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SOH #128 – live the life you love, world tour

WOW… heute eine zweite Folge?
Yes, eine Spezialfolge! Denn ich brauche deine Hilfe. Ich starte meine „live the life you love – world tour“, einmal plastikfrei um die Welt. Dazu möchte ich so viele Menschen wie möglich begeistern, Teil des Projekts zu werden und habe ein kickstarter Projekt ins Leben gerufen, für das ich nun 20 Tage Zeit habe das Finanzierungsziel zu erreichen.
Dazu benötige ich deine Hilfe. Bitte klick auf den unten stehenden kickstarter Link und teile das Projekt mit so vielen Menschen wie möglich.
Let’s change the world & live the life you love!
LINKS:
http://kck.st/2uelZbE
https://simplicity-of-happiness.com/live-the-life-you-love-world-tour/
Folge mir auf:
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Wenn weniger mehr ist.
Jeden zweiten Mittwoch neu.

KIDZ

Warum wir das Bildungsprojekt KIDZ für Kinder in Sansibar gegründet haben.

Obwohl ich nicht glaube, dass man dem Jahresende zu viel Bedeutung beimessen sollte, nutze ich das Jahresende immer wieder gerne um einen kleinen Rück- und Ausblick zu wagen. Insbesondere während der Weihnachtsferien, mit viel Zeit, Neujahr und meinem Geburtstag innerhalb von beinahe zwei Wochen, eignet es sich dazu doch ganz gut.

Und in diesem Jahr habe ich mich gemeinsam mit Judy dazu entschlossen ein weiteres Kapitel zu öffnen.

Ende Dezember kam ich nach 4 Wochen aus Sansibar zurück und verbrachte ein paar Tage mit Freunden und Familie auf unserer Berghütte ‚Heidi’. Ich liebe diesen Kontrast zwischen den Extremen. Hier die tropische Insel, dort die verschneiten Berge. Einfach das Beste aus beiden Welten.

Eine Sache, die mich in Sansibar jedoch immer wieder trifft und mitnimmt, ist der allgemeine Bildungsstand und die damit verbundene Gleichgültigkeit. Damit meine ich gar nicht europäische Bildungs- oder gar Wertesysteme. Ich meine vor allem eine Grundbildung und die Fähigkeit sich dadurch eine eigene Meinung bilden zu können. Stattdessen wird maximal auf ein stupides Wiederholen vorgefertigter Meinungen gepocht.

Dadurch ist die einzige Möglichkeit im weiteren Leben eine ‚wichtige‘ oder ‚machtvolle‘ Rolle auszuüben die, sich durch Intransparenz, Falschinformationen oder schlichtweg Gewalt oder Erpressung in diese Situation zu bringen.

Die meisten Menschen Sansibars passen in eine der zwei folgenden Rollen: Entweder die diktatorische Autoritätsperson, die dies sein Gegenüber spüren lässt oder der Unterdrückte, der alles mit sich machen lässt, um der Situation dann durch Aussitzen zu entkommen. Manche sind sowohl als auch, je nachdem in welcher Situation sie sich gerade befinden. Beide Rollen führen zu einer gesellschaftlichen Stagnation in der sich keiner wirklich wohl fühlt. Egal wen du fragst, du hörst Klagen und Vorwürfe, sei es wegen des Gehaltes, der Korruption, der Ungerechtigkeit, der Wasserversorgung, der politischen Parteien samt Personal etc.

Es ist schon traurig zu sehen, daß niemand den Status quo mag und trotzdem niemand Willens ist es zu ändern. Zu sehr ist dann doch jeder einzelne in alten Mustern verfangen und/oder weiß es einfach nicht besser.

Ich bin mir sicher, dass eine Schulbildung die auf der freien Meinungsbildung basiert daran etwas ändern kann. Momentan heißt es sowohl in der Schule wie auch zu Hause meist: denk nicht, mach (wiederhol). So lernen Kinder nicht wie und wieso, sondern lediglich nicht aufzufliegen. Das spiegelt sich in der Gesellschaft wider.

Nun bin ich seit einiger Zeit mit diesem Land verbunden und habe auch die ganzen schönen und bezaubernden Seiten kennen gelernt. Ich habe mir gedacht, dass ich die Wahl habe über bestehende Ungerechtigkeiten hinweg zu sehen, mich ebenfalls zu beschweren oder dabei helfen, dass die jungen Generationen sich ein selbstbestimmtes Leben aufbauen können.

Deshalb haben wir in der Schweiz den Verein „KIDZ“ gegründet mit dem wir bestmögliche Schulbildung für Kinder in Sansibar finanzieren. Wir arbeiten mit einer privaten (non profit) Schule (der einzigen in Südsansibar) in Jambiani zusammen und hoffen damit Kindern, ganzen Familien und schliesslich einem ganzen Dorf dabei zu helfen, sich nachhaltig zu entwickeln.

Falls du die Idee gut findest, schau dir den Verein  unter K-I-D-Z.org an oder unterstütze mich über Patreon.com/flohjoe. Dort bekommst du ausserdem noch exklusiven Zugang zu Videos und Informationen von mir, meiner Arbeit und meinen Projekten.

malawi see

Wenn du dir vorstellen möchtest, wie eine Roadtrip durch Tansania aussieht, solltest du dir ein riesiges Land vorstellen, das zu grossen Teilen unbewohnt und fast überall ländlich geprägt ist. 80% der Strassen in Tansania sind nicht geteert und so kann es sein, dass eine „normale“ Überlandstrasse einige 100km bestenfalls aus Schotter bestehen kann.

Sind die Strassen geteert, dann bedeutet das noch lange nicht, dass sie es auch durchgehend sind. Manchmal fehlen Abschnitte, nahezu immer gibt es scheinbar aus dem nichts auftauchend grosse Speedbumps oder einfach andere Hindernisse auf der Strasse. Ausser anderen Autos, LKW’s und natürlich Bussen (Transportmittel Nummer 1 in Afrika) wirst du auch alles erdenklich andere auf den Strassen entdecken. Angefangen bei Fussgängern, Kindern, Ziegen, Kühen, Karren und Hühnern wirst du allerorts Polizeikontrollen und manchmal auch das eine der andere Zebra auf der Strasse entdecken.

Auf einer solchen Teerstrasse sind wir vor einigen Tagen von Daressalam Richtung Südwesten aufgebrochen. Obwohl geteert kamen wir nicht wirklich schnell voran, da unglaublich viele LKW’s auf den Strassen unterwegs waren. Als eine der wenigen geteerten Strassen befanden wir uns auf der Hauptroute von Daressalam, also dem indischen Ozean nach Sambia und Malawi, die beide über keinen eigenen Zugang zum Meer verfügen. Dementsprechend hoch war sowohl das Verkehrsaufkommen als auch die Dichte an Polizeikontrollen. Gleichzeitig wurde die Strasse auf einer Länge von ca 300km erneuert und vorerst einmal die neue Abflüsse unter der Strasse verlegt. Das führte zu einem 1m breiten mit Sand aufgefüllten Loch quer über die Strasse alle 500 bis 1000m. Es dauerte schlichtweg Ewigkeiten um das südliche Hochland zu erreichen und die letzten 40km Dirtroad verdienen sehr wohl die direkte deutsche Übersetzung Dreckstrasse. Doch dann umrundet von bis zu fast 3.000m hohen Bergen, stehen wir an einem See der so seit über 1 Millionen Jahren besteht. Der Malawisee, in Tansania auch Nyassasee genannt, der die grösste Artenvielfalt an Fischen aufweist, über 500km lang ist und fast 1km tief ist.

Atemberaubend diesen gigantischen See das Erste mal zu sehen. Der grosse Sandstrand, und dann das glasklare Süßwasser bis zum Horizont. Hier endet Tansania und der Blick geht Richtung Malawi zur Rechten und Moçambique zur Linken. Der See offenbart die unglaubliche Grösse und Schönheit von scheinbar unberührter Natur. Wenn du 5 Minuten zu Fuss zum nächsten Fluss gehst, kannst du Hippos und eventuell sogar Krokodile im Wasser entdecken. Wenn du über den See blickst, siehst du weder Gebäude, noch Schiffe, noch Strassen oder Autos. Wenn es ruhig wird, hörst du nur das sanfte Plätschern der Wellen, wenn es dunkel wird, wird es dunkel. So einfach kann glücklich sein.

Wie sieht es bei dir aus? Wann bist du das letzte mal der Reizüberflutung entronnen?

auszeit

Seit ein paar Tagen sind wir im Busch unterwegs. Nachdem wir seit Oktober in Sansibar sind und zuerst richtig Gas gegeben haben um die Lodge für die Weihnachtssaison fertig zu bekommen ging es dann noch einmal hoch her um unseren Gästen das bestmögliche Erlebnis zu bieten. Jetzt haben wir uns zum Anfang des Jahres eine kleine Auszeit mit Freunden gegönnt und sind mit einem Offroader 14 Tage im südlichen Tansania unterwegs.
Die Lodge ist genau das, was ich diesen Winter machen möchte. Ein volles Haus haben ebenfalls und trotzdem kann es ganz schön schlauchen, immer für etwas verantwortlich zu sein. Vor allem fällt es mir schwer mich still auf eine Sache zu konzentrieren und an einer Website, einem Blogbeitrag, einem neuen Webinar oder einer neuen Podcastfolge zu arbeiten.

Jetzt überlasse ich die Tourenplanung anderen, manchmal fahre ich das Auto, muss mir die Route aber nicht selber aussuchen. Die Landschaft wechselt, zieht vorüber, Gedanken kommen und gehen und ich habe unzählige neue Eindrücke, die ich verarbeiten darf. Meinen englischsprachigen Podcast sende ich 100 Tage lang täglich und die Eindrücke der Reise dürfen dort ebenfalls mit einfliessen.

Von Daressalam geht unsere Reise in Tansanias Süden. Durch den Mikumi Nationalpark, den Malawi See, den Tanganyika See eventuell den Katawi Nationalpark, den Ruha Nationalpark und quer zurück durchs ganze Land nach Daressalam.

Ob man es nun verlassen der Komfortzone, Urlaub, Auszeit, Abwechslung oder wie auch immer nennt sei einmal dahin gestellt. Es ist was ich brauche um hoch kreativ und produktiv zu sein und zu bleiben.

Wie ist es bei dir? Was brauchst du?

die lodge ist fertig

Ich hatte ein grosses Ziel für das Ende des Jahres. Zum einen wollte ich den europäischen Winter in den Tropen verbringen und zum Anderen wollte ich die Lodge in Kizimkazi fertig stellen. Beides wäre vor 5 Jahren ein unrealistischer Traum gewesen.
Zwei Dinge haben sich seitdem verändert. Ich habe eine Idee davon, wer ich sein möchte auf dieser Welt und richte meine Entscheidungen danach aus. Ausserdem habe ich meine Verpflichtungen (insbesondere Besitz) so weit reduziert, dass ich ungebunden agieren kann und wesentlich mehr Geld zur freien Verfügung habe als zuvor. Reduzieren fällt mir immer und immer leichter, weil ich ja weiss wozu und jeden Tag erlebe was ich auf der anderen Seite dazu gewinne.

Nun also die Lodge. Wichtig für mich ist, dass ich mich nicht über die Lodge definiere oder diese benötige um glücklich zu sein. Ich verstehe sie lediglich als Projekt. Ein spannendes Projekt, welches mir ermöglich viel Zeit in Sansibar zu verbringen, aber halt auch nur ein Projekt. Eines mit dem ich andere Menschen erreichen kann. Eines mit dem ich meine Philosophie vom einfachen Leben vermitteln kann. Eines mit dem ich auch anderen Menschen eine schöne Zeit schaffen kann.

Und seit Anfang Dezember ist die Lodge fertig und wir hatten einen Monat lang eine volle Hütte.
Es gibt zwar noch Dinge zu verbessern und zu ergänzen. Wir haben auch erst ein Viertel unseres Grundstücks in die Lodge mit einbezogen. Jetzt warten wir erst einmal das Feedback der Gäste ab und sehen dann Ende 2017 weiter. Macht es Sinn zu erweitern? Was wird von Gästen am meisten gewünscht? Was ist uns selber wichtig. Und dann sehen wir weiter.

Für jetzt heisst es erst einmal ‚Karibu sana‘, herzlich willkommen in der Caveman Lodge in Sansibar.

back to the roots

Dienstag morgen, nach einem verlängerten Wochenende (Freitag und Montag waren Feiertag in Sansibar) sitze ich nach vier Tagen wieder einmal am Rechner, checke Emails, bearbeite Buchungen und nehme Podcast auf.

Es drängt sich mir eine Frage auf: Was mache ich und was schreibe ich zukünftig in meinem Blog?
Seitdem ich regelmässig den deutsch- und den englischsprachigen Podcast aufnehme, ist mein Artikelschreiben deutlich in das Hintertreffen geraten. Obwohl ich mir auch für die einzelnen Podcastsendungen im Vorfeld viele Gedanken mache, bleiben die Sendungen trotzdem sehr spontan und irgendwie freier als die Blogbeiträge. Das gesprochene Wort unterscheidet sich häufig deutlich vom geschriebenen und darf viel unausgereifter bleiben. Mir liegt das extrem und trotzdem möchte ich weiter schreiben.

Es fällt mir deutlich leichter zu sprechen, weil ich dann nicht direkt meine Worte vor Augen habe und beginne, diese unmittelbar nach dem Schreiben zu hinterfragen. Dadurch sind meine Podcast flüssiger, spontaner und etwas ungenauer. Nichtsdestotrotz liebe ich es, Dinge aufzuschreiben und auf diesem Blog zu teilen.

Deshalb habe ich mir vorgenommen, wieder stärker zu den Wurzeln des Bloggens zurück zu kehren. Ich werde nicht versuchen druckreife Artikel zu schreiben, sondern wieder stärker ein Logbuch, ein Weblog… zu schreiben.

Seitdem ich begonnen habe zu schreiben hat sich mein Leben deutlich verändert. Ich sitze nicht mehr die meiste Zeit in Berlin in einem dunklen Büro mit Neonleuchten, in dem ich mir ein abenteuerliches Leben an fernen Orten mit tollen Reisen und einzigartigen Erfahrungen wünsche. Ich bin immer noch der selbe Typ, ich habe immer noch Wünsche und Träume und Reiseziele und und und…
Ich erlebe immer noch Frust und kann mich immer noch über Dinge ärgern und habe häufig den Eindruck ich bin genau so unperfekt, und auf der Suche wie ich es schon immer war und wahrscheinlich auch immer bleiben werde.

Verglichen mit meinem Leben von vor 5 Jahren, lebe ich allerdings bereits einen Grossteil der Träume, die ich damals hatte. Das habe ich geschafft indem ich begonnen habe auf mein Herz zu hören anstelle auf den Verstand.
Deshalb werde ich dich von nun an wieder stärker mit auf meine Reise nehmen, kürzere und längere Geschichten aus dem Alltäglichen erzählen und hoffentlich einen Teil der Begeisterung vermitteln, der mich hier hin gebracht hat und dich eventuell ermutigt ebenfalls deinen eigenen Weg zu gehen.

Wieder bloggen! Über die Einfachheit des Glücklichseins!

Der glückliche Unternehmer Podcast

Bildschirmfoto 2016-06-21 um 11.25.56Zu Gast beim glücklichen Unternehmer Podcast habe ich ein spannendes Gespräch mit Jochen geführt. Falls dich interessiert warum ich tue was ich tue, und bin wer ich bin… dann hör mal rein.

Viel Spaß dabei.

Übrigens tolle Tipps in einem kleinen aber feinen ebook von Jochen der in Folge 37 zu Gast beim „simplicity of happiness Podcast“ war, gibt es hier: http://unternehmer.link/gluecklich

 

 

crappy on the outside?

Hi there, I am back in Berlin for some days. I spent the last month in my Zanzibar home after having spent all winter in a skiing resort in the Swiss mountains.

Custom officers keep asking me about my crappy passport but I always tell them, that although it might not look new on the outside, it has so many stories to tell in the inside.

Just like I want my life to be.
Not shiny on the the outside but full of memories in the inside.

For those who want to learn more about how I managed to live the life I dreamt about, I created a webinar. It doesn’t tell you what to do, but helps to ask the tough questions and create the surrounding you need to truly thrive.

If you send me an email with the topic „Your Happy Life“ you can participate for free.
June 8th 2016 6:30pm CET. (this time in English)

minimalism documentary

These guys are a great inspiration to me concerning minimalism and focus. Now they made a documentary about what matters most and what doesn’t. Here’s a preview:

die wüste hat mich voll erwischt

 

Ich liebe diese Geschichte eines Teilnehmers der Sahara Experience des letzen Jahres. Falls Du auch deine Grenzen kennen lernen und deinen Horizont erweitern möchtest, sag mir Bescheid.

Jeder kennt wohl den Ausspruch „schick Ihn in die Wüste“. Woher das wohl kommt?
Als ich meiner Familie und Freunden sagte, dass ich in die Wüste gehe, bekam ich zuhören: „Wie, gehen?“, „Warum sowas Sinnloses?“, „Das ist doch total gefährlich!“. Als ich dann noch erzählte, dass ich wegen der Arbeit in die Wüste gehe, erntete ich nur noch mitleidige Blicke. Für das, was mir MEIN TRIP durch die Wüste gebracht hat, hätte ich zum damaligen Zeitpunkt schon anfangen können zu feiern.
Ich bin nicht als besserer Mensch wiedergekommen, auch nicht mit einem besseren Sitzfleisch, bin auch kein radikaler Moslem geworden. Eigentlich bin ich ich geblieben.
Das mit dem Sitzfleisch lässt sich schnell erklären: Ich habe zweieinhalb  Tage auf einem Dromedar verbracht. Es macht, glaube ich, keinen Unterschied, ob man in einer kleinen Jolle bei Sturm über die Nordsee fährt oder auf so einem Tier völlig entkräftet nach Hause will. Es schaukelt wie Sau.
Ich habe einen Job, in dem ein Projekt nach dem nächsten kommt und die Ruhephasen am Wochenende nicht mehr ausgereicht haben. Ich hing mit dem Kopf noch im letzten Projekt, da musste ich das nächste schon vorbereiten. Nichts Ungewöhnliches heutzutage. Ich mache diesen Job auch schon ein paar Jahre. Habe die Firma gewechselt. Nichts Aufregendes, aber trotzdem hat es sich so verdammt falsch angefühlt. Ich hatte das Gefühl, ich werde nicht glücklich, und mit meinem Chef klappt das auch nicht.
Der Wüstentrip, wenn ich mich nur mal auf dieses Thema beschränke, war für mich die Möglichkeit alle Gedanken, die mir durch den Kopf rauschen, kommen und gehen zulassen. Sie zu Ende zu denken und akzeptieren zu lernen. Das habe ich auch geschafft.
Ich hatte gedacht, ich brauche dafür die vollen fünf Tage und habe keine ZEIT, die anderen Teilnehmer kennenzulernen.
Nach zwei Tagen Denken war ich mit meinen Themen durch- dann hat hat mich allerdings die Hitze so in die Knie gezwungen, daß ich dann zweieinhalb Tage schaukelnd auf dem Dromedar sitzend eine neue Dimension der Wüste kennen lernen durfte. Damit hätte ich nicht gerechnet. Nachteil: Ich war wieder von der Gruppe getrennt.
Man kann sagen, die Wüste hat mich voll erwischt. Nicht nur dass es dort zu heiss für mich ist. Als ich wieder zuhause war, habe ich gemerkt, wie dieser kleine Fleck der Erde mich bereichert und inspiriert hat.
Es gäbe soviel zu erzählen von Vielfalt, Erfahrungen mit der Natur und seinem eigenen Körper, mit Menschen, die einfach aus den Tiefen der Wüste auftauchen und dorthin auch wieder verschwinden, über Gewohnheiten, die wichtig sind, über Kommunikation und …
Das alles wird in einer wunderbaren, persönlichen und professionellen Art von Florian begleitet!

Jan R.

Sahara Referenzen I.

Nichts sagt soviel aus, wie die Meinung derjenigen, die dabei gewesen sind. Ich freue mich sehr über tolle Rückmeldungen, die ich zu den verschiedenen Reisen in Sahara bekommen habe. Vielleicht ist es ja am 05.April 2016 auch etwas für Dich?

„Die Saharatour mit Florian war eine fantastische Reise in eine wunderbare Welt. Die Lokalisation, für mich komplett neu, bezogen auf Landschaft, Kultur, temperatur-bedingte Herausforderungen und alltäglichen Kontakt mit Nomaden, die uns durch die Wüste führten waren die perfekte Grundlage dafür, aus dem Alltag auszubrechen und eingefahrene Verhaltensweisen und Gewohnheiten zu hinterfragen und überdenken. Die täglichen 1-2 Stündchen locker gestalteten „workshops“ mit Florian mit wechselnden Themen über zwischenmenschliche Kommunikation und Erwartungshaltung im tagtäglichen Umgang mit Mitmenschen, nur als Beispiel zu nennen, gaben Denkanstöße für den täglichen Gebrauch. Der Rahmen der Tour gibt jedem Einzelnen den Freiraum, mit sich selbst zu sein oder in Gesprächen mit den Mitreisenden zu diskutieren. Die wunderbare und sehr zurückhaltend-freundliche Begleitung der beiden Nomaden, die ganz nebenbei aus den einfachsten Zutaten die köstlichsten Gerichte zauberten, gab einen unbezahlbaren Einblick in die Lebensweisheiten, Braeuche und Einstellungen zum Leben dieser sehr zufriedenen Menschen, die den Minimalismus in Einklang mit der Natur leben. Eine unbezahlbare Erfahrung in jeder Hinsicht bei dem jeder in der einen oder anderen Art an seine Grenzen stößt und somit ein bisschen wächst mit dem Setzen neuer individueller Grenzen.“
Claudia Z.

am ende der welt – in ibo

Letzte Woche habe ich Jörg getroffen. Er mir eine schöne Geschichte zum Thema: Wann hast Du das letzte Mal etwas zum ersten Mal getan erzählt hat. Eine Geschichte über sich selbst. Mehr als 10 Jahre zuvor hatte er seinen Job in Deutschland an der Nagel gehängt und sich auf sein Fahrrad gesetzt und ist fortan Richtung Süden gefahren. Ich habe ihn im südlichen Ostafrika auf einer kleinen Inseln in einem verfallenen und fast vergessenen portugiesischen Städtchen, welche viele als geheime Perle im indischen Ozean bezeichnen, getroffen.

Wie bitte? Wo? Weshalb? Wie Du eventuell bereits in vorangegangenen Beiträgen gelesen hast, reise ich zur Zeit wieder ein wenig. Während der Wahlen in Tansania und somit auch Sansibar haben wir uns ins südlich gelegenen Moçambique, ein Land der gut versteckten und bezaubernden Mysterien begeben. Währenddessen verliefen die Wahlen nicht wirklich reibungslos, wurden annulliert und im Januar wiederholt, aber darüber schreib ich ein anderes mal.
Aus Europa kommend wirkt ja Marokko bereits wie aus einer Zeit. Der Unterschied zu Tansania ist allerdings noch einmal genauso gross. Und nun Mocambique. Obwohl ein Nachbarland Tansanias wirkt es teilweise wie aus einer anderen Welt. Das Armutsgefälle nimmt sogar noch einmal zu. Das meist kein Englisch und auch häufig kein Kisuaheli gesprochen wurde und mein Portugiesisch nicht vorhanden ist, ließen den Unterschied sogar noch größer wirken.
Als Land musste Moçambique ja nicht nur gegen eine, sich erst sehr spät zurück ziehende, Kolonialmacht kämpfen, sondern im Anschluss an die Unabhängigkeit auch noch gegen eine von Apartheidgedanken beförderte Einmischung Rhodesiens und Südafrikas. Dies führte zu einem Jahrzehnte andauernden Bürgerkrieg, der eigentlich als Stellvertreterkrieges gesehen werden müsste. Seit dem Ende dieses Krieges 1994 musste das gesamte Land sozusagen aus den Trümmern des Krieges wieder neu aufgebaut werden. Und das zieht sich nach wie vor.
Nachdem wir nach Pemba, im Norden Moçambiques geflogen sind und uns wunderten wie wenig sich in 4 Jahren verändern kann bzw. sogar vieles weiter verfällt, nahmen wir den lokalen Bus Richtung Quirimba Nationalpark im Norden. Da man sich hier eher an Südafrika als am Sonnenstand orientiert, geht bereits kurz nach 4 die Sonne auf, dafür ist es um 5 Uhr nachmittags bereits wieder dunkel. Unser Bus fuhr also 4:30 Uhr los. Das heisst er fährt erst einmal eine Stunde durch die Stadt, um eventuell noch alle Sitzplätze zu füllen und dann irgendwann los. Da man vorher nicht weiss wie lange der Bus noch durch die Stadt tingelt, ist es wirklich besser bereits um 4:30 Uhr da zu sein, um den Bus zu erwischen.
Für die nächsten 5 Stunden ging es zur Hälfte über Teerstrassen, zur Hälfte über Sandpisten ca. 120km in den Norden. Nur wenige Siedlungen mit vereinzelten Häusern lagen am Wegesrand. Der Rest bestand aus trockenstem Busch dem man das nahende Ende der Regenzeit ansah.
Als wir schließlich den kleinen Ort, an dem wir eine Fähre bekommen wollten erriechten, gab es natürlich kein Wasser: Ebbe. Demzufolge auch keine Fähre und auch diese stellte sich nach einigen Stunden warten lediglich als traditionelle arabische Dau heraus in die einfach mit so vielen Menschen, Gepäck und einem Motorrad bepackt wurde, bis uns nur noch Zentimeter zur Wasseroberfläche trennten. Nun ja, ich kann ja schwimmen… und auf ging es durch die Mangroven hin zur verfallenen ehemaligen Hauptstadt der Nordprovinz, damals bedeutenden Handelsstadt, dem Zentrum der Quirimbas: Ibo.
Seitdem der Hafen von Ibo endgültig nicht mehr genug Tiefgang für die einlaufenden Schiffe hatte und somit nach Pemba verlegt wurde geriet die Stadt immer weiter in Vergessenheit und der portugiesische Charme bekam erst Patina und zerlegte sich dann zusehends in Sand und Schutt. Eine Stadt der Ruinen, die Hauptstrasse aus Sand, verlassene Bürgersteige und umrankte verfallende Häuser. Ein malerisches. Überbleipsel einer vergangenen Zeit.
Vereinzelt haben in den letzten Jahren einige Häuser einen neuen Eigentümer gefunden und wurden liebevoll restauriert.

Hier habe ich Jörg getroffen.

Nachdem er nämlich vor über 10 Jahren mit einem Freund auf ihre Fahrräder Richtung Süden gestiegen ist, sind über den Balkan, die Türkei, Ägypten, Sudan, Äthiopien, Kenia, Tansania bis nach Moçambique gestrampelt. Später noch bis nach Südafrika. Zwei Jahre warenunterwegs mit vielen Zwischenstopps an Plätzen, die ich nicht mal auf der Landkarte finden würde unterwegs.
So kamen sie mit ihren Rädern irgendwann und irgendwie (wahrcheinlich mit derselben alten Dau) nach Ibo und trafen im Schatten einer absoluten Sonnerfinsternis die Entscheidung, dass sie hierher wohl wieder zurückkehren müssten. Das taten sie auch. Zwei Jahre später, nach Zeit in Maputo und Südafrika und Beendigung ihrer 12.000km Fahrradtour.
Sie kauften sich darauf hin eines der verfallensten Häuser, welches allerdings die schönsten und größten Bäume der Insel auf dem Grundstück hatte. Zwei massive alte Mangobäume stehen vor dem Eingang und sie nannten es Miti Miwiri (zwei Bäume). Nach weitere zwei Jahren der Restauration und des Aufbaus haben sie sich einen der schönsten Plätze auf Ibo und ein exzellentes Boutique Hotelgeschaffen.
Schöne Fotos Miti Miwiri und Ibo gibt es auf übrigens auf deren Facebook Profil.

All das konnte nur passieren, weil da jemand in Heilbronn auf sein Fahrrad steigt und sich nicht mehr um Konventionen und Erwartungen anderer schert sondern beschließt seinem Herzen zu folgen. Die beiden sind ihrer Passion gefolgt und sind der Welt offen und neugierig entgegen getreten und sie haben, ohne einen Plan dahinter zu kennen, die Möglichkeiten genutzt, die sich ihnen gegeben haben.
Vor einen paar Jahren noch haben Freunde und Familie die beiden für verrückt gehalten, heute machen sie bei Ihnen Urlaub.
Natürlich hatten sie ihre harten Zeiten und es war und ist nicht alles einfach aber die beiden leben ihren Traum! Jeden Tag aufs Neue.

Kennst Du diese innere Stimme? Hör doch mal auf sie?

freunde

Ein Freund ist ein Typ der Dich mag, obwohl er Dich kennt!
Genau darum geht es. Absolute Offenheit, Ehrlichkeit, Verletzlichkeit, einfach echt sein. Wenn Du so sein kannst, wie Du bist, ohne Dich verstellen zu müssen, dann bist Du unter echten Freunden. Das ist meiner Meinung nach der Unterschied zwischen Bekannten und Freunden. Ersteres mögen Menschen sein, die uns sympathisch sind, aber bei denen wir immer noch Rücksicht darauf nehmen, dass wir ihnen nicht zu Nahe treten. Bei Freunden dürfen wir das innere nach aussen kehren. Das sind Menschen denen wir helfen ohne etwas im Gegenzug zu erwarten. Gleichzeitig sind es Menschen, die wir jederzeit um einen Gefallen bitten können ohne etwas schuldig zu sein. Menschen denen wir vertrauen.

Ich habe schon häufig gehört, dass Familie viel wertvoller sei als Freunde? Denn, ist es nicht die Familie, die Gesellschaften zusammenhält, beziehungsweise in den vergangenen Jahrhunderten zusammen gehalten hat? Und ist nicht vielmehr der Verfall der Familienstrukturen ein Grund der unseren heutigen Sozialstaat so sehr fordert?
Dabei bin ich mir ehrlich gesagt nicht sicher. Ich glaube, dass dort entweder grosser sozialer Zwang vorhanden war oder aber die Familie so gross war, dass sich eben diejenigen innerhalb der Familie unterstützt haben darüber auch noch befreundet waren. Denn das eine schliesst ja das andere nicht aus. Familie ist ein Konstrukt in das wir herein geboren werden. Bei den meisten Menschen beruht dieses auch verwandtschaftlichen Verhältnissen, bei manchen auch nur auf dem Glauben, dass es verwandtschaftliche Verhältnisse gäbe. Daran zeigt sich mir, dass es eine Familie per Naturgesetz nicht gibt. Sondern es ist unsere eigene Wahl wie wir zu Familienmitgliedern stehen. Insofern können Familienmitglieder ja auch den Status von Bekannten oder Freunden haben.
Wichtig ist es Menschen so zu akzeptieren wie sie sind und sie zu lieben ohne sie ändern zu wollen. Zu Vertrauen!

Menschliche Interaktion macht uns unter anderem erst zu Menschen, zu fühlenden Wesen. Mit Anderen emotional verbunden zu sein macht uns phychisch stärker, intelligenter und emphatischer. Freunde können Deine Familie sein.

Freunde sind keine Selbstverständlichkeit und sie sind freiwillig Deine Freunde.
Ehre Deine Freunde!
Schätze sie so wie sie sind. Sei ihnen immer ein Ansprechpartner!
Sag Ihnen, dass sie sich auf Dich verlassen können!
Vertraue Ihnen!
Sei ein Freund!

P.s.: Falls Du jemandem die oben im Bild zu sehende Postkarte haben möchtest, schreibe mir einfach und ich sende Dir ein paar zu.

natürlich bauen

Ist es vorwärts oder  rückwärts gewandt, wenn Häuser wieder mit Jahrtausende alten Techniken gebaut werden?

kopf hoch hilft

Ich habe es kaum geschafft in den vergangenen Wochen etwas zu schreiben. Im letzten Beitrag hatte ich ja bereits angedeutet, dass manchmal Dinge passieren, die man/die ich mir anders gewünscht hätte. Trotzdem muss man sich früher oder später diesen Dingen widmen und ihnen eventuell auch absolute Priorität einräumen. Das habe ich getan und vor allem sehr viel Zeit mit meinem Sohn verbracht.

Erst einmal vielen Dank für die vielen Nachrichten. Ich habe mich sehr darüber gefreut und Sufian ist wieder fit und fröhlich.

Und siehe da: Vieles sieht schon besser aus. Die meisten kleinen Probleme sind gelöst, auf dem besten Wege oder delegiert.

Nur Laptop und Emma haben noch einen drauf gesetzt. Direkt nach dem schreiben des letzten Beitrages hat mein Laptop nämlich den Geist aufgegeben. Scheinbar war er nicht wasserdicht! Somit stand dann mein gesamtes Büro unter Wasser und war vorübergehend lahm gelegt. Da er versichert war, ging nun zwei Wochen lang hin und her. Ob er denn zu reparieren sei oder nicht. Dann stellte sich ein Totalschaden heraus, so dass ich mir sofort einen Neuen kaufte und auf diesem diesen Beitrag schreibe.

Es hat sich wieder einmal gezeigt, wie gut es ist, dass ich mein Büro auf das Officeless Office umgestellt habe. Sobald ich einen neuen Rechner hatte, war ich innerhalb von 4 Stunden wieder einsatzbereit.

Das Wichtigste überhaupt war in den letzten Wochen allerdings, dass mein Kleiner wieder auf den Beinen ist. Sufian hat sich vollständig wieder erholt. Er geht, er läuft, er springt und hüpft. Vor allem lacht er den gesamten Tag. Selten zuvor habe ich so viel Lebensfreude in so kleiner Verpackung erlebt.

Es war toll zu sehen, dass er, obwohl es ihm nicht gut ging (er konnte wegen eines posttraumatischen Schocks anfangs nicht einmal selbständig sitzen) jede Gelegenheit nutzte um mit anderen Kindern zu spielen, zu scherzen und zu lachen. Relativ bald hat er auch schon über den Unfall gesprochen und erzählt was ihm widerfahren ist. Ich fand es erstaunlich, dass er sich sich zu keinem Zeitpunkt mit einem hätte, wenn und könnte aufgehalten hat, sondern sofort die jetzige Situation als gegeben akzeptiert hat und versuchte das Beste daraus zu machen. Auch seine Verletzungen, obwohl sie ihm weh taten, hat er irgendwie schnell als Teil seine Situation akzeptiert und sich über jede kleine Verbessung gefreut. Und es wurde immer besser. Erst konnte er wieder stehen, dann einen Schritt laufen, dann zwei, dann zwei Schritte alleine. Ungefähr drei Wochen lang wurde es jeden Tag besser bis es motorisch wieder der Alte war.

Ich habe mir vorgenommen, dass auch für mein eigenes Leben so umzusetzen. Kopf hoch und nach vorne sehen.

Sprich: Wenn mir etwas passiert, egal ob materiell oder nicht, körperlich oder seelisch, mir nicht selber Leid zu tun, sondern nach vorne zu gucken. Was zurück liegt kann icheh nicht ändern sondern stattdessen von hier an das Beste daraus machen.

Üben durfte ich das auch schon. Letztes Wochenende bin ich auf dem halben Wege in die Schweiz mit einem geplatzten Motor liegen geblieben. Sagen wir mal so: Ich habe es recht locker genommen, aber darüber schreibe ich anderes Mal mehr.

minimalismus extrem

simplicity of happiness podcast

Willkommen zum zweiwöchentlichen Podcast über die Einfachheit des Glücklichseins. Beispiele aus und Tipps für das Leben.

Wenn weniger mehr ist.
Jeden zweiten Mittwoch neu.
Natürlich auch auf iTunes! oder STITCHER!

die sichtweise zählt

Manchmal passieren Dinge zur falschen Zeit. Oder es passieren sogar Dinge, die wir uns zu gar keiner Zeit wünschen würden. Und dann, wenn sie passieren, ärgern wir uns fürchterlich. Zumindest geht es mir viel zu oft so. Ich denke mir, warum jetzt und warum mir…

Dabei ärgere ich mich nicht so gerne und ärgere mich dann noch mehr über mich, weil ich mich so ärgere. Neulich… also genau genommen gestern war wieder eine solche Situation. Ich hatte viel zu erledigen und musste einmal quer durch die Stadt. Vorher musste ich noch Sachen für den anstehenden Service an unserem Wohnmobil EMMA kaufen. Deshalb war ich mit dem Auto unterwegs. Und siehe da… auf halbem Wege konnte ich nicht mehr kuppeln. Das ist ziemlich ungünstig, vor allem im Stop and Go in der Stadt. Ich habe mich dann noch in eine Seitenstrasse retten können, um mich direkt unters Auto zu legen um festzustellen woran es liegt. Ich hatte es schließlich eilig. Es hat `ne ganze Weile gedauert und schließlich habe ich herausgefunden, dass ein Teil des Kupplungsgestänges gebrochen war.

Oh, was habe ich mich geärgert: Warum jetzt, warum hier, warum schon wieder die Kupplung usw. Den Rest des Tages habe ich ziemlich gestresst verbracht.

Heute morgen habe ich mir das ganze noch einmal in Ruhe angeguckt und festgestellt:

Zum Glück ist es gestern passiert. Ich war nicht irgendwo in den Bergen oder in der Wüste. Ich war auch nicht der Schweiz, sondern in Berlin. Hier finde ich überall einen Parkplatz, auf dem ich eine Weile stehen darf. Ich konnte alle Termine noch zu Fuß und mit der Bahn erreichen. Das Kupplungsgestänge hatte ich vor einem Jahr schon einmal ausgebaut und ich kann das gebrochene Teil einfach ersetzen. Ich wusste also wie es geht und mein MercedesBenz Oldtimer Dealer des Vertrauen ist auch in Berlin. Zumindest fast (Birkenwerder). Ausserdem muss ich heute und morgen nirgendwo hin.

Nach wie vor ist es viel Stress und kommt wirklich ungelegen, ABER es kommt auf die Sichtweise an. Mir fällt wieder einmal auf, dass ich fast jede Situation gut oder schlecht empfinden kann. Vergleiche ich sie mit dem Bestmöglichen oder damit was noch schlimmer hätte sein können. Letztendlich ist die Situation eh so, wie sie halt ist, und es liegt an mir (oder Dir) wie wir damit umgehen.

Auch Du entscheidest in jedem Augenblick selbst über die Qualität deines Lebens. Mach was draus.

urteile nicht

“Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.“ Alexander von Humboldt (1769-1859)

Heute setze ich ein Zitat an den Anfang meines Artikels. Ich hätte es nicht besser in Worte fassen können und dieser Ausspruch hat mir einige Situationen der letzten Zeit noch einmal vor Augen geführt. Ich erinnere mich zum Beispiel an die Situationen, in denen mich Menschen, meist entfernte Bekannte oder Freunde von Freunden persönlich dafür angriffen haben, unverantwortlich zu handeln, weil ich mich entschieden hatte eine lange Wanderung allein durch die Sahara zu unternehmen.
Interessanterweise haben sich insbesondere solche Menschen kritisch geäussert, die vorher noch nie selbst in der Wüste oder in Marokko, alleine und/oder zu Fuß in der arabischen Welt, in Afrika oder ausserhalb von Hotelkomfort gereist sind. Also kurz um: Es haben sich genau die aufgeregt, geschimpft, gezetert und gewarnt, die keine Ahnung hatten. So hat es sich auf meiner Reise herausgestellt, dass genau die Dinge, vor denen ich am meisten gewarnt wurde, nie eingetroffen sind. Anstelle von Kidnappern habe ich Freunde fürs Leben getroffen.

Im vergangenen Jahr bin ich gemeinsam mit meiner Freundin acht Monate lang nonstop mit unserem Uraltwohnmobil EMMA gereist. Auch wir wurden vor der Reise gewarnt, vor Dingen, die uns womöglich passieren werden. Gewarnt haben wieder genau die Menschen, die selber noch nie mit dem Wohnmobil gereist sind, die nie in die entsprechenden Länder waren und diejenigen, die keine Ahnung von alten Autos hatten.
Ja, es gab hin und wieder Probleme auf der Reise und ich hatte oft vorher nicht die Ahnung, die ich nachher hatte – die Probleme ließen sich alle mit Geduld lösen.
Wir haben übrigens niemanden getroffen, der tatsächlich jemanden persönlich kannte, dessen Wohnmobil nachts mit KO Gas eingesprüht wurde, um dieses dann in Ruhe auszurauben.

Privat habe ich schon das eine oder andere Mal Entscheidungen treffen müssen, deren genauen Gründe und auch dessen Umfang nur ich alleine kannte. Prompt wurde ich von Menschen an den Pranger gestellt, die nicht alle Details kannten.
All dies hat mich vorsichtiger werden lassen, wenn ich mir gegenüber Anderen ein Urteil bilde. Ich versuche zu allererst einmal anderen Menschen zuzugestehen, dass sie ebenfalls erwachsene, verantwortungsbewusste Menschen sind, die die ihnen bestmöglichen Entscheidungen treffen. Insbesondere Dingen von denen ich nichts verstehe, sondern höchstens vom Hörensagen, versuche ich offen gegenüber zu stehen.

Kennst Du auch Situationen in denen andere Menschen Entscheidungen treffen, die dich eigentlich nicht direkt betreffen und Du trotzdem den Drang spürst, Dich dort einzumischen?
Ich kenne sie und versuche mich dann im Stillen daran zu erinnern: don’t judge! Urteile nicht über andere, Florian!

zeugs statistik

Einer der inspirierendsten Blogger zu den Themen simplicity und minimalism ist seit einigen Jahren Joshua Becker aus Arizona. Ich lese seine Beiträge regelmässig und finde einen seiner letzten Beiträge so faszinierend, da er Statistiken für die USA veröffentlicht hat. Da wir uns auch in Europa in eine ganz ähnliche Richtung bewegen, finde ich es passend Joshuas Aufzählung fast unverändert zu übernehmen. Mir ist zu jedem der folgenden Punkte ein Beispiel aus meinem Umfeld eingefallen… Das Original wurde hier veröffentlicht.

  1. There are 300,000 items in the average American home (LA Times).
  2. The average size of the American home has nearly tripled in size over the past 50 years (NPR).
  3. And still, 1 out of every 10 Americans rent offsite storage—the fastest growing segment of the commercial real estate industry over the past four decades. (New York Times Magazine).
  4. British research found that the average 10-year-old owns 238 toys but plays with just 12 daily (The Telegraph).
  5. 3.1% of the world’s children live in America, but they own 40% of the toys consumed globally (UCLA).
  6. The average American family spends $1,700 on clothes annually (Forbes).
  7. While the average American throws away 65 pounds of clothing per year (Huffington Post).
  8. American homes have more television sets than people. And those television sets are turned on for more than a third of the day—eight hours, 14 minutes (USA Today).
  9. Some reports indicate we consume twice as many material goods today as we did 50 years ago (The Story of Stuff).
  10. Currently, the 12 percent of the world’s population that lives in North America and Western Europe account for 60 percent of private consumption spending, while the one-third living in South Asia and sub-Saharan Africa accounts for only 3.2 percent (Worldwatch Institute).
  11. Americans spend more on shoes, jewelry, and watches ($100 billion) than on higher education (Psychology Today).
  12. Shopping malls outnumber high schools. And 93% of teenage girls rank shopping as their favorite pastime (Affluenza).
  13. Women will spend more than eight years of their lives shopping (The Daily Mail).
  14. Over the course of our lifetime, we will spend a total of 3,680 hours or 153 days searching for misplaced items.The research found we lose up to nine items every day—or 198,743 in a lifetime. Phones, keys, sunglasses, and paperwork top the list (The Daily Mail).
  15. Americans spend $1.2 trillion annually on nonessential goods—in other words, items they do not need (The Wall Street Journal).

Das ich selbst in den vergangenen Jahren so viel Zeug besessen habe ist das Eine. Das ich das meiste Zeugs nicht WIRKLICH gebraucht habe, ist das Andere. Wie sieht es bei Dir aus?

lehren aus stonetown

2013 hatte ich die Idee, dass es mir gut tun würde, einmal eine Weile weit weg zu arbeiten. Ich war es satt jeden Tag dasselbe zu sehen. Für meine Arbeit, bei der ich mit Menschen in ganz Europa kommuniziere, ausgerechnet in einen ganz bestimmten Raum in Berlin (mein Büro) zu gehen, demotivierte mich insbesonders. Auch meine Gesprächspartner konnten ja schließlich irgendwo anders sein. Ich erreichte den Punkt, dass ich meine Arbeit nur noch für das Geld und nicht mehr für mich selbst machte.

Dabei habe ich damals, genauso wie auch heute noch, stets nach einem tieferen Sinn gesucht. Mit dem was ich tue, möchte ich etwas Besonderes tun. Ich hatte mir deshalb vergangenen Winter vorgenommen mir einen Traum zu erfüllen. Ich wollte eine Weile von einem der bezauberndsten Orte der Welt arbeiten: Sansibar.
Das ist nämlich genau der Punkt. Ich arbeite gerne. Ich möchte nur nicht das Gefühl haben, mein Leben zu verpassen, während ich arbeite. Ich glaube, dass ich mich immer wieder auf meine innere Motivation berufen muss, um mit dem, was ich tue, wirklich gut zu sein und potentiell auch einen Unterschied zu machen.
Ausserdem habe ich mir gedacht, dass mir ein externer Blick auf meinen Arbeitsalltag sicherlich hilft, um zu entdecken, was mir wirklich Spaß macht und was nicht. Nach einer dreiwöchigen Reise durch den Norden Tansanias, bin ich am 25. Dezember mit der Fähre zurück nach Sansibar um in Stonetown (Sansibar City) den folgenden Monat zu verbringen und von dort zu arbeiten. Dort wollte ich sein. Ich hatte ausreichend Zeit und keine Verpflichtungen, doch es viel mir so schwer mit meiner Arbeit zu beginnen. Was mache ich denn als erstes, wenn es eigentlich alles sein könnte und nur an meiner Priorisierung liegt, was gerade jetzt am wichtigsten ist.
Ausserdem konnte ich den Tag nicht einfach mit einer üblichen Routine beginnen und mich langsam einarbeiten. Wie ich schnell herausfand, ist Stonetown zwar faszinierend, bietet aber gleichzeitig quasi keinen Raum, wo ich ungestört und komfortabel arbeiten konnte. Ich hatte mir ein recht kleines Zimmer gemietet und dort gab es nicht wirklich Fenster mit Aussicht. Die Fenster, die es gab, waren klein, hatten Gitter davor und waren mit Moskitonetzen bespannt. Zum hindurchsehen eignete sich das nicht. Allerdings wäre auch das überschätzt gewesen, denn ungefähr 1,5 Meter entfernt steht auf der „anderen Strassenseite“ das Nachbarhaus. Nicht gerade ein inspirierender Blick.
Wollte ich drinnen arbeiten, musste ich die Neonröhren anschalten, weil es sonst zu dunkel war. Neonlicht trug bei mir allerdings auch nicht zum unmittelbaren Wohlfühlerlebnis bei. Neben meinen Laptop lag stets ein Handtuch. Ich habe nämlich beim Tippen so geschwitzt, dass meine Arme irgendwann anfingen wild auf dem Tisch hin und her zu rutschen.
Ich wollte draussen sein, ich wollte draussen arbeiten. Ich hatte einen Laptop mit ausreichend Batterie, ich hatte einen Internet Stick und eine lokale UMTS Karte um sogar online arbeiten zu können. Doch so funktioniert das Arbeiten in Afrika halt nicht… einfach so mit dem Computer in irgendeinen Park oder am Strand arbeiten. Erstens gab es keine Parks, zweitens gab es keinen Strand mit Schatten. Drittens: falls ich doch einmal einen öffentlichen Platz gefunden hatte, an dem ich dachte, es wäre doch toll einmal eine Weile an diesem zu arbeiten, versammelten sich direkt mehrere Personen, die mich entweder in ein Gespräch verwickeln wollten oder sich quasi auf meinen Schoß legten um besser auf den Bildschirm schauen zu können.
Mir war schnell klar, dass ich irgendwo, irgendwie anders arbeiten musste. Dachterrassen, obwohl es davon eigentlich genug hätte geben können, sind auf Sansibar (eigentlich in ganz Afrika) nicht wirklich verbreitet. Vielleicht zieht es einen ja nicht mehr so in die Sonne, wenn diese das ganze Jahr scheint.
Also für mich hieß das, dass die Dachterrasse auch ausfällt. Ich habe deshalb ein Café nach dem anderen ausprobiert und bin viel zu Fuß unterwegs gewesen um neue Plätze kennen zu lernen. Wie du dir vielleicht vorstellen kannst, hat mich das in den ersten Tagen ziemlich frustriert. Das hatte ich mir so nicht vorgestellt. Jeden Morgen musste ich mir als erstes Gedanken darüber machen, wo ich denn wohl hingehe, um ein wenig in Ruhe zu arbeiten und endete meist unschlüssig durch Stonetown schlendernd. Dabei habe ich mich dann auch noch jedes Mal hoffnungslos verlaufen. Ich bin dann so lange in dieselbe Richtung gelaufen (oder habe das zumindest versucht) bis ich entweder einen Punkt erreicht hatte, den ich bereits kannte oder das Ende Stonetowns. Dann konnte ich einfach so lange aussen herum laufen, bis ich die dem Wasser zugewandte Seite erreicht hatte oder/und wieder wusste wo ich war. Es ist schon lustig, wie sehr mein Gehirn damit beschäftigt war, sich endlich meinen Heimweg merken zu können. Ich war vollständig damit ausgelastet, die Umgebung im Auge zu behalten und mir Dinge zu merken, an denen ich mich orientieren konnte, damit sich neue Routinen einprägen und meine Spaziergänge wieder einfacher werden würden. Unser Gehirn versucht die ganze Zeit zu vereinfachen und möglichst viele Alltagssituationen im Autopiloten zu speichern. Das erleichtert viel, kann uns allerdings auch einschränken, wenn wir uns der Automatismen nicht bewusst sind.
Langsam lernte ich wann es wo schön ist, wie ich dorthin und auch wieder wegkomme. Ich wusste,  wo es Kaffee gab, auch wo es leckeren Kaffee gab, wo ich eine Weile sitzen bleiben konnte und wo ich schön den Sonnenuntergang genießen konnte und dabei noch den einen oder anderen Artikel zu Ende schreiben konnte. Meine Tage wurden entspannter und meine Konzentration konnte sich mehr und mehr meinen Arbeitsthemen widmen.
Als ich nach Sansibar kam, wollte ich unbedingt meine Routinen loswerden. Ich dachte, dass diese mich am glücklich Arbeiten hindern. Doch als sich dann alle Routinen in Luft aufgelöst hatten, wurde ich plötzlich unsicher. Es war auf einmal nicht mehr sicher, wo ich schlafe, ob ich schlafe (Stromausfall/Ventilator), ob ich frühstücke und was, was ich ansonsten esse, wo und ob ich Internetempfang habe, ob ich nach dem Laufen duschen kann oder es wieder kein Wasser gibt…
Dann fing ich bzw. mein Unterbewusstsein langsam an wieder neue Routinen aufzubauen und als ich schließlich wieder richtig im Flow war, flog ich zurück.
Wenn ich jetzt auf diese Zeit zurückblicke, realisiere ich, dass dies das Beste war, was ich diesen Winter hätte machen können. Denn viele der Sansibarroutinen sind ja nicht aus versehen entstanden, sondern weil sie mir dabei halfen, genau das zu tun was ich mir wünschte. Ich habe eine klarere Vorstellung davon gewonnen, wie ich arbeiten möchte und was ich tun möchte. Einige der neuen Routinen sind mir so klar, dass ich diese mitgenommen habe und an neuen Orten ebenfalls schnell etablieren kann. Ich arbeite so viel effizienter als jemals zu vor und es geht mir dabei so gut wie selten.

In Stonetown habe ich gelernt:

  • Ich hasse Routinen
  • Ich brauche Routinen
  • Ich könnte immer über etwas meckern
  • Es ist meine eigene Entscheidung ob ich das Positive sehe oder nicht
  • Nichts ist perfekt
  • Alles ist perfekt für den Moment
  • Wenn ich weiss was ich will, kann ich es schaffen
  • Vergiss Deine Erwartungshaltung und lebe JETZT

Was ein bemerkenswertes Leben bemerkenswert macht, sind nicht welche Chancen sich Dir bieten, sondern was Du aus diesen Chancen machst!

Falls es dich auch interessiert ohne Büro zu arbeiten habe ich alle meine Erfahrungen aus Stonetown in diesem Webinar zusammengefasst.

was unser gehirn tut wenn wir nichts tun

Ich freue mich über einen erneuten und wunderbaren Gastbeitrag von Lisa. Sie liefert dieses mal unwissentlich die Begründung warum meine Segel- und Saharareisen so einen starken Eindruck hinterlassen:

Manchmal passiert mir das: jemand fragt mich „Woran denkst Du gerade?“ Dann werde ich abrupt aus meinen Gedanken gerissen, die gerade abgeschweift sind. Und kämpfe mich auf der Suche nach einer passenden Antwort durch das Chaos in meinem Kopf. Versuche für einen Moment Ordnung zu schaffen. Und sage – weil ich keine passenden Worte finde- „Ach, an gar nichts.“ Und weiß, dass das nicht stimmt.

Weil unser Gehirn niemals still steht.
Verblüffenderweise habe ich die Beobachtung gemacht, dass meine Gedankenwelt besonders bunt wird und meine Ideen besonders kreativ, wenn ich gerade nichts Produktives tue. Sich fast ein bisschen Langeweile einschleicht…
So wie zuletzt in Melbourne. Weit weg von meinen Routinen und meinem sozialen Netz hatte ich viel Zeit für mich und mein Gehirn plötzlich ungeahnte Kapazitäten. Sehr oft bin ich ziellos durch die Straßen geschlendert und in meinem Kopf gab es plötzlich ein Feuerwerk – mit Erinnerungen an meine früheste Kindheit; dem Geschmack von längst gegessenen Gerichten; Dialogen, die nie gesprochen wurden; Personen, die ich lange nicht getroffen hatte…wie ein Theaterstück in dem Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammen laufen, mit unzähligen Darstellern und unendlich vielen Handlungssträngen. Zu komplex für die Abbildung in der Wirklichkeit – Tagträume…
Die Hirnforschung sagt, dass in solchen Momenten, in denen wir zur Ruhe kommen das sogenannte Default Mode Network (DMN, dt. Leerlauf Netzwerk) aktiv wird. Und dieses kennt keine effiziente Antwort auf äußere Reize, sondern ist spezialisiert auf eine nach Innen gerichtete Verarbeitung von Erlebnissen und Erfahrungen. Damit ist das DMN ein wichtiger Teil unserer Selbstwerdung. In einem ständigen Monolog erzählen wir uns unsere eigene Geschichte immer wieder neu. Es ist als ob das DMN in unserem Unterbewusstsein einen riesigen Berg aus Notizzetteln abarbeitet, die jeden Tag durch unser Erleben entstehen. Und dann wird zugeordnet, strukturiert, bewertet, umgedeutet. Und schafft damit die Voraussetzung für reflektierte Entscheidungen.
Und so kommt es, dass gerade dann, wenn wir unserem Gehirn Freiraum lassen kreative Ideen und komplexe Problemlösungen entstehen können; so wie unter der Dusche, beim Joggen oder an die Decke starren.
Doch in unserer modernen Welt fordern Reizüberflutung und die enge zeitliche Taktung unser Gehirn fast kontinuierlich heraus. Und lassen dem Abschweifen der Gedanken wenig Raum. Durch meine Erfahrungen in Melbourne habe ich gelernt Leerlauf in meinem Alltag zuzulassen. Weil ich mehr im Einklang mit mir selbst und meinem Leben bin, wenn ich meinen Geist regelmäßig auf Wanderschaft schicke. Aristoteles wäre stolz, denn damals, in der Antike, war die Muße das höchste Gut.

SSH prinzip

Ich liebe es Dinge zu besitzen. Früher habe ich immer alles besitzen wollen was mich in irgend einer Weise interessiert hat. Ich habe immer noch die Tendenz dazu. Häufig realisiere ich allerdings mittlerweile, dass es mir genau genommen gar nicht darum geht, so viele Sachen zu besitzen, sondern vor allem darum, viele Dinge nutzen zu können.

Öfter und öfter stelle ich mir deshalb, bevor ich etwas kaufe folgende Frage: Gibt es für mich auch eine andere Möglichkeit diese Dinge zu nutzen, ohne sie gleichzeitig auch besitzen zu müssen? Manchmal finde ich eine Möglichkeit mir die Sachen eine Weile zu leihen und auszuprobieren. Häufig reicht mir das auch schon und mein Interesse widmet sich wieder einem anderen Feld. Manchmal ist es auch super mir etwas mit jemand anderem zu teilen. Manchmal kaufe ich gebrauchte Gegenstände, denn auch die Neuen sind gebraucht in dem Moment, in dem Moment in dem ich sie auspacke.
Ich kaufe ab und an auch Dinge, bei denen ich von vorne herein weiss, dass ich sie weitergeben werden und/oder verkaufe sie nach einer Weile weiter. Am besten ist diese Variante natürlich wenn ich mir Gebrauchtes zulege, das eine Weile nutze und dann weitergebe. Das ist fast wie teilen.

Teilen ist das neue besitzen!

Aber, aber, aber… manchmal gibt es diese Dinge, die möchte ich unbedingt haben. Ich bin mir sicher sie auch häufig benutzen zu wollen.
Dann versuche ich mich ich mich an das SSH Prinzip zu halten.

SSH: schön – sinnvoll – haltbar

Ich liebe ästhetisch schöne Dinge. Ich umgebe mich gerne mit schönen Dingen. Wenn schon kostbare Ressourcen verbraucht, Menschen Zeit und Mühe aufwenden um etwas herzustellen, ich Geld dafür ausgebe und es häufig bei mir habe, dann darf es auch gerne etwas Schönes sein.

Ich möchte ausserdem keinen Ballast mit mir durchs Leben tragen. Sachen, die ich besitze müssen für mich sinnvoll sein. Es gibt sicherlich unglaublich schöne Dinge auf dieser Welt die für mich nicht sinnvoll sind. Wenn ich nicht sehe welchen Sinn diese schönen Dinge für mich haben… dann sind sie schlichtweg für jemand anders gemeint.

Dinge sollten haltbar sein. Dinge die hergestellt werden, damit sie möglichst schnell kaputt gehen, empfinde ich als eine Beleidigung für investiere Arbeit und Ressourcen. Ich möchte mich nicht mir Müll umgeben.

Also. Wenn schon, dann SSH!

meine neu entdeckte freiheit

Ich freue mich sehr heute einen Gastbeitrag eines mir besonders wichtigen Menschen veröffentlichen zu dürfen. Manchmal ist das Glück so nah. Danke Judy:

Die Einfachheit des Glücks auf Schweizer Wanderwegen

Ein freier Tag ist für mich ein Tag in der Natur, in den Bergen, auf den Wiesen, auf meinen Beinen und Füßen, mit einem Rucksack auf dem Rücken und je nach Jahreszeit Schneeschuhen und Stöcken in der Hand.

Schon Tage vorher denke ich an diesen freien Tag, wo werde ich hinlaufen, welchen Berg mir von oben anschauen und welche Route meinen Schneeschuhen zeigen. Die Vorfreude ist groß und am Morgen dieses freien Tages kribbelt es schon in meinen Beinen… gleich geht’s los.

Die Kulisse vor allem bei guter Sicht ist immer wieder atemberaubend, schon das Hinsehen macht Freude und bei jedem Blickwechsel sieht das Auge Neues, Spannendes und das Herz ruft: diesen Gipfel möchte ich sehen und diese Wiesen möchte ich begehen.

Die Freiheit ist grenzenlos, schon an der Haustür entlang führt ein Wanderweg, der zu zig weiteren führt. Das Netz streckt sich tausende Kilometer weit über Hügel und Wiesen, an Seen entlang und zu riesengroßen Bergen. Unbegrenzte Möglichkeiten für kleine Laufrunden, größere Laufrunden, ausgiebige Wandertouren, Bergbezwingungen und und und..

Ein Paradies, für mich! Und unglaublich einfach – kein großes Equipment, das ich benötige und keine großer Aufwand, den ich betreibe – dafür ganz viel Freiheit und Zeit für mich und uns.

Es kann so einfach sein, herauszufinden, was einen glücklich macht, aber meist ist es so schwer.

dankbar für den moment

Die letzte Woche habe ich mit Teilnehmern der dritten sahara experience in der Wüste verbracht. Meine Intention bei diesen Reisen ist, meinen Teilnehmern zu zeigen, wie anders das Leben sein kann. Ich vergesse selbst manchmal, dass ich genau genommen, alles was ich im Leben mache, aus freien Stücken und auf meinen eigenen Wunsch hin tue. Jedes mal, wenn ich eine Entscheidung treffe, könnte ich auch eine andere Entscheidung treffen, oder es komplett bleiben lassen. Ich müsste halt nur mit den jeweiligen Konsequenzen leben.

Ich denke dabei an die ganzen kleinen Momente, die wir uns anders wünschten und uns aus ganzem Herzen darüber beklagen, wie schwer wir es doch haben. Ich versuche mich immer wieder daran zu erinnern, wie schwierig auch immer die Situation nun sein mag, dass es mein freier Wille ist, wie ich mich nun in der jeweiligen Situation verhalte. Denn wie ich in die Situation hinein gekommen bin, kann ich für dieses Mal nicht mehr beeinflussen. Wir können allerdings in jeder Situation entscheiden wie es weiter geht.
Ich vergesse dabei immer wieder, um welche Lappalien es sich dabei eigentlich handelt. Alles was uns wirklich bedrohen kann, haben wir in unserer Welt ja sehr gut im Griff (denken wir). Wir können uns gerade so noch einen Stromausfall vorstellen und wenn drei Feiertage ohne geöffnete Geschäfte bevorstehen, neigen wir zu Hamsterkäufen. Das Schlimmste, was mir persönlich in meinem Alltag zustößt, ist eine zusammenbrechende Wifi-Verbindung. Selten denke ich an andere Menschen, die ausserhalb unserer Komfortzone leben und wie diese in ihrem täglichen Leben den Naturgewalten ausgeliefert sind.
Nachdem wir letzte Woche in M’Hamid angekommen sind, schien dort noch die Sonne. Allerdings nur, um uns kurz willkommen zu heissen und dann sofort dem aufziehenden Sandsturm zu weichen. Ich habe mir das Spektakel, im festen Glauben, dass es ein paar Stunden dauern wird, interessiert angeschaut und gefreut, dass es heute passiert und nicht morgen. Und siehe da zum Abend hin schwächte sich der Sturm ab. Womit ich nicht gerechnet hatte, aber zur Realität wurde, war, dass der Sandsturm jeden Tag aufs neue aufzog und unser ständiger Begleiter wurde. Es gab von nun an nur einen entscheidenden Unterschied. Wir liefen jetzt mitten hindurch und zwar immer in die Richtung aus der der Wind (und sämtlicher Sand) uns entgegen bließ. Nach und nach bekam ich ein Gefühl, dass sich nur sehr selten bei mir einstellt: ich fühlte mich hilflos. Ich habe es gehasst, Sand in den Augen zu haben, Sand in der Nase zu haben, Sand in meiner Lunge zu haben. Ich hätte mich so gerne versteckt. Eine Pause machen half auch nicht wirklich. Der Sand war ja eh überall. Essen zuzubereiten oder es zu essen ähnelte sehr einem Spiel im Sandkasten. Nachts ließ der Wind nach, nur um dann mit plötzlichen heftigen Böen eimerweise Sand in meinen Schlafsack zu befördern. Ich wachte morgens auf und kaute auf Sand. Es half alles nichts ausser schlichtweg stoisch zu werden. Einfach weitermachen und darauf hoffen, dass es irgendwann nachlässt. Am Abend des dritten Tages war es so weit. Der Himmel lichtete sich und wir hatten unsere erste sternenklare Nacht.
Schließlich hatten wir eine unglaubliche Reise und freuten uns umso mehr über entspannte klare Nächte und Musik am Feuer. Wir wussten ja jetzt, dass dies nicht selbstverständlich ist.
Und in etwa so ist es wohl auch mit allen Dingen. Es scheint nicht immer und überall die Sonne im Leben. Manchmal tauchen Schwierigkeiten auf und wir müssen harte Zeiten überstehen. Es hilft nicht, wenn wir uns vor diesen verstecken. Der einzige Ausweg ist sich den Problemen zu stellen und sich  irgendwie hindurch zu kämpfen. Wenn diese dann erst einmal hinter uns liegen ist es umso schöner, die Zeit zu genießen in der alles glatt läuft. Dann hast Du es Dir verdient und das fühlt sich toll an.
Wenn Du es schaffst, Dir diese beiden Sachen stets vor Augen zu führen, hast Du bereits einen großen Schritt zum glücklichen Leben geschafft.
Ich hoffe, dass ich mich, immer wenn es für mich gut läuft, daran erinnere, dass dies nicht selbstverständlich ist und ich es schaffe, immer dankbar für den Moment zu sein.
Jetzt sitze ich noch eine Woche in meinem „officeless office“ in Taghazout am Meer. Kein Sandsturm mehr, durch den ich laufen muss. Einfach nur viel Zeit zum Entspannen, Sport treiben, Organisieren, Planen und vor allem Schreiben.
Schön, dass ich hier bin.

was ist simplicity

Ich bin vor ungefähr 1 1/2 Jahren auf diese Idee gestoßen. Ich hinterfragte gerade mich und das Leben im Generellen und habe viel darüber nachgedacht, was ich mit meinem Leben eigentlich anfangen will. Dabei bin ich auf die verrückte Idee gekommen ein richtiges Abenteuer zu erleben und deshalb zu Fuß und alleine in die Sahara zu gehen. Das besondere am Gehen ist, dass ich alles, was ich mitnehme, tragen muss. Dadurch sind der Gepäckmenge gewisse physikalische Grenzen gesetzt und ich musste mir Gedanken machen, was ich denn wirklich brauche.

Während meiner Nachforschungen was Andere so auf Solotouren mitnehmen und was wichtig ist, bin ich auf das Konzept des minimalism/simplicity aufmerksam geworden. Ich mochte es. Alle schrieben darüber, wie viel Last von ihren Schultern gefallen ist und wie viel glücklicher sie waren. Es wirkte so simpel. Einfach alles loswerden was ich eh nicht brauche und schon ist auch der meiste Stress weg. Hab ich zumindest gedacht… Später habe ich herausgefunden, wie schwierig es mir fällt mich von Dingen zu trennen, weil sie emotional aufgeladen sind und mit irgendwelchen Glaubenssätzen verknüpft.
Nachdem ich aus der Sahara zurückgekehrt war, fühlte ich mich allerdings schlichtweg erschlagen von dem ganzen Zeug, dass ich so besaß. Da ich Anfang des Jahres de facto bei meiner Freundin eingezogen war und ich nun meine eigene Wohnung ausräumen wollte, hatte ich mich entschlossen, nur die Dinge mitzunehmen, die ich wirklich brauchte. Also habe ich mich bei allem gefragt: Wann habe ich das das letzte Mal benutzt und habe ich es zu irgendeinem Zeitpunkt vermisst?
In den meisten Fällen war die Antwort einfach: Weiss ich nicht und NEIN!

Also, verkaufen und verschenken! Ebay wird sich sehr gefreut haben.

Eine der websites, die mich während dieser Zeit stark beeinflusst hat war [the minimalists](http://www.theminimalists.com). Die beiden Jungs, Joshua und Ryan, die zufällig beide genau so alt sind wie ich und eine vergleichbare story haben beschreiben unter anderem ihre ’21 days journey’ zum [minimalism](http://www.theminimalists.com/21days/):

Die Website ist auf english aber ich denke der Inhalt ist ganz gut verständlich. Das hier ist ein Auszug:

It is amazing to realize that we often don’t need the things we think we need. And it’s equally amazing to think about what the true cost of these things are. The dishwasher from yesterday is one example. But everything we buy has extra costs associated with them, not just the price on the price tag. They cost you money, which cost you time to earn. They cost you more time to take care of (e.g., wash your car, clean your furniture, etc.). They take up extra space in your house or apartment, which costs you more money because you need to procure extra square footage just to hold all of your shit.

The things we think we need…

That electronic gadget you wanted so bad six months ago? You know, the one you don’t ever use. What’s that? It’s in a junk drawer or a closet? Really?

Or how about that shirt you just “had to have” last season? How’s that working out for you? Couldn’t live without it, right?

That new car? Great, huh? How many more payments left? Oh, really? Just 42 more? At least it has leather seats that warm your ass on your long drive home from your eleven hour workday, the workday you’re forced to return to tomorrow so you can continue to make those car payments.

The bottom line? It’s all just stuff. And you don’t need it.

But because you have it doesn’t make you a bad person; it just means that your priorities are out of whack. Believe me, we know; our priorities have been out of whack for quite some time. But our journey into minimalism has helped us re-prioritize; it has helped us focus on what’s important. That pair of shoes you put on layaway just isn’t important.

m’hamid unter wasser

Vor drei Wochen hatte ich mir noch gedacht, dass ich einfach nach Agadir fliegen werde, einen Nachtbus nach Zagora nehme und dann ein Taxi nach M’Hamid um meinen Freund Yahya zu besuchen und eine Woche in der Hitze der Sahara zu verbringen. Letztendlich landete ich im Regen am Atlantik, einem Surfer Hotspot, einem überfüllten Minibus in der Sahara, an einem Fluss wo es eigentlich keinen Fluss gibt, und drei von fünf Nächten im Bus oder Flugzeug sitzend.

Wie konnte das nur passieren? Wie ich meinen vorletzten Beitrag geschrieben habe, standen Großteile Südmarokkos unter Wasser und alle Straßen, die weiter in den Süden führten, waren geschlossen. Also blieb ich eine Tage in einem kleinen Surfer Hotspot namens Taghazout und arbeitete. Wie schön, in jedem zweiten Café „free wifi“ zu haben
Nachdem das Wetter besser wurde und die Sonne schon den zweiten Tag in Folge schien, wurden einige Straßen wieder geöffnet. Unter anderem eine in Richtung Ouarzazate und Zagora. Der nächste und damit auch der erste verfügbare Nachtbus war meiner. Obwohl ich in der Nacht fuhr und Marokko nachts stockfinster ist, konnte ich ab und an kaputte Brücken und Straßen sehen. Vor allem dann, wenn der Bus abseits der beschädigten Straße eine Zeit einfach auf einer Piste fuhr. Zu meinem Erstaunen musste ich dabei bibbernd feststellen, dass die marokkanischen Busse nicht nur ohne Klimaanlage im Sommer sondern anscheinend auch ohne Heizung im Winter fuhren. Ich habe mir also die ganze Nacht auf meinem Weg in die Wüste den Hintern abgefroren. In Zagora taute ich langsam wieder auf und machte mich auf den Weg zu den „Grand Taxis“. Normalerweise sind diese ja schon eine holprige und enge Angelegenheit, da diesmal aber zwei Brücken zwischen Zagora und Taghonite beschädigt waren, sah es danach aus, als ob ich gar nicht weiter kommen würde.
Zwei Marokkaner versuchten das Geschäft ihres Lebens zu machen und mir für richtig viel Geld einen Geländewagentrip nach M’Hamid zu verkaufen aber ich habe mir gedacht, wo es einen Weg für Geländewagen gibt, wird der normale Marokkaner auch einen ‚normalen‘ Wagen durchbekommen. Tatsächlich, eine umgebauter Mercedes Transporter mit Sitzen, Plastikstühlen und Holzplanken reichte mir und 21 Mitreisenden plus 1 Tonne Zeugs auf dem Dach als Offroadgefährt durch die Wüste. Für 2,80€ und innerhalb von drei Stunden kam ich gut durchgeschüttelt in M’Hamid an.
Ich hatte es geschafft und so unglaublich wie es sich für jeden anhört, der schon einmal dort war, war es auch. M’Hamid wurde durch einen hunderte Meter breiten und drei Meter tiefen Fluss zweigeteilt.
Dummerweise hatten sich die lokalen Behörden entschieden die einzige Furt/Brücke in dem Fluss, der eh seit Jahren trocken lag zu renovieren. Kaum war die alte Überquerung abgerissen, begann der Regen und der Fluss kam zurück.
Da der normale Wüstenbewohner weder schwimmen kann noch sich besonders im Bootsbau auskennt, gab es nun seit 10 Tagen keine Möglichkeit mehr von der einen Seite zur Anderen zu gelangen und 3000 Menschen waren so von der Lebensmittelversorgung abgeschnitten. Mittlerweile fuhren täglich Armeelaster mit Nahrung beladen einen 150km Umweg über die nächstgelegene Brücke auf die andere Seite des Flusses.
Ausserhalb des Ortes war die Wüste mit frischem Grün gesprenkelt und steinige Bereiche schienen mit grünem Samt überzogen zu sein. Selbst die höchsten Dünen waren bis zu Spitze klatschnass. Wenn ich nur die oberste Sandschicht weggestrichen habe, war der Sand dunkel und nass. Im Schatten oder bei bewölktem Himmel wurde es auch sofort unangenehm kalt. Sobald die Sonne abends unterging, musste ich alles anziehen, was ich dabei hatte und habe trotzdem noch gefroren. Selten habe ich mich so über meinen für 0°C ausgelegten Daunenschlafsack gefreut.
Das Dünencamp meiner Freunde wurde eine Tage zuvor geflutet, dabei zerstört und ist dann auch noch von dannen geschwommen. Die Schweizer, die währenddessen zu Besuch waren und in einem höher gelegenen Zelt übernachteten, riefen ihren Botschafter an und wurden am kommenden Tag von einem Helikopter evakuiert, während die Marokkaner noch einen Tag ausharrten und dann zurück nach M’Hamid wateten.
Offensichtlich hatten die Schweizer einer dringenderen Termin, den sie nicht verpassen durften.
Wir diskutierten noch bis spät in die Nacht, was bis zum Jahresende alles gemacht werden musste um das Camp wiederherzustellen. Die Weihnachtszeit ist die Hauptumsatzzeit und genau genommen ist das Camp schon ausgebucht.
So habe ich wieder lernen dürfen, dass alles eine Frage der Perspektive ist.
Was ist schon ein wichtiger Termin verglichen mit einer ganzen Existenz. Vor allem, wenn ich mir überlege wie viel teurer eine solche Evakuierung verglichen mit dem Neubau des gesamten Camps ist.
Und trotzdem ist alles, was meine Freunde dazu sagen:“Ich bin nicht happy und nicht traurig. Es ist so wie es ist und jetzt machen wir uns Gedanken, wie es weitergeht. Du weisst eh nie mit Sicherheit was morgen passiert…“

der aktuellen situation geschuldet

keine digitalen nomaden

Eine Beschreibung, dessen, was Dich mit mir in der Sahara erwartet. Allerdings weder von mir noch von einem Teilnehmer geschrieben.

Denn ich habe in den vergangenen Tagen den tollen Bericht: „Analoge Nomaden“ gelesen. Katharina & Henryk kommen eigentlich aus dem digitalen Berlin und reisen momentan um die Welt um Erfahrungen zu sammeln. Neben vielen anderen spannenden Gegenden dieser Welt war die beiden unter anderem auch in der Sahara. Wie es sich gehört nicht mit dem Auto, sondern zu Fuß und mit Karawane. Wie es sich anfühlt als analoger Nomade, unplugged und im Rhythmus der Sonne zu leben schreiben die beiden eindrücklich und ich mußte unwillkürlich an meine (oder unsere) Zeit in der Wüste denken.

weshalb EMMA?

Warum, ja warum nur die Emma? Wir hatten zwei gut bezahlte Jobs in Berlin, eine schicke Wohnung, die nicht nur günstig gelegen war, sondern außerdem einen Südbalkon mit Blick über Schlesischen Busch und Treptower Park bot. Wir hatten alles, was wir uns von einem angenehmen Stadtleben wünschten. Alles uns wichtige war fußläufig erreichbar. Regio- und Bioläden, außerdem internationale Restaurants. Freunde und unendlich viele Möglichkeiten etwas zu unternehmen. Warum würde jemand das alles aufgeben?

Nun ja. Ich kann Dir zumindest sagen, weshalb wir vor einem Jahr die Entscheidung getroffen haben, dies alles hinter uns zu lassen. Wir lieben beide das Reisen und haben schon ein wenig von der Welt gesehen. Wir mögen Berlin und haben unser Leben dort genossen. Gleichzeitig teilten wir aber auch das Gefühl, dass da noch mehr sein muss. Je mehr wir von der Welt gesehen haben, umso klarer wurde uns, dass das meiste noch vor uns lag und es noch so viel zu entdecken galt. Das Leben ist so unglaublich vielfältig, dass uns ein Ausharren in ein und demselben Umfeld wie ein Gefangensein vorkam.
Das Leben ist eine Reise. Es geht um die Veränderung im Laufe der Zeit. Die Zeit steht nicht still. Sie ist zwar immer genau jetzt, aber schon einen Augenblick später ist es auch schon wieder vorbei. Die Zukunft rast auf uns zu und alles verändert sich immerzu.
Die Vorstellung einen Status quo festzuhalten ist eine Illusion. Die Zeit läuft weiter. In dem Augenblick, in dem wir uns nicht mehr verändern, sind wir tot. Da wir das noch nicht sind, wollen wir selber über unser Leben bestimmen und nicht so wie es irgendeine Routine oder Gewohnheit von uns verlangt.
Dieser starke Drang nach persönlicher Freiheit ließ uns aus den Gepflogenheiten ausbrechen. Freiheit bedeutet mir, so wenig wie möglich von Anderen abhängig zu sein. Die meisten Menschen, die ich kenne (mich eingeschlossen) machen sich im Laufe Ihres Lebens von irgendwelchen finanziellen Verpflichtungen abhängig. Wer sich in der Vergangenheit gebunden hat, muss dafür heute gerade stehen. Dazu gehören Miete, Flatrates, Abonnements und Kredite.

Deshalb haben wir vor einem Jahr vier Entscheidungen getroffen.
1. Wir haben laufende Verträge gekündigt (Miete, Handy, Internet) und haben zu EMMA und prepaid gewechselt
2. Wir haben unsere Jobs gekündigt bzw. auf halbtags und Homeoffice umgestellt
3. wir haben einen 45 Jahre alten historischen Camper gekauft, der sozusagen noch analog funktioniert um so viel wie möglich selber und unterwegs reparieren zu können
4. Wir begannen zu reisen und unser Homeoffice immer dabei zu haben

Es war schon unglaublich wie viel Zeit ich auf einmal hatte nachdem ich meine Comfortzone verlassen habe. Soviel meiner Zeit war davor dominiert von Routinen, die mir allerdings gar nicht mehr aufgefallen sind. Obwohl ich bis dahin schon der Meinung war sehr flexibel zu sein, hat es mich total umgehauen, wie viel Zeit ich gewonnen habe, dadurch dass ich kaum noch Dinge besitze um die ich mich kümmern muss.
Mit so wenig Ablenkung sind mir ziemlich viele Dinge aufgefallen, die ich schlichtweg hasse. Das meiste davon wurde mir bewusst, nachdem ich es zurück gelassen habe. Da ich mich nun nicht mehr darüber aufregen brauchte, begann mein Geist sich darauf zu konzentrieren, was ich denn in meinem Leben so wirklich schätze:

  • Laufen
  • Natur
  • Schreiben
  • Unterrichten
  • Ruhe
  • Frieden
  • Ausgeglichenheit

Ich mache mir seitdem ständig Gedanken, wie ich davon mehr in meinem tagtäglichen Leben haben kann.

Je mehr ich sehe umso bewusster wird mir wie wenig ich weiß.
Das Leben ist eine Reise und ich bin unterwegs.

wohnen im container

Ich freue mich wahnsinnig, wenn auch andere Menschen auf die Idee kommen, gegen den Strom zu schwimmen und ihr eigenes Ding zu machen. Deshalb veröffentliche ich heute die Bitte von drei verrückten Freunden. Deren Idee ist es, Berliner Wohnraum (nach oben) zu erweitern und zwar in Form von ausgebauten Schiffscontainern, die in Baulücken oder auf Dächern aufgestellt werden könnten.

Liebe Freunde,
Wohnen im Container – Keine Wohnung gefunden? Nein, einfach Bock auf anders wohnen.
Container gibt’s genug, die man ausbauen kann. Nur an Platz zum Auf- oder Draufstellen mangelt es in Berlin.
Neben Baulücken und Brachflächen, die in Berlin seltener und zu Spekulationsobjekten geworden sind, hat sich gezeigt, dass auch Flachdächer als Baugrund dienen können.
Da wir selber keine Häuser oder Grundstücke besitzen, suchen wir innovative und abenteuerlustige Haus- und Grundbesitzer in Berlin.

Jetzt kommst DU ins Spiel:
– Kennst du Haus- und Grundbesitzer/innen oder bist gar selbst eine/r?
– Weißt du von Baulücken oder Brachflächen?

Wir sind auf deine Unterstützung angewiesen und freuen uns über jeden Kontakt oder Weiterleitung dieser Mail. Und irgendwann werden wir es euch mit einem Container-Fest danken!

Liebe Grüße
Florian, Leoni, Lisa

Ps.: JA, es ist möglich in Containern schön zu wohnen, wie verschiedene Projekte zeigen…
– eba51
wohnnen im Gewächshaus
Designerwohnungin luftiger Höhe
surprisingly georgeous homes

Kennst Du jemanden, der dafür in Frage käme oder willst Du Dich selbst beteiligen? Schreib mich einfach an, ich werde Euch Kontakt bringen.

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