher meine Blogbeiträge auf gluecklichtrainer.com gelesen hast. Dies wird der letzte sein. Es wurde Zeit den Kinderschuhen zu entwachsen.

Dies ist der letzte auf gluecklichtrainer.com veröffentlichte Blogeintrag und erscheint hier als Kopie.

Da sich gluecklichtrainer.com hauptsächlich auf Training, Coaching und Beratungsangebote konzentriert, möchte ich mit den Blogbeiträgen Menschen ansprechen, die sich selbst hinterfragen und Gedankenanstöße schätzen.

Das Schöne am Glücklichsein ist ja die Tatsache, dass Du nicht reich sein mußt um es zu genießen. Auch nicht dünner, hübscher, jünger, intelligenter, größer oder schneller. Du brauchst kein Equipment und Gadgets, keine Talente oder Schuhe um es zu erfahren. Das Glück kümmerst sich nicht darum, wo Du lebst, wie Du Deinen Gott nennst oder ob Du überhaupt einen hast. Es reicht schon, wenn Du Dich daran erinnerst, wie es sich anfühlt glücklich zu sein um es wieder und wieder zu spüren.

Es sind halt nicht die komplizierten, oder teuren Dinge, die wirklich glücklich machen, sonder einzig und allein das genießen des Hier und Jetzt. Die Gegenwart in vollen Zügen zu genießen und eigene Entscheidungen zu treffen kann Dir die nötige Leichtigkeit geben.

Ich erlebe immer wieder im eigenen Leben und auch in meinen Coachings, dass Menschen es versuchen, die Suche nach dem Glück komplizierter und komplizierter zu gestalten und sich so immer weiter von einem zufriedenen Leben entfernen. So habe ich “simplicity” und den “minimal approach” für mich entdeckt. Um meine eigenen Ideen und Erfahrungen aus meiner Tätigkeit als Coach zu teilen gibt es diesen Blog. Es geht also nicht nur um die Einfachheit des Glücklichseins sondern auch um die Einfachheit als Weg zum Glück.

Also los, Mundwinkel hoch: genieß Dich und Dein Leben.

P.s.: Du wirst auch zukünftig wöchentlich über mit einem newsletter über die neuesten Beiträge informiert. Dieser heisst dann einfach nur wie der neue Blog simplicity-of-happiness.com

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training für mehr klarheit – einfach mal umziehen

Was würde eigentlich passieren, wenn ich/Du morgen umziehen würdest? Würdest Du alles was Dich momentan umgibt wirklich einpacken, schleppen und wieder auspacken wollen? Ich habe in letzter Zeit wieder einmal bei dem einen oder anderen Umzug geholfen und mich gewundert, was ich da so alles Treppen rauf und runter trage.

Denke ich zurück an meine früheren Umzügen, habe ich meinen lieben Helfern wohl ebenfalls so einiges zugemutet. Bei den letzten Umzügen ist ausserdem jedes Mal manch eine Kiste im Keller stehen geblieben. Mittlerweile frage ich mich, weshalb ich diese Kisten überhaupt eingepackt, beziehungsweise den Ramsch darin erst einmal angeschafft habe. Was hatte ich mir dabei gedacht.
Hmmm… ich befürchte: Gar nichts.
Ich finde Dinge ja immer noch schön und/oder praktisch und in dem bestimmten Umfeld in denen ich sie sehe, macht das auch manchmal Sinn und dann möchte diese dann ebenfalls haben. Meist bin ich in dem festen Glauben, mein Leben würde dadurch einfacher , schöner oder besser. Das würde sogar ab und an stimmen, wenn ich die Dinge denn auch tatsächlich regelmässig nutzen oder zumindest angucken würde.

Tu ich aber nicht. Ich gewöhne mich daran und dann gehört es teilnahmslos dazu!

Denn ich hatte/habe auch noch soo viele andere Dinge, dass mich die Vielfalt schlicht erschlagen könnte.
Da ich mich seit meiner Saharavorbereitung immer wieder damit beschäftigt habe, was ich denn wirklich will und ob ich Dinge wirklich brauche, habe ich meinen Besitz bereits sehr reduziert. Umso mehr ich allerdings abgebe, umso klarer erkenne ich, dass ich erst am Anfang des Weges stehe. Im kommenden Jahr werde ich (auch deshalb) ein Experiment starten. Ohne Wohnung und völlig mobil werde ich eine Zeit “on-the-road” leben und arbeiten (Dazu ein anderes Mal mehr). Deshalb hinterfrage ich momentan noch stärker alle Dinge die mich umgeben. Ich möchte nämlich nichts einlagern oder in irgendwelchen Kellern zwischenparken.

Beim Auspacken der gefühlt 50ten Sitzmöglichkeit auf einem dieser Umzüge, fühlte ich mich jedenfalls plötzlich ganz frei und ungebunden, wissend, dass ich nicht einen einzigen Stuhl mit mir werde rumschleppen müssen. Wer soll denn hier bloß auf all diesen Stühlen sitzen? Tatsächlich aber haben ja die meisten von uns solche kleinen oder großen Lasten zu Hause.

Wie wäre es, sich vorzustellen den Inhalt eines  jeden Schrankes und jeder Kleinigkeit, die in der Wohnung, im Flur oder im Keller steht, für einen Umzug einzupacken und selber tragen zu müssen… Was würdest Du einpacken und was einfach weggeben…

Um sich selbst diese Frage zu beantworten, könntest Du zum Beispiel ein Bücherregal, den Kleider- oder Küchenschrank einmal komplett leerräumen und in Kisten verpacken. Dann im Laufe der kommenden 14 Tage, die Dinge die Du nutzt oder vermisst zurück in den Schrank stellen. Dann die Kisten wegräumen und das Datum draufschreiben. Ich vermute, dass der Inhalt, der nach 6 Monaten noch in einer Kiste ist, schlichtweg nicht gebraucht wird. Hört sich, wie ein doofes Spielchen an, aber die Erkenntnis kann erstaunlich sehr. Ich habe vor einem Jahr bei meinem letzten Umzug einige solcher Kisten in den Keller gestellt. Und rate mal: Da stehen sie immer noch.

Eigentlich, war ich der Meinung nicht auf meine Bücher verzichten zu können. Möchtest Du ein Buch geschenkt haben?

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on the fly

Wow. Was ein Jahresanfang. Die Zeit vergeht wie im Fluge.

Da ich glaube, dass Mensch genau dann zu seiner Höchstform auflaufen kann, wenn er das tut was ihm am meisten Freude bereitet, empfehle ich meinen Gesprächspartnern häufig genau dies.
Tu das woran Du am meisten Freude hast, und mach den Rest im “positiven flow”.
Ich habe Freude am Reisen, Entdecken von Neuem, unterschiedlichste Menschen zu treffen und meine Freiheit zu leben und genießen.
Deshalb habe ich Ende vergangenen Jahres die Schlüsse aus meiner Saharareise gezogen und mich entschlossen für mindestens eine halbes Jahr ununterbrochen auf Reisen zu sein.

(Übrigens, es sind nur noch 2 Plätze verfügbar für die Saharareise im April 2014)

Welcome Emma, unser Mercedes Benz l608d, Baujahr 1971 wird von nun an unser zu Hause sein und bringt uns jetzt gerade zu Terminen in die Schweiz.

Ich glaube zwar nicht, dass dies die ultimative Lebensform für jeden ist. Allerdings bricht sie mit einigen Konventionen. Die Erfahrung, trotzdem normal, aber mobil weiter zu arbeiten wird sicher einige Erkenntnisse mit sich bringen. Ich werde deshalb weiter darüber schreiben. Eventuell regt es Dich ebenfalls an, eigene Träume anzupacken und zu realisieren.

Denn: Eine wichtige Erkenntis habe ich für mich bereits gewonnen. Der Wille versetzt Berge. Und damit der Wille stark genug ist hilft eine innere Motivation.

Als der Entschluss fest stand ab Februar 2014 unterwegs zu sein, war es mir egal, das unser neues Auto keinen TÜV und ich selber keinen Führerschein für LKW hatte. Das dazwischen noch 14 Tage Kuba lagen war einfach nur eine weitere Hürde.

Ich habe schlichtweg meine Prioritäten anders gesetzt und alles dafür gegeben dieses Ziel zu erreichen. Seit letzte Woche darf ich LKW fahren und Emma fährt wieder mit TÜV. Badezimmer ist ausserdem eingebaut. Deutlich gelitten haben meine sozialen Kontakte und meine News und Webseitenposts. Ich hoffe ihr werdet es entschuldigen und um meine Freunde kümmere ich mich auch wieder. Versprochen.

Und jetzt geht’s erst mal weiter…

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was passiert eigentlich ohne luxus?

Für die meisten von uns, ist das ja eine ziemlich hypothetische Frage. Denn es ist für uns quasi unmöglich sich sämtlichem Luxus zu verweigern. Und selbst wenn, befinden wir uns, verglichen mit vielen Regionen dieser Welt, immer noch in einer recht luxuriösen Situation. Trotzdem (oder gerade deswegen?) ist mir aufgefallen, dass in wirklich armen und ländlich geprägten Gegenden die Menschen sich durch eine tiefe Herzlichkeit und Freundlichkeit auszeichnen.

Was meinst Du, woran mag dies liegen? Ich habe versucht dieser Frage für mich persönlich auf den Grund zu gehen und habe auch deshalb 2013 meine Reise in die Sahara angetreten. Ausgestattet nur mit dem Nötigsten. Besser gesagt, mit dem was ich für das Nötigste gehalten habe. Und siehe da, ich war immer noch derjenige der den meisten Ballast mit durch die Sahara getragen gehat (ausgenommen der Geländewagenreisenden eventuell).

Ich habe mich, im Laufe der Reise von immer mehr Dingen getrennt. Dabei habe ich auch herausgefunden, welches meines unnützen Gepäcks am besten brennt. Ausserdem habe ich gelernt, dass ich eigentlich mit noch viel weniger klar komme.

Bedeutend war und ist für mich immer noch, dass ich mich mit jedem Schritt der Vorbereitung und erst recht jedem Schritt in der Wüste auch von belastenden Gedanken und Glaubenssätzen getrennt habe. Es scheint, als ob dein Geist sich auf das wesentliche im Leben konzentrieren kann, je weniger er abgelenkt wird. Ich habe erstmalig den Hauch von Klarheit verspürt, was mir im Leben wirklich wichtig ist.

Ich kann sagen, dass mich diese Erfahrung immer noch täglich begleitet. Mittlerweile habe ich schon häufig darüber geschrieben und noch viel häufiger darüber gesprochen. Obwohl mir manchmal eine spannende Geschichte gelungen ist ist es doch jedes Mal nur eine Nuance des tatsächlich erlebten. Deshalb möchte diese Erfahrung mit Dir teilen und lade Dich ein vom 05.-12. April mit in die Sahara zu kommen.

Wenn Du Dich bereits hast vormerken lassen, denke daran, dass ich die Anmeldung jetzt so schnell wie möglich verbindlich benötige. Es sind nur noch drei Plätze frei.

Falls Du Fragen bezüglich Kondition oder Training hast, schreib eine Email oder ruf mich unter +49 177 2249393 an. Ich bin mir sicher, dass (Verletzungen ausgeschlossen) die Tour machbar ist.

Ich freue mich jetzt schon…

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16 grundmotive für ein glücklicheres leben

Hast Du Dich schon einmal gefragt, woran es liegt, das Dir manche Dinge im Leben Spaß machen und andere nicht? Ich dachte einmal, dass es Tätigkeiten gibt, die allen Menschen Spaß machen und solche, die keinen Spaß machen. Dann habe ich herausfinden  müssen oder dürfen, dass dies nur für mich selber gilt. Andere Menschen sehen dies anders.

Um in Coachings helfen zu können, sich selbst besser zu verstehen und zu lernen, besser mit seinen Mitmenschen umgehen zu können und deren Besonderheiten erkennen und schätzen zu lernen, nutze ich seit einigen Jahren das ReissProfile. Sowohl im Einzelcoaching, wie auch in der Teamentwicklung oder für Führungskräftetraining kann der Einsatz dieses Hilfsmittels immense Verbesserungen bewirken. Deshalb möchte ich einige Grundlagen rund um das ReissProfile in einer Reihe auf diesem blog vorstellen. Der Amerikanische Wissenschaftler Steven Reiss hat in der 90er Jahren die Grundlagenarbeit für das nach ihm benannte ReissProfile betrieben. Ähnlich anderen Theorien, wie zum Beispiel der Pawlowschen Bedürfnispyramide geht Steven Reiss davon aus, dass es Grundmotive gibt nach deren Befriedung ein jeder Mensch strebt. Nur scheint es bei diesen Grundbedürfnissen, evolutionär bedingt individuelle Unterschiede zu geben. Allen Menschen in allen Kulturen scheinen diese Grundmotive gemein zu sein und die Ausprägung derselben variiert auf individueller Ebene. Das innerhalb eine Population diese Motivausprägungen nicht identisch sind, scheint evolutionär große Vorteile gehabt und das Risiko des Aussterbens minimiert zu haben. Zum Beispiel gibt es bei Zugvögeln wie den Staren, einen Zugtrieb, der allerdings innerhalb einer kleinen Gruppe von 5% fast gar nicht vorhanden war. So war es möglich, dass mit einer besseren Futterversorgung im Winter die Stare ohne Zugtrieb sich stärker vermehren konnten und es mittlerweile einige Populationen überwiegend ohne diesen Zugtrieb gibt. Jedoch ist auch unter den Nachkommen dieser sesshaften Stare bei ca 5% vorhanden. So kann sich bei wieder ändernden Lebensbedingen der Zugtrieb innerhalb einer bis zwei Generationen wieder vollkommen entwickeln. Es gibt es auch bei 14, der 16 Grundmotive nach Steven Reiss Ausprägungen in beide Richtungen Bei den Staren also Zugtrieb auf der einen, standorttreue auf der anderen Seite. Und natürlich alle Ausprägungen dazwischen. Die Mehrheit befindet sich innerhalb der Normalverteilung und die Ausreißer nach rechts und links sind die individuellen Besonderheiten. Im ReissProfil heißen diese Grundbedürfnisse des Menschen übrigens: Macht, Unabhängigkeit, Neugier, Anerkennung, Ordnung, Sparen/Sammeln, Ehre, Idealismus, Beziehungen, Familie, Status, Rache/Kampf, Eros, Essen, körperliche Aktivität, emotionale Ruhe. In folgenden Artikeln zu Thema ReissProfile werde ich alle einzelnen Motive vorstellen. Im Übrigen verspreche ich, nicht mehr von Vögeln sondern von Menschen zu schreiben. Wenn Du magst, hinterfrage doch die Tätigkeiten, die Du am meisten und die Du am wenigsten magst und frage Dich ob dahinter eine Motivausprägung stehen könnte, die Dich von anderen Menschen in deinem Umfeld unterscheidet. Mit wem verdbindet Dich diese Vorliebe und von wem trennt sie Dich. Haben letztere eventuell Einfach eine andere Ausprägung, die ihnen andere Qualitäten eröffnet? Welche könnten das sein. Falls Dich das Thema interessiert gibt es ein tolles kleines Buch welches einen guten Überblick zum Thema ReissProfile vermittelt: 30 Minuten für mehr Work-Life-Balance durch die 16 Lebensmotive. Von Frauke K. Ion, Markus Brand

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bitte keine geschenke

Bitte keine Geschenke!

An welche Weihnachtsgeschenke des vergangenen Jahres kannst Du Dich noch erinnern? Jetzt direkt und spontan, meine ich. Wie viele waren es denn insgesamt? Falls Du beide Antworten spontan beantworten kannst, ist der der weitere Text nicht für Dich geschrieben. Ich weiß es jedenfalls bei mir selber nicht. Und ehrlich gesagt auch nach einigem Nachdenken nicht mit Sicherheit.

Es gibt Menschen in meinem Umkreis, über die ich mich jedes Jahr zu Weihnachtszeit aufs Neue wundere. Sie glauben, allen, ja wirklich allen Menschen in Ihrem Umkreis ein Geschenk machen zu müssen. Das bedeutet für sie, eine Liste mit allen „Bedürftigen“ zu haben, sich zu jedem Gedanken zu machen, dann einkaufen zu gehen und alles einzupacken und schließlich auch noch einen Übergabetag in der Weihnachtszeit zu haben. Nach außen wird der immense Druck, der herrscht, um den eigenen Erwartungen gerecht zu werden, sehr schnell sichtbar. Gleichzeitig wird oft behauptet, es mache halt so viel Spaß zu schenken. Leider fällt mir da häufig ein sehr große Diskrepanz auf.
Wenn man jetzt einfach den gesamten Konsumrausch, der die Weihnachtszeit beherrscht, nicht berücksichtigt, dann ist/wäre Weihnachten doch eine Zeit der Besinnung, der Ruhe und eventuell auch des Kraftschöpfens. Wenn ich also ein richtig tolles Weihnachtsgeschenk bekäme, dann wäre es, ein paar Tage Zeit zu haben, um nur das zu tun, wozu ich so wirklich wirklich Lust habe.
Ich behaupte einmal, dass alle Menschen im Freundes- und Verwandtenkreis, die während der Feiertage beschenkt und besucht werden wollen, weil sie sonst glauben, dass sie nicht wertgeschätzt werden, dass gesamte Jahr über keine Aufmerksamkeit bekommen haben. Sollte ich dann nicht überdenken, ob ein Mensch, auf den ich ein Jahr lang keinen Wert gelegt habe, wirklich zu meinem engeren Umfeld gehört?
Dazu kommt, dass die meisten Aufmerksamkeiten irgendwie irgendwo auf einer Ablage landen und meistens nie wieder genutzt werden. Was für eine Verschwendung von Zeit und Geld.
Wer auch immer auf die Idee kommen sollte: Bitte schenkt mir nichts. Ich verspreche Euch ebenfalls, nichts zu schenken. Wenn ihr dennoch etwas Gutes tun wollt, seid Freund und Gesprächspartner. Das gesamte Jahr.
Enjoy THE SEASON und nehmt Euch die Zeit, die Ihr braucht.

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put the world upsite down

peters map – put the world upsite down

Was ist eigentlich noch (oder war jemals) normal auf dieser Welt. Normalität ist doch für die meisten ein erstrebenswerter Zustand. Sich darauf verlassen zu können, dass Dinge so sind, wie sind. Die gesamte Schulbildung ist darauf ausgerichtet, Dinge zu erlernen. Zu wissen, was ist richtig und was ist falsch.

Neulich habe ich ein Video gesehen, in welchem erklärt wurde, dass sämtliche Karten dieser Welt falsch gezeichnet seien. Eigentlich müssten die Karten allesamt anders aussehen. Schließlich sei das heutige System von einem deutschen Kartographen erfunden, weshalb Deutschland auch ziemlich im Mittelpunkt und von den Proportionen her am größten dargestellt sei. An diesem Punkt wollte ich das Video eigentlich schon wieder schließen, weil ich es für eine Verschwörungstheorie hielt. Tatsächlich wurde dann dargelegt, welche Schwierigkeiten bei der Abbildung einer Kugel auf einer Fläche bestehen. In diesem Fall wurde es eben auf EINE gewisse Weise gelöst. Wenn man allerdings die Proportionen beibehalten würde, käme man zu einem deutlich kleineren Europa und einem wesentlich größeren Afrika. Und warum überhaupt liegt Europa oben und nicht unten? Suggeriert das nicht schon eine gewisse Überlegenheit? Und *schwupps* wird die Karte aus diesem Post gezeigt. Jemand im Video sagte noch: „You can’t do that!“ – „Why?“ – „Because it is freaking me out!“

Genau. Ist es nicht bei vielen anderen Dingen im Leben genauso? Nur, weil ich sie mir immer auf eine ganz bestimmte Art und Weise vorstelle, darf es niemand wagen, sie anders zu machen. Weil ich damit nicht klar komme?
Was ist jetzt eigentlich das Problem? Nur, weil ich eine bestimmte Vorstellung von etwas habe, erhebe ich es zur Normalität und alle anderen müssen sich an meine Vorstellung halten. Vielleicht ist es ja auch ganz ähnlich wie bei der Landkarte. Meine Vorstellungen und Gedanken sind immer nur ein Abbild der Wirklichkeit und niemals diese selbst. Für jeden Gedanken wird vereinfacht, Details fallen weg oder kommen hinzu. Die Landkarte ist nicht die Realität.

Vielleicht hilft es ja, die innere Landkarte ebenfalls einmal auf den Kopf zu stellen.

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bill gates und das erbe

„Viele Menschen entscheiden, dass sie ihren Wohlstand an die Kinder weitergeben möchten. In meinem Fall denke ich, dass es besser für die Gesellschaft und meine Kinder ist, wenn ich den Großteil meines Vermögens wieder für Zwecke einsetze, die wichtig sind. Dinge wie Technologie, Bildung, medizinische Forschung, soziale Dienste und mehr.“

Diesen Ausspruch von Bill Gates habe ich am 28.10. anlässlich seines Geburtstages gelesen. Nun kann man vortrefflich darüber streiten, ob dieser Satz überhaupt den Realitäten eines Bill Gates entspricht, der gleichzeitig einige hundert Millionen Dollar zum Vererben auf der hohen Kante hält.

Beeindrucken würde es mich, wenn er tatsächlich alles für karitative Zwecke aufwenden würde. Alles bedeutet ALLES. Kein Geld, keine Immobilien, keinen Besitz vererben. Wenn er von seinen Kindern verlangen würde, ihr Leben genauso auf der eigenen Fortune aufzubauen wie er selber. Denn: Hätte er es jemals bis zur Microsoft Gründung geschafft, wenn er stets mit einem Sicherheitsnetz gearbeitet hätte?

Aus gegebenem Anlaß habe ich mich selbst gefragt, was denn wichtiger in meinem Leben ist/wäre. Natürlich wären mit viel Geld einige Dinger leichter zu realisieren gewesen. Dabei hat mir gerade die Tatsache, mich selber durchboxen zu müssen und eigene Wege zu finden, geholfen, über mich und das Leben zu lernen – auch über viele Misserfolge. Es hat mir geholfen, die Person zu werden, die ich bin.

Wie wäre es denn nun, nur so als Idee, wenn alle Menschen bei der Geburt gleich wären? Jeder käme mittellos auf die Welt und würde sie auch mittellos wieder verlassen. Alles müsste im eigenen Leben erarbeitet werden und würde beim Tod verfallen. Wonach würde man sein Tun im Leben dann ausrichten?

Tun wir unseren Kindern wirklich einen Gefallen, wenn wir versuchen, ihnen Sicherheit zu geben (bzw. vorzuspielen)? Genau genommen ist ja Sicherheit, genau wie Kontrolle, nur eine Illusion. Ist nicht das Einzige von Dauer “the way we are”? Wenn wir es schaffen, unseren Kindern die richtige Einstellung mit auf den Weg zu geben, es aus eigener Kraft zu schaffen – “no matter what” – und vollkommen ohne Abhängigkeit zu sein, ist das doch eventuell das viel größere Geschenk.

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