Posts Tagged: gedanken

SOH #135 – loslassen

Willst du auch Dinge besitzen, Sachen die dir gehören und auf die niemand Anderes ein Anrecht hat?

Also ich habe die Tandenz dazu und obwohl ich weiß, dass ich ein Teil des Ganzen bin und deshalb nur (Zeit, Liebe, Aufmerksamkeit) teilen kann, falle ich immer wieder in den Gedanken zurück, dass ich etwas für mich haben möchte.

Und doch ist es so, dass ich, dass wir am Ende des Lebens nichts mitnehmen kann ausser meinen Erfahrungen. Alles was ich in meinem Leben besessen habe oder besitzen werde, wird irgendwann jemand anderem “gehören” und auch dieser kann es nicht mitnehmen.

Die Zeit, den Moment den wir haben, haben wir nur einmal und es liegt an uns wie und mit wem wir ihn teilen. Insbesondere in Bezug auf andere macht es deutlich, dass wir kein Anrecht haben und ja… das wir einander eines Tages verlieren werden.

Die beste Möglichkeit, die ich dabei sehe ist, von Anfang an loszulassen anstelle des Verhaftet seins. Wenn du weisst, dass due verlieren wirst was du am meisten liebst, kann es dir helfen, die Zeit die ihr gemeinsam habt, so intensiv zu genießen wie es nur geht.

Alles was kommt wird gehen, sollte wir deshalb nicht willkommen heissen was wir im Leben haben?

Wenn weniger mehr ist.
Jeden zweiten Mittwoch neu.

SOH #127 – ziel oder flussmensch

 

Tony hat mich vor einigen Jahren einmal darauf gebracht, dass ich ein Zielmensch sei und mir immer wieder Ziele setzen muss, um nicht orientierungslos zu sein.
Ich habe immer wieder meine Schwierigkeiten mit dieser Definition. Ist es nicht vielmehr so, dass erst Menschen die es schaffen zu 100% im Hier und Jetzt zu Leben, glücklich und erfüllt sind? Deshalb spreche ich heute mit Tony über das Für und Wider, das Richtig und Falsch einer solchen Betrachtung.
Vielleicht liegt die Wahrheit auch ganz individuell irgendwo zwischen diesen Extremen.
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Earl Nightingale – The Strangest Secret: https://amzn.to/2zpMS1Z
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SOH #126 – werde der du sein willst

Mit Niederlagen umgehen… Das Thema der vergangenen Sendung hat einige Emotionen hervorgerufen und wird deshalb heute noch einmal vertieft. Ich unterhalte mich mich Tony über Aktion und Reaktion und darüber, dass es im Rückblick nicht wichtig ist, was dir passiert ist, sondern wie du damit umgehst.
Wer willst du wirklich sein und bringen dich deine Aktionen näher an die Person, die du wirklich sein willst, oder weiter davon entfernt.
Richte deine Handlungen danach aus!
Viel Erfolg… du entscheidest über die Qualität deines Lebens.

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Kinderhilfsprojekt KIDZ: https://k-i-d-z.org

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SOH #117 – nachhaltigkeit in sansibar

Diese Episode hatte ich bereits in Sansibar aufgezeichnet und reiche ich hiermit nach. Viele Dinge, die auf uns nämlich einfach oder primitiv wirken sind tatsächlich ziemlich ökologisch. Vor allem auch deshalb weil sie sich nicht dazu eignen einmal um die Welt geschickt zu werden, sondern zeitnah und regional konsumiert zu werden.

SOH #116 – das leben in wellen

Ist es nicht immer wieder ein auf und ab im Leben? Das Leben bedeutet Veränderung. Und so, wie sich das Leben immer wieder ändert, sollten es auch deine Gewohnheiten und Routinen. Denn tust du es nicht, stehen deine Routinen dir früher oder später im Wege.

youtube

Soll ich oder soll ich nicht? Das ist mir häufig im vergangenen Jahr durch den Kopf gegangen im Bezug auf eigene Youtube Videos. Was wäre dann der Unterschied zu meinem Podcast? Das selbe nur mit Bild? Und was wenns niemand guckt?

Maßgeblich haben mich 3 Dinge zu einem JA bewogen:

1. Manchmal finde ich es schwierig die magischen Eindrücke, die ich auf Trips, Reisen und Coaching Seminaren habe in Text oder Fotos festzuhalten. Ich glaube das geht mit Videos noch besser.
2. Ende des Jahres habe ich auf Empfehlung begonnen, regelmässig ein paar YouTube Channel zu schauen, die sich nicht mit einem einzigen Thema, sondern einem fortlaufenden Projekt befasst haben. Und? Es begeistert mich, mitzuerleben, wie sich Menschen und Projekte weiterentwickeln.
3. Zuletzt viel mir ein Ausspruch von John Lee Dumas vom Podcast EO Fire ein, den er im Interview mit mir genannt hat: Wenn du die Welt verändern willst und hast einen Menschen damit erreicht, hat sich der Aufwand gelohnt.

Also habe ich mich hingesetzt und mit dem angefangen, was ich so hatte: Ein Video über die RIDING experience online gestellt und gleichzeitig fleissig weitere Videos aufgenommen. Dann eines über die SAHARA experience zusammengestellt, dass schon besser geworden ist, mir eine neue Kamera gekauft und nun einiges an Material zusammen um die nächsten Folgen zu produzieren.

Ich glaube kein Medium ist besser als das andere und das Beste gibt es schon gar nicht. Die Videos sollen einfach helfen das Leben und meine Projekte aus einem weiteren Blickwinkel zu betrachten. Ich hoffe dir gefällt es. Was auch immer dir am meisten liegt, du kannst zukünftig Beiträge hier lesen oder als:

audio auf:

foto auf:

oder video auf:

KIDZ

Warum wir das Bildungsprojekt KIDZ für Kinder in Sansibar gegründet haben.

Obwohl ich nicht glaube, dass man dem Jahresende zu viel Bedeutung beimessen sollte, nutze ich das Jahresende immer wieder gerne um einen kleinen Rück- und Ausblick zu wagen. Insbesondere während der Weihnachtsferien, mit viel Zeit, Neujahr und meinem Geburtstag innerhalb von beinahe zwei Wochen, eignet es sich dazu doch ganz gut.

Und in diesem Jahr habe ich mich gemeinsam mit Judy dazu entschlossen ein weiteres Kapitel zu öffnen.

Ende Dezember kam ich nach 4 Wochen aus Sansibar zurück und verbrachte ein paar Tage mit Freunden und Familie auf unserer Berghütte ‚Heidi’. Ich liebe diesen Kontrast zwischen den Extremen. Hier die tropische Insel, dort die verschneiten Berge. Einfach das Beste aus beiden Welten.

Eine Sache, die mich in Sansibar jedoch immer wieder trifft und mitnimmt, ist der allgemeine Bildungsstand und die damit verbundene Gleichgültigkeit. Damit meine ich gar nicht europäische Bildungs- oder gar Wertesysteme. Ich meine vor allem eine Grundbildung und die Fähigkeit sich dadurch eine eigene Meinung bilden zu können. Stattdessen wird maximal auf ein stupides Wiederholen vorgefertigter Meinungen gepocht.

Dadurch ist die einzige Möglichkeit im weiteren Leben eine ‚wichtige‘ oder ‚machtvolle‘ Rolle auszuüben die, sich durch Intransparenz, Falschinformationen oder schlichtweg Gewalt oder Erpressung in diese Situation zu bringen.

Die meisten Menschen Sansibars passen in eine der zwei folgenden Rollen: Entweder die diktatorische Autoritätsperson, die dies sein Gegenüber spüren lässt oder der Unterdrückte, der alles mit sich machen lässt, um der Situation dann durch Aussitzen zu entkommen. Manche sind sowohl als auch, je nachdem in welcher Situation sie sich gerade befinden. Beide Rollen führen zu einer gesellschaftlichen Stagnation in der sich keiner wirklich wohl fühlt. Egal wen du fragst, du hörst Klagen und Vorwürfe, sei es wegen des Gehaltes, der Korruption, der Ungerechtigkeit, der Wasserversorgung, der politischen Parteien samt Personal etc.

Es ist schon traurig zu sehen, daß niemand den Status quo mag und trotzdem niemand Willens ist es zu ändern. Zu sehr ist dann doch jeder einzelne in alten Mustern verfangen und/oder weiß es einfach nicht besser.

Ich bin mir sicher, dass eine Schulbildung die auf der freien Meinungsbildung basiert daran etwas ändern kann. Momentan heißt es sowohl in der Schule wie auch zu Hause meist: denk nicht, mach (wiederhol). So lernen Kinder nicht wie und wieso, sondern lediglich nicht aufzufliegen. Das spiegelt sich in der Gesellschaft wider.

Nun bin ich seit einiger Zeit mit diesem Land verbunden und habe auch die ganzen schönen und bezaubernden Seiten kennen gelernt. Ich habe mir gedacht, dass ich die Wahl habe über bestehende Ungerechtigkeiten hinweg zu sehen, mich ebenfalls zu beschweren oder dabei helfen, dass die jungen Generationen sich ein selbstbestimmtes Leben aufbauen können.

Deshalb haben wir in der Schweiz den Verein „KIDZ“ gegründet mit dem wir bestmögliche Schulbildung für Kinder in Sansibar finanzieren. Wir arbeiten mit einer privaten (non profit) Schule (der einzigen in Südsansibar) in Jambiani zusammen und hoffen damit Kindern, ganzen Familien und schliesslich einem ganzen Dorf dabei zu helfen, sich nachhaltig zu entwickeln.

Falls du die Idee gut findest, schau dir den Verein  unter K-I-D-Z.org an oder unterstütze mich über Patreon.com/flohjoe. Dort bekommst du ausserdem noch exklusiven Zugang zu Videos und Informationen von mir, meiner Arbeit und meinen Projekten.

leben ist jetzt – zurück in sansibar

Während ich diese Zeilen schreibe, bin ich wieder auf dem Weg nach Sansibar. Ich habe die Insel am 5. Mai diesen Jahres Richtung Toronto, Kanada verlassen um dort Chris Thompson und Mike Mandel von MikeMandelHypsnosis zu treffen.
Auf der einen Seite war ich damals ziemlich erschöpft und frustriert vom vielen Hin und Her, den endlosen Prozessen, den Offiziellen, die einfach nicht Willens sind konstruktiv mit mir oder miteinander zu Arbeiten. Oft scheint es mir, als ob, trotz anderweitiger Beteuerungen, die meisten vorwiegend an der eigenen Bestechlichkeit arbeiten. Besonders frustrierend daran ist, das jede Bestechung für sich immer nur gilt, so lange du nicht den Rücken zu drehst. Dauerhafte Loyalitäten aufzubauen ist schwierig bis unmöglich. Auch untereinander wird oft so umgegangen.
Auf der anderen Seite, freute ich mich immens auf Kanada und war umso begeisterter als ich endlich Toronto erreichte. Es schien mir, als ob dort einfacher jeder freundlich und hilfsbereit zu mir war. Ich hatte gerade erste einen neuen Pass erhalten und in meinem Visumantrag einen Zahlendreher. Die Dame von Canada Air in London, rief darauf hin kurz in der Botschaft an und lies den Fehler korrigieren… WOW… das sollte dir mal wo anders passieren.

Was mich allerdings so richtig von den Socken gehauen hat war das Training mit Mike Mandel. Im Vorfeld hatte ich gehofft einige interessante Einsichten in das Thema Hypnose zu bekommen und auch den einen oder anderen netten Partygag mit dem ich Menschen noch stärker für das Unterbewusstsein begeistern könnte. Was ich nicht erwartet hatte war eine so extrem vollgepackte Hardcore Woche. Wir haben nicht nur diverseste Hypnoseanwendungen gelernt sondern auch das Handwerkzeug, diese alle in einem Coachingrahmen zu nutzen um unser Wissen zu nutzen um anderen dabei zu helfen, sich selber zu finden.

Nach Kanada war ich zwei Wochen in Deutschland und dann 3 Wochen auch Reisen in Äthiopien und konnte dort die ganzen Erfahrungen und das neu erlernte sacken lassen.

Jetzt bin ich auf dem Weg zurück nach Sansibar und bin so neugierig die Caveman Lodge wieder zu sehen. Es scheint, als ob unser Team einen tollen Job gemacht hat und alles bereit ist für den Sommer auf der Südhalbkugel. Einige der fehlenden Unterlagen fehlen noch und die meisten sind mittlerweile da. Ich denke, dass ist halt ein Punkt mit dem man Leben muss, wenn man die Freiheit hat auf tropischen Insel arbeiten und leben zu dürfen.

Denn obwohl für mich so viel passiert ist, in diesem Sommer, ist in Sansibar immer noch vieles beim Alten. Wenn sich nicht viel ändert und die meisten Tage nicht voneinander unterscheiden, macht es wahrscheinlich schlichtweg keinen Sinn sich mit etwas zu beeilen.

Vielleicht gibt es sie ja nicht, die eine universelle Zeit für alle. Sondern vielleicht ist Zeit ja nur ein individuelles Gefühl in uns selbst.

Also, wo auch immer du bist, was auch immer du gerade machst, nimm dir die Zeit. Was du JETZT machst, ist was du aus deinem LEBEN machst!

einen ganzen sommer zeitverzerrung

In diesem Sommer habe ich meine ganz eigene Form der Zeitverzögerung erlebt. Rückblickend betrachtet haben die vergangenen 8 Monate ewig gedauert und gleichzeitig habe ich keine Ahnung wie diese so schnell vergehen konnten.

Anfang Mai diesen Jahres, nur einige Tage nachdem Django plötzlich gestorben ist, bin ich von Sansibar nach Kanada gereist um dort am Hypnose Training mit Mike Mandel teilzunehmen. Im Anschluss ging es für mich über Berlin nach Äthiopien, wo wir nahezu 1 Monat blieben.
Nach Äthiopien ging es nochmal für 14 Tage nach Sansibar um die Lodge für die kommende Sommersaison vorzubereiten. Es war gegen Ende der (dieses Mal) sehr heftigen Regenzeit und einiges war kaputt oder umgestürzt und so musste das Eine oder Andere repariert werden. Ende Juni ging es dann in die Schweiz, wo Judy zum 1. Juli ihre neue Stella am Inselspital in Berlin begann.
Seitdem teilen wir uns eine Wohnung in Bern mit einer weiteren Ärztin. Froh über funktionierendes Internet habe ich sofort meinen Kopf in den Computer gesteckt, wollte doch eine vollständig neue Webseite (www.Happylife.Coach) erstellt und mit Inhalt gefüllt werden.
Wenn ich nicht am Computer saß versuchte ich so viel Zeit wie möglich laufend in den Bergen zu verbringen lagen doch noch ein paar harte Ultraläufe vor mir. Jeder einzelne Augenblick in den Bergen war ein Traum und ich sehnte mich schon danach, hoffentlich irgendwann wieder auf dem Berg zu wohnen. Ehe ich mich versah war es schon Ende August und der Sommer neigte sich so langsam dem Ende, als wir von der Möglichkeit erfuhren ein altes Haus auf 1600m zu mieten. Mit grandiosem Blick und viel persönlichem Freiraum haben wir sofort zugeschlagen und seitdem verbringe ich die meiste hier oben und genieße die Inspiration wenn, ja wenn ich nicht gerade extrem viel zu bauen habe.
Ja, wir wussten, dass das Haus (Heidi) über keine öffentliche Infrastruktur verfügt. Wasser, Strom, Abwasser… das aber auch an der Substanz einiges gemacht werden musste war nicht klar. Ich denke dazu schreibe ich in einem anderen Beitrag ausführlicher.

Mitte September ging es dann schon mit der ersten Ausgabe der RIDING experience nach Südfrankreich in die Provence. Wir sind eine Woche auf tollen Pferden durch den wunderschönen Luberon und ich kann es kaum erwarten im kommenden Jahr während der Lavendelblüte wieder dort zu sein.
Zurück in der Schweiz habe ich mich wieder in die Arbeit am haus gestürzt. Der Winter lässt ja nicht auf sich warten und wir wollten es zum Winter fertig haben.
Dann ging es Mitte Oktober auch schon in die Wüste zur 6. Ausgabe der SAHARA experience. Dieses Mal war ein Filmteam von DoubleVision aus Hamburg dabei ich freue mich schon auf das atemberaubende Video von der Reise. Es war wieder einmal schlichtweg magisch in der Wüste.
Am ersten November ging es wieder in die Schweiz und ich stecke die letzten Tage Arbeit in unser Berghaus, das ab Februar über AirBnB zu buchen ist. Es liegt bereits Schnee und ich bin mir ziemlich sicher, alles für unsere Weihnachtsgäste zum zum 28. November fertig zu haben, denn dann geht es bis zum 19. Dezember nach Sansibar um die Lode www.caveman-lodge.com für die absolute Hochsaison über den Jahreswechsel auf Vordermann zu bringen.
Es kommt mir wie ein Augenblick vor seitdem ich die letzten Beiträge hier veröffentlicht habe und gleichzeitig scheint es mir eine Ewigkeit zu sein seitdem ich in Sansibar aufgebrochen bin. Ich nehme das mal als ein positives Zeichen für einen busy Sommer und Freue mich auf einen grossartigen Winter in den Bergen… Nachdem ich von der tropischen Insel zurück bin.

zeitverzerrung

Kennst du das?

Wenn sich in zwei unterschiedlichen Situationen dieselbe Zeit vollkommen anders anfühlt? Manchmal bist du völlig in Gedanken versunken und als du das nächste mal auf die Uhr schaust sind Ewigkeiten vergangen? Ein anderes Mal wartest du z.B. Sehnlich darauf, dass das Flugzeug ankommt und die Zeit will einfach nicht vergehen.

Das passiert auch häufig in Hypnose. Wenn jemand wirklich tief hypnotisiert ist und interne Veränderungsprozesse durchlebt, kann es sein, dass er nach 30 Minuten die Augen wieder aufmacht und der Meinung ist, wir hätten noch gar nicht angefangen. Umgekehrt sind andere nach 5 Minuten wieder da und sind der Meinung mindestens eine Stunde in ihrer eigenen magischen Wunderwelt gewesen zu sein.

Ganz ähnlich kann es dir auch ergehen, wenn du dich extrem auf ein Thema konzentrierst oder in eine Sache vertieft bis. Ist ja auch irgendwie logisch, wenn man bedenkt das Hypnose ein Zustand extremer Fokussierung auf interne Prozesse ist. Ich nutze dieses Beispiel häufig um zu veranschaulichen, dass Hypnose weder Hokuspokus noch irgend etwas Besonderes ist, sondern ein ganz zentraler und normaler Bestandteil unseres Lebens. Der entscheidende Unterschied ist lediglich, dass in der Hypnose, der Zustand ganz bewusst genutzt wird um einen internen Prozess zu bearbeiten.

Mein Tipp ist dabei ganz klar, sich Tätigkeiten zu suchen, bei denen du die Zeit vergisst. Wie cool ist das denn, wenn du so fokussiert bist, dass du erst wieder auf die Uhr guckst wenn du fertig bist und völlig vergessen hast, dass schon Abend ist. Dann bist du an deinem Sweet Spot und kommst dem Glücksgefühl wahrscheinlich schon ziemlich nah.

auszeit

Seit ein paar Tagen sind wir im Busch unterwegs. Nachdem wir seit Oktober in Sansibar sind und zuerst richtig Gas gegeben haben um die Lodge für die Weihnachtssaison fertig zu bekommen ging es dann noch einmal hoch her um unseren Gästen das bestmögliche Erlebnis zu bieten. Jetzt haben wir uns zum Anfang des Jahres eine kleine Auszeit mit Freunden gegönnt und sind mit einem Offroader 14 Tage im südlichen Tansania unterwegs.
Die Lodge ist genau das, was ich diesen Winter machen möchte. Ein volles Haus haben ebenfalls und trotzdem kann es ganz schön schlauchen, immer für etwas verantwortlich zu sein. Vor allem fällt es mir schwer mich still auf eine Sache zu konzentrieren und an einer Website, einem Blogbeitrag, einem neuen Webinar oder einer neuen Podcastfolge zu arbeiten.

Jetzt überlasse ich die Tourenplanung anderen, manchmal fahre ich das Auto, muss mir die Route aber nicht selber aussuchen. Die Landschaft wechselt, zieht vorüber, Gedanken kommen und gehen und ich habe unzählige neue Eindrücke, die ich verarbeiten darf. Meinen englischsprachigen Podcast sende ich 100 Tage lang täglich und die Eindrücke der Reise dürfen dort ebenfalls mit einfliessen.

Von Daressalam geht unsere Reise in Tansanias Süden. Durch den Mikumi Nationalpark, den Malawi See, den Tanganyika See eventuell den Katawi Nationalpark, den Ruha Nationalpark und quer zurück durchs ganze Land nach Daressalam.

Ob man es nun verlassen der Komfortzone, Urlaub, Auszeit, Abwechslung oder wie auch immer nennt sei einmal dahin gestellt. Es ist was ich brauche um hoch kreativ und produktiv zu sein und zu bleiben.

Wie ist es bei dir? Was brauchst du?

die lodge ist fertig

Ich hatte ein grosses Ziel für das Ende des Jahres. Zum einen wollte ich den europäischen Winter in den Tropen verbringen und zum Anderen wollte ich die Lodge in Kizimkazi fertig stellen. Beides wäre vor 5 Jahren ein unrealistischer Traum gewesen.
Zwei Dinge haben sich seitdem verändert. Ich habe eine Idee davon, wer ich sein möchte auf dieser Welt und richte meine Entscheidungen danach aus. Ausserdem habe ich meine Verpflichtungen (insbesondere Besitz) so weit reduziert, dass ich ungebunden agieren kann und wesentlich mehr Geld zur freien Verfügung habe als zuvor. Reduzieren fällt mir immer und immer leichter, weil ich ja weiss wozu und jeden Tag erlebe was ich auf der anderen Seite dazu gewinne.

Nun also die Lodge. Wichtig für mich ist, dass ich mich nicht über die Lodge definiere oder diese benötige um glücklich zu sein. Ich verstehe sie lediglich als Projekt. Ein spannendes Projekt, welches mir ermöglich viel Zeit in Sansibar zu verbringen, aber halt auch nur ein Projekt. Eines mit dem ich andere Menschen erreichen kann. Eines mit dem ich meine Philosophie vom einfachen Leben vermitteln kann. Eines mit dem ich auch anderen Menschen eine schöne Zeit schaffen kann.

Und seit Anfang Dezember ist die Lodge fertig und wir hatten einen Monat lang eine volle Hütte.
Es gibt zwar noch Dinge zu verbessern und zu ergänzen. Wir haben auch erst ein Viertel unseres Grundstücks in die Lodge mit einbezogen. Jetzt warten wir erst einmal das Feedback der Gäste ab und sehen dann Ende 2017 weiter. Macht es Sinn zu erweitern? Was wird von Gästen am meisten gewünscht? Was ist uns selber wichtig. Und dann sehen wir weiter.

Für jetzt heisst es erst einmal ‚Karibu sana‘, herzlich willkommen in der Caveman Lodge in Sansibar.

das puzzle

Das ganze Leben ist ein Spiel.

Welche Kinder sind diejenigen, die ein grosses Puzzle am schnellsten und mit der meisten Freude lösen?
Es sind diejenigen, die das Puzzle als ein grosses Spiel betrachten und die eine Strategie haben, die sie dann mit ganz viel Lockerheit und vielem Testen umsetzen.

Wenn Du dir dann einmal die Menschen anschaust, die ihr gesamtes Leben mit einem größtmöglichen Maß an Freude leben, dann haben diese eine ganz ähnliche Leichtigkeit in ihrem Sein.
Denn das ganze Leben ist wie ein grosses Puzzle. Manchmal weiss man gar nicht wo man anfangen soll. Die Kunst ist dann, es einfach irgendwo zu tun. Man nimmt das erste Teil und hält ein zweites daneben. Und dann… das Dritte, das Vierte und so weiter. Irgendwann findet man zwei die zusammen passen und so wird es immer leichter. Manchmal übersieht man ein Teil und man hat alle anderen zweimal oder häufiger in der Hand. Wer jetzt die Ruhe verliert und versucht mit viel Kraft zwei Teile zusammen zu fügen die nicht passen wird scheitern.

So ist es doch auch im Leben. Wer die Leichtigkeit behält, dem scheint das Leben und das Glück schlichtweg leichter zu fallen.
Wir können uns noch so viele Gedanken machen, wir wissen es im voraus nicht, ob ein Vorhaben gelingen wird oder nicht. Was hilft ist testen. Wann auch immer ich mich mit meinem Podcastpartner Tony über Marketingstrategien unterhalte verweist er mich fast immer aufs: TESTEN. Er sagt, er habe zwar eine Meinung und eine Idee was bei ihm funktionieren könnte. Ob es aber auch dem Markt, also anderen Menschen gefällt wisse er nicht sicher. Also testen! Wie beim Puzzle. Einen Plan, zu haben, zum Beispiel alle Randteile heraus zu suchen oder nach Farben zu sortieren kann enorm helfen. So auch im Leben. Überleg dir wo du hin willst und wie du denkst dort hin zu kommen. Und dann teste. Mit ganz viel Leichtigkeit. Denn du wirst an den Punkt kommen, an dem es nicht weiter geht. Es liegt jetzt an Dir ob du diesen Punkt als Wendepunkt, Feedback, Scheitern oder einfach nur das richtige Puzzleteil am falschen Ort ansiehst. Kaum ein Kind wird ein „falsches“ Puzzleteil wegwerfen, sondern es stattdessen auf Seite legen und es an einer anderen Stelle erneut versuchen. Irgendwann wird es passen.
Mit ganz viel Leichtigkeit.

Mach dein Leben zu einem Puzzle!

zeit zur reflexion

Ich bin jetzt seit über 2 Monaten in Afrika und bin immer noch dabei anzukommen. Wir hatte durchgehend Gäste und gleichzeitig haben wir an 4 weiteren Räumen gebaut um diese für die Weihnachtszeit fertig zu stellen. Ausserdem suchten wir einen Koch, Gärtner und Nachtwächter. Es gab also auf verschiedenen Ebenen sehr viel zu tun. Parallel dazu habe ich an meiner Eventplanung für 2017 gefeilt und ein grosses neues Projekt mit Launch im April 2017 gearbeitet. Nicht zu vergessen die bestehenden Kunden, für die ich an laufenden Aufträgen gearbeitet habe.

Ich habe also viel zu tun und bin in so einer Situation, wenn etwas einmal nicht funktioniert, besonders leicht aus der Bahn zu werfen. So gibt es zum Beispiel mehrfach die Woche für einige Stunden Stromausfall oder geplante Arbeiten werden nicht gemacht und Arbeiten tauchen einfach nicht auf, Dinge sind nicht fertig, das Internet fällt aus oder es beginnt plötzlich in Strömen zu giessen oder es schreit jemand während einer Podcastaufzeichnung. Wir haben kein warm Wasser, eine Fahrt in die nächste Stadt dauert 2 Stunden…

Wenn das Leben also auf Fotos wie das Paradies aussieht, so kann das tagtägliche Leben trotzdem teilweise frustrierend sein.

Das zeigt mir wieder einmal, das es überhaupt nicht an den äusseren Umständen liegt, ob man mit seiner Situation zufrieden ist oder nicht, sondern ausschliesslich an der eigenen Geisteshaltung. Ich könnte also über mein Leben und die Situation schimpfen oder wenn mal gar nichts läuft, mache ich halt meine Meditations- und Sportübungen oder ich gehe eine Runde am Strand spazieren.

Für das Weihnachtswochenende nehme ich mir eine Auszeit bei Freunden in Daressalam, geniesse es, zwei Tage nichts organisieren zu müssen (und schreibe diesen Post).

Früher habe ich mal gedacht, dass ich zufriedener wäre und mir weniger Unangenehmes passieren würde, wenn sich meine Umstände ändern. Heute sehe ich, dass dann halt andere Dinge passieren und ich genau genommen schon immer die Freiheit hatte mein Leben lockerer zu nehmen.

Wenn du also jetzt schon mit deinem Leben zufrieden bist, nutze doch die Feiertage für eine dankbare Reflexion. Falls du mit deinem Leben unzufrieden bist, dann nutze die Feiertage doch ebenfalls für eine Reflexion. Wofür könntest zu jetzt schon glücklich und dankbar in deinem Leben sein. Was ist das, was hätte alles viel schlechter sein können. Starte von einem Standpunkt der Dankbarkeit aus und betrachte in einem positiven Sinne die Dinge, die du obendrein noch zum Besseren verändern kannst.

Ich selber besitze so wenig Dinge wie seit 20 Jahren nicht mehr. Ich lebe so improvisiert wie noch nie und so entspannt wie selten zu vor. Ich freue mich über meine Freunde, über meine Projekte und vor allem darüber, dass du diese Zeilen liest.

Vielen Dank. Florian

back to the roots

Dienstag morgen, nach einem verlängerten Wochenende (Freitag und Montag waren Feiertag in Sansibar) sitze ich nach vier Tagen wieder einmal am Rechner, checke Emails, bearbeite Buchungen und nehme Podcast auf.

Es drängt sich mir eine Frage auf: Was mache ich und was schreibe ich zukünftig in meinem Blog?
Seitdem ich regelmässig den deutsch- und den englischsprachigen Podcast aufnehme, ist mein Artikelschreiben deutlich in das Hintertreffen geraten. Obwohl ich mir auch für die einzelnen Podcastsendungen im Vorfeld viele Gedanken mache, bleiben die Sendungen trotzdem sehr spontan und irgendwie freier als die Blogbeiträge. Das gesprochene Wort unterscheidet sich häufig deutlich vom geschriebenen und darf viel unausgereifter bleiben. Mir liegt das extrem und trotzdem möchte ich weiter schreiben.

Es fällt mir deutlich leichter zu sprechen, weil ich dann nicht direkt meine Worte vor Augen habe und beginne, diese unmittelbar nach dem Schreiben zu hinterfragen. Dadurch sind meine Podcast flüssiger, spontaner und etwas ungenauer. Nichtsdestotrotz liebe ich es, Dinge aufzuschreiben und auf diesem Blog zu teilen.

Deshalb habe ich mir vorgenommen, wieder stärker zu den Wurzeln des Bloggens zurück zu kehren. Ich werde nicht versuchen druckreife Artikel zu schreiben, sondern wieder stärker ein Logbuch, ein Weblog… zu schreiben.

Seitdem ich begonnen habe zu schreiben hat sich mein Leben deutlich verändert. Ich sitze nicht mehr die meiste Zeit in Berlin in einem dunklen Büro mit Neonleuchten, in dem ich mir ein abenteuerliches Leben an fernen Orten mit tollen Reisen und einzigartigen Erfahrungen wünsche. Ich bin immer noch der selbe Typ, ich habe immer noch Wünsche und Träume und Reiseziele und und und…
Ich erlebe immer noch Frust und kann mich immer noch über Dinge ärgern und habe häufig den Eindruck ich bin genau so unperfekt, und auf der Suche wie ich es schon immer war und wahrscheinlich auch immer bleiben werde.

Verglichen mit meinem Leben von vor 5 Jahren, lebe ich allerdings bereits einen Grossteil der Träume, die ich damals hatte. Das habe ich geschafft indem ich begonnen habe auf mein Herz zu hören anstelle auf den Verstand.
Deshalb werde ich dich von nun an wieder stärker mit auf meine Reise nehmen, kürzere und längere Geschichten aus dem Alltäglichen erzählen und hoffentlich einen Teil der Begeisterung vermitteln, der mich hier hin gebracht hat und dich eventuell ermutigt ebenfalls deinen eigenen Weg zu gehen.

Wieder bloggen! Über die Einfachheit des Glücklichseins!

Der glückliche Unternehmer Podcast

Bildschirmfoto 2016-06-21 um 11.25.56Zu Gast beim glücklichen Unternehmer Podcast habe ich ein spannendes Gespräch mit Jochen geführt. Falls dich interessiert warum ich tue was ich tue, und bin wer ich bin… dann hör mal rein.

Viel Spaß dabei.

Übrigens tolle Tipps in einem kleinen aber feinen ebook von Jochen der in Folge 37 zu Gast beim „simplicity of happiness Podcast“ war, gibt es hier: http://unternehmer.link/gluecklich

 

 

one family?

Imagine somebody could tell you where you´re actually from. A journey around the world and it all sums up to be you.

This is a commercial, but well, what would happen, if you´d find out all, the people you hate most are actually your ancestors?

End the end,we are one family. Amazing:

relations matter most

Screenshot 2016-05-05 10.56.02This TED talk really is worth being watched. It’s about a 75 year long happiness study which comes to one conclusion: The quality of relationships is what matters most in life.

Those who were the most satisfied with their relationships in their 50s were the healthiest in their 80s. Just watch yourself:

 

wanna play?

Don’t we all have our issues that let us believe there is something we can’t do?

what makes up an adventurer?

What it means to be human.
A man who is never comfortable with the situation he is in talks about becoming the adventurer of the year by National Geographic.

Cory Richards, a Highschool dropout who believes that the richness comes with struggle:

die wüste hat mich voll erwischt

 

Ich liebe diese Geschichte eines Teilnehmers der Sahara Experience des letzen Jahres. Falls Du auch deine Grenzen kennen lernen und deinen Horizont erweitern möchtest, sag mir Bescheid.

Jeder kennt wohl den Ausspruch „schick Ihn in die Wüste“. Woher das wohl kommt?
Als ich meiner Familie und Freunden sagte, dass ich in die Wüste gehe, bekam ich zuhören: „Wie, gehen?“, „Warum sowas Sinnloses?“, „Das ist doch total gefährlich!“. Als ich dann noch erzählte, dass ich wegen der Arbeit in die Wüste gehe, erntete ich nur noch mitleidige Blicke. Für das, was mir MEIN TRIP durch die Wüste gebracht hat, hätte ich zum damaligen Zeitpunkt schon anfangen können zu feiern.
Ich bin nicht als besserer Mensch wiedergekommen, auch nicht mit einem besseren Sitzfleisch, bin auch kein radikaler Moslem geworden. Eigentlich bin ich ich geblieben.
Das mit dem Sitzfleisch lässt sich schnell erklären: Ich habe zweieinhalb  Tage auf einem Dromedar verbracht. Es macht, glaube ich, keinen Unterschied, ob man in einer kleinen Jolle bei Sturm über die Nordsee fährt oder auf so einem Tier völlig entkräftet nach Hause will. Es schaukelt wie Sau.
Ich habe einen Job, in dem ein Projekt nach dem nächsten kommt und die Ruhephasen am Wochenende nicht mehr ausgereicht haben. Ich hing mit dem Kopf noch im letzten Projekt, da musste ich das nächste schon vorbereiten. Nichts Ungewöhnliches heutzutage. Ich mache diesen Job auch schon ein paar Jahre. Habe die Firma gewechselt. Nichts Aufregendes, aber trotzdem hat es sich so verdammt falsch angefühlt. Ich hatte das Gefühl, ich werde nicht glücklich, und mit meinem Chef klappt das auch nicht.
Der Wüstentrip, wenn ich mich nur mal auf dieses Thema beschränke, war für mich die Möglichkeit alle Gedanken, die mir durch den Kopf rauschen, kommen und gehen zulassen. Sie zu Ende zu denken und akzeptieren zu lernen. Das habe ich auch geschafft.
Ich hatte gedacht, ich brauche dafür die vollen fünf Tage und habe keine ZEIT, die anderen Teilnehmer kennenzulernen.
Nach zwei Tagen Denken war ich mit meinen Themen durch- dann hat hat mich allerdings die Hitze so in die Knie gezwungen, daß ich dann zweieinhalb Tage schaukelnd auf dem Dromedar sitzend eine neue Dimension der Wüste kennen lernen durfte. Damit hätte ich nicht gerechnet. Nachteil: Ich war wieder von der Gruppe getrennt.
Man kann sagen, die Wüste hat mich voll erwischt. Nicht nur dass es dort zu heiss für mich ist. Als ich wieder zuhause war, habe ich gemerkt, wie dieser kleine Fleck der Erde mich bereichert und inspiriert hat.
Es gäbe soviel zu erzählen von Vielfalt, Erfahrungen mit der Natur und seinem eigenen Körper, mit Menschen, die einfach aus den Tiefen der Wüste auftauchen und dorthin auch wieder verschwinden, über Gewohnheiten, die wichtig sind, über Kommunikation und …
Das alles wird in einer wunderbaren, persönlichen und professionellen Art von Florian begleitet!

Jan R.

ein erfolgreiches jahr 2016

Der Jahreswechsel ist nur eine willkürlich festgelegte Zahl bzw. eine Änderung der Jahreszahl. Doch manchmal brauchen wir eine Kreuzung oder einen Wegweiser, an dem wir stehen bleiben, zurück schauen und uns über den weiteren Weg klar werden.

Dazu eignet sich eben auch der Jahreswechsel hervorragend. Wie war das letzte Jahr? Was nehmen wir uns für das kommende Jahr vor. Dabei bestimmen wir selber ob der Rückblick positiv oder negativ ausfällt. Egal wieviel Schlimmes uns passiert ist, es hätte noch schlimmer kommen können und egal wieviel Gutes uns widerfahren ist, auch das hätte noch viel besser sein können.

Insofern schaue ich vor allem auf die guten Dinge und freue mich darüber, dass ich sie habe erleben dürfen. Alles was nicht so optimal gelaufen ist, erscheint dann schon in einem wesentlich milderen Blick und hilft mir es einfach als Hinweis für die Zukunft zu sehen. Was könnte ich beim nächsten Mal anders machen. Sich grämen hilft leider nicht.

Für die Zukunft habe ich viele Ideen, was ich so machen könnte. Falls Du Dir auch gerne tausend Sachen auf einmal vornimmst, ist mein Tipp sich auf eine einzige Sache zu konzentrieren, die Du in diesem Jahr erreichen möchtest. Das schärft den Fokus und erhöht die Aussicht auf Erfolg. Meist ändern sich dann auch auf dem Weg zur Umsetzung viele andere Details.

Also Fokus aufs Positive und Konzentration auf ein grosses Ding für 2016. Viel Erfolg dabei und alles Gute zum neuen Jahr.

frohe weihnachten

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, die Feiertage und die größten Erwartungen des Jahres stehen vor der Türe. Genauso, wenn nicht sogar noch mehr als im restlichen Jahr lässt sich zur Weihnachtszeit an Zurückhaltung und Konzentration aufs Wesentliche arbeiten.

Vielleicht gibt es deshalb jedes Jahr aufs Neue das grösste Konsumfest zum Abschluss. Um sich noch einmal zu Besinnen und zu Fragen: Was ist mir wirklich wichtig?

1) Vielleicht macht es Sinn, sich nicht eine ganze Reihe von Dingen zu Wünschen sondern nur eines, und dieses dann so richtig zu genießen.
2) Dasselbe gilt auch für die Erwartungshaltung zu den Festtagen. Neben den 1000 anderen Sachen, die möglichst perfekt sein sollen, was ist die EINE Sache, die Du dir für die Feiertage wünschst (EIN gutes Essen? EIN guter Rotwein? EIN gutes Gespräch? oder EIN gutes Konzert?). Was es auch sein mag. Konzentriere Dich auf eine einzige Sache.
3) Zeitgleich, steht das neue Jahr vor der Türe. Wenn es nur eine einzige Sache geben könnte, die sich kommendes Jahr ändern würde, welche sollte dies sein?

Bis dahin wünsche ich Dir bestes Gelingen für den 1. Schritt in Deine Zukunft und ganz viel Gelassenheit.

Zu Erwartungshaltungen habe ich ausserdem einen Podcast aufgenommen. Hör mal rein:

Sahara Referenzen I.

Nichts sagt soviel aus, wie die Meinung derjenigen, die dabei gewesen sind. Ich freue mich sehr über tolle Rückmeldungen, die ich zu den verschiedenen Reisen in Sahara bekommen habe. Vielleicht ist es ja am 05.April 2016 auch etwas für Dich?

„Die Saharatour mit Florian war eine fantastische Reise in eine wunderbare Welt. Die Lokalisation, für mich komplett neu, bezogen auf Landschaft, Kultur, temperatur-bedingte Herausforderungen und alltäglichen Kontakt mit Nomaden, die uns durch die Wüste führten waren die perfekte Grundlage dafür, aus dem Alltag auszubrechen und eingefahrene Verhaltensweisen und Gewohnheiten zu hinterfragen und überdenken. Die täglichen 1-2 Stündchen locker gestalteten „workshops“ mit Florian mit wechselnden Themen über zwischenmenschliche Kommunikation und Erwartungshaltung im tagtäglichen Umgang mit Mitmenschen, nur als Beispiel zu nennen, gaben Denkanstöße für den täglichen Gebrauch. Der Rahmen der Tour gibt jedem Einzelnen den Freiraum, mit sich selbst zu sein oder in Gesprächen mit den Mitreisenden zu diskutieren. Die wunderbare und sehr zurückhaltend-freundliche Begleitung der beiden Nomaden, die ganz nebenbei aus den einfachsten Zutaten die köstlichsten Gerichte zauberten, gab einen unbezahlbaren Einblick in die Lebensweisheiten, Braeuche und Einstellungen zum Leben dieser sehr zufriedenen Menschen, die den Minimalismus in Einklang mit der Natur leben. Eine unbezahlbare Erfahrung in jeder Hinsicht bei dem jeder in der einen oder anderen Art an seine Grenzen stößt und somit ein bisschen wächst mit dem Setzen neuer individueller Grenzen.“
Claudia Z.

am ende der welt – in ibo

Letzte Woche habe ich Jörg getroffen. Er mir eine schöne Geschichte zum Thema: Wann hast Du das letzte Mal etwas zum ersten Mal getan erzählt hat. Eine Geschichte über sich selbst. Mehr als 10 Jahre zuvor hatte er seinen Job in Deutschland an der Nagel gehängt und sich auf sein Fahrrad gesetzt und ist fortan Richtung Süden gefahren. Ich habe ihn im südlichen Ostafrika auf einer kleinen Inseln in einem verfallenen und fast vergessenen portugiesischen Städtchen, welche viele als geheime Perle im indischen Ozean bezeichnen, getroffen.

Wie bitte? Wo? Weshalb? Wie Du eventuell bereits in vorangegangenen Beiträgen gelesen hast, reise ich zur Zeit wieder ein wenig. Während der Wahlen in Tansania und somit auch Sansibar haben wir uns ins südlich gelegenen Moçambique, ein Land der gut versteckten und bezaubernden Mysterien begeben. Währenddessen verliefen die Wahlen nicht wirklich reibungslos, wurden annulliert und im Januar wiederholt, aber darüber schreib ich ein anderes mal.
Aus Europa kommend wirkt ja Marokko bereits wie aus einer Zeit. Der Unterschied zu Tansania ist allerdings noch einmal genauso gross. Und nun Mocambique. Obwohl ein Nachbarland Tansanias wirkt es teilweise wie aus einer anderen Welt. Das Armutsgefälle nimmt sogar noch einmal zu. Das meist kein Englisch und auch häufig kein Kisuaheli gesprochen wurde und mein Portugiesisch nicht vorhanden ist, ließen den Unterschied sogar noch größer wirken.
Als Land musste Moçambique ja nicht nur gegen eine, sich erst sehr spät zurück ziehende, Kolonialmacht kämpfen, sondern im Anschluss an die Unabhängigkeit auch noch gegen eine von Apartheidgedanken beförderte Einmischung Rhodesiens und Südafrikas. Dies führte zu einem Jahrzehnte andauernden Bürgerkrieg, der eigentlich als Stellvertreterkrieges gesehen werden müsste. Seit dem Ende dieses Krieges 1994 musste das gesamte Land sozusagen aus den Trümmern des Krieges wieder neu aufgebaut werden. Und das zieht sich nach wie vor.
Nachdem wir nach Pemba, im Norden Moçambiques geflogen sind und uns wunderten wie wenig sich in 4 Jahren verändern kann bzw. sogar vieles weiter verfällt, nahmen wir den lokalen Bus Richtung Quirimba Nationalpark im Norden. Da man sich hier eher an Südafrika als am Sonnenstand orientiert, geht bereits kurz nach 4 die Sonne auf, dafür ist es um 5 Uhr nachmittags bereits wieder dunkel. Unser Bus fuhr also 4:30 Uhr los. Das heisst er fährt erst einmal eine Stunde durch die Stadt, um eventuell noch alle Sitzplätze zu füllen und dann irgendwann los. Da man vorher nicht weiss wie lange der Bus noch durch die Stadt tingelt, ist es wirklich besser bereits um 4:30 Uhr da zu sein, um den Bus zu erwischen.
Für die nächsten 5 Stunden ging es zur Hälfte über Teerstrassen, zur Hälfte über Sandpisten ca. 120km in den Norden. Nur wenige Siedlungen mit vereinzelten Häusern lagen am Wegesrand. Der Rest bestand aus trockenstem Busch dem man das nahende Ende der Regenzeit ansah.
Als wir schließlich den kleinen Ort, an dem wir eine Fähre bekommen wollten erriechten, gab es natürlich kein Wasser: Ebbe. Demzufolge auch keine Fähre und auch diese stellte sich nach einigen Stunden warten lediglich als traditionelle arabische Dau heraus in die einfach mit so vielen Menschen, Gepäck und einem Motorrad bepackt wurde, bis uns nur noch Zentimeter zur Wasseroberfläche trennten. Nun ja, ich kann ja schwimmen… und auf ging es durch die Mangroven hin zur verfallenen ehemaligen Hauptstadt der Nordprovinz, damals bedeutenden Handelsstadt, dem Zentrum der Quirimbas: Ibo.
Seitdem der Hafen von Ibo endgültig nicht mehr genug Tiefgang für die einlaufenden Schiffe hatte und somit nach Pemba verlegt wurde geriet die Stadt immer weiter in Vergessenheit und der portugiesische Charme bekam erst Patina und zerlegte sich dann zusehends in Sand und Schutt. Eine Stadt der Ruinen, die Hauptstrasse aus Sand, verlassene Bürgersteige und umrankte verfallende Häuser. Ein malerisches. Überbleipsel einer vergangenen Zeit.
Vereinzelt haben in den letzten Jahren einige Häuser einen neuen Eigentümer gefunden und wurden liebevoll restauriert.

Hier habe ich Jörg getroffen.

Nachdem er nämlich vor über 10 Jahren mit einem Freund auf ihre Fahrräder Richtung Süden gestiegen ist, sind über den Balkan, die Türkei, Ägypten, Sudan, Äthiopien, Kenia, Tansania bis nach Moçambique gestrampelt. Später noch bis nach Südafrika. Zwei Jahre warenunterwegs mit vielen Zwischenstopps an Plätzen, die ich nicht mal auf der Landkarte finden würde unterwegs.
So kamen sie mit ihren Rädern irgendwann und irgendwie (wahrcheinlich mit derselben alten Dau) nach Ibo und trafen im Schatten einer absoluten Sonnerfinsternis die Entscheidung, dass sie hierher wohl wieder zurückkehren müssten. Das taten sie auch. Zwei Jahre später, nach Zeit in Maputo und Südafrika und Beendigung ihrer 12.000km Fahrradtour.
Sie kauften sich darauf hin eines der verfallensten Häuser, welches allerdings die schönsten und größten Bäume der Insel auf dem Grundstück hatte. Zwei massive alte Mangobäume stehen vor dem Eingang und sie nannten es Miti Miwiri (zwei Bäume). Nach weitere zwei Jahren der Restauration und des Aufbaus haben sie sich einen der schönsten Plätze auf Ibo und ein exzellentes Boutique Hotelgeschaffen.
Schöne Fotos Miti Miwiri und Ibo gibt es auf übrigens auf deren Facebook Profil.

All das konnte nur passieren, weil da jemand in Heilbronn auf sein Fahrrad steigt und sich nicht mehr um Konventionen und Erwartungen anderer schert sondern beschließt seinem Herzen zu folgen. Die beiden sind ihrer Passion gefolgt und sind der Welt offen und neugierig entgegen getreten und sie haben, ohne einen Plan dahinter zu kennen, die Möglichkeiten genutzt, die sich ihnen gegeben haben.
Vor einen paar Jahren noch haben Freunde und Familie die beiden für verrückt gehalten, heute machen sie bei Ihnen Urlaub.
Natürlich hatten sie ihre harten Zeiten und es war und ist nicht alles einfach aber die beiden leben ihren Traum! Jeden Tag aufs Neue.

Kennst Du diese innere Stimme? Hör doch mal auf sie?

schaffe dir routinen

Ich habe Anfang diesen Jahres schon einmal einen Beitrag über das Lernen neuer Routinen geschrieben. Damals ging es um meine Versuche, in Stone Town meinen Weg nach Hause zu finden. Obwohl ich versuchte jedes Mal den selben Weg zu wählen, habe ich mich immer wieder, sobald ich mich nicht konzentriert habe, an der einen oder anderen Stelle verlaufen. Jetzt war ich wieder in Stone Town:

Nachdem ich die Fähre verlassen habe, bin ich erstmal zu meinem Lieblingscafé gelaufen. Das Stone Town Café ist eines der wenigen Orte, an dem man auf Sansibar guten Kaffee bekommt. Danach machte ich mich weiter auf den Weg zum Dalladalla Sammelplatz um weiter Richtung Kizimkazi in Südsansibar zu kommen. Dies war zufälligerweise genau derselbe Weg wie mein Heimweg Anfang des Jahres. Rate mal… ich hab mich nicht verlaufen. Mich haben zwar immer wieder Menschen angesprochen um mir „Was-auch-immer“ zu verkaufen, ich habe mich gut gelaunt auf Gespräche eingelassen und mich plötzlich an einem Ort wiedergefunden habe, ohne zu wissen, wie ich dort hingekommen bin. Das machte mir allerdings nichts, ich hatte mich hier schon so oft verlaufen, dass ich einfach weitergelaufen bin. Siehe da, ich war genau richtig.
Schon komisch, dass ich mich nicht verlief, obwohl ich garnicht wusste wo ich war. Irgendwie ist in meinem Unterbewusstsein wohl der Weg nach Hause abgespeichert. Ich bin sozusagen mit Autopilot gelaufen.
In diesem Jahr habe ich schon einiges über Routinen und Gewohnheiten (habits) gelesen und auch geschrieben. Trotzdem hat es mich umgehauen, zu sehen wie stabil solche Routinen sein können. Ich hatte ja die Routine nicht verlernt sondern einfach eine Weile nicht mehr abgerufen. Es war alles noch da und ich musste wirklich lachen, dass es mir jetzt so leicht fiel.
Es war auf der einen Seite auch schon erschreckend zu sehen, wie stark uns Routinen und Gewohnheiten beeinflussen und lenken können, das heisst ja leider auch die negativen.
Auf der anderen Seite war es auch toll zu wissen, dass ich neue Routinen lernen kann und die so fest sind, dass ich damit auch Negative in Positive verändern kann.

Allerdings braucht es eine Weile an täglicher Wiederholung, die immer auf dieselben Auslöser folgt um einen Prozess zu automatisieren. Wissenschaftler glauben, dass es von einer Woche bis hin zu einigen Monaten dauern kann um eine neue Routine zu schaffen. Bei mir hat es ca. 10 Tage gedauert um ohne höchste Konzentration den Weg nach Hause zu finden. Allerdings musste ich dabei auch kein bestehendes Verhalten überschreiben, sondern ausschliesslich ein Neues lernen.

Wenn Du auch ein automatisiertes Verhalten oder Gewohnheit hast, welches Du gerne verändern möchtest, mach Dir einen guten Plan wie Du die ungewünschte Routine ersetzt. Du kannst ja leider nicht einfach aufhören, sondern Du musst aktiv etwas Neues suchen, was Du nach einem auftretenden Trigger machst. Denn eine Routine wird immer von etwas ausgelöst/getriggert:
1. Finde den Trigger, damit Du weisst, was Dein Verhalten auslöst.
2. Wie würdest Du Dich statt der bisherigen Routine lieber verhalten? Überlege Dir ein gewünschtes Verhalten.
3. Stell sicher, dass Dein neues Verhalten wirklich erwünscht ist. Frage Dich ob das neue Verhalten Dich zukünftig glücklich und stolz macht? Wenn ohne Einschränkungen ja, dann super. Wenn auch nur die kleinste Unsicherheit vorliegt, denke nochmal drüber nach.
4. Versuche Dich in eine Situation zu bringen in der Dein Trigger auftritt und zwinge Dich dann zum neuen Verhalten. Übe das ein paar Mal um in einer nicht geplanten Situation trotzdem direkt zu wissen, was Du tun willst.
5. Falls Du einmal in dein altes Verhaltensmuster zurückfällst, mach Dir klar, dass Du gerade mit deinem Plan gescheitert bis (was nicht schlimm ist) und beginne nochmal mit Punkt 3.
6. Arbeite mindestens einige Wochen aktiv an Deiner neuen Routine.
7. Machs täglich!

Na dann viel Erfolg und vor allem Spass mit der getunten Version Deiner selbst.

freunde

Ein Freund ist ein Typ der Dich mag, obwohl er Dich kennt!
Genau darum geht es. Absolute Offenheit, Ehrlichkeit, Verletzlichkeit, einfach echt sein. Wenn Du so sein kannst, wie Du bist, ohne Dich verstellen zu müssen, dann bist Du unter echten Freunden. Das ist meiner Meinung nach der Unterschied zwischen Bekannten und Freunden. Ersteres mögen Menschen sein, die uns sympathisch sind, aber bei denen wir immer noch Rücksicht darauf nehmen, dass wir ihnen nicht zu Nahe treten. Bei Freunden dürfen wir das innere nach aussen kehren. Das sind Menschen denen wir helfen ohne etwas im Gegenzug zu erwarten. Gleichzeitig sind es Menschen, die wir jederzeit um einen Gefallen bitten können ohne etwas schuldig zu sein. Menschen denen wir vertrauen.

Ich habe schon häufig gehört, dass Familie viel wertvoller sei als Freunde? Denn, ist es nicht die Familie, die Gesellschaften zusammenhält, beziehungsweise in den vergangenen Jahrhunderten zusammen gehalten hat? Und ist nicht vielmehr der Verfall der Familienstrukturen ein Grund der unseren heutigen Sozialstaat so sehr fordert?
Dabei bin ich mir ehrlich gesagt nicht sicher. Ich glaube, dass dort entweder grosser sozialer Zwang vorhanden war oder aber die Familie so gross war, dass sich eben diejenigen innerhalb der Familie unterstützt haben darüber auch noch befreundet waren. Denn das eine schliesst ja das andere nicht aus. Familie ist ein Konstrukt in das wir herein geboren werden. Bei den meisten Menschen beruht dieses auch verwandtschaftlichen Verhältnissen, bei manchen auch nur auf dem Glauben, dass es verwandtschaftliche Verhältnisse gäbe. Daran zeigt sich mir, dass es eine Familie per Naturgesetz nicht gibt. Sondern es ist unsere eigene Wahl wie wir zu Familienmitgliedern stehen. Insofern können Familienmitglieder ja auch den Status von Bekannten oder Freunden haben.
Wichtig ist es Menschen so zu akzeptieren wie sie sind und sie zu lieben ohne sie ändern zu wollen. Zu Vertrauen!

Menschliche Interaktion macht uns unter anderem erst zu Menschen, zu fühlenden Wesen. Mit Anderen emotional verbunden zu sein macht uns phychisch stärker, intelligenter und emphatischer. Freunde können Deine Familie sein.

Freunde sind keine Selbstverständlichkeit und sie sind freiwillig Deine Freunde.
Ehre Deine Freunde!
Schätze sie so wie sie sind. Sei ihnen immer ein Ansprechpartner!
Sag Ihnen, dass sie sich auf Dich verlassen können!
Vertraue Ihnen!
Sei ein Freund!

P.s.: Falls Du jemandem die oben im Bild zu sehende Postkarte haben möchtest, schreibe mir einfach und ich sende Dir ein paar zu.

totalschaden gibt es nicht

Seit ein paar Jahren versuche ich, nur Dinge zu besitzen, die ich auch tatsächlich benutze. Das führte zum Einen dazu, dass ich mich von vielen Dingen, so richtig vielen Dingen, getrennt habe und immer noch feststelle, dass ich zuviel besitze. Zum Anderen versuche ich Dinge nur noch zu ersetzen, wenn sie kaputt gehen, was eine völlig neue Frage für mich aufwirft. Wann sind Dinge eigentlich kaputt?

Bedeutet kaputt, dass ein optischer Schaden vorliegt oder ein technischer? Muss er so weit funktionieren, dass die Nutzbarkeit nur eingeschränkt ist oder der Gegenstand tatsächlich nicht mehr zu gebrauchen ist?

Selbst wenn er nicht mehr funktioniert, sollte ich nicht erst versuchen ihn reparieren zu lassen bevor er ersetzt wird? Das führt dann wieder zu meinem SSH Prinzip. Dinge die ich kaufe müssen für mich schön, sinnvoll und haltbar sein.

Diese Fragen habe ich für mich so beantwortet, dass ich auch optische Schäden gerne repariere weil ich es ästhetischer empfinde und technische weil ich nicht gerne weg werfe. Gerade bei technischen Geräten komme ich dabei immer wieder an den Punkt, dass mir ein Totalschaden nahe gelegt wird und ein Neukauf die einzige Möglichkeit zu sein scheint.

Ab welchem Punkt ist ein Totalschaden eigentlich ein Totalschaden?

Zum Beispiel ist mein Laptop durch einen einzigen Tropfen Wasser so ausser Gefecht gesetzt worden, das das Main-board durchgebrannt ist und eine Reparatur zwar möglich war, aber teurer als eine Neuanschaffung gewesen wäre.

Hallo? Wie kann dass denn sein? Es lag nicht einmal an der Arbeitszeit oder der Machbarkeit lag es nicht einmal, sondern an den Preisen der Ersatzteile. Das erscheint mir absolut nicht logisch. Schließlich werden die gleichen Komponenten verwendet wie beim erstmaligen Zusammenschrauben.

Mir scheint deshalb ganz klar zu sein, dass dies kein Totalschaden war, sondern lediglich eine wirtschaftliche Entscheidung der beteiligten Unternehmen um mehr Neugeräte zu verkaufen.

Als kurz danach unser Wohnmobil brennend stehen blieb und ein faustgrosses Loch im Motor zeigte, wurde mir ebenfalls von verschiedensten Seiten ein Totalschaden nahe gelegt. Meist waren dies Besitzer von sehr neuen und/oder Leasingfahrzeugen. Motor kaputt muss doch heissen ein neues Auto zu kaufen. Tatsächlich habe ich einen neuen (gebrauchten) Motor besorgt. Dieser wird nun eingebaut und dann geht’s weiter.

Dasselbe Prinzip lässt sich auf Handy insbesondere deren Display etc. weiter fortführen.

Für mich zeigten diese Erfahrungen jedenfalls noch einmal ganz deutlich, dass es einen Totalschaden erst dann gibt, wenn es komplett verbrannt ist oder sich ansonsten in die Bestandteile aufgelöst hat.

Meistens ist es eine aktive Entscheidung lieber etwas „Neues“ haben zu wollen und die Umstände einer Reparatur nicht mittragen zu wollen und kein Totalschaden.

Ich versuche mir deshalb vorwiegend Dinge anzuschaffen, die so gearbeitet sind, dass sie möglichst lange halten, so schön sind, dass sie mir auch lange gefallen und für den Fall, dass sie doch kaputt gehen, einfach zu reparieren sind.

Du entscheidest selber, was kaputt ist und was Du reparieren lässt!

zum ersten mal

Wann hast Du das letzte Mal etwas zum ersten Mal getan? An welches Erste Mal kannst Du Dich erinnern? Kennst Du noch das Gefühl der inneren Aufgeregtheit, weil Du nicht genau wusstest, was Dich erwartet? Das Gefühl wenn Du etwas zum ersten Mal schaffst? Oder etwas zum ersten Mal hinter Dir liegt? Der Stolz? Die Zufriedenheit? Das Glücksgefühl?
Das Tolle ist, das die Welt so voller Möglichkeiten ist, dass je mehr Du kannst und kennst, es auch immer mehr Dinge gibt, die Du zum ersten Mal machen kannst.
Wenn Du etwas zum ersten Mal tust, lernst Du etwas Neues. Dadurch entstehen Verknüpfungen in Deinem Gehirn, die es vorher noch nicht gab. Diese können sich auf Bestehende auswirken und plötzlich kann auch Bekanntes in einem neuen Licht erscheinen. Eventuell entdeckst Du auch Deine neue Leidenschaft.
Egal ob Du in Deinem Innersten danach strebst oder nicht, mein Rat ist es, so häufig wie möglich einmal etwas Neues zu probieren. Wenn Du alte Routinen aufbrichst, kannst Du Deine eigene Betriebsblindheit überwinden und Dich, Dein Leben und Deine Gewohnheiten einmal von aussen betrachten. Eventuell entdeckst Du Verhalten, die Du Dir gar nicht wünschst und Dir nicht darüber klar warst sie überhaupt zu haben. Dass ist nämlich das fiese an Gewohnheiten. Sie schleichen sich einfach so ein, manchmal ohne dass wir es mitbekommen.
Selbst wenn Du siehst, dass alles in Ordnung ist, ist das Schlimmste, was Dir passieren kann, dass Du Deinen Horizont erweiterst. Ich habe gemerkt, dass je weiter der Horizont eines Menschen ist, um so weniger Furcht (meistens Angst vorm Unbekannten) hat er. Mit Dingen, die wir neu lernen, die zuvor noch keinen Platz in unseren Denkmustern haben, kleben wir unserem DMN (default mode network) neue Notizzettel an den imaginären Kühlschrank. Doch dazu mehr im nächsten Beitrag von Lisa.

Da fällt mir noch ein, dass unsere Kinder fast jeden Tag etwas zum ersten Mal machen und somit gewöhnt sind täglich dazuzulernen. Die meisten Kinder fühlen sich dabei die meiste Zeit wohl. Erst wenn wir älter werden bauen wir die geistigen Mauern in unseren Köpfen auf. Also lasst uns wieder mehr Kind sein, so unbeschwert und glücklich wie lernende Kinder.

Mach’s einfach! Tu etwas zum ersten Mal!

Immer wieder!

P.s.: Falls Du jemandem die oben im Bild zu sehende Postkarte haben möchtest, schreibe mir einfach und ich sende Dir ein paar zu.

kopf hoch hilft

Ich habe es kaum geschafft in den vergangenen Wochen etwas zu schreiben. Im letzten Beitrag hatte ich ja bereits angedeutet, dass manchmal Dinge passieren, die man/die ich mir anders gewünscht hätte. Trotzdem muss man sich früher oder später diesen Dingen widmen und ihnen eventuell auch absolute Priorität einräumen. Das habe ich getan und vor allem sehr viel Zeit mit meinem Sohn verbracht.

Erst einmal vielen Dank für die vielen Nachrichten. Ich habe mich sehr darüber gefreut und Sufian ist wieder fit und fröhlich.

Und siehe da: Vieles sieht schon besser aus. Die meisten kleinen Probleme sind gelöst, auf dem besten Wege oder delegiert.

Nur Laptop und Emma haben noch einen drauf gesetzt. Direkt nach dem schreiben des letzten Beitrages hat mein Laptop nämlich den Geist aufgegeben. Scheinbar war er nicht wasserdicht! Somit stand dann mein gesamtes Büro unter Wasser und war vorübergehend lahm gelegt. Da er versichert war, ging nun zwei Wochen lang hin und her. Ob er denn zu reparieren sei oder nicht. Dann stellte sich ein Totalschaden heraus, so dass ich mir sofort einen Neuen kaufte und auf diesem diesen Beitrag schreibe.

Es hat sich wieder einmal gezeigt, wie gut es ist, dass ich mein Büro auf das Officeless Office umgestellt habe. Sobald ich einen neuen Rechner hatte, war ich innerhalb von 4 Stunden wieder einsatzbereit.

Das Wichtigste überhaupt war in den letzten Wochen allerdings, dass mein Kleiner wieder auf den Beinen ist. Sufian hat sich vollständig wieder erholt. Er geht, er läuft, er springt und hüpft. Vor allem lacht er den gesamten Tag. Selten zuvor habe ich so viel Lebensfreude in so kleiner Verpackung erlebt.

Es war toll zu sehen, dass er, obwohl es ihm nicht gut ging (er konnte wegen eines posttraumatischen Schocks anfangs nicht einmal selbständig sitzen) jede Gelegenheit nutzte um mit anderen Kindern zu spielen, zu scherzen und zu lachen. Relativ bald hat er auch schon über den Unfall gesprochen und erzählt was ihm widerfahren ist. Ich fand es erstaunlich, dass er sich sich zu keinem Zeitpunkt mit einem hätte, wenn und könnte aufgehalten hat, sondern sofort die jetzige Situation als gegeben akzeptiert hat und versuchte das Beste daraus zu machen. Auch seine Verletzungen, obwohl sie ihm weh taten, hat er irgendwie schnell als Teil seine Situation akzeptiert und sich über jede kleine Verbessung gefreut. Und es wurde immer besser. Erst konnte er wieder stehen, dann einen Schritt laufen, dann zwei, dann zwei Schritte alleine. Ungefähr drei Wochen lang wurde es jeden Tag besser bis es motorisch wieder der Alte war.

Ich habe mir vorgenommen, dass auch für mein eigenes Leben so umzusetzen. Kopf hoch und nach vorne sehen.

Sprich: Wenn mir etwas passiert, egal ob materiell oder nicht, körperlich oder seelisch, mir nicht selber Leid zu tun, sondern nach vorne zu gucken. Was zurück liegt kann icheh nicht ändern sondern stattdessen von hier an das Beste daraus machen.

Üben durfte ich das auch schon. Letztes Wochenende bin ich auf dem halben Wege in die Schweiz mit einem geplatzten Motor liegen geblieben. Sagen wir mal so: Ich habe es recht locker genommen, aber darüber schreibe ich anderes Mal mehr.

schuld, gerechtigkeit & gelassenheit

Ich habe eine Weile darüber nachgedacht, ob ich diesen Beitrag so veröffentlichen soll. Ob er nicht zu persönlich sei, habe ich mich gefragt und weshalb Du dies wohl lesen solltest. Allerdings geht es in allem, was ich tue, darum, Rückschlüsse aus Erfahrungen zu ziehen, um herauszufinden, was in meinem Leben essentiell, Luxus oder Ballast ist und um dann mit der richtigen Einstellung ein glücklicheres Leben zu führen. Genau das macht auch meine Seminare, Trainings und Reisen aus. Also musste ich dies hier Schreiben und ich hoffe Du hast etwas davon, es zu lesen:

Manchmal ist es so viel einfacher, wenn jemand eindeutig Schuld hat – am liebsten natürlich von meinem Standpunkt aus betrachtet.
Ich mag es, wenn Dinge und Situationen eindeutig und klar sind. Wenn es für mich nachvollziehbar ist, warum etwas so ist, wie es ist. Früher habe ich dabei meist die einfachen Zusammenhänge gesucht. Mittlerweile sehe ich oft, dass das Geschehen viel komplizierter sind.
Nichts desto trotz versuche ich die Zusammenhänge zu hinterfragen und zu verstehen. Das macht es mir einfacher zu akzeptieren, dass etwas so ist, wie es ist. Vielleicht ist dies ein Grund, weshalb ich mich oft auf die Suche nach dem großen Ganzen mache, auch wenn ich damit meistens noch scheitere.

Die letzte Woche war wieder Eine, in der ich mich gefragt habe, warum Dinge passieren, wie sie es tun. Wer trägt daran Schuld und kann dafür zur Rechenschaft gezogen werden, damit die Welt (meine Welt) danach wieder in Ordnung ist.

Aber… so läuft es leider nicht!

Anfang der Woche habe ich Unterlagen aus meiner Zeit in den USA gefunden und bin auf lang verschollene Freunde und Bekannte gestossen. Ich habe mich online auf die Suche begeben und zu vielen wieder Kontakt aufgenommen.
Auch mit einem meiner Gastbrüder hatte ich seit langem keinen Kontakt mehr. Ich stieß bei meiner Suche sofort auf vier Wochen alte Polizeibilder seiner Verhaftung. Geschockt lass ich Zeitungsberichte und musste feststellen, dass Josh den zweijährigen Sohn seiner Freundin umgebracht hat, weil sich dieser eingemacht hatte. Total geschockt habe ich tagelang daran gedacht und mich gefragt wie so etwas passieren kann. Wessen Schuld war es, dass es dazu kommt? Wer kann bestraft werden?

Ich war nicht gut beieinander in der Zeit und musste viel an meinen Kleinen denken, der zu dieser Zeit in Marokko war.

Da erreichte mich eine Anklageschriften von einer Person, die sich finanziellen Vorteil erhofft, wenn sie mich verklagt. Ich bin der Meinung, dass die Vorwürfe aus der Luft gegriffen sind. Ich muss mich dennoch dagegen wehren, Stellung beziehen und auf einen Prozess einlassen, da ansonsten zu meinen Ungunsten entschieden werden könnte. Ich verstehe dieses Vorgehen nicht. Ich war zutiefst getroffen und persönlich angegriffen und es fiel mir schwer darauf zu reagieren. Warum passiert das mir? Wessen Schuld ist das? Das ist so ungerecht!

Bereits in einem emotionalen Zustand, in dem ich mich kaum um solche (in meinen Augen) Lappalien kümmern kann und doch eventuell gezwungen bin einen Anwalt einschalten zu müssen, erreichte mich ein Anruf:

Mein Kleiner war zwei Tage vorher in einen schweren Verkehrsunfall mit seinen Großeltern in Marokko verwickelt.
Opa tot.
Oma schwerverletzt.
Sufian seit zwei Tagen auf der Intensivstation. Ich reiste sofort ab und verbrachte die kommende Nacht auf dem Flur und vor der Türe eines arabisch/afrikanischen Kinderkrankenhauses. Wer eines gesehen hat, weiss wovon ich spreche… Mein Vertrauen in das Gute auf dieser Welt sank ins Bodenlose. Das konnte doch nicht sein? Wessen Schuld ist das? Wer kann dafür bestraft werden?

Sufian wird entlassen, kann aber nicht laufen und ich bleibe vorerst in Marokko.

Darauf erreicht mich das Schreiben eines Räumungsbefehls für meine Berliner Wohnung. Mein Vermieter, der meine Wohnung gerne kernsanieren und zum doppelten Preis vermieten möchte, ist von Beruf Anwalt und drangsaliert seit längerem die Bewohner des Hauses. Mir schickt er seit 1 1/2 Jahren in unregelmässigen Abständen Abmahnungen und angebliche Fristlose Kündigungen, die bisher jedes Mal auf Falschaussagen beruhten und haltlos waren. Trotzdem zehrt es an den Nerven, zu wissen, dass jeder Schritt beobachtet wird, um einen Fehler des Mieters aufzudecken.
Da der Vermieter im selben Haus wohnt, hat er mitbekommen, dass zur Zeit niemand in der Wohnung ist und hat wegen eines angeblichen Reparaturtermines eines Wasserzählers am folgenden Tag, per angeblichem Boten eine Aufforderung zur Gewährung des Zutritts in meinen Briefkasten einwerfen lassen. Ich habe natürlich nicht darauf geantwortet, da ich das Schreiben bis heute nicht gesehen habe. Deshalb warf er mir umgehend Vertragsbruch vor, wegen Verweigerung des Zutritts zur Wohnung und sprach eine sofortige Kündigung zum darauffolgenden Tag aus. Wieder per Boten in den Briefkasten.
Du kannst es Dir denken, ich habe mich darauf wieder nicht gemeldet und auch die Wohnung nicht geräumt… Ich bin ja nicht da.
Daraufhin hat er unmittelbar einen richterlichen Räumungsbeschluss angekündigt. Darüber setzte er mich dieses Mal per Email in Kenntnis, sowie dass ich sämtliche Kosten für Prozess und Räumung zu tragen habe. (Man beachte, dass er sowohl, meine Emailadresse, wie auch Telefonnummer, wie auch mein Anschrift in der Schweiz hat)
Derweil bin ich noch in Marokko und habe, gelinde gesagt, andere Sorgen. Warum macht er dass?
Ich hatte diesen Sommer versucht die Wohnung zu kündigen und möglichst schnell einen gemeinsamen Termin für die Rückgabe zu finden, da ich in der Schweiz wohne. Das hat er mit Verweis auf irgendwelche Paragrafen abgelehnt. Und jetzt so? Was eine Ungerechtigkeit! Was habe ich getan?

In meiner Gedankenwelt, in der ich mir Ursache und Wirkung wünsche, frage ich mich wieder und wieder: „Was habe ich getan, um diese Woche zu verdienen?“ Gerne würde ich das verstehen, um solche Resultate zukünftig zu verhindern.

Wenn ich allerdings meine Ichbezogenheit aufgebe und die Geschehnisse mit Abstand betrachte, sehe ich, dass sie wahrscheinlich nichts direkt mit mir zu tun haben, sondern Prozesse ausserhalb meines Einflussbereiches im Gange sind, die zufällig zeitgleich bei mir zusammentreffen. An dieser Geisteshaltung arbeite ich jeden Tag (und scheitere meist) und versuche durch das Aufschreiben und Veröffentlichen, Dich daran Teil habe zu lassen, so dass Du, wenn Du magst, Schlüsse für Dein eigenes Leben daraus ziehen kannst.
Ich hoffe, dass wir alle mit geteilten Erfahrungen stärker eine positive und gewinnende Einstellung für einander erreichen können und so Konflikte vermeiden.

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Du bestimmst es für Dein Leben selbst!

Für mich heisst das:
Ich habe Glück, dass die meisten Menschen in Deutschland persönliche Rache über juristisches Klagen erreichen wollen und nicht über Selbstjustiz. So kostet mich diese Auseinandersetzung eventuell Geld, aber nicht meine Gesundheit oder gar mein Leben.

Ich habe Glück, dass Sufian noch lebt und sich allem Anschein nach vollständig erholen wird und ich in diesen schweren Stunden für ihn da sein durfte.

Ich habe Glück, dass ich die Wohnung sowieso loswerden will, weil ich in der Schweiz lebe. Ich werde also nicht auf der Straße sitzen (wobei auch das nicht das Ende wäre), sondern im schlimmsten aller Fälle Geld (für was auch immer noch kommt) zahlen müssen.

Was auch immer passiert: Unser Leben haben wir nur so lange, bis es vorbei ist. Es ist unsere eigene Wahl mit welcher Einstellung wir dieses eine Leben leben! Über die Qualität des Lebens entscheidest Du selbst!

Mach Du das Bestmögliche aus Deinem Leben! JETZT!

simplicity of happiness podcast

Willkommen zum zweiwöchentlichen Podcast über die Einfachheit des Glücklichseins. Beispiele aus und Tipps für das Leben.

Wenn weniger mehr ist.
Jeden zweiten Mittwoch neu.
Natürlich auch auf iTunes! oder STITCHER!

ablenkung

Es gab eimal eine Zeit, in der habe ich machen dürfen wozu ich Lust hatte. Wenn ich etwas getan habe, dann war ich meist zu 100% bei der Sache, habe die Zeit vergessen und an nichts anderes gedacht. Ich war bei mir selbst und im Hier und Jetzt. Und dann? Dann wurde ich erwachsen! Wieso eigentlich?

Ich hatte kaum Verpflichtungen und einen großen Teil meines Tages zur freien Verfügung. Ich war ein Kind und ging zur Schule, die spätestens um 13 Uhr vorbei war. Dann habe ich meine Hausaufgaben gemacht und bin vor die Türe spielen gegangen. Mir ist drinnen schnell die Decke auf den Kopf gefallen, aber draussen gab es keine Grenzen. Ausserdem gab es noch Wochenenden und die endlos wirkenden Ferien. Zeit genug um Wälder zu entdecken, Buden und Staudämme zu bauen und der Fantasie freien Lauf zu lassen.

Ich frage mich manchmal, was damals so anders war. Warum konnte ich mir damals die Zeit nehmen? Ich denke, dass es im Laufe meines Lebens immer stärker von mir erwartet wurde, dass ich etwas `Konstruktives´ tue. Eigentlich müsste ich dieses, eigentlich müsste ich jenes. Das habe ich dann auch zunehmend von mir selber erwartet und dann habe ich begonnen Dinge aufzuschieben. Denn plötzlich waren dies keine Dinge mehr, die ich unbedingt tun will, sondern die ich tun muss. Und dann habe ich versucht mich abzulenken und der Druck wuchs und ich habe nach immer mehr Ablenkung gesucht.

Und dann zog die endgültige Ablenkung in meinen Alltag ein. Wir bekamen Kabelfernsehen. Jetzt musste ich mir nicht einmal mehr etwas suchen, um mich abzulenken, sondern konnte einfach die Glotze anstellen und schon machte ich mir keine Gedanken mehr.

Diese Ablenkung wurde nicht gerade kleiner mit dem Einzug von Computer, Internet, Handy, Smartphone, Tablet und Facebook. Bei so vielen Möglichkeiten, fällt es mir leichter mich abzulenken, als mich auf irgend etwas zu konzentrieren.

Zwischenzeitlich bin ich sehr frustriert, wenn ich nichts fertig bekomme. Das hat dazu geführt, dass ich nach und nach viele Dinge, die mich Ablenken könnten, aus meinem Leben wieder verbannt habe und ausserdem versuche ich mich an folgende  Punkte zu erinnern:

  • Unliebsame Dinge zuerst abarbeiten
  • Fokus auf Tätigkeiten legen, die mir Spaß machen
  • Ablenkungsmöglichkeiten reduzieren (Kein Fernseher, Handy in den Flugmodus, Offline arbeiten)
  • Einfach mal wieder Kind sein

Neulich war ich mit meinem Sohn in der Schweiz im Wald. Die Wälder hier sind ein Paradies. Riesige lichte Tannenwälder mit steilen Hängen und überall kleine Bäche. Mein Kleiner stand einfach stundenlang am Wasser und warf Steine hinein.

Und ich? Hab ´nen Staudamm gebaut. Alleine. Ohne mein Handy. Nach Stunden sind wir, beide glücklich, zurück nach Hause gegangen.

Manchmal sind es die einfachen Dinge, die glücklich machen.

Bei mir sind das zum Beispiel:
Laufen gehen, Artikel schreiben, Natur erleben, Imkern, Staudamm bauen ;-), Musik machen und hören, Lesen und vieles mehr…

Einmal angefangen darüber nachzudenken, was mir Spaß macht und mir fallen so viele Dinge ein, dass eigentlich mein ganzes Leben ein einziges Spaß sein müsste.

Wie oft machst Du noch Dinge ohne auf die Uhr zu schauen, bei denen du die Zeit vergisst?

die sichtweise zählt

Manchmal passieren Dinge zur falschen Zeit. Oder es passieren sogar Dinge, die wir uns zu gar keiner Zeit wünschen würden. Und dann, wenn sie passieren, ärgern wir uns fürchterlich. Zumindest geht es mir viel zu oft so. Ich denke mir, warum jetzt und warum mir…

Dabei ärgere ich mich nicht so gerne und ärgere mich dann noch mehr über mich, weil ich mich so ärgere. Neulich… also genau genommen gestern war wieder eine solche Situation. Ich hatte viel zu erledigen und musste einmal quer durch die Stadt. Vorher musste ich noch Sachen für den anstehenden Service an unserem Wohnmobil EMMA kaufen. Deshalb war ich mit dem Auto unterwegs. Und siehe da… auf halbem Wege konnte ich nicht mehr kuppeln. Das ist ziemlich ungünstig, vor allem im Stop and Go in der Stadt. Ich habe mich dann noch in eine Seitenstrasse retten können, um mich direkt unters Auto zu legen um festzustellen woran es liegt. Ich hatte es schließlich eilig. Es hat `ne ganze Weile gedauert und schließlich habe ich herausgefunden, dass ein Teil des Kupplungsgestänges gebrochen war.

Oh, was habe ich mich geärgert: Warum jetzt, warum hier, warum schon wieder die Kupplung usw. Den Rest des Tages habe ich ziemlich gestresst verbracht.

Heute morgen habe ich mir das ganze noch einmal in Ruhe angeguckt und festgestellt:

Zum Glück ist es gestern passiert. Ich war nicht irgendwo in den Bergen oder in der Wüste. Ich war auch nicht der Schweiz, sondern in Berlin. Hier finde ich überall einen Parkplatz, auf dem ich eine Weile stehen darf. Ich konnte alle Termine noch zu Fuß und mit der Bahn erreichen. Das Kupplungsgestänge hatte ich vor einem Jahr schon einmal ausgebaut und ich kann das gebrochene Teil einfach ersetzen. Ich wusste also wie es geht und mein MercedesBenz Oldtimer Dealer des Vertrauen ist auch in Berlin. Zumindest fast (Birkenwerder). Ausserdem muss ich heute und morgen nirgendwo hin.

Nach wie vor ist es viel Stress und kommt wirklich ungelegen, ABER es kommt auf die Sichtweise an. Mir fällt wieder einmal auf, dass ich fast jede Situation gut oder schlecht empfinden kann. Vergleiche ich sie mit dem Bestmöglichen oder damit was noch schlimmer hätte sein können. Letztendlich ist die Situation eh so, wie sie halt ist, und es liegt an mir (oder Dir) wie wir damit umgehen.

Auch Du entscheidest in jedem Augenblick selbst über die Qualität deines Lebens. Mach was draus.

urteile nicht

“Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.“ Alexander von Humboldt (1769-1859)

Heute setze ich ein Zitat an den Anfang meines Artikels. Ich hätte es nicht besser in Worte fassen können und dieser Ausspruch hat mir einige Situationen der letzten Zeit noch einmal vor Augen geführt. Ich erinnere mich zum Beispiel an die Situationen, in denen mich Menschen, meist entfernte Bekannte oder Freunde von Freunden persönlich dafür angriffen haben, unverantwortlich zu handeln, weil ich mich entschieden hatte eine lange Wanderung allein durch die Sahara zu unternehmen.
Interessanterweise haben sich insbesondere solche Menschen kritisch geäussert, die vorher noch nie selbst in der Wüste oder in Marokko, alleine und/oder zu Fuß in der arabischen Welt, in Afrika oder ausserhalb von Hotelkomfort gereist sind. Also kurz um: Es haben sich genau die aufgeregt, geschimpft, gezetert und gewarnt, die keine Ahnung hatten. So hat es sich auf meiner Reise herausgestellt, dass genau die Dinge, vor denen ich am meisten gewarnt wurde, nie eingetroffen sind. Anstelle von Kidnappern habe ich Freunde fürs Leben getroffen.

Im vergangenen Jahr bin ich gemeinsam mit meiner Freundin acht Monate lang nonstop mit unserem Uraltwohnmobil EMMA gereist. Auch wir wurden vor der Reise gewarnt, vor Dingen, die uns womöglich passieren werden. Gewarnt haben wieder genau die Menschen, die selber noch nie mit dem Wohnmobil gereist sind, die nie in die entsprechenden Länder waren und diejenigen, die keine Ahnung von alten Autos hatten.
Ja, es gab hin und wieder Probleme auf der Reise und ich hatte oft vorher nicht die Ahnung, die ich nachher hatte – die Probleme ließen sich alle mit Geduld lösen.
Wir haben übrigens niemanden getroffen, der tatsächlich jemanden persönlich kannte, dessen Wohnmobil nachts mit KO Gas eingesprüht wurde, um dieses dann in Ruhe auszurauben.

Privat habe ich schon das eine oder andere Mal Entscheidungen treffen müssen, deren genauen Gründe und auch dessen Umfang nur ich alleine kannte. Prompt wurde ich von Menschen an den Pranger gestellt, die nicht alle Details kannten.
All dies hat mich vorsichtiger werden lassen, wenn ich mir gegenüber Anderen ein Urteil bilde. Ich versuche zu allererst einmal anderen Menschen zuzugestehen, dass sie ebenfalls erwachsene, verantwortungsbewusste Menschen sind, die die ihnen bestmöglichen Entscheidungen treffen. Insbesondere Dingen von denen ich nichts verstehe, sondern höchstens vom Hörensagen, versuche ich offen gegenüber zu stehen.

Kennst Du auch Situationen in denen andere Menschen Entscheidungen treffen, die dich eigentlich nicht direkt betreffen und Du trotzdem den Drang spürst, Dich dort einzumischen?
Ich kenne sie und versuche mich dann im Stillen daran zu erinnern: don’t judge! Urteile nicht über andere, Florian!

lehren aus stonetown

2013 hatte ich die Idee, dass es mir gut tun würde, einmal eine Weile weit weg zu arbeiten. Ich war es satt jeden Tag dasselbe zu sehen. Für meine Arbeit, bei der ich mit Menschen in ganz Europa kommuniziere, ausgerechnet in einen ganz bestimmten Raum in Berlin (mein Büro) zu gehen, demotivierte mich insbesonders. Auch meine Gesprächspartner konnten ja schließlich irgendwo anders sein. Ich erreichte den Punkt, dass ich meine Arbeit nur noch für das Geld und nicht mehr für mich selbst machte.

Dabei habe ich damals, genauso wie auch heute noch, stets nach einem tieferen Sinn gesucht. Mit dem was ich tue, möchte ich etwas Besonderes tun. Ich hatte mir deshalb vergangenen Winter vorgenommen mir einen Traum zu erfüllen. Ich wollte eine Weile von einem der bezauberndsten Orte der Welt arbeiten: Sansibar.
Das ist nämlich genau der Punkt. Ich arbeite gerne. Ich möchte nur nicht das Gefühl haben, mein Leben zu verpassen, während ich arbeite. Ich glaube, dass ich mich immer wieder auf meine innere Motivation berufen muss, um mit dem, was ich tue, wirklich gut zu sein und potentiell auch einen Unterschied zu machen.
Ausserdem habe ich mir gedacht, dass mir ein externer Blick auf meinen Arbeitsalltag sicherlich hilft, um zu entdecken, was mir wirklich Spaß macht und was nicht. Nach einer dreiwöchigen Reise durch den Norden Tansanias, bin ich am 25. Dezember mit der Fähre zurück nach Sansibar um in Stonetown (Sansibar City) den folgenden Monat zu verbringen und von dort zu arbeiten. Dort wollte ich sein. Ich hatte ausreichend Zeit und keine Verpflichtungen, doch es viel mir so schwer mit meiner Arbeit zu beginnen. Was mache ich denn als erstes, wenn es eigentlich alles sein könnte und nur an meiner Priorisierung liegt, was gerade jetzt am wichtigsten ist.
Ausserdem konnte ich den Tag nicht einfach mit einer üblichen Routine beginnen und mich langsam einarbeiten. Wie ich schnell herausfand, ist Stonetown zwar faszinierend, bietet aber gleichzeitig quasi keinen Raum, wo ich ungestört und komfortabel arbeiten konnte. Ich hatte mir ein recht kleines Zimmer gemietet und dort gab es nicht wirklich Fenster mit Aussicht. Die Fenster, die es gab, waren klein, hatten Gitter davor und waren mit Moskitonetzen bespannt. Zum hindurchsehen eignete sich das nicht. Allerdings wäre auch das überschätzt gewesen, denn ungefähr 1,5 Meter entfernt steht auf der „anderen Strassenseite“ das Nachbarhaus. Nicht gerade ein inspirierender Blick.
Wollte ich drinnen arbeiten, musste ich die Neonröhren anschalten, weil es sonst zu dunkel war. Neonlicht trug bei mir allerdings auch nicht zum unmittelbaren Wohlfühlerlebnis bei. Neben meinen Laptop lag stets ein Handtuch. Ich habe nämlich beim Tippen so geschwitzt, dass meine Arme irgendwann anfingen wild auf dem Tisch hin und her zu rutschen.
Ich wollte draussen sein, ich wollte draussen arbeiten. Ich hatte einen Laptop mit ausreichend Batterie, ich hatte einen Internet Stick und eine lokale UMTS Karte um sogar online arbeiten zu können. Doch so funktioniert das Arbeiten in Afrika halt nicht… einfach so mit dem Computer in irgendeinen Park oder am Strand arbeiten. Erstens gab es keine Parks, zweitens gab es keinen Strand mit Schatten. Drittens: falls ich doch einmal einen öffentlichen Platz gefunden hatte, an dem ich dachte, es wäre doch toll einmal eine Weile an diesem zu arbeiten, versammelten sich direkt mehrere Personen, die mich entweder in ein Gespräch verwickeln wollten oder sich quasi auf meinen Schoß legten um besser auf den Bildschirm schauen zu können.
Mir war schnell klar, dass ich irgendwo, irgendwie anders arbeiten musste. Dachterrassen, obwohl es davon eigentlich genug hätte geben können, sind auf Sansibar (eigentlich in ganz Afrika) nicht wirklich verbreitet. Vielleicht zieht es einen ja nicht mehr so in die Sonne, wenn diese das ganze Jahr scheint.
Also für mich hieß das, dass die Dachterrasse auch ausfällt. Ich habe deshalb ein Café nach dem anderen ausprobiert und bin viel zu Fuß unterwegs gewesen um neue Plätze kennen zu lernen. Wie du dir vielleicht vorstellen kannst, hat mich das in den ersten Tagen ziemlich frustriert. Das hatte ich mir so nicht vorgestellt. Jeden Morgen musste ich mir als erstes Gedanken darüber machen, wo ich denn wohl hingehe, um ein wenig in Ruhe zu arbeiten und endete meist unschlüssig durch Stonetown schlendernd. Dabei habe ich mich dann auch noch jedes Mal hoffnungslos verlaufen. Ich bin dann so lange in dieselbe Richtung gelaufen (oder habe das zumindest versucht) bis ich entweder einen Punkt erreicht hatte, den ich bereits kannte oder das Ende Stonetowns. Dann konnte ich einfach so lange aussen herum laufen, bis ich die dem Wasser zugewandte Seite erreicht hatte oder/und wieder wusste wo ich war. Es ist schon lustig, wie sehr mein Gehirn damit beschäftigt war, sich endlich meinen Heimweg merken zu können. Ich war vollständig damit ausgelastet, die Umgebung im Auge zu behalten und mir Dinge zu merken, an denen ich mich orientieren konnte, damit sich neue Routinen einprägen und meine Spaziergänge wieder einfacher werden würden. Unser Gehirn versucht die ganze Zeit zu vereinfachen und möglichst viele Alltagssituationen im Autopiloten zu speichern. Das erleichtert viel, kann uns allerdings auch einschränken, wenn wir uns der Automatismen nicht bewusst sind.
Langsam lernte ich wann es wo schön ist, wie ich dorthin und auch wieder wegkomme. Ich wusste,  wo es Kaffee gab, auch wo es leckeren Kaffee gab, wo ich eine Weile sitzen bleiben konnte und wo ich schön den Sonnenuntergang genießen konnte und dabei noch den einen oder anderen Artikel zu Ende schreiben konnte. Meine Tage wurden entspannter und meine Konzentration konnte sich mehr und mehr meinen Arbeitsthemen widmen.
Als ich nach Sansibar kam, wollte ich unbedingt meine Routinen loswerden. Ich dachte, dass diese mich am glücklich Arbeiten hindern. Doch als sich dann alle Routinen in Luft aufgelöst hatten, wurde ich plötzlich unsicher. Es war auf einmal nicht mehr sicher, wo ich schlafe, ob ich schlafe (Stromausfall/Ventilator), ob ich frühstücke und was, was ich ansonsten esse, wo und ob ich Internetempfang habe, ob ich nach dem Laufen duschen kann oder es wieder kein Wasser gibt…
Dann fing ich bzw. mein Unterbewusstsein langsam an wieder neue Routinen aufzubauen und als ich schließlich wieder richtig im Flow war, flog ich zurück.
Wenn ich jetzt auf diese Zeit zurückblicke, realisiere ich, dass dies das Beste war, was ich diesen Winter hätte machen können. Denn viele der Sansibarroutinen sind ja nicht aus versehen entstanden, sondern weil sie mir dabei halfen, genau das zu tun was ich mir wünschte. Ich habe eine klarere Vorstellung davon gewonnen, wie ich arbeiten möchte und was ich tun möchte. Einige der neuen Routinen sind mir so klar, dass ich diese mitgenommen habe und an neuen Orten ebenfalls schnell etablieren kann. Ich arbeite so viel effizienter als jemals zu vor und es geht mir dabei so gut wie selten.

In Stonetown habe ich gelernt:

  • Ich hasse Routinen
  • Ich brauche Routinen
  • Ich könnte immer über etwas meckern
  • Es ist meine eigene Entscheidung ob ich das Positive sehe oder nicht
  • Nichts ist perfekt
  • Alles ist perfekt für den Moment
  • Wenn ich weiss was ich will, kann ich es schaffen
  • Vergiss Deine Erwartungshaltung und lebe JETZT

Was ein bemerkenswertes Leben bemerkenswert macht, sind nicht welche Chancen sich Dir bieten, sondern was Du aus diesen Chancen machst!

Falls es dich auch interessiert ohne Büro zu arbeiten habe ich alle meine Erfahrungen aus Stonetown in diesem Webinar zusammengefasst.

was unser gehirn tut wenn wir nichts tun

Ich freue mich über einen erneuten und wunderbaren Gastbeitrag von Lisa. Sie liefert dieses mal unwissentlich die Begründung warum meine Segel- und Saharareisen so einen starken Eindruck hinterlassen:

Manchmal passiert mir das: jemand fragt mich „Woran denkst Du gerade?“ Dann werde ich abrupt aus meinen Gedanken gerissen, die gerade abgeschweift sind. Und kämpfe mich auf der Suche nach einer passenden Antwort durch das Chaos in meinem Kopf. Versuche für einen Moment Ordnung zu schaffen. Und sage – weil ich keine passenden Worte finde- „Ach, an gar nichts.“ Und weiß, dass das nicht stimmt.

Weil unser Gehirn niemals still steht.
Verblüffenderweise habe ich die Beobachtung gemacht, dass meine Gedankenwelt besonders bunt wird und meine Ideen besonders kreativ, wenn ich gerade nichts Produktives tue. Sich fast ein bisschen Langeweile einschleicht…
So wie zuletzt in Melbourne. Weit weg von meinen Routinen und meinem sozialen Netz hatte ich viel Zeit für mich und mein Gehirn plötzlich ungeahnte Kapazitäten. Sehr oft bin ich ziellos durch die Straßen geschlendert und in meinem Kopf gab es plötzlich ein Feuerwerk – mit Erinnerungen an meine früheste Kindheit; dem Geschmack von längst gegessenen Gerichten; Dialogen, die nie gesprochen wurden; Personen, die ich lange nicht getroffen hatte…wie ein Theaterstück in dem Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammen laufen, mit unzähligen Darstellern und unendlich vielen Handlungssträngen. Zu komplex für die Abbildung in der Wirklichkeit – Tagträume…
Die Hirnforschung sagt, dass in solchen Momenten, in denen wir zur Ruhe kommen das sogenannte Default Mode Network (DMN, dt. Leerlauf Netzwerk) aktiv wird. Und dieses kennt keine effiziente Antwort auf äußere Reize, sondern ist spezialisiert auf eine nach Innen gerichtete Verarbeitung von Erlebnissen und Erfahrungen. Damit ist das DMN ein wichtiger Teil unserer Selbstwerdung. In einem ständigen Monolog erzählen wir uns unsere eigene Geschichte immer wieder neu. Es ist als ob das DMN in unserem Unterbewusstsein einen riesigen Berg aus Notizzetteln abarbeitet, die jeden Tag durch unser Erleben entstehen. Und dann wird zugeordnet, strukturiert, bewertet, umgedeutet. Und schafft damit die Voraussetzung für reflektierte Entscheidungen.
Und so kommt es, dass gerade dann, wenn wir unserem Gehirn Freiraum lassen kreative Ideen und komplexe Problemlösungen entstehen können; so wie unter der Dusche, beim Joggen oder an die Decke starren.
Doch in unserer modernen Welt fordern Reizüberflutung und die enge zeitliche Taktung unser Gehirn fast kontinuierlich heraus. Und lassen dem Abschweifen der Gedanken wenig Raum. Durch meine Erfahrungen in Melbourne habe ich gelernt Leerlauf in meinem Alltag zuzulassen. Weil ich mehr im Einklang mit mir selbst und meinem Leben bin, wenn ich meinen Geist regelmäßig auf Wanderschaft schicke. Aristoteles wäre stolz, denn damals, in der Antike, war die Muße das höchste Gut.

meine neu entdeckte freiheit

Ich freue mich sehr heute einen Gastbeitrag eines mir besonders wichtigen Menschen veröffentlichen zu dürfen. Manchmal ist das Glück so nah. Danke Judy:

Die Einfachheit des Glücks auf Schweizer Wanderwegen

Ein freier Tag ist für mich ein Tag in der Natur, in den Bergen, auf den Wiesen, auf meinen Beinen und Füßen, mit einem Rucksack auf dem Rücken und je nach Jahreszeit Schneeschuhen und Stöcken in der Hand.

Schon Tage vorher denke ich an diesen freien Tag, wo werde ich hinlaufen, welchen Berg mir von oben anschauen und welche Route meinen Schneeschuhen zeigen. Die Vorfreude ist groß und am Morgen dieses freien Tages kribbelt es schon in meinen Beinen… gleich geht’s los.

Die Kulisse vor allem bei guter Sicht ist immer wieder atemberaubend, schon das Hinsehen macht Freude und bei jedem Blickwechsel sieht das Auge Neues, Spannendes und das Herz ruft: diesen Gipfel möchte ich sehen und diese Wiesen möchte ich begehen.

Die Freiheit ist grenzenlos, schon an der Haustür entlang führt ein Wanderweg, der zu zig weiteren führt. Das Netz streckt sich tausende Kilometer weit über Hügel und Wiesen, an Seen entlang und zu riesengroßen Bergen. Unbegrenzte Möglichkeiten für kleine Laufrunden, größere Laufrunden, ausgiebige Wandertouren, Bergbezwingungen und und und..

Ein Paradies, für mich! Und unglaublich einfach – kein großes Equipment, das ich benötige und keine großer Aufwand, den ich betreibe – dafür ganz viel Freiheit und Zeit für mich und uns.

Es kann so einfach sein, herauszufinden, was einen glücklich macht, aber meist ist es so schwer.

dankbar für den moment

Die letzte Woche habe ich mit Teilnehmern der dritten sahara experience in der Wüste verbracht. Meine Intention bei diesen Reisen ist, meinen Teilnehmern zu zeigen, wie anders das Leben sein kann. Ich vergesse selbst manchmal, dass ich genau genommen, alles was ich im Leben mache, aus freien Stücken und auf meinen eigenen Wunsch hin tue. Jedes mal, wenn ich eine Entscheidung treffe, könnte ich auch eine andere Entscheidung treffen, oder es komplett bleiben lassen. Ich müsste halt nur mit den jeweiligen Konsequenzen leben.

Ich denke dabei an die ganzen kleinen Momente, die wir uns anders wünschten und uns aus ganzem Herzen darüber beklagen, wie schwer wir es doch haben. Ich versuche mich immer wieder daran zu erinnern, wie schwierig auch immer die Situation nun sein mag, dass es mein freier Wille ist, wie ich mich nun in der jeweiligen Situation verhalte. Denn wie ich in die Situation hinein gekommen bin, kann ich für dieses Mal nicht mehr beeinflussen. Wir können allerdings in jeder Situation entscheiden wie es weiter geht.
Ich vergesse dabei immer wieder, um welche Lappalien es sich dabei eigentlich handelt. Alles was uns wirklich bedrohen kann, haben wir in unserer Welt ja sehr gut im Griff (denken wir). Wir können uns gerade so noch einen Stromausfall vorstellen und wenn drei Feiertage ohne geöffnete Geschäfte bevorstehen, neigen wir zu Hamsterkäufen. Das Schlimmste, was mir persönlich in meinem Alltag zustößt, ist eine zusammenbrechende Wifi-Verbindung. Selten denke ich an andere Menschen, die ausserhalb unserer Komfortzone leben und wie diese in ihrem täglichen Leben den Naturgewalten ausgeliefert sind.
Nachdem wir letzte Woche in M’Hamid angekommen sind, schien dort noch die Sonne. Allerdings nur, um uns kurz willkommen zu heissen und dann sofort dem aufziehenden Sandsturm zu weichen. Ich habe mir das Spektakel, im festen Glauben, dass es ein paar Stunden dauern wird, interessiert angeschaut und gefreut, dass es heute passiert und nicht morgen. Und siehe da zum Abend hin schwächte sich der Sturm ab. Womit ich nicht gerechnet hatte, aber zur Realität wurde, war, dass der Sandsturm jeden Tag aufs neue aufzog und unser ständiger Begleiter wurde. Es gab von nun an nur einen entscheidenden Unterschied. Wir liefen jetzt mitten hindurch und zwar immer in die Richtung aus der der Wind (und sämtlicher Sand) uns entgegen bließ. Nach und nach bekam ich ein Gefühl, dass sich nur sehr selten bei mir einstellt: ich fühlte mich hilflos. Ich habe es gehasst, Sand in den Augen zu haben, Sand in der Nase zu haben, Sand in meiner Lunge zu haben. Ich hätte mich so gerne versteckt. Eine Pause machen half auch nicht wirklich. Der Sand war ja eh überall. Essen zuzubereiten oder es zu essen ähnelte sehr einem Spiel im Sandkasten. Nachts ließ der Wind nach, nur um dann mit plötzlichen heftigen Böen eimerweise Sand in meinen Schlafsack zu befördern. Ich wachte morgens auf und kaute auf Sand. Es half alles nichts ausser schlichtweg stoisch zu werden. Einfach weitermachen und darauf hoffen, dass es irgendwann nachlässt. Am Abend des dritten Tages war es so weit. Der Himmel lichtete sich und wir hatten unsere erste sternenklare Nacht.
Schließlich hatten wir eine unglaubliche Reise und freuten uns umso mehr über entspannte klare Nächte und Musik am Feuer. Wir wussten ja jetzt, dass dies nicht selbstverständlich ist.
Und in etwa so ist es wohl auch mit allen Dingen. Es scheint nicht immer und überall die Sonne im Leben. Manchmal tauchen Schwierigkeiten auf und wir müssen harte Zeiten überstehen. Es hilft nicht, wenn wir uns vor diesen verstecken. Der einzige Ausweg ist sich den Problemen zu stellen und sich  irgendwie hindurch zu kämpfen. Wenn diese dann erst einmal hinter uns liegen ist es umso schöner, die Zeit zu genießen in der alles glatt läuft. Dann hast Du es Dir verdient und das fühlt sich toll an.
Wenn Du es schaffst, Dir diese beiden Sachen stets vor Augen zu führen, hast Du bereits einen großen Schritt zum glücklichen Leben geschafft.
Ich hoffe, dass ich mich, immer wenn es für mich gut läuft, daran erinnere, dass dies nicht selbstverständlich ist und ich es schaffe, immer dankbar für den Moment zu sein.
Jetzt sitze ich noch eine Woche in meinem „officeless office“ in Taghazout am Meer. Kein Sandsturm mehr, durch den ich laufen muss. Einfach nur viel Zeit zum Entspannen, Sport treiben, Organisieren, Planen und vor allem Schreiben.
Schön, dass ich hier bin.

bediene dich an meinen worten

Inspiriert durch einen der bekanntesten und erfolgreichsten Blogger zum Thema simplicity, Leo Babauta habe ich mich dazu entschlossen auf sämtliches Copyright zu verzichten. Was auch immer ich schreibe, schreibe ich doch damit es gelesen wird: All die Worte, die ich nutze gehören eh nicht mir. Alles was ich sage und schreibe, habe ich schon einmal irgendwo anders gehört. Es sind auch Deine Worte. Alles was ich tue ist sie in einem neuen Zusammenhang zu benutzen. Also, mach das gleiche mit meinen…

Ich verzichte hiermit auf sämtliches Copyright
Du brauchst mich nicht zu kontaktieren, wenn Du Dich bei meinen Artikeln bedienen möchtest. Benutze sie so wie Du es Dir wünschst. Email sie, teile sie, drucke sie, veröffentliche sie mit oder ohne Nennung meiner Person. Ändere den Text, wenn Du magst und veröffentliche ihn dann. Das passt schon.
Nennung und Entlohnung
Obwohl Du es ausdrücklich nicht tun musst, freue ich mich natürlich über eine Kennzeichnung als Zitat, idealerweise mit einer Verlinkung auf meinen Blog. Wenn Du gerne kostenpflichtige Artikel oder Onlinekurse verbreiten möchtest, freue ich mich über eine Bezahlung. If bevorzuge es für meine Arbeit bezahlt zu werden, wenn Du es aber mit Freunden teilen möchtest hast Du uneingeschränkt das Recht dazu.
Weshalb verzichte ich überhaupt auf das Copyright
Ich bin sowieso kein Freund von Überregulierung. Die Art und Weise wie heutzutage Copyrights von Großunternehmen durchgesetzt werden finde ich erschreckend. Das ein Buch oder eine CD nicht verliehen werden kann und trotzdem dasselbe kostet verstehe ich nicht. Copyright dient doch zurzeit nur der Gewinnmaximierung und selten dem Schutz des Künstlers. Ich glaube sogar, dass sich einige Künstler gar nicht so durchsetzen können wie das ohne Copyright der Fall wäre.
Den Künstlern deren Kunst am verlockendsten zu kopieren war, haben Kopien eher zu noch mehr Ruhm verholfen. Weder Da Vinci, noch Goethe haben Copyrightklagen geführt.
Da ich weder Leonardo noch Wolfgang heiße, weiss ich noch nicht ob mir ein fehlendes Copyright helfen oder schaden wird. Ich hoffe, dass es mir eher nützt wenn jemand meine Worte verbreitet.
Falls jemand meine Artikel verwendet und diese verbessert ist das doch vom Prinzip eine tolle Sache.
Ich glaube das dadurch die Gesellschaft allgemein eher profitiert. Brauchen wir nicht alle unsere Inspiration.
Und selbstverständlich ist auch das kein neues Konzept (siehe Leo Babauta). Ich habe es mir auch nur geliehen. Und genau darum geht es hierbei doch.

Ja, ich habe auch das folgende Argument schon gehört:
Aber… aber… dann stiehlt jemand Dein geistiges Eigentum!
Und ich kann darauf nur antworten:
Du kannst nicht stehlen, was Dir jemand schenkt. Ich nenne dies TEILEN nicht PIRATERIE.

Inspiriert von: Zen Habits von Leo Babauta, Free Culture von Lawrence Lessing und GNU von Richard Stallman

over

ohne worte:

routinen wollen gepflegt werden

In den letzten Wochen habe ich leider die eine und andere Krankheit mitgenommen und dadurch festgestellt, dass gewisse Routinen, die ich geglaubt habe mir antrainiert zu haben, doch nicht so tief sitzen wie gewünscht: zum Beispiel das regelmäßige Blogbeiträge schreiben.

Ich versuche ja bei mir selber immer wieder Gewohnheiten zu entlarven um diese dann zu ändern. Meiner Überzeugung nach schränken mich Routinen, Gewohnheiten und Glaubenssätze in meiner freien Entscheidungsfindung ein. Auf der anderen Seite erleichtern Routinen mir das Leben auch an vielen Stellen. Es hilft mir, wenn ich mir nicht überlegen muss, wann ich was und wie lange ich schreibe, sondern dafür eine gewisse Routine habe.

Leider verlerne ich solche „positiven“ Routinen immer wieder im Handumdrehen. Andererseits führt mir dies vor Augen, dass auch „negative“ Routinen jederzeit verlernt und geändert werden können.

Legen wir los!

Was machst Du das Dich schon länger stört? Versuche Dich darauf zu konzentrieren, was Dein (unerwünschtes) Verhalten auslöst. Denke ganz konkret an eine bestimmte Situation in der Du Dich so verhältst. Was ist der Auslöser?
Wie würdest Du Dich gerne stattdessen verhalten?
Hast Du Dich schon einmal so Verhalten? Kannst Du dieses Verhalten also aus einer anderen Situation übertragen? Wenn nicht, dann übe Dein gewünschtes Verhalten „trocken“. Dann hast Du einen Ablauf, den Du beim nächsten Auslöser abrufen kannst.
In beiden Fällen kannst Du Dir ganz konkret eine andere Situation vor Augen führen und Dich an dieser orientieren.
Ganz wichtig. Wenn Du es geschafft hast, Dich „neu“ zu verhalten, belohne Dich. Trink einen leckeren Kaffee oder geh eine Runde spazieren. Was auch immer Dich belohnt.

Schaffst Du dieses Schema mindestens zwei Wochen lang durchzuhalten, steigen die Chancen, dass Du einen neuen Verhaltensablauf (ein Routine) etabliert hast.

Viel Spaß dabei.

markus brand – was motiviert dich

Ich nutze in Coaching und für Führungskräftetrainings gerne das ReissProfile. Viele Veränderungen in meinem eigenen Leben habe ich von meinem eigenen Profil abgeleitet. Die Anwendung dessen habe ich bei Markus Brand gelernt, der bei Trainerpersönlichkeiten ein einstündiges Interview gibt. Es ist lohnenswert und gibt einen schönen Einblick in die Arbeit mit dem ReissProfile.

richtig oder falsch?

Nach meinem letzten Beitrag habe ich von einem (nun ehemaligen Leser) meines Newsletter eine Email erhalten. In dieser schrieb er mir, dass es ihm zwar leid tue, aber ich mich mit meinen Ansichten grundsätzlich auf dem falschen Weg befinden würde. Was zähle sei „das Wesentliche“ im Leben und die Frage, was dieses  im Leben sei, solle ich mir stellen. Was ich mich allerdings frage ist vielmehr: Gibt es den einen Weg für das richtige Leben?

Falls Du Dich über diese Aussage wunderst, da es doch so scheint als ob ich den einen Weg zum Glück predige… Das tue ich nicht. Ich schlage nur mögliche Wege vor. Ich habe selbst schon viel probiert und möchte meine Erfahrungen teilen. Ich habe durch Andere von deren Erfahrungen, Ansichten und Philosophien erfahren und mich bei einigen Geschichten wiedererkannt. Schwierigkeiten, die sie zu meistern hatten, kannte ich aus meinem eigenen Leben. Ich habe Dies und Das ausprobiert, Einiges verworfen und Anderes als hilfreich beibehalten und so meine eigene Philosophie erweitert.
Momentan kann ich von mir behaupten: Ich war noch nie so sehr im Einklang mit selbst wie jetzt.
Trotzdem ist mir bewusst, dass noch ein weiter Weg vor mir liegt.
Es ist bemerkenswert, dass ich von vielen Theorien und Einstellungen schon viel früher, als Jugendlicher gehört hatte. Damals hatte ich mich schon einmal brennend dafür interessiert, was im Leben eigentlich Bedeutung hat. Damals habe ich es zwar hören aber nicht umsetzen wollen. Ich glaubte, dass die Welt doch mittlerweile so viel mehr zu bieten hatte. Ich selbst war mir nicht genug. Wenn ich irgendwann einmal den Punkt erreicht habe, so dachte ich damals, an dem ich alles in der Welt haben kann, dann bin ich frei und dann schließe ich auch Frieden mit mir selbst.
Und während ich älter wurde, tauchten immer mehr (materielle) Dinge in meinem Leben auf. Ich wollte sie alle.

Heute habe ich verstanden, dass es nicht reicht, etwas nur zu hören. Man muss es selber für sich erkennen.

Eines Tages war ich richtig frustriert. Mehr Sachen bedeuteten einfach nicht mehr Glück. Da wollte ich mich auf das Essentielle konzentrieren, aber konnte mich nicht entscheiden. Es schien so viele Möglichkeiten zu geben. Mein Leben bestand aus purer Ablenkung.

Sich auf das Wesentliche im Leben zu konzentrieren steht nicht im Widerspruch dazu ‚simplicity‘ zu leben und sein Leben zu entrümpeln.

Je mehr Dinge ich aufgegeben habe umso mehr gab es in meinem Leben Platz für:

  • positive Emotionen
  • Passionen
  • Verantwortung
  • Neugierde
  • Verständnis
  • Liebe

Wir sind Menschen und keine Maschinen. Wir sind zwar in der Lage zu arbeiten, zu liefern, zu managen aber am Ende des Tages haben wir alle eine Seele und Gefühle. Wenn wir uns zu sehr darauf konzentrieren zu machen, zu produzieren und zu funktionieren entfernen wir uns immer weiter von unseren ureigensten Fähigkeiten und der ‚menschlichen’ Interaktion mit anderen Menschen… letztendlich leiden wir darunter.
Nachdem ich meinen Krempel deutlich reduziert habe und angefangen habe viel zu reisen, ist mir erst richtig bewusst geworden, wie sehr alles auf dieser Welt zusammen hängt. Es hat mir vor Augen geführt, wie endlich all unsere Resourcen sind und wir nicht unendlich mehr verbrauchen können, als währenddessen neu entstehen. Ich habe verstanden, dass alles, was wir konsumieren zum Einen von nachfolgenden Generationen geborgt ist und zum Anderen geteilt ist. Ich habe den Wunsch: more spirit, less stuff!

Um das Ganze auf den Punkt zu bringen. Es geht nicht um den einen richtigen Weg. Ich will Wege zum Aufräumen, sowohl materiell als auch im geistig aufzeigen und hoffentlich soweit inspirieren, dass wieder ein Blick auf das Wesentliche möglich ist.

ein gutes jahr

THIS IS A GOOD YEAR TO HAVE A GOOD YEAR!

The future is ours and an empty page. Imagination that leads to action creates happiness. Welcome 2015! Let’s shape it together. Imagine and act.

glücklich sein ist eine entscheidung

Bist Du glücklich? Herzlichen Glückwunsch! Ich freue mich von Herzen für Dich und hoffe Du weisst, weshalb Du glücklich bist. Denn nur dann hast Du die Möglichkeit alles dafür zu tun auch in Zukunft glücklich und zufrieden zu sein.
Du bist nicht glücklich? Das tut mir aufrichtig Leid und ich hoffe Du findest heraus was Du wirklich brauchst, um glücklich zu werden und schaffst es dies umzusetzen.

Ich glaube es ist unsere eigene Wahl, ob wir glücklich sind oder nicht. Es ist eine Frage der Einstellung. Unterschiedliche Personen erleben dieselbe Situation oft vollständig unterschiedlich. Der Eine konzentriert sich auf das Negative, der Andere auf das Positive. Ich habe erlebt, dass Menschen sich außerdem nur an Dingen stören, die für sie selbst eine gewisse Relevanz haben. Ob Du Dingen also soviel Relevanz beimisst, dass sie Dich beeinflussen, liegt an Dir selbst.
Leider bedeutet glücklich sein ja nicht, dass wir niemals traurig sind oder unter etwas leiden. Mit der richtigen Einstellung kannst Du es aber schaffen in den schlimmsten Situationen das Positive zu entdecken und Dich an diesen wieder zu motivieren. Ich selber habe das nur für leere Phrasen gehalten bis ich lernen durfte, dass es ausschliesslich an meiner eigenen Einstellung liegt.

Ich hoffe Du findest Deine richtige Einstellung und hast ein erfülltes und glückliches Jahr 2015. Vielen Dank, dass Du meine Beiträge im aufregenden Jahr 2014 gelesen hast, ich hoffe Dir gefallen auch im neuen Jahr einige.

HAPPY NEW YEAR

geniesse die ferien

Ich war den gesamten Dezember auf Reisen und habe versucht ein wenig Abstand zu gewinnen. Obwohl ich aufgrund der Vielzahl an gesammelten Eindrücken vielen neue Beiträge und Artikel vorbereitet habe, versuchte ich so viel wie möglich offline zu bleiben. Die letzten Wochen haben mich unter anderem nach Agadir, Ouarzazate, Zagora, Marrakech, Casablanca, Kairo, Dar Es Salaam, Zanzibar, Tanga, Lushoto, Moshi, Arusha, Ngorongoro, Serengeti und zurück nach Dar Es Salaam gebracht. Überwiegend mit dem Bus, aber dazu später mehr…

Heute in Dar Es Salaam habe ich meinen kleinen Freund auf dem Foto getroffen, der mich daran erinnert das hier und jetzt zu genießen. Ich werde deshalb übermorgen zurück nach Zanzibar reisen und meine Eindrücke vier Wochen sacken lassen. Ich genieße das ich hier bin und was ich tue.

Neue Beiträge wird es deshalb erst Ende des Jahres geben.
Ich hoffe Du findest während der Ferien die Zeit für Dich selber. Behandele Dich gut es ist Dein Leben.

Beste Grüße, Wärme und Sonne, Florian

Internet und der Fokus auf das Wesentliche

Wow, wie alt bin ich denn eigentlich schon? Beim Schreiben dieses Beitrages erinnerte ich an meine Kindheit. Als vom Internet noch keine Rede war und es selbst im Fernsehen nur 3 Programme gab. Wenn ich mir mein heutiges tägliches Leben anschaue, ist mein Leben durchdrungen von der digitalen Vernetzung. Vieles davon möchte ich nicht mehr missen. Denn es macht mein Leben und Arbeiten in der heutigen Form erst möglich. Doch wie so vieles im Leben hat die digitale Revolution eine weiße und eine schwarze Seite.

Je weiter ich zurückdenke, umso mehr habe ich meine Zeit mit Spielen verbracht.
Das wurde, nachdem meine Eltern einen Kabelanschluss und damit die Programmvielfalt des privaten Fernsehens bekamen, mehr und mehr abgelöst vom Fernsehen. Nachdem ich bei meinen Eltern ausgezogen bin und erkannt habe wie viel Zeit ich letztendlich verschwendet habe, habe ich den Fernseher für immer abgeschafft. Doch dann kam das Internet… bzw. das immer dabei Internet. Mit meinem ersten Smartphone trat auch die erste mobile Internetflat in mein Leben und auf einmal konnte ich immer irgend etwas ’nachgucken‘.

Mit ständig verfügbaren E-Mails und dann auch Social Media wollte immer irgend jemand gerade irgend etwas von mir. Immer erreichbar zu sein, wurde normal und dann auch von mir erwartet. So hatte ich eigentlich ständig irgend etwas in der Pipeline, worauf ich reagieren musste. Das machte es mir immer schwieriger mich tatsächlich einmal hinzusetzen und etwas auszuarbeiten. Sei es eine Schulung, einen Vortrag, ein Konzept oder auch ein Buch zu Ende zu lesen.

Ich habe es eh kaum gelernt einmal ruhig und fokussiert an einer Sache zu arbeiten.

Zu Schulzeiten habe ich fast nie Hausaufgaben gemacht, weil ich mich gerne habe ablenken lassen und auch so immer durchgekommen bin. Meistens sogar sehr gut. Erst habe ich lieber draußen gespielt. Später mehr und mehr vor dem Fernseher gesessen. Vielleicht kennst Du das auch, je mehr Ablenkung sich mir bietet umso schwieriger wird es für mich.

Dabei habe ich mit Ablenkung die meiste Lebenszeit vergeudet. Mittlerweile habe ich für mich festgestellt, dass es eine Ressource auf dieser Welt gibt, die alle Menschen gemeinsam haben. Und das ist die Zeit. Ich habe die gleichen 24 Stunden pro Tag zur Verfügung wie Du und jeder andere Mensch. Die Frage ist dabei nur, was jeder Einzelne mit dieser Zeit anfängt. Das muss nicht arbeiten und Geld verdienen sein. Wenn ich auf mein Leben zurück blicke, möchte ich gerne Geschichten zu erzählen wissen, die ich erlebt habe. Ich möchte gelebt haben und nicht gelebt worden sein.

Seitdem die Digitalisierung mein Leben beeinflusst, habe ich sie in vielen Bereichen eingebaut. Ich habe weniger Papierberge. Mein gesamtes Büro ist digitalisiert und abgespeichert in der Dropbox. Fast die gesamte Businesskommunikation läuft über E-Mail.

WordPress ist das Kommunikationsmittel für mein Aushängeschild, meine Website und meine Blogs. Ich schreibe online anstelle drucken zu lassen.

Als Vertriebswege nutze ich mailchimp Newsletter, twitter, facebook und sonstiges Social Media.

Über 3G-Zugänge bin ich aus der Schweiz, Italien, Frankreich, Spanien oder Marokko genauso im Büro wie in Berlin.
Das führt dazu immer online, immer auf Sendung zu sein.
Immer strömen irgendwelche Informationen auf mich ein. Und ich konsumiere diese wieder einmal passiv.

In diesem Jahr hat dies zu enormen Kommunikationskosten geführt. Vor allem in der Schweiz scheint man nicht viel von günstigem Internet zu halten. Im Schnitt fünfmal so teuer wie in Deutschland.

So ist mir noch einmal ganz besonders bewusst geworden, wie viel mein Handy eigentlich den ganzen Tag so funkt und ich mich vor allem auch damit beschäftige. Seitdem schaffe ich mir Raum für Konzentration. Eine einzelne Sache zu machen ohne dabei von etwas anderem abgelenkt zu werden. Wahrscheinlich ist das auch ein Grund, weshalb ich Trailrunning so wahnsinnig entspannend finde. Ich bin einfach bei mir selber und mache nichts außer zu laufen.

Ich habe jetzt E-Mailbenachrichtigung ausgestellt. Weder mein Computer noch meine Handy machen mich auf neue Emails aufmerksam. Ich muss mich bewusst einloggen. Um E-Mails zu beantworten, nehme ich mir Zeit um ausschließlich das zu tun. Den Rest des Tages können E-Mails auch warten. Interessanterweise haben sich nach einem Tag auch viele Dinge schon geklärt und ich muß sie nur noch zur Kenntnis nehmen

Mein Handy ist immer noch ein Smartphone aber meistens Offline. Also mobile Daten deaktiviert. Zum Einen hält der Akku seitdem ewig, zum Anderen hole ich es äusserst selten aus der Tasche um etwas nachzugucken, obwohl ich das immer noch könnte (und die Daten halt wieder aktivieren müsste).

Ich mache das WLan meines Computers aus, um zu arbeiten. Wenn ich etwas vorbereite, arbeite ich ohne Internet. Zum Schreiben von Texten nutze ich ein simples Textprogramm: Ommwriter, dass alles außer dem Text während des Schreibens ausblendet, um meinen Fokus auf das Wesentliche zu richten.

Dinge, die ich in meiner Freizeit mache, an denen ich Freude habe, fühlen sich immer noch wie Spielen an. Das ich das Richtige mache, merke ich, wenn ich darüber die Zeit vergesse und absolut im Moment lebe.

Wobei vergisst Du die Zeit? Ich freue mich davon zu lesen.

Und nicht vergessen: Lebe Dein Leben selbst. Wenn Du glücklich sein willst, dann sei es!

simplicity beginnt und endet im kopf

Einfachheit hat keinen Anfang und kein Ende, sondern ist die Beschreibung eines Zustandes. Wenn Du Dir dann allerdings Deinen übervollen Kleiderschrank, Keller oder Dachboden (wo auch immer der Krempel liegt, den Du nicht benutzt) anschaust, stellt sich doch die Frage, wann und wo hat das eigentlich angefangen?

Ich weiss es bei mir selbst nicht genau, es kam ‚einfach‘ immer etwas dazu und irgendwann war es nicht mehr einfach. Dabei ist der äussere Zustand, also die Dinge mit denen wir uns umgeben, nur ein Spiegelbild dessen, was in unserem Kopf vorgeht. Sind wir zufrieden mit uns selbst, müssen wir uns nicht mit Dingen schmücken um uns besser zu fühlen.
Ich habe sowohl bei mir selbst, als auch bei Menschen, die ich begleitet habe, die Erfahrung gemacht, dass es einfacher ist, auf die äusseren Dinge zu schauen. Eine innere Einstellung ändert sich häufig nur langsam und es ist schwer nachzuprüfen, ob sich die Einstellung wirklich schon verändert hat. Von Äusserlichkeiten hingegen ist es recht einfach, sich zu trennen. Du könntest einfach die Hälfte aller Dinge, die Du besitzt verschenken.
Jetzt!
Dann wären sie weg. Wenn sich dagegen etwas in Dir sträubt, hängst Du anscheinend daran.
Jetzt kannst Du anfangen darüber nachzudenken, weshalb Dir diese Dinge so wichtig sind. Sachen zu besitzen ist ja nicht schlimm, aber der Gedanke, dass Du sie besitzen musst, wird Dich immer weiter einengen und Dich damit unglücklich machen. Je mehr Du Dir also leisten kannst und Du Dir dementsprechend auch leisten wirst, umso größer wird der Gedanke, dass diese Dinge Dir zustehen und Du sie brauchst.
Ich glaube deshalb, dass der Zustand reich oder arm zu sein nicht mit dem persönlichen Glücklichsein in Zusammenhang steht.
Wenn Du arm bist oder zumindest glaubst zu wenig Geld zu haben und Du schaust auf die ganzen Dinge, die Du glaubst haben zu müssen, wirst Du genau so unglücklich sein wie jemand der sehr reich ist, sich alles leisten kann und auch leistet aber in der ständigen Angst lebt den Status quo wieder zu verlieren. Beide hängen an Dingen. Der eine an Dingen, die er sich nicht leisten kann, der andere an Dingen, die er bereits besitzt. Beide sind unglücklich.
Deshalb ist eine Geisteshaltung des ‚minimalism‘ oder ’simplicity‘ so ansprechend. Denn wenn Du Dinge nicht mehr benötigst um glücklich zu sein, kannst Du Sie ja trotzdem benutzen. Allerdings hast Du keine Angst mehr davor sie zu verlieren, weil Du weisst, dass sie Dich nicht ausmachen.
Deshalb beginnt und ended simplicity im Kopf, weil es nicht entscheidend ist welche Dinge dich umgeben, sondern Deine Einstellung dazu.
Wenn Du diese Eintellung allerdings trainieren willst, wirst Du nicht umhin kommen Sie immer und immer wieder zu üben. Und zwar indem Du Dich immer und immer wieder von so vielen Dingen wie möglich trennst.
Wer oder was macht Dich, aus?
Die Dinge die Du besitzt oder gibt es da noch mehr?

routine

Routinen bestimmen unser Leben. Von klein an täglich gelernt vereinfachen sie, weil wir nicht mehr über unser Tun nachdenken müssen. Doch gleichzeitig engt uns jede weitere Routine, die wir nicht als solche erkennen, immer weiter in unserer Freiheit ein. Wo und wie man diese erkennen kann…

Bis Ende Januar diesen Jahres haben wir in Berlin in einer schönen Altbauwohnung am Landwehrkanal gewohnt. Seitdem sind wir mit Emma unterwegs. So wurde die Abwechslung neue Normalität.

Fast jeden Tag wohnen wir seitdem woanders. Damit variert die Aussicht, das Essen, die Laufrunde, der Ausblick aus meinem „Büro“. Unsere Normalitäten sind weniger geworden. Anlässlich der 100Meilen, die ich versucht habe, in Berlin mitzulaufen, waren wir wieder einmal zu Besuch. Auch in unserer alten Wohnung. Ich freute mich auf eine richtige Dusche, komme in unser ehemaliges Bad und muss schmunzeln. Vor eineinhalb Jahren ging der Duschkopf kaputt und ich habe ihn kurzum mit Duct Tape geflickt. Natürlich mit dem Gedanken, bald einen neuen zu kaufen. Ausserdem ist die Stange des Duschvorhanges zu kurz gewesen. Was ein Zufall, dass sie genau eine Tupperdosengröße zu kurz war. Also hängt der Duschvorhang an einer tupperdosengestützten Stange und der Duschkopf sieht aus wie… er nun mal aussieht.

Alle unsere Gäste haben uns immer wieder auf die Konstruktionen angesprochen, die zwar abenteuerlich aussahen, aber halt richtig gut funktionierten. Schon nach einer Woche ist mir beides nicht mehr aufgefallen und ist zu meiner Normalität geworden. Erst jetzt, mit etwas Abstand fiel mir beides sofort ins Auge. Unseren Nachmietern übrigens offensichtlich nicht mehr.

Wie schnell wir doch in der Lage sind uns an die unterschiedlichsten Situationen zu gewöhnen ist mir dabei noch einmal aufgefallen. Dann fielen mir direkt andere Routinen ein, die ich für selbstverständlich gehalten habe. Immer fließend Wasser zum Beispiel. Oder besser noch: warmes Wasser.

Dabei sind diese sogenannten Selbstverständlichkeiten keine. Sie sind nur in unserem eigenen Leben normal. Dazu gehört eventuell auch fernzusehen, morgens immer ein Croissant zu essen, Kaffee immer im Pappbecher als Coffee to go zu trinken, Lebensmittel stets in Plastik verpackt zu kaufen oder zum Arbeiten in ein Büro zu gehen.

Vieles davon ist ganz aktiv unsere eigene Wahl. Oder es zumindest einmal gewesen, bevor es zur Routine wurde.

Willst Du etwas über Deine eigenen Routinen erfahren? Mach einmal zwei Wochen so vieles wie möglich anders. Am besten reise irgendwohin wo vieles anders läuft und versuche dabei nicht alles so einzurichten, wie Du es zu Hause hast. Versuche das Andere zu verstehen und zu genießen und dann sei gespannt, was Dir zu Hause auffällt. Du kannst es alles ändern, wenn Du magst.

Keine Idee, was Dich auf neue Gedanken bringen kann? Am 15. Nov 2014 biete ich zum zweiten Mal meine Saharareise an…

wir brauchen neue ideen

Immer wieder beschäftige ich mich gedanklich, aufgrund – nennen wir es einmal persönlicher Umstände – mit dem Thema Erbe. Erben, ist ja etwas Tolles. Auf einmal steht dem Erben Besitz oder Geld zu, weil… tja weil andere diesen erarbeitet, oder auch vor Jahrhunderten ergaunert haben. Mit einer Philosophie von Gleichberechtigung und Chancengleichheit lässt sich der Gedanke jedenfalls schwer vereinbaren.

Umso mehr freute mich ein Artikel in der Zeit über Peter und seinen Vater Warren Buffet den ich überwiegend zitieren werde. So sagt Warren beispielsweise: Er glaube nicht ans Vererben oder, wie er es ausdrückt, an „die glücklichen Gewinner der Spermienlotterie“. Über seine Kinder – Peter ist das jüngste der drei Geschwister – sagt er: „Sie hatten bereits einen gigantischen Vorsprung in einer Gesellschaft, die vorgibt, Wohlstand und Erfolg nach Leistung zu verteilen. Dynastische Megavermögen würden die Wettbewerbsbedingungen noch weiter verzerren.

Doch geht es Peter nicht nur um das Thema Erbe sondern vor allem auch darum, was Menschen mit einem enormen finanziellen Ungleichgewicht unternehmen und läßt dabei kein gutes Haar an westlichen Hilfsorganisationen.

In dem Artikel prangert Peter Buffett einen „Mäzenatenkolonialismus“ an. Als Insider dieser Branche erlebe er den Drang von Geldgebern, Menschen aus einem anderen Kulturkreis mit einer Patentlösung zu beglücken. „Egal ob Anbaumethoden, ob Ausbildungssystem, ob Wirtschaftsförderung – wieder und wieder habe ich erlebt, wie diese Leute einfach Konzepte von einem Ort auf den anderen übertrugen, ohne Rücksicht auf Kultur, Geografie oder gesellschaftliche Normen.“ Die Hilfe werde den Menschen viel zu oft einfach „übergestülpt“.

Doch weit schlimmer sei etwas anderes: Die Stiftungen der Industriellen und Finanziers mühten sich um Lösungen für Probleme, die sie und ihre Mitstreiter mit ihren kommerziellen Aktivitäten selbst angerichtet hätten. In gleichem Maße, wie die soziale Ungleichheit wachse, wachse auch die Wohltätigkeit. „Fast immer, wenn sich jemand besser fühlt, weil er etwas Gutes getan hat, wird auf der anderen Seite der Welt oder der Straße jemand tiefer in ein System gedrängt, das ihm keine Chance lässt“, sagt Buffett. Gutes zu tun mindere also an anderer Stelle den moralischen Druck, Schlechtes zu unterlassen.

Mittlerweile versucht Peter Buffet auf seiner Ökoranch ökologisch integriertes Wirtschaften zu etablieren. Frei nach dem Motto: Die Zukunft neu denken.

Denn die meisten Hilfsprojekte seien nichts weiter als eine „Gewissenswaschanlage“ für das obere eine Prozent der Bürger. Selbst an Mikrokrediten, oft als Hilfe zur Selbsthilfe gelobt, lässt Buffett kein gutes Haar: „Letztlich geht es immer darum, diese Menschen in unser System von Schulden und Zinsen einzubinden.“ Ziel sei es, die ganze Welt in einen einzigen großen Markt zu verwandeln. Buffetts Abrechnung gipfelt in der Forderung, die Spenden lieber dafür einzusetzen, neue Konzepte auszuprobieren, die unsere bestehenden Strukturen und Systeme zerschlagen. „Wir brauchen ein neues System.“

Buffett ist stolz auf die Welle, die er losgetreten hat. Der wiederkehrende Vorwurf, er sei ein Utopist, ist für ihn der schlagende Beweis dafür, dass er auf der richtigen Spur ist. Die Unfähigkeit, sich überhaupt vorzustellen, dass ein alternatives System möglich sei, ist für ihn der Kern des Problems. „Wir brauchen neue Ideen, neue Ansätze – wir brauchen jemanden wie Marx.“

Große Sprüchen für einen Begünstigsten des heutigen System. Wenn wir frei wählen könnten, wie sehe unser System der Zukunft aus?

lebenskunst 20 jahre später

Heute teile ich eine Zukunftsvision von Harald Welzer mit Dir. Wie könnte da Leben aussehen, wenn wir im Einklang mit uns und unserer Umwelt stehen würden?

Wir schreiben das Jahr 2033. Schon vor 20 Jahren hatte sich über eine rasche Verbreitung von Car-Sharing-Modellen und Giveboxen in den Städten der Paradigmenwechsel vom Besitzen zum Nutzen angekündigt, der heute im vollen Gange ist: Es gilt mittlerweile als cool, nur noch so viel wie nötig und so wenig wie möglich zu haben. Es ist der Lifestyle des Loslassens: Was man NICHT hat, braucht keinen Raum, was man NICHT hat, kann nicht geklaut werden, was man NICHT hat, braucht nicht umzuziehen, was man NICHT hat, kostet nichts. Umgekehrt erhöht sich die Nutzungsdauer jedes Produkts durch seinen sozialen Gebrauch. Man hat jetzt viel weniger: Die durchschittliche Menge an Produkten, die jeder Deutsche besitzt, ist von mehr als 10 000 im Jahr 2012 auf heute 5000 abgesunken. Der Materialverbrauch hat sich mithin halbiert, die Emmissionsmenge ebenfalls. Der Spaß hat sich verdoppelt, die verfügbare Zeit vermehrt: Man verschwendet sie nicht mehr bei Konsumentscheidungen. Das kulturelle Modell heißt: Lebenskunst. Das zugehörige Adjektiv leicht.

Was eine Vorstellung…

Interessiert Dich der Gedankengang, schau in das Buch hinein.

6 month of living with less

Seit ziemlich genau einem halben Jahr sind wir unterwegs. Wir hatten keinen festen Wohnsitz, keine festes Dach über dem Kopf und alles was wir besitzen ist immer dabei. Mein erstes Fazit nach 6 Monaten: Ich war selten so frei.

Solange ich mich erinnern kann, habe ich stets versucht, mehr zu haben, neue Dinge zu kaufen. Weitere Dinge zu besitzen schien der ’normale‘ Lauf des Lebens zu sein.

Das führte dazu, dass ich in immer größere Wohnungen gezogen bin und somit auch immer mehr Platz für immer mehr ‚Equipment‘ hatte. Und all das wollte dann auch stets bezahlt werden. Meine große Wohnung habe ich selten von innen gesehen, weil ich meist im Büro war, mein Rennrad hing an der Wand, mein Mountainbike stand im Keller, das Snowboards ebenfalls, die Skier noch bei den Eltern. Mein Macbook war mit zu alt und lag in der Schreibtischschublade – neben mindestens 7 Generationen von Handys. Mein Kleiderschrank hing voller Kleidung, die ich nicht nutzte und von meinen zwei Motorrädern konnte ich ja auch nur eines fahren..  und und und. Diese Liste lässt sich nahezu endlos fortsetzen.

Ich wollte mehr Besitz anhäufen, damit ich alles mal benutzen kann, wenn ich Zeit habe. Rate mal! Die Zeit hatte ich einfach nicht. Wobei das auch schon eine seltsame Sichtweise ist. Ich hatte natürlich die gleiche Zeit wie jetzt, nur hatte ich andere Prioritäten.

Zu Beginn meiner Tätigkeit als Coach habe ich dann viele neue Sichtweisen kennengelernt und versucht diese auch auf mein eigenes Leben anzuwenden. Das bedeutete für mich vor allem andere Wege zu gehen, als sie von mir erwartet wurden. Ich habe hinterfragt, was mir wirklich wichtig im Leben ist.

Wer möchte ich im Rückblick auf mein Leben einmal gewesen sein. Ich glaube, man reift mit den Erfahrungen, die man macht. Also wollte ich Erfahrungen sammeln. Bei welchen Stories muß ich aufhorchen, was hat mich schon als kleines Kind begeistert? Was sind meine ganz persönlichen Motivatoren?

Dazu gehört unter anderem ungebunden zu sein und viel zu reisen. Und siehe da, genau hierfür stand mir alles bisher Angehäufte einfach im Weg. Es ergab sich immer wieder die Ausrede, etwas ja nicht tun zu können, weil das gerade nicht ginge.

Seit Anfang des Jahres habe ich nur noch bei mir, was ich auch wirklich nutze. Meine Klamotten habe ich tatsächlich alle an. Vor der Türe oder im Keller kann nichts stehen.Alles muss in unser Auto passen – und das war ganz schön voll als wir eingezogen sind. Kaum konnte man von vorne nach hinten gehen, ohne irgend etwas rumräumen zu müssen. Und das nervt immens, wenn man es nicht wirklich braucht, dafür aber 10mal am Tag von hier nach dort und zurück räumt. Also verkauft, verschenkt, gespendet! Schnell hatten wir sogar Besuch in unserer Emma. Selbst zwei Wochen zu viert im Auto in Afrika war zwar etwas eng, geht aber auch!

Jetzt sind wir mittlerweile in Thun in der Schweiz und werden hier mindestens ein Jahr bleiben. Ab 1. September werden wir wieder in eine Wohnung ziehen und ich bin gespannt, ob da nach einem Jahr auch wieder so viel drinsteht oder das Besinnen auf das Wesentliche Teil unseres Leben bleiben wird.

Dinge, die wir besitzen, sollten uns nützen. Je mehr Dinge es werden umso mehr bekommen sie eine Daseinsberechtigung per se und kosten früher oder später Zeit und Geld. Je weniger ich besitze, umso mehr kann ich mich darauf konzentrieren ich selber zu sein.

Somit waren 6 month living with less: 6 month more LIVING.

Übrigens sammele ich nach wie vor für meinen Spendenlauf am kommenden Samstag bei den 100 Meilen von Berlin Unterstützung. Sämtliche Spenden werden wieder an Streetkids e.V. in Tansania gehen. Alle Updates zu den 100 Meilen und dem Laufen im allgemeine unter nativerunners.com:

der duft der freiheit

Woran denkst Du, wenn Du an Freiheit denkst? Hast du ein Bild vor Augen, ein Geräusch oder einen Ausspruch? Kann bei Dir auch eine Situation oder ein Gedanke das Gefühl auslösen absolut frei auf dieser Welt zu sein?

Seit Anfang Februar bin ich nun mobil und ständig unterwegs. Gute 20.000KM liegen hinter mir und ich habe die atemberaubendsten Landschaften gesehen. Von dichten Wäldern, über hohe Berge, das erste sprießende Grün in Frankreich, endlose blühende Mandelplantagen in der Sierra Nevada bis zu Kirschblüten im Atlasgebirge. Die rauschende Brandung in Agadir und die endlosen Weiten in der Sahara sind zu einem Teil meiner selbst geworden und begleiten mich ständig. Dabei liegt das Glück manchmal so nah.

An einem sonnigen Sommertag vor zwei Wochen in der Schweiz habe ich, ganz in Ruhe und ganz bei mir selbst, Zeit für einen ausgedehnten Lauf gefunden Die Landschaft war hügelig und grün, Wald und Wiese wechselten sich ab. Der Himmel blau, die Sonne brannte und die Vögel zwitscherten. Die Bauern hatten vor ein paar Tagen gemäht und das Gras lag auf den Weiden zum trocknen und in der Luft lag ein kräftiger Geruch nach frischem Heu. Dieser Geruch zu diesem perfekten Ensemble von Friedlichkeit, traf mich wie der Blitz.

Wie befreit, fühlte ich mich wieder wie ein kleiner Junge, ohne Sorgen, ohne Pflichten und das ganze Leben ein einziger großer Spaß. …Leichtigkeit…

Da ist mir bewusst geworden, dass ich solche abgrundtiefe Natürlichkeit in den vergangenen Jahren niemals in dieser Intensität gespürt habe. Ohne dass ich das jemals gewollt habe, habe ich mein Leben immer weiter von dem entfernt, was ich eigentlich für natürlich halte und ohne dies bewusst zu bemerken. Die Routine, schleicht sich im Leben ganz langsam ein bis sie zur Normalität geworden ist und wir denken, sie gehöre dazu. Doch Routine ist keine Normalität sondern immer noch Deine freie Wahl. Deine Wahl das Gleiche immer und immer wieder zu tun.

Willst Du Dich wieder etwas freier fühlen?

Dann schau Dir einmal genau die Lebensbereiche an, in denen alles ganz normal läuft. Warum findest Du das normal?
Wann hast Du damit angefangen?
Gibt es Menschen (irgendwo auf der Welt) die dies anders sehen?
Und weshalb siehst Du es dann so wie Du es siehst?
Wenn es noch nicht Deine Normalität wäre, würdest Du Dich aktiv dafür einsetzen, dass sie es wird?

Und zu guter letzt: Wann hast Du Dich das letzte mal von allem und allen auf dieser Welt frei gefühlt? Was hat das Gefühl ausgelöst?

Denk öfter daran, denn Du bist frei!

living like a luna

Meist gibt es eine einfache und eine komplizierte Version des Lebens.  Die Einfache erfordert dafür von uns häufig im ersten Moment eine größere Anstrengung und wird dafür mit jedem Mal leichter und wir besser darin. Das Laufen ist zum Beispiel eine solche Geschichte.

Mein Bruder hat zu Beginn diesen Jahres eine Tochter bekommen und zur Geburt wurden deren kleine Füße auf ein Farbkissen gestellt und mit ihnen gestempelt. Vergangene Woche ist mir dieses Bild in die Hände gefallen und ich war wieder einmal erstaunt. Diese Füßchen sahen aus, wie Füßchen natürlicherweise auch aussehen sollten. Mit fünf Zehen, die aussehen, als ob sie zugreifen könnten und mit großen Zehen, die  eine gerade direkte Verlängerung des Fußes sind. Ein Fuß, der eigentlich keine weitere Unterstützung oder Hilfe braucht, um eins der besten Fortbewegungsmittel überhaupt zu werden. Um den einfachen Weg zu gehen und die Füße vor Dreck, Kälte, Hitze und hartem Untergrund zu schützen, greifen viele Eltern zum Schuh. Der Fuß gewöhnt sich daran, verformt sich und ist gar nicht mehr stabil genug um ein längeres Barfußlaufen überhaupt auszuhalten.

Seine natürliche Bestimmung kann dabei so weit verkümmern, dass es Schmerzen und Verletzungen beim Laufen gibt, weshalb häufig zu weiteren Stützen, Einlagen und weiterem geraten wird. Dabei wäre es wirklich das Einfachste, die Füße sachte und langsam an die Belastung zu gewöhnen. (Das geht übrigens auch noch im hohen Alter). Über viel Eingewöhnungszeit und Übung würden wir einen gesunden und stabilen Fuß erhalten…

So ist es mir in der Vorbereitung zu den Saharaläufen gegangen. Inspiriert durch Bücher wie „born to run“ habe ich versucht, meinen Füßen die größtmöglich Freiheit zu geben und lieber den Fuß als solches zu trainieren, als ihm die Aufgabe sich selbst zu stabilisieren abzunehmen. Deshalb jogge ich nur noch in Luna Sandals, einige der wenigen Schuhe, die ich momentan absolut empfehlen kann.

Und ist es nicht auch so im restlichen Leben? In allem was wir tun werden wir gut, indem wir es üben. Egal, ob es sich um schulische Dinge handelt, wir eine Fremdsprache lernen wollen oder anfangen zu joggen oder eine sonstige neue Sportart zu erlernen. Am einfachsten ist es, dies bleiben zu lassen. Jeder Anfang ist schwer und häufig schmerzhaft. Sich alle Dinge liefern zu lassen und sich nicht mehr zum Markt oder Geschäft bewegen zu müssen, mag es für das einzelne Mal einfacher machen, aber mit jedem Mal, dass wir etwas nicht tun, wird es schwerer damit wieder zu beginnen. Dabei kommt wahres Wohlbefinden doch daher, etwas selber getan zu haben. Etwas erreichen kann nur der, der auch in Kauf nimmt, es anfangs nicht zu können.

Wenn Du Dich überwindest und das tust, was Du noch nicht kannst, wird es davon im Laufe der Zeit immer weniger geben. Das Meiste erreichst Du dann sozusagen „nebenbei“. Beginne heute mit einer einzigen Sache, die Du gerne können möchtest.

Lauf los, Sandale.

simplicity of happiness

Times are changing. Ich freue mich sehr, dass Du bisher meine Blogbeiträge auf gluecklichtrainer.com gelesen hast. Dies wird der letzte sein. Es wurde Zeit den Kinderschuhen zu entwachsen.

Dies ist der letzte auf gluecklichtrainer.com veröffentlichte Blogeintrag und erscheint hier als Kopie.

Da sich gluecklichtrainer.com hauptsächlich auf Training, Coaching und Beratungsangebote konzentriert, möchte ich mit den Blogbeiträgen Menschen ansprechen, die sich selbst hinterfragen und Gedankenanstöße schätzen.

Das Schöne am Glücklichsein ist ja die Tatsache, dass Du nicht reich sein mußt um es zu genießen. Auch nicht dünner, hübscher, jünger, intelligenter, größer oder schneller. Du brauchst kein Equipment und Gadgets, keine Talente oder Schuhe um es zu erfahren. Das Glück kümmerst sich nicht darum, wo Du lebst, wie Du Deinen Gott nennst oder ob Du überhaupt einen hast. Es reicht schon, wenn Du Dich daran erinnerst, wie es sich anfühlt glücklich zu sein um es wieder und wieder zu spüren.

Es sind halt nicht die komplizierten, oder teuren Dinge, die wirklich glücklich machen, sonder einzig und allein das genießen des Hier und Jetzt. Die Gegenwart in vollen Zügen zu genießen und eigene Entscheidungen zu treffen kann Dir die nötige Leichtigkeit geben.

Ich erlebe immer wieder im eigenen Leben und auch in meinen Coachings, dass Menschen es versuchen, die Suche nach dem Glück komplizierter und komplizierter zu gestalten und sich so immer weiter von einem zufriedenen Leben entfernen. So habe ich “simplicity” und den “minimal approach” für mich entdeckt. Um meine eigenen Ideen und Erfahrungen aus meiner Tätigkeit als Coach zu teilen gibt es diesen Blog. Es geht also nicht nur um die Einfachheit des Glücklichseins sondern auch um die Einfachheit als Weg zum Glück.

Also los, Mundwinkel hoch: genieß Dich und Dein Leben.

P.s.: Du wirst auch zukünftig wöchentlich über mit einem newsletter über die neuesten Beiträge informiert. Dieser heisst dann einfach nur wie der neue Blog simplicity-of-happiness.com

training für mehr klarheit – einfach mal umziehen

Was würde eigentlich passieren, wenn ich/Du morgen umziehen würdest? Würdest Du alles was Dich momentan umgibt wirklich einpacken, schleppen und wieder auspacken wollen? Ich habe in letzter Zeit wieder einmal bei dem einen oder anderen Umzug geholfen und mich gewundert, was ich da so alles Treppen rauf und runter trage.

Denke ich zurück an meine früheren Umzügen, habe ich meinen lieben Helfern wohl ebenfalls so einiges zugemutet. Bei den letzten Umzügen ist ausserdem jedes Mal manch eine Kiste im Keller stehen geblieben. Mittlerweile frage ich mich, weshalb ich diese Kisten überhaupt eingepackt, beziehungsweise den Ramsch darin erst einmal angeschafft habe. Was hatte ich mir dabei gedacht.
Hmmm… ich befürchte: Gar nichts.
Ich finde Dinge ja immer noch schön und/oder praktisch und in dem bestimmten Umfeld in denen ich sie sehe, macht das auch manchmal Sinn und dann möchte diese dann ebenfalls haben. Meist bin ich in dem festen Glauben, mein Leben würde dadurch einfacher , schöner oder besser. Das würde sogar ab und an stimmen, wenn ich die Dinge denn auch tatsächlich regelmässig nutzen oder zumindest angucken würde.

Tu ich aber nicht. Ich gewöhne mich daran und dann gehört es teilnahmslos dazu!

Denn ich hatte/habe auch noch soo viele andere Dinge, dass mich die Vielfalt schlicht erschlagen könnte.
Da ich mich seit meiner Saharavorbereitung immer wieder damit beschäftigt habe, was ich denn wirklich will und ob ich Dinge wirklich brauche, habe ich meinen Besitz bereits sehr reduziert. Umso mehr ich allerdings abgebe, umso klarer erkenne ich, dass ich erst am Anfang des Weges stehe. Im kommenden Jahr werde ich (auch deshalb) ein Experiment starten. Ohne Wohnung und völlig mobil werde ich eine Zeit „on-the-road“ leben und arbeiten (Dazu ein anderes Mal mehr). Deshalb hinterfrage ich momentan noch stärker alle Dinge die mich umgeben. Ich möchte nämlich nichts einlagern oder in irgendwelchen Kellern zwischenparken.

Beim Auspacken der gefühlt 50ten Sitzmöglichkeit auf einem dieser Umzüge, fühlte ich mich jedenfalls plötzlich ganz frei und ungebunden, wissend, dass ich nicht einen einzigen Stuhl mit mir werde rumschleppen müssen. Wer soll denn hier bloß auf all diesen Stühlen sitzen? Tatsächlich aber haben ja die meisten von uns solche kleinen oder großen Lasten zu Hause.

Wie wäre es, sich vorzustellen den Inhalt eines  jeden Schrankes und jeder Kleinigkeit, die in der Wohnung, im Flur oder im Keller steht, für einen Umzug einzupacken und selber tragen zu müssen… Was würdest Du einpacken und was einfach weggeben…

Um sich selbst diese Frage zu beantworten, könntest Du zum Beispiel ein Bücherregal, den Kleider- oder Küchenschrank einmal komplett leerräumen und in Kisten verpacken. Dann im Laufe der kommenden 14 Tage, die Dinge die Du nutzt oder vermisst zurück in den Schrank stellen. Dann die Kisten wegräumen und das Datum draufschreiben. Ich vermute, dass der Inhalt, der nach 6 Monaten noch in einer Kiste ist, schlichtweg nicht gebraucht wird. Hört sich, wie ein doofes Spielchen an, aber die Erkenntnis kann erstaunlich sehr. Ich habe vor einem Jahr bei meinem letzten Umzug einige solcher Kisten in den Keller gestellt. Und rate mal: Da stehen sie immer noch.

Eigentlich, war ich der Meinung nicht auf meine Bücher verzichten zu können. Möchtest Du ein Buch geschenkt haben?

on the fly

Wow. Was ein Jahresanfang. Die Zeit vergeht wie im Fluge.

Da ich glaube, dass Mensch genau dann zu seiner Höchstform auflaufen kann, wenn er das tut was ihm am meisten Freude bereitet, empfehle ich meinen Gesprächspartnern häufig genau dies.
Tu das woran Du am meisten Freude hast, und mach den Rest im „positiven flow“.
Ich habe Freude am Reisen, Entdecken von Neuem, unterschiedlichste Menschen zu treffen und meine Freiheit zu leben und genießen.
Deshalb habe ich Ende vergangenen Jahres die Schlüsse aus meiner Saharareise gezogen und mich entschlossen für mindestens eine halbes Jahr ununterbrochen auf Reisen zu sein.

(Übrigens, es sind nur noch 2 Plätze verfügbar für die Saharareise im April 2014)

Welcome Emma, unser Mercedes Benz l608d, Baujahr 1971 wird von nun an unser zu Hause sein und bringt uns jetzt gerade zu Terminen in die Schweiz.

Ich glaube zwar nicht, dass dies die ultimative Lebensform für jeden ist. Allerdings bricht sie mit einigen Konventionen. Die Erfahrung, trotzdem normal, aber mobil weiter zu arbeiten wird sicher einige Erkenntnisse mit sich bringen. Ich werde deshalb weiter darüber schreiben. Eventuell regt es Dich ebenfalls an, eigene Träume anzupacken und zu realisieren.

Denn: Eine wichtige Erkenntis habe ich für mich bereits gewonnen. Der Wille versetzt Berge. Und damit der Wille stark genug ist hilft eine innere Motivation.

Als der Entschluss fest stand ab Februar 2014 unterwegs zu sein, war es mir egal, das unser neues Auto keinen TÜV und ich selber keinen Führerschein für LKW hatte. Das dazwischen noch 14 Tage Kuba lagen war einfach nur eine weitere Hürde.

Ich habe schlichtweg meine Prioritäten anders gesetzt und alles dafür gegeben dieses Ziel zu erreichen. Seit letzte Woche darf ich LKW fahren und Emma fährt wieder mit TÜV. Badezimmer ist ausserdem eingebaut. Deutlich gelitten haben meine sozialen Kontakte und meine News und Webseitenposts. Ich hoffe ihr werdet es entschuldigen und um meine Freunde kümmere ich mich auch wieder. Versprochen.

Und jetzt geht’s erst mal weiter…

bitte keine geschenke

Bitte keine Geschenke!

An welche Weihnachtsgeschenke des vergangenen Jahres kannst Du Dich noch erinnern? Jetzt direkt und spontan, meine ich. Wie viele waren es denn insgesamt? Falls Du beide Antworten spontan beantworten kannst, ist der der weitere Text nicht für Dich geschrieben. Ich weiß es jedenfalls bei mir selber nicht. Und ehrlich gesagt auch nach einigem Nachdenken nicht mit Sicherheit.

Es gibt Menschen in meinem Umkreis, über die ich mich jedes Jahr zu Weihnachtszeit aufs Neue wundere. Sie glauben, allen, ja wirklich allen Menschen in Ihrem Umkreis ein Geschenk machen zu müssen. Das bedeutet für sie, eine Liste mit allen „Bedürftigen“ zu haben, sich zu jedem Gedanken zu machen, dann einkaufen zu gehen und alles einzupacken und schließlich auch noch einen Übergabetag in der Weihnachtszeit zu haben. Nach außen wird der immense Druck, der herrscht, um den eigenen Erwartungen gerecht zu werden, sehr schnell sichtbar. Gleichzeitig wird oft behauptet, es mache halt so viel Spaß zu schenken. Leider fällt mir da häufig ein sehr große Diskrepanz auf.
Wenn man jetzt einfach den gesamten Konsumrausch, der die Weihnachtszeit beherrscht, nicht berücksichtigt, dann ist/wäre Weihnachten doch eine Zeit der Besinnung, der Ruhe und eventuell auch des Kraftschöpfens. Wenn ich also ein richtig tolles Weihnachtsgeschenk bekäme, dann wäre es, ein paar Tage Zeit zu haben, um nur das zu tun, wozu ich so wirklich wirklich Lust habe.
Ich behaupte einmal, dass alle Menschen im Freundes- und Verwandtenkreis, die während der Feiertage beschenkt und besucht werden wollen, weil sie sonst glauben, dass sie nicht wertgeschätzt werden, dass gesamte Jahr über keine Aufmerksamkeit bekommen haben. Sollte ich dann nicht überdenken, ob ein Mensch, auf den ich ein Jahr lang keinen Wert gelegt habe, wirklich zu meinem engeren Umfeld gehört?
Dazu kommt, dass die meisten Aufmerksamkeiten irgendwie irgendwo auf einer Ablage landen und meistens nie wieder genutzt werden. Was für eine Verschwendung von Zeit und Geld.
Wer auch immer auf die Idee kommen sollte: Bitte schenkt mir nichts. Ich verspreche Euch ebenfalls, nichts zu schenken. Wenn ihr dennoch etwas Gutes tun wollt, seid Freund und Gesprächspartner. Das gesamte Jahr.
Enjoy THE SEASON und nehmt Euch die Zeit, die Ihr braucht.

put the world upsite down

peters map – put the world upsite down

Was ist eigentlich noch (oder war jemals) normal auf dieser Welt. Normalität ist doch für die meisten ein erstrebenswerter Zustand. Sich darauf verlassen zu können, dass Dinge so sind, wie sind. Die gesamte Schulbildung ist darauf ausgerichtet, Dinge zu erlernen. Zu wissen, was ist richtig und was ist falsch.

Neulich habe ich ein Video gesehen, in welchem erklärt wurde, dass sämtliche Karten dieser Welt falsch gezeichnet seien. Eigentlich müssten die Karten allesamt anders aussehen. Schließlich sei das heutige System von einem deutschen Kartographen erfunden, weshalb Deutschland auch ziemlich im Mittelpunkt und von den Proportionen her am größten dargestellt sei. An diesem Punkt wollte ich das Video eigentlich schon wieder schließen, weil ich es für eine Verschwörungstheorie hielt. Tatsächlich wurde dann dargelegt, welche Schwierigkeiten bei der Abbildung einer Kugel auf einer Fläche bestehen. In diesem Fall wurde es eben auf EINE gewisse Weise gelöst. Wenn man allerdings die Proportionen beibehalten würde, käme man zu einem deutlich kleineren Europa und einem wesentlich größeren Afrika. Und warum überhaupt liegt Europa oben und nicht unten? Suggeriert das nicht schon eine gewisse Überlegenheit? Und *schwupps* wird die Karte aus diesem Post gezeigt. Jemand im Video sagte noch: „You can’t do that!“ – „Why?“ – „Because it is freaking me out!“

Genau. Ist es nicht bei vielen anderen Dingen im Leben genauso? Nur, weil ich sie mir immer auf eine ganz bestimmte Art und Weise vorstelle, darf es niemand wagen, sie anders zu machen. Weil ich damit nicht klar komme?
Was ist jetzt eigentlich das Problem? Nur, weil ich eine bestimmte Vorstellung von etwas habe, erhebe ich es zur Normalität und alle anderen müssen sich an meine Vorstellung halten. Vielleicht ist es ja auch ganz ähnlich wie bei der Landkarte. Meine Vorstellungen und Gedanken sind immer nur ein Abbild der Wirklichkeit und niemals diese selbst. Für jeden Gedanken wird vereinfacht, Details fallen weg oder kommen hinzu. Die Landkarte ist nicht die Realität.

Vielleicht hilft es ja, die innere Landkarte ebenfalls einmal auf den Kopf zu stellen.

bill gates und das erbe

„Viele Menschen entscheiden, dass sie ihren Wohlstand an die Kinder weitergeben möchten. In meinem Fall denke ich, dass es besser für die Gesellschaft und meine Kinder ist, wenn ich den Großteil meines Vermögens wieder für Zwecke einsetze, die wichtig sind. Dinge wie Technologie, Bildung, medizinische Forschung, soziale Dienste und mehr.“

Diesen Ausspruch von Bill Gates habe ich am 28.10. anlässlich seines Geburtstages gelesen. Nun kann man vortrefflich darüber streiten, ob dieser Satz überhaupt den Realitäten eines Bill Gates entspricht, der gleichzeitig einige hundert Millionen Dollar zum Vererben auf der hohen Kante hält.

Beeindrucken würde es mich, wenn er tatsächlich alles für karitative Zwecke aufwenden würde. Alles bedeutet ALLES. Kein Geld, keine Immobilien, keinen Besitz vererben. Wenn er von seinen Kindern verlangen würde, ihr Leben genauso auf der eigenen Fortune aufzubauen wie er selber. Denn: Hätte er es jemals bis zur Microsoft Gründung geschafft, wenn er stets mit einem Sicherheitsnetz gearbeitet hätte?

Aus gegebenem Anlaß habe ich mich selbst gefragt, was denn wichtiger in meinem Leben ist/wäre. Natürlich wären mit viel Geld einige Dinger leichter zu realisieren gewesen. Dabei hat mir gerade die Tatsache, mich selber durchboxen zu müssen und eigene Wege zu finden, geholfen, über mich und das Leben zu lernen – auch über viele Misserfolge. Es hat mir geholfen, die Person zu werden, die ich bin.

Wie wäre es denn nun, nur so als Idee, wenn alle Menschen bei der Geburt gleich wären? Jeder käme mittellos auf die Welt und würde sie auch mittellos wieder verlassen. Alles müsste im eigenen Leben erarbeitet werden und würde beim Tod verfallen. Wonach würde man sein Tun im Leben dann ausrichten?

Tun wir unseren Kindern wirklich einen Gefallen, wenn wir versuchen, ihnen Sicherheit zu geben (bzw. vorzuspielen)? Genau genommen ist ja Sicherheit, genau wie Kontrolle, nur eine Illusion. Ist nicht das Einzige von Dauer „the way we are“? Wenn wir es schaffen, unseren Kindern die richtige Einstellung mit auf den Weg zu geben, es aus eigener Kraft zu schaffen – „no matter what“ – und vollkommen ohne Abhängigkeit zu sein, ist das doch eventuell das viel größere Geschenk.

live now

Es ist schon komisch. Manchmal merke ich erst wie etwas gemeint ist, wenn es auf einmal nicht mehr so ist. Vielleicht kennst Du auch Bücher, Sprüche und Ratgeber, die anpreisen im „Hier und Jetzt“ zu leben. Weil das Leben immer genau in dem Augenblick passiert der jetzt gerade ist. Ja, und was ist, wenn man mal nicht Hier und Jetzt ist?

Ja, dann hält man sich in Gedanken entweder in der Vergangenheit auf oder beschäftigt sich mit der Zukunft. Auch das kann inspirierend und begeisternd sein. Wenn Du Dich zum Beispiel positiv an etwas erinnerst ohne Dich zu grämen, dass es jetzt nicht mehr so ist. Oder wenn Du Dir Ziele für die Zukunft erträumst und Dir einen Plan machst was Du als nächstes tun möchtest, kann das einen Motivationsschub geben. Solange Du es schaffst, Dich danach wieder auf das Jetzt zu konzentrieren.

So hatte ich mir zum Beispiel, seitdem ich das lezte Mal geschrieben habe, einige Dinge vorgenommen, die ich umsetzen wollte. Ich habe mir das alles ganz ‚easy‘ vorgestellt und dann kam alles anders.

Das erstemal mit unserer Emma unterwegs gab es eine oder andere Wehwehchen und das wollte gerne behoben werden. Deshalb habe ich jeden zweiten Tag in irgendeiner Form unter dem Auto gelegen und habe schliesslich auch alles repariert bekommen. Jetzt fährt unser zu Hause besser als vorher und alles ist in bester Ordnung. Da ich das alles zum ersten Mal gemacht habe, war ich sehr konzentriert und voll bei der Sache. Ich wollte fertig werden, da die nächsten Termine anstanden. Während dieser Zeit war ich ganz schön stolz. Alles läuft und bei allen Terminen war nicht nur da, sondern pünktlich.

ABER dann, als die Anspannung abfiel, habe ich mir plötzlich Gedanken gemacht, was ich alles nicht umgesetzt hatte, von den Plänen, die ich mir gemacht hatte. Und ich ärgerte mich mit: hätte, wenn und aber…

UND dann habe ich vorgestellt, was ich in den kommenden Wochen alles nicht umsetzen werden, weil ich bestimmt nicht dazu kommen werde.

Ich ärgerte mich also über Dinge, die in der Vergangenheit lagen und ich sowieso nicht mehr ändern konnte, oder über Dinge die noch garnicht passiert sind.

Mit dem Wissen, dass ich in der jeweiligen Situation nach bestem Wissen verhalten habe und mein Bestes gegeben habe, habe ich dann realisert, was ich eigentlich erreicht habe und was ich daraus für die Zukunft lernen könnte. Es gibt immer etwas, was hätte noch besser sein können und in Zukunft gibt es immer etwas, dass schief gehen könnte. Die beste Vorraussetzung, dafür in Zukunft die bestmöglichen Entscheidungen zu treffen, ist es mit dem Jetzt in Einklang zu stehen.

Mach es also genau umgekehrt, wie am Anfang dieses Artikels.

Überlege nicht, was in der Verganheit hätte anders sein sollen, es ist vorbei, sondern überlege,wie du es in der Zukunft anders machen wirst, das kannst Du noch beeinflussen.

Gräme Dich nicht, über Dinge die noch nicht passiert sind und Du jetzt schon meinst zu wissen wie es sein wird, sondern reflektiere die Vergangenheit und nutze sie als Erfahrungsschatz für die Zukunft.

Und vor allem, genieß was Du jetzt gerade tust.

Triff Entscheidungen nach Deinem besten Wissen…

…JETZT!

happy 2014

Ein gutes Neues Jahr und viele Ideen

Liebe Leser. Ich möchte mich auf diesem Weg noch einmal herzlichst bei Euch bedanken. Ich habe diesen Blog gestartet um Erfahrungen und vor allem Gedankenanstöße zu teilen. Während der letzten 8 Jahre habe ich immer wieder Menschen getroffen und bei Ihrer Suche nach dem für sie richtigen Weg durchs Leben unterstützen dürfen. Dadurch habe auch ich mich immer wieder hinterfragen dürfen und anfänglich gedacht, wenn ich eine Lösung finde, ist es für alle Anderen ebenfalls der richtige Weg. Mittlerweile weiß ich das dies nicht stimmt. Vielen Dank für Euer Feedback und die damit verbundenen Gedankenanstöße für mich. Ich hoffe, dass Ihr auch weiterhin meine Gedanken als Anregung versteht, die eigenen Antworten zu finden. Sowohl beruflich als auch privat.

Auch in den vergangenen Wochen habe ich mich wieder selbst in Frage stellen dürfen. Eventuell ist es aufgefallen, dass es die beiden letzen Dienstage keine News gab. Dies lag vor allem daran, dass ich mein eigenes Leben (mal wieder) als Normalität angesehen habe. Zum Jahreswechsel bin ich auf dem angekündigten 14tägigen Segeltörn in Kuba gewesen und habe von Havanna über Cienfuegos vor allem die südwestlich der Schweinebucht gelegene Inselwelt kennenlenen dürfen. Es war atemberaubend und ich werde in einem anderen post ausführlich darüber berichten.

Im Vorfeld hatte ich mir gedacht, dass ich viel Inspiration, Ideen und vor allem Zeit haben werde um über die unterschiedlichsten Dinge zu schreiben. Bereits den Flug nach Havanna habe ich Artikel geschrieben, die ich in den folgenden Tagen veröffentlichen wollte. Dann erreichte ich Kuba und stellte fest, dass Internet nicht überall auf der Welt eine Selbstverständlichkeit ist. Kurzum es war schlichtweg unmöglich online zu gehen, auch Telefon oder Handyempfang war fast nie möglich. Nachdem uns am zweiten Tag im Hafen bereits die Funkantenne des Katamarans geklaut wurde hatten wir auch keinen Funk mehr. Wir waren also in jedem Belang offline unterwegs. Keine Emails checken, keine Anrufe entgegen nehmen, nicht einmal ein klingelndes Handy, keine Updates schicken.. einfach nichts.

Was an Bord kaput ging oder ausfiel (Radio, Kühlschrank, Aussenbordmotor des Dingis, Navi) war halt erst einmal kaputt und ist es sicher immer noch. Ersatzteile gibt es kaum und wenn, dann fehlt das Werkzeug. Man lebt auf Kuba meist mit dem, was gerade da ist. Wenn es mehr gibt, gibt es mehr, wenn nicht… dann nicht. Und trotzdem habe ich keinen Menschen getroffen, der sich davon das Lachen von den Lippen hat nehmen lassen.

Das Leben ist so wie es ist und das ist erst einmal gut. Was morgen kommt, kommt morgen. Wir waren zu 100% im Jetzt unterwegs. Wenn wir tauchen wollten sind wir tauchen gegangen, wenn wir fischen wollten, haben wir gefischt. Wenn wir reden wollten, haben mir mit jemandem geredet: von Angesicht zu Angesicht.

Das Leben spielt jetzt. IMMER. Wenn ich jetzt nichts genieße, dann genieße ich das Leben nicht. Ich nehme mir vor, mir diesem Vorsatz jeden Augenblicks bewusst zu sein.

In diesem Sinne wünsche ich Euch das bestmögliche Jahr 2014.

yolo – you only live once

Aufgewachsen in einem kleinen Ort auf dem Lande bin ich als Kind stets davon ausgegangen, dass Großstädte primär anonym und distanziert/unfreundlich sind. Doch sind es nicht die Städte die freundlich sind oder nicht, sondern immer die Menschen.

Ich wohne im Berliner Multikultistadtteil Kreuzberg, im Wrangelkiez um genau zu sein. Und auch dort gibt es durchaus unfreundliche Menschen. Dabei fällt es mir allerdings immer noch schwer zwischen Berliner Schnauze und wirklicher Unfreundlichkeit zu unterscheiden. Besonders beindruckend finde ich einen jungen türkischen Besitzer eines Kiosks. In diesem Kiosk können auch Pakete abgegeben werden und im Gegensatz zu den meisten Postschaltern, muß man nicht warten.
Nahezu verblüffend ist allerdings die absolute Freundlichkeit, mit der er jeden Kunden begrüßt, behandelt und verabschiedet. Selbst wenn der Laden voll ist, sieht er noch den Kunden in der dritten Reihe, der ein bereits frankiertes Paket in der Hand hat und ruft ihm zu, dieses kurz rüber zu reichen, während er das Paktet des Kunden an der Kasse kurz nach hinten bringt. Während er zurück kommt sagt er noch kurz, wann das Paket abgeholt wird und wann er vorraussichtlich ankommen wird.
Er behandelt jeden einzelnen Kunden, oder in diesem Fall Gast als ob er der Wichtigste sei. Und das Ganze immer freundlich und gut gelaunt. Das führt dazu, dass ich mittlerweile, alles was ich in einem Kiosk einkaufen kann, genau dort kaufe. Dabei ist mir wieder einmal aufgefallen, dass es der einzelne Mensch ist, der den Unterschied macht. Und das jeder einzelne selber entscheiden kann ob er sein Umfeld nett oder unfreundlich behandelt.
Niemand kann mich dazu zwingen schlecht drauf zu sein. Es liegt letztendlich immer bei mir selbst, wie ich mich verhalte. Jeden Augenblick lebe ich nur ein einziges Mal und ich darf über die Qualität des Augenblick entscheiden. Was ein Geschenk.
Oder wie eine Freundin aus Sambia, die zur Zeit zu Besuch es nannte: YOLO, you only live once. Du machst den Unterschied!

In diesem Sinne, wünsche ich Dir und Deinen Lieben sehr entspannende und erfreuliche Feiertage. Und denk daran, egal wie es läuft, Du darfst in jeder Zeit darüber entscheiden wie Du mit der Situation umgehst. Nimm es mit einem Lachen… you only live once

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