bill gates und das erbe

„Viele Menschen entscheiden, dass sie ihren Wohlstand an die Kinder weitergeben möchten. In meinem Fall denke ich, dass es besser für die Gesellschaft und meine Kinder ist, wenn ich den Großteil meines Vermögens wieder für Zwecke einsetze, die wichtig sind. Dinge wie Technologie, Bildung, medizinische Forschung, soziale Dienste und mehr.“

Diesen Ausspruch von Bill Gates habe ich am 28.10. anlässlich seines Geburtstages gelesen. Nun kann man vortrefflich darüber streiten, ob dieser Satz überhaupt den Realitäten eines Bill Gates entspricht, der gleichzeitig einige hundert Millionen Dollar zum Vererben auf der hohen Kante hält.

Beeindrucken würde es mich, wenn er tatsächlich alles für karitative Zwecke aufwenden würde. Alles bedeutet ALLES. Kein Geld, keine Immobilien, keinen Besitz vererben. Wenn er von seinen Kindern verlangen würde, ihr Leben genauso auf der eigenen Fortune aufzubauen wie er selber. Denn: Hätte er es jemals bis zur Microsoft Gründung geschafft, wenn er stets mit einem Sicherheitsnetz gearbeitet hätte?

Aus gegebenem Anlaß habe ich mich selbst gefragt, was denn wichtiger in meinem Leben ist/wäre. Natürlich wären mit viel Geld einige Dinger leichter zu realisieren gewesen. Dabei hat mir gerade die Tatsache, mich selber durchboxen zu müssen und eigene Wege zu finden, geholfen, über mich und das Leben zu lernen – auch über viele Misserfolge. Es hat mir geholfen, die Person zu werden, die ich bin.

Wie wäre es denn nun, nur so als Idee, wenn alle Menschen bei der Geburt gleich wären? Jeder käme mittellos auf die Welt und würde sie auch mittellos wieder verlassen. Alles müsste im eigenen Leben erarbeitet werden und würde beim Tod verfallen. Wonach würde man sein Tun im Leben dann ausrichten?

Tun wir unseren Kindern wirklich einen Gefallen, wenn wir versuchen, ihnen Sicherheit zu geben (bzw. vorzuspielen)? Genau genommen ist ja Sicherheit, genau wie Kontrolle, nur eine Illusion. Ist nicht das Einzige von Dauer „the way we are“? Wenn wir es schaffen, unseren Kindern die richtige Einstellung mit auf den Weg zu geben, es aus eigener Kraft zu schaffen – „no matter what“ – und vollkommen ohne Abhängigkeit zu sein, ist das doch eventuell das viel größere Geschenk.

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