Posts Tagged: reisen

SOH #128 – live the life you love, world tour

WOW… heute eine zweite Folge?
Yes, eine Spezialfolge! Denn ich brauche deine Hilfe. Ich starte meine „live the life you love – world tour“, einmal plastikfrei um die Welt. Dazu möchte ich so viele Menschen wie möglich begeistern, Teil des Projekts zu werden und habe ein kickstarter Projekt ins Leben gerufen, für das ich nun 20 Tage Zeit habe das Finanzierungsziel zu erreichen.
Dazu benötige ich deine Hilfe. Bitte klick auf den unten stehenden kickstarter Link und teile das Projekt mit so vielen Menschen wie möglich.
Let’s change the world & live the life you love!
LINKS:
http://kck.st/2uelZbE
https://simplicity-of-happiness.com/live-the-life-you-love-world-tour/
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Wenn weniger mehr ist.
Jeden zweiten Mittwoch neu.

SOH #125 – mit niederlagen umgehen, caveman lodge

Tony ist zurück 😉

Ja genau, nicht nur ich litt an einer akuten Prioritätenverschiebung. Auch für Tony sah eines morgens die Welt anders aus und Pläne änderten sich rasant.
Bei mir sah es nicht so drastisch aus und trotzdem gab es eine plötzliche Neuorientierung ohne das ich mir diese ausgesucht hätte. Swieder einmal zeigt es sich mir, dass die enttäuschendsten Niederlagen jene sind, bei denen man in menschliche Abgründe schaut.
Quasi über Nacht habe ich die Caveman Lodge verloren, bzw. wurde mir mein Anteil an ihr entwendet. Momentan kümmern sich Anwälte und Gerichte um eine Schadensbegrenzung, doch das Abenteuer ist vorbei. Auf in ein Neues.
In dieser Folge geht es neben der Erzählung wie es dazu gekommen ist vorwiegend darum, welche Lehren ich daraus ziehe, bzw. man im generellen das Gute, die Chance zum Wachstum hinter jeder Herausforderung sehen kann.
LINKS:
Der tägliche Stoiker, Ryan Holiday: https://amzn.to/2LRFPRW
Dein Ego ist dein Feind: Ryan Holiday: https://amzn.to/2HgPtu8
Das Hindernis ist der Weg, Ryan Holiday: https://amzn.to/2sBgNxw
Kinderhilfsprojekt KIDZ: https://k-i-d-z.org
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Wenn weniger mehr ist.
Jeden zweiten Mittwoch neu.

SOH #117 – nachhaltigkeit in sansibar

Diese Episode hatte ich bereits in Sansibar aufgezeichnet und reiche ich hiermit nach. Viele Dinge, die auf uns nämlich einfach oder primitiv wirken sind tatsächlich ziemlich ökologisch. Vor allem auch deshalb weil sie sich nicht dazu eignen einmal um die Welt geschickt zu werden, sondern zeitnah und regional konsumiert zu werden.

leben ist jetzt – zurück in sansibar

Während ich diese Zeilen schreibe, bin ich wieder auf dem Weg nach Sansibar. Ich habe die Insel am 5. Mai diesen Jahres Richtung Toronto, Kanada verlassen um dort Chris Thompson und Mike Mandel von MikeMandelHypsnosis zu treffen.
Auf der einen Seite war ich damals ziemlich erschöpft und frustriert vom vielen Hin und Her, den endlosen Prozessen, den Offiziellen, die einfach nicht Willens sind konstruktiv mit mir oder miteinander zu Arbeiten. Oft scheint es mir, als ob, trotz anderweitiger Beteuerungen, die meisten vorwiegend an der eigenen Bestechlichkeit arbeiten. Besonders frustrierend daran ist, das jede Bestechung für sich immer nur gilt, so lange du nicht den Rücken zu drehst. Dauerhafte Loyalitäten aufzubauen ist schwierig bis unmöglich. Auch untereinander wird oft so umgegangen.
Auf der anderen Seite, freute ich mich immens auf Kanada und war umso begeisterter als ich endlich Toronto erreichte. Es schien mir, als ob dort einfacher jeder freundlich und hilfsbereit zu mir war. Ich hatte gerade erste einen neuen Pass erhalten und in meinem Visumantrag einen Zahlendreher. Die Dame von Canada Air in London, rief darauf hin kurz in der Botschaft an und lies den Fehler korrigieren… WOW… das sollte dir mal wo anders passieren.

Was mich allerdings so richtig von den Socken gehauen hat war das Training mit Mike Mandel. Im Vorfeld hatte ich gehofft einige interessante Einsichten in das Thema Hypnose zu bekommen und auch den einen oder anderen netten Partygag mit dem ich Menschen noch stärker für das Unterbewusstsein begeistern könnte. Was ich nicht erwartet hatte war eine so extrem vollgepackte Hardcore Woche. Wir haben nicht nur diverseste Hypnoseanwendungen gelernt sondern auch das Handwerkzeug, diese alle in einem Coachingrahmen zu nutzen um unser Wissen zu nutzen um anderen dabei zu helfen, sich selber zu finden.

Nach Kanada war ich zwei Wochen in Deutschland und dann 3 Wochen auch Reisen in Äthiopien und konnte dort die ganzen Erfahrungen und das neu erlernte sacken lassen.

Jetzt bin ich auf dem Weg zurück nach Sansibar und bin so neugierig die Caveman Lodge wieder zu sehen. Es scheint, als ob unser Team einen tollen Job gemacht hat und alles bereit ist für den Sommer auf der Südhalbkugel. Einige der fehlenden Unterlagen fehlen noch und die meisten sind mittlerweile da. Ich denke, dass ist halt ein Punkt mit dem man Leben muss, wenn man die Freiheit hat auf tropischen Insel arbeiten und leben zu dürfen.

Denn obwohl für mich so viel passiert ist, in diesem Sommer, ist in Sansibar immer noch vieles beim Alten. Wenn sich nicht viel ändert und die meisten Tage nicht voneinander unterscheiden, macht es wahrscheinlich schlichtweg keinen Sinn sich mit etwas zu beeilen.

Vielleicht gibt es sie ja nicht, die eine universelle Zeit für alle. Sondern vielleicht ist Zeit ja nur ein individuelles Gefühl in uns selbst.

Also, wo auch immer du bist, was auch immer du gerade machst, nimm dir die Zeit. Was du JETZT machst, ist was du aus deinem LEBEN machst!

einen ganzen sommer zeitverzerrung

In diesem Sommer habe ich meine ganz eigene Form der Zeitverzögerung erlebt. Rückblickend betrachtet haben die vergangenen 8 Monate ewig gedauert und gleichzeitig habe ich keine Ahnung wie diese so schnell vergehen konnten.

Anfang Mai diesen Jahres, nur einige Tage nachdem Django plötzlich gestorben ist, bin ich von Sansibar nach Kanada gereist um dort am Hypnose Training mit Mike Mandel teilzunehmen. Im Anschluss ging es für mich über Berlin nach Äthiopien, wo wir nahezu 1 Monat blieben.
Nach Äthiopien ging es nochmal für 14 Tage nach Sansibar um die Lodge für die kommende Sommersaison vorzubereiten. Es war gegen Ende der (dieses Mal) sehr heftigen Regenzeit und einiges war kaputt oder umgestürzt und so musste das Eine oder Andere repariert werden. Ende Juni ging es dann in die Schweiz, wo Judy zum 1. Juli ihre neue Stella am Inselspital in Berlin begann.
Seitdem teilen wir uns eine Wohnung in Bern mit einer weiteren Ärztin. Froh über funktionierendes Internet habe ich sofort meinen Kopf in den Computer gesteckt, wollte doch eine vollständig neue Webseite (www.Happylife.Coach) erstellt und mit Inhalt gefüllt werden.
Wenn ich nicht am Computer saß versuchte ich so viel Zeit wie möglich laufend in den Bergen zu verbringen lagen doch noch ein paar harte Ultraläufe vor mir. Jeder einzelne Augenblick in den Bergen war ein Traum und ich sehnte mich schon danach, hoffentlich irgendwann wieder auf dem Berg zu wohnen. Ehe ich mich versah war es schon Ende August und der Sommer neigte sich so langsam dem Ende, als wir von der Möglichkeit erfuhren ein altes Haus auf 1600m zu mieten. Mit grandiosem Blick und viel persönlichem Freiraum haben wir sofort zugeschlagen und seitdem verbringe ich die meiste hier oben und genieße die Inspiration wenn, ja wenn ich nicht gerade extrem viel zu bauen habe.
Ja, wir wussten, dass das Haus (Heidi) über keine öffentliche Infrastruktur verfügt. Wasser, Strom, Abwasser… das aber auch an der Substanz einiges gemacht werden musste war nicht klar. Ich denke dazu schreibe ich in einem anderen Beitrag ausführlicher.

Mitte September ging es dann schon mit der ersten Ausgabe der RIDING experience nach Südfrankreich in die Provence. Wir sind eine Woche auf tollen Pferden durch den wunderschönen Luberon und ich kann es kaum erwarten im kommenden Jahr während der Lavendelblüte wieder dort zu sein.
Zurück in der Schweiz habe ich mich wieder in die Arbeit am haus gestürzt. Der Winter lässt ja nicht auf sich warten und wir wollten es zum Winter fertig haben.
Dann ging es Mitte Oktober auch schon in die Wüste zur 6. Ausgabe der SAHARA experience. Dieses Mal war ein Filmteam von DoubleVision aus Hamburg dabei ich freue mich schon auf das atemberaubende Video von der Reise. Es war wieder einmal schlichtweg magisch in der Wüste.
Am ersten November ging es wieder in die Schweiz und ich stecke die letzten Tage Arbeit in unser Berghaus, das ab Februar über AirBnB zu buchen ist. Es liegt bereits Schnee und ich bin mir ziemlich sicher, alles für unsere Weihnachtsgäste zum zum 28. November fertig zu haben, denn dann geht es bis zum 19. Dezember nach Sansibar um die Lode www.caveman-lodge.com für die absolute Hochsaison über den Jahreswechsel auf Vordermann zu bringen.
Es kommt mir wie ein Augenblick vor seitdem ich die letzten Beiträge hier veröffentlicht habe und gleichzeitig scheint es mir eine Ewigkeit zu sein seitdem ich in Sansibar aufgebrochen bin. Ich nehme das mal als ein positives Zeichen für einen busy Sommer und Freue mich auf einen grossartigen Winter in den Bergen… Nachdem ich von der tropischen Insel zurück bin.

result of the last 6 month

Wie du ja wahrscheinlich im Blog gelesen oder im Podcast gehört hast, habe ich den Winter in Sansibar verbracht. Ich habe während dessen an einem Kindheitstraum gearbeitet und mir ein Stück zu Hause am indischen Ozean erarbeitet. Ausserdem habe ich eine verrückte Schnapsidee in ein funktionierendes Unternehmen verwandelt.

Gemeinsam mit meinem Business Partner Omi haben wir aus einem Stück Land in Kizimkazi die Caveman Lodge erschaffen. Es war deutlich mehr Arbeit als erwartet, aber ich würde sagen es hat sich gelohnt und kann es seit Dezember auch tatsächlich mit dir und anderen Gästen teilen. Hab doch selbst einen kurzen Eindruck. Du bist herzlich eingeladen.

malawi see

Wenn du dir vorstellen möchtest, wie eine Roadtrip durch Tansania aussieht, solltest du dir ein riesiges Land vorstellen, das zu grossen Teilen unbewohnt und fast überall ländlich geprägt ist. 80% der Strassen in Tansania sind nicht geteert und so kann es sein, dass eine „normale“ Überlandstrasse einige 100km bestenfalls aus Schotter bestehen kann.

Sind die Strassen geteert, dann bedeutet das noch lange nicht, dass sie es auch durchgehend sind. Manchmal fehlen Abschnitte, nahezu immer gibt es scheinbar aus dem nichts auftauchend grosse Speedbumps oder einfach andere Hindernisse auf der Strasse. Ausser anderen Autos, LKW’s und natürlich Bussen (Transportmittel Nummer 1 in Afrika) wirst du auch alles erdenklich andere auf den Strassen entdecken. Angefangen bei Fussgängern, Kindern, Ziegen, Kühen, Karren und Hühnern wirst du allerorts Polizeikontrollen und manchmal auch das eine der andere Zebra auf der Strasse entdecken.

Auf einer solchen Teerstrasse sind wir vor einigen Tagen von Daressalam Richtung Südwesten aufgebrochen. Obwohl geteert kamen wir nicht wirklich schnell voran, da unglaublich viele LKW’s auf den Strassen unterwegs waren. Als eine der wenigen geteerten Strassen befanden wir uns auf der Hauptroute von Daressalam, also dem indischen Ozean nach Sambia und Malawi, die beide über keinen eigenen Zugang zum Meer verfügen. Dementsprechend hoch war sowohl das Verkehrsaufkommen als auch die Dichte an Polizeikontrollen. Gleichzeitig wurde die Strasse auf einer Länge von ca 300km erneuert und vorerst einmal die neue Abflüsse unter der Strasse verlegt. Das führte zu einem 1m breiten mit Sand aufgefüllten Loch quer über die Strasse alle 500 bis 1000m. Es dauerte schlichtweg Ewigkeiten um das südliche Hochland zu erreichen und die letzten 40km Dirtroad verdienen sehr wohl die direkte deutsche Übersetzung Dreckstrasse. Doch dann umrundet von bis zu fast 3.000m hohen Bergen, stehen wir an einem See der so seit über 1 Millionen Jahren besteht. Der Malawisee, in Tansania auch Nyassasee genannt, der die grösste Artenvielfalt an Fischen aufweist, über 500km lang ist und fast 1km tief ist.

Atemberaubend diesen gigantischen See das Erste mal zu sehen. Der grosse Sandstrand, und dann das glasklare Süßwasser bis zum Horizont. Hier endet Tansania und der Blick geht Richtung Malawi zur Rechten und Moçambique zur Linken. Der See offenbart die unglaubliche Grösse und Schönheit von scheinbar unberührter Natur. Wenn du 5 Minuten zu Fuss zum nächsten Fluss gehst, kannst du Hippos und eventuell sogar Krokodile im Wasser entdecken. Wenn du über den See blickst, siehst du weder Gebäude, noch Schiffe, noch Strassen oder Autos. Wenn es ruhig wird, hörst du nur das sanfte Plätschern der Wellen, wenn es dunkel wird, wird es dunkel. So einfach kann glücklich sein.

Wie sieht es bei dir aus? Wann bist du das letzte mal der Reizüberflutung entronnen?

auszeit

Seit ein paar Tagen sind wir im Busch unterwegs. Nachdem wir seit Oktober in Sansibar sind und zuerst richtig Gas gegeben haben um die Lodge für die Weihnachtssaison fertig zu bekommen ging es dann noch einmal hoch her um unseren Gästen das bestmögliche Erlebnis zu bieten. Jetzt haben wir uns zum Anfang des Jahres eine kleine Auszeit mit Freunden gegönnt und sind mit einem Offroader 14 Tage im südlichen Tansania unterwegs.
Die Lodge ist genau das, was ich diesen Winter machen möchte. Ein volles Haus haben ebenfalls und trotzdem kann es ganz schön schlauchen, immer für etwas verantwortlich zu sein. Vor allem fällt es mir schwer mich still auf eine Sache zu konzentrieren und an einer Website, einem Blogbeitrag, einem neuen Webinar oder einer neuen Podcastfolge zu arbeiten.

Jetzt überlasse ich die Tourenplanung anderen, manchmal fahre ich das Auto, muss mir die Route aber nicht selber aussuchen. Die Landschaft wechselt, zieht vorüber, Gedanken kommen und gehen und ich habe unzählige neue Eindrücke, die ich verarbeiten darf. Meinen englischsprachigen Podcast sende ich 100 Tage lang täglich und die Eindrücke der Reise dürfen dort ebenfalls mit einfliessen.

Von Daressalam geht unsere Reise in Tansanias Süden. Durch den Mikumi Nationalpark, den Malawi See, den Tanganyika See eventuell den Katawi Nationalpark, den Ruha Nationalpark und quer zurück durchs ganze Land nach Daressalam.

Ob man es nun verlassen der Komfortzone, Urlaub, Auszeit, Abwechslung oder wie auch immer nennt sei einmal dahin gestellt. Es ist was ich brauche um hoch kreativ und produktiv zu sein und zu bleiben.

Wie ist es bei dir? Was brauchst du?

die lodge ist fertig

Ich hatte ein grosses Ziel für das Ende des Jahres. Zum einen wollte ich den europäischen Winter in den Tropen verbringen und zum Anderen wollte ich die Lodge in Kizimkazi fertig stellen. Beides wäre vor 5 Jahren ein unrealistischer Traum gewesen.
Zwei Dinge haben sich seitdem verändert. Ich habe eine Idee davon, wer ich sein möchte auf dieser Welt und richte meine Entscheidungen danach aus. Ausserdem habe ich meine Verpflichtungen (insbesondere Besitz) so weit reduziert, dass ich ungebunden agieren kann und wesentlich mehr Geld zur freien Verfügung habe als zuvor. Reduzieren fällt mir immer und immer leichter, weil ich ja weiss wozu und jeden Tag erlebe was ich auf der anderen Seite dazu gewinne.

Nun also die Lodge. Wichtig für mich ist, dass ich mich nicht über die Lodge definiere oder diese benötige um glücklich zu sein. Ich verstehe sie lediglich als Projekt. Ein spannendes Projekt, welches mir ermöglich viel Zeit in Sansibar zu verbringen, aber halt auch nur ein Projekt. Eines mit dem ich andere Menschen erreichen kann. Eines mit dem ich meine Philosophie vom einfachen Leben vermitteln kann. Eines mit dem ich auch anderen Menschen eine schöne Zeit schaffen kann.

Und seit Anfang Dezember ist die Lodge fertig und wir hatten einen Monat lang eine volle Hütte.
Es gibt zwar noch Dinge zu verbessern und zu ergänzen. Wir haben auch erst ein Viertel unseres Grundstücks in die Lodge mit einbezogen. Jetzt warten wir erst einmal das Feedback der Gäste ab und sehen dann Ende 2017 weiter. Macht es Sinn zu erweitern? Was wird von Gästen am meisten gewünscht? Was ist uns selber wichtig. Und dann sehen wir weiter.

Für jetzt heisst es erst einmal ‚Karibu sana‘, herzlich willkommen in der Caveman Lodge in Sansibar.

back to the roots

Dienstag morgen, nach einem verlängerten Wochenende (Freitag und Montag waren Feiertag in Sansibar) sitze ich nach vier Tagen wieder einmal am Rechner, checke Emails, bearbeite Buchungen und nehme Podcast auf.

Es drängt sich mir eine Frage auf: Was mache ich und was schreibe ich zukünftig in meinem Blog?
Seitdem ich regelmässig den deutsch- und den englischsprachigen Podcast aufnehme, ist mein Artikelschreiben deutlich in das Hintertreffen geraten. Obwohl ich mir auch für die einzelnen Podcastsendungen im Vorfeld viele Gedanken mache, bleiben die Sendungen trotzdem sehr spontan und irgendwie freier als die Blogbeiträge. Das gesprochene Wort unterscheidet sich häufig deutlich vom geschriebenen und darf viel unausgereifter bleiben. Mir liegt das extrem und trotzdem möchte ich weiter schreiben.

Es fällt mir deutlich leichter zu sprechen, weil ich dann nicht direkt meine Worte vor Augen habe und beginne, diese unmittelbar nach dem Schreiben zu hinterfragen. Dadurch sind meine Podcast flüssiger, spontaner und etwas ungenauer. Nichtsdestotrotz liebe ich es, Dinge aufzuschreiben und auf diesem Blog zu teilen.

Deshalb habe ich mir vorgenommen, wieder stärker zu den Wurzeln des Bloggens zurück zu kehren. Ich werde nicht versuchen druckreife Artikel zu schreiben, sondern wieder stärker ein Logbuch, ein Weblog… zu schreiben.

Seitdem ich begonnen habe zu schreiben hat sich mein Leben deutlich verändert. Ich sitze nicht mehr die meiste Zeit in Berlin in einem dunklen Büro mit Neonleuchten, in dem ich mir ein abenteuerliches Leben an fernen Orten mit tollen Reisen und einzigartigen Erfahrungen wünsche. Ich bin immer noch der selbe Typ, ich habe immer noch Wünsche und Träume und Reiseziele und und und…
Ich erlebe immer noch Frust und kann mich immer noch über Dinge ärgern und habe häufig den Eindruck ich bin genau so unperfekt, und auf der Suche wie ich es schon immer war und wahrscheinlich auch immer bleiben werde.

Verglichen mit meinem Leben von vor 5 Jahren, lebe ich allerdings bereits einen Grossteil der Träume, die ich damals hatte. Das habe ich geschafft indem ich begonnen habe auf mein Herz zu hören anstelle auf den Verstand.
Deshalb werde ich dich von nun an wieder stärker mit auf meine Reise nehmen, kürzere und längere Geschichten aus dem Alltäglichen erzählen und hoffentlich einen Teil der Begeisterung vermitteln, der mich hier hin gebracht hat und dich eventuell ermutigt ebenfalls deinen eigenen Weg zu gehen.

Wieder bloggen! Über die Einfachheit des Glücklichseins!

what makes up an adventurer?

What it means to be human.
A man who is never comfortable with the situation he is in talks about becoming the adventurer of the year by National Geographic.

Cory Richards, a Highschool dropout who believes that the richness comes with struggle:

die wüste hat mich voll erwischt

 

Ich liebe diese Geschichte eines Teilnehmers der Sahara Experience des letzen Jahres. Falls Du auch deine Grenzen kennen lernen und deinen Horizont erweitern möchtest, sag mir Bescheid.

Jeder kennt wohl den Ausspruch „schick Ihn in die Wüste“. Woher das wohl kommt?
Als ich meiner Familie und Freunden sagte, dass ich in die Wüste gehe, bekam ich zuhören: „Wie, gehen?“, „Warum sowas Sinnloses?“, „Das ist doch total gefährlich!“. Als ich dann noch erzählte, dass ich wegen der Arbeit in die Wüste gehe, erntete ich nur noch mitleidige Blicke. Für das, was mir MEIN TRIP durch die Wüste gebracht hat, hätte ich zum damaligen Zeitpunkt schon anfangen können zu feiern.
Ich bin nicht als besserer Mensch wiedergekommen, auch nicht mit einem besseren Sitzfleisch, bin auch kein radikaler Moslem geworden. Eigentlich bin ich ich geblieben.
Das mit dem Sitzfleisch lässt sich schnell erklären: Ich habe zweieinhalb  Tage auf einem Dromedar verbracht. Es macht, glaube ich, keinen Unterschied, ob man in einer kleinen Jolle bei Sturm über die Nordsee fährt oder auf so einem Tier völlig entkräftet nach Hause will. Es schaukelt wie Sau.
Ich habe einen Job, in dem ein Projekt nach dem nächsten kommt und die Ruhephasen am Wochenende nicht mehr ausgereicht haben. Ich hing mit dem Kopf noch im letzten Projekt, da musste ich das nächste schon vorbereiten. Nichts Ungewöhnliches heutzutage. Ich mache diesen Job auch schon ein paar Jahre. Habe die Firma gewechselt. Nichts Aufregendes, aber trotzdem hat es sich so verdammt falsch angefühlt. Ich hatte das Gefühl, ich werde nicht glücklich, und mit meinem Chef klappt das auch nicht.
Der Wüstentrip, wenn ich mich nur mal auf dieses Thema beschränke, war für mich die Möglichkeit alle Gedanken, die mir durch den Kopf rauschen, kommen und gehen zulassen. Sie zu Ende zu denken und akzeptieren zu lernen. Das habe ich auch geschafft.
Ich hatte gedacht, ich brauche dafür die vollen fünf Tage und habe keine ZEIT, die anderen Teilnehmer kennenzulernen.
Nach zwei Tagen Denken war ich mit meinen Themen durch- dann hat hat mich allerdings die Hitze so in die Knie gezwungen, daß ich dann zweieinhalb Tage schaukelnd auf dem Dromedar sitzend eine neue Dimension der Wüste kennen lernen durfte. Damit hätte ich nicht gerechnet. Nachteil: Ich war wieder von der Gruppe getrennt.
Man kann sagen, die Wüste hat mich voll erwischt. Nicht nur dass es dort zu heiss für mich ist. Als ich wieder zuhause war, habe ich gemerkt, wie dieser kleine Fleck der Erde mich bereichert und inspiriert hat.
Es gäbe soviel zu erzählen von Vielfalt, Erfahrungen mit der Natur und seinem eigenen Körper, mit Menschen, die einfach aus den Tiefen der Wüste auftauchen und dorthin auch wieder verschwinden, über Gewohnheiten, die wichtig sind, über Kommunikation und …
Das alles wird in einer wunderbaren, persönlichen und professionellen Art von Florian begleitet!

Jan R.

Sahara Referenzen I.

Nichts sagt soviel aus, wie die Meinung derjenigen, die dabei gewesen sind. Ich freue mich sehr über tolle Rückmeldungen, die ich zu den verschiedenen Reisen in Sahara bekommen habe. Vielleicht ist es ja am 05.April 2016 auch etwas für Dich?

„Die Saharatour mit Florian war eine fantastische Reise in eine wunderbare Welt. Die Lokalisation, für mich komplett neu, bezogen auf Landschaft, Kultur, temperatur-bedingte Herausforderungen und alltäglichen Kontakt mit Nomaden, die uns durch die Wüste führten waren die perfekte Grundlage dafür, aus dem Alltag auszubrechen und eingefahrene Verhaltensweisen und Gewohnheiten zu hinterfragen und überdenken. Die täglichen 1-2 Stündchen locker gestalteten „workshops“ mit Florian mit wechselnden Themen über zwischenmenschliche Kommunikation und Erwartungshaltung im tagtäglichen Umgang mit Mitmenschen, nur als Beispiel zu nennen, gaben Denkanstöße für den täglichen Gebrauch. Der Rahmen der Tour gibt jedem Einzelnen den Freiraum, mit sich selbst zu sein oder in Gesprächen mit den Mitreisenden zu diskutieren. Die wunderbare und sehr zurückhaltend-freundliche Begleitung der beiden Nomaden, die ganz nebenbei aus den einfachsten Zutaten die köstlichsten Gerichte zauberten, gab einen unbezahlbaren Einblick in die Lebensweisheiten, Braeuche und Einstellungen zum Leben dieser sehr zufriedenen Menschen, die den Minimalismus in Einklang mit der Natur leben. Eine unbezahlbare Erfahrung in jeder Hinsicht bei dem jeder in der einen oder anderen Art an seine Grenzen stößt und somit ein bisschen wächst mit dem Setzen neuer individueller Grenzen.“
Claudia Z.

Im April in die Wüste

Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen und die Pläne für das kommende Jahr stehen langsam fest. So auch die 2016er Sahara Experience. Bereits das fünfte Mal geht es für mich nach M’Hamid Al Ghizlane, die Oase am Ende der Welt und zum vierten Mal nehme ich Gäste mit.

Ich möchte gerne meine „Reise zu mir selbst“ mit Dir teilen. Denn mehr als tausend Worte sagt eine Reise in die Wüste selbst. Die Größe, die Weite, die Kargheit, die Einfachheit ermöglicht einen unverstellten Blick auf sich selbst.
Wenn einen nichts mehr ablenken kann, dann gibt es die Möglichkeit in sich selbst hinein zu hören. Bereits die Vorbereitungszeit schärft den Fokus auf das Wesentliche im Leben. Wir werden um die 20km pro Tag zu Fuß unterwegs sein. Die Kamele, die uns begleiten, tragen unsere Vorräte und dienen als Transportmöglichkeit für den, den die Kräfte verlassen. Insofern empfehle ich nur mitzunehmen was Du wirklich benötigst.
Wir werden wieder rund um Neumond unterwegs sein. Das heisst, ein afrikanischer Sternenhimmel in pechschwarzer Nacht wird uns erwarten.

Los geht es in Berlin am 05.04.2015 bis zum 12.04.2015.
Der Preis liegt bei 999,- inkl. Flug ab Berlin.
Weiter Informationen findest Du hier!

Die besinnliche Jahreszeit und die Wünsche fürs neue Jahr stehen bevor. Eine Reise in die Wüste kann Dir helfen fokussiert zu bleiben und sie umzusetzen.

Falls Du dabei sein möchtest, melde Dich bei mir:

am ende der welt – in ibo

Letzte Woche habe ich Jörg getroffen. Er mir eine schöne Geschichte zum Thema: Wann hast Du das letzte Mal etwas zum ersten Mal getan erzählt hat. Eine Geschichte über sich selbst. Mehr als 10 Jahre zuvor hatte er seinen Job in Deutschland an der Nagel gehängt und sich auf sein Fahrrad gesetzt und ist fortan Richtung Süden gefahren. Ich habe ihn im südlichen Ostafrika auf einer kleinen Inseln in einem verfallenen und fast vergessenen portugiesischen Städtchen, welche viele als geheime Perle im indischen Ozean bezeichnen, getroffen.

Wie bitte? Wo? Weshalb? Wie Du eventuell bereits in vorangegangenen Beiträgen gelesen hast, reise ich zur Zeit wieder ein wenig. Während der Wahlen in Tansania und somit auch Sansibar haben wir uns ins südlich gelegenen Moçambique, ein Land der gut versteckten und bezaubernden Mysterien begeben. Währenddessen verliefen die Wahlen nicht wirklich reibungslos, wurden annulliert und im Januar wiederholt, aber darüber schreib ich ein anderes mal.
Aus Europa kommend wirkt ja Marokko bereits wie aus einer Zeit. Der Unterschied zu Tansania ist allerdings noch einmal genauso gross. Und nun Mocambique. Obwohl ein Nachbarland Tansanias wirkt es teilweise wie aus einer anderen Welt. Das Armutsgefälle nimmt sogar noch einmal zu. Das meist kein Englisch und auch häufig kein Kisuaheli gesprochen wurde und mein Portugiesisch nicht vorhanden ist, ließen den Unterschied sogar noch größer wirken.
Als Land musste Moçambique ja nicht nur gegen eine, sich erst sehr spät zurück ziehende, Kolonialmacht kämpfen, sondern im Anschluss an die Unabhängigkeit auch noch gegen eine von Apartheidgedanken beförderte Einmischung Rhodesiens und Südafrikas. Dies führte zu einem Jahrzehnte andauernden Bürgerkrieg, der eigentlich als Stellvertreterkrieges gesehen werden müsste. Seit dem Ende dieses Krieges 1994 musste das gesamte Land sozusagen aus den Trümmern des Krieges wieder neu aufgebaut werden. Und das zieht sich nach wie vor.
Nachdem wir nach Pemba, im Norden Moçambiques geflogen sind und uns wunderten wie wenig sich in 4 Jahren verändern kann bzw. sogar vieles weiter verfällt, nahmen wir den lokalen Bus Richtung Quirimba Nationalpark im Norden. Da man sich hier eher an Südafrika als am Sonnenstand orientiert, geht bereits kurz nach 4 die Sonne auf, dafür ist es um 5 Uhr nachmittags bereits wieder dunkel. Unser Bus fuhr also 4:30 Uhr los. Das heisst er fährt erst einmal eine Stunde durch die Stadt, um eventuell noch alle Sitzplätze zu füllen und dann irgendwann los. Da man vorher nicht weiss wie lange der Bus noch durch die Stadt tingelt, ist es wirklich besser bereits um 4:30 Uhr da zu sein, um den Bus zu erwischen.
Für die nächsten 5 Stunden ging es zur Hälfte über Teerstrassen, zur Hälfte über Sandpisten ca. 120km in den Norden. Nur wenige Siedlungen mit vereinzelten Häusern lagen am Wegesrand. Der Rest bestand aus trockenstem Busch dem man das nahende Ende der Regenzeit ansah.
Als wir schließlich den kleinen Ort, an dem wir eine Fähre bekommen wollten erriechten, gab es natürlich kein Wasser: Ebbe. Demzufolge auch keine Fähre und auch diese stellte sich nach einigen Stunden warten lediglich als traditionelle arabische Dau heraus in die einfach mit so vielen Menschen, Gepäck und einem Motorrad bepackt wurde, bis uns nur noch Zentimeter zur Wasseroberfläche trennten. Nun ja, ich kann ja schwimmen… und auf ging es durch die Mangroven hin zur verfallenen ehemaligen Hauptstadt der Nordprovinz, damals bedeutenden Handelsstadt, dem Zentrum der Quirimbas: Ibo.
Seitdem der Hafen von Ibo endgültig nicht mehr genug Tiefgang für die einlaufenden Schiffe hatte und somit nach Pemba verlegt wurde geriet die Stadt immer weiter in Vergessenheit und der portugiesische Charme bekam erst Patina und zerlegte sich dann zusehends in Sand und Schutt. Eine Stadt der Ruinen, die Hauptstrasse aus Sand, verlassene Bürgersteige und umrankte verfallende Häuser. Ein malerisches. Überbleipsel einer vergangenen Zeit.
Vereinzelt haben in den letzten Jahren einige Häuser einen neuen Eigentümer gefunden und wurden liebevoll restauriert.

Hier habe ich Jörg getroffen.

Nachdem er nämlich vor über 10 Jahren mit einem Freund auf ihre Fahrräder Richtung Süden gestiegen ist, sind über den Balkan, die Türkei, Ägypten, Sudan, Äthiopien, Kenia, Tansania bis nach Moçambique gestrampelt. Später noch bis nach Südafrika. Zwei Jahre warenunterwegs mit vielen Zwischenstopps an Plätzen, die ich nicht mal auf der Landkarte finden würde unterwegs.
So kamen sie mit ihren Rädern irgendwann und irgendwie (wahrcheinlich mit derselben alten Dau) nach Ibo und trafen im Schatten einer absoluten Sonnerfinsternis die Entscheidung, dass sie hierher wohl wieder zurückkehren müssten. Das taten sie auch. Zwei Jahre später, nach Zeit in Maputo und Südafrika und Beendigung ihrer 12.000km Fahrradtour.
Sie kauften sich darauf hin eines der verfallensten Häuser, welches allerdings die schönsten und größten Bäume der Insel auf dem Grundstück hatte. Zwei massive alte Mangobäume stehen vor dem Eingang und sie nannten es Miti Miwiri (zwei Bäume). Nach weitere zwei Jahren der Restauration und des Aufbaus haben sie sich einen der schönsten Plätze auf Ibo und ein exzellentes Boutique Hotelgeschaffen.
Schöne Fotos Miti Miwiri und Ibo gibt es auf übrigens auf deren Facebook Profil.

All das konnte nur passieren, weil da jemand in Heilbronn auf sein Fahrrad steigt und sich nicht mehr um Konventionen und Erwartungen anderer schert sondern beschließt seinem Herzen zu folgen. Die beiden sind ihrer Passion gefolgt und sind der Welt offen und neugierig entgegen getreten und sie haben, ohne einen Plan dahinter zu kennen, die Möglichkeiten genutzt, die sich ihnen gegeben haben.
Vor einen paar Jahren noch haben Freunde und Familie die beiden für verrückt gehalten, heute machen sie bei Ihnen Urlaub.
Natürlich hatten sie ihre harten Zeiten und es war und ist nicht alles einfach aber die beiden leben ihren Traum! Jeden Tag aufs Neue.

Kennst Du diese innere Stimme? Hör doch mal auf sie?

schaffe dir routinen

Ich habe Anfang diesen Jahres schon einmal einen Beitrag über das Lernen neuer Routinen geschrieben. Damals ging es um meine Versuche, in Stone Town meinen Weg nach Hause zu finden. Obwohl ich versuchte jedes Mal den selben Weg zu wählen, habe ich mich immer wieder, sobald ich mich nicht konzentriert habe, an der einen oder anderen Stelle verlaufen. Jetzt war ich wieder in Stone Town:

Nachdem ich die Fähre verlassen habe, bin ich erstmal zu meinem Lieblingscafé gelaufen. Das Stone Town Café ist eines der wenigen Orte, an dem man auf Sansibar guten Kaffee bekommt. Danach machte ich mich weiter auf den Weg zum Dalladalla Sammelplatz um weiter Richtung Kizimkazi in Südsansibar zu kommen. Dies war zufälligerweise genau derselbe Weg wie mein Heimweg Anfang des Jahres. Rate mal… ich hab mich nicht verlaufen. Mich haben zwar immer wieder Menschen angesprochen um mir „Was-auch-immer“ zu verkaufen, ich habe mich gut gelaunt auf Gespräche eingelassen und mich plötzlich an einem Ort wiedergefunden habe, ohne zu wissen, wie ich dort hingekommen bin. Das machte mir allerdings nichts, ich hatte mich hier schon so oft verlaufen, dass ich einfach weitergelaufen bin. Siehe da, ich war genau richtig.
Schon komisch, dass ich mich nicht verlief, obwohl ich garnicht wusste wo ich war. Irgendwie ist in meinem Unterbewusstsein wohl der Weg nach Hause abgespeichert. Ich bin sozusagen mit Autopilot gelaufen.
In diesem Jahr habe ich schon einiges über Routinen und Gewohnheiten (habits) gelesen und auch geschrieben. Trotzdem hat es mich umgehauen, zu sehen wie stabil solche Routinen sein können. Ich hatte ja die Routine nicht verlernt sondern einfach eine Weile nicht mehr abgerufen. Es war alles noch da und ich musste wirklich lachen, dass es mir jetzt so leicht fiel.
Es war auf der einen Seite auch schon erschreckend zu sehen, wie stark uns Routinen und Gewohnheiten beeinflussen und lenken können, das heisst ja leider auch die negativen.
Auf der anderen Seite war es auch toll zu wissen, dass ich neue Routinen lernen kann und die so fest sind, dass ich damit auch Negative in Positive verändern kann.

Allerdings braucht es eine Weile an täglicher Wiederholung, die immer auf dieselben Auslöser folgt um einen Prozess zu automatisieren. Wissenschaftler glauben, dass es von einer Woche bis hin zu einigen Monaten dauern kann um eine neue Routine zu schaffen. Bei mir hat es ca. 10 Tage gedauert um ohne höchste Konzentration den Weg nach Hause zu finden. Allerdings musste ich dabei auch kein bestehendes Verhalten überschreiben, sondern ausschliesslich ein Neues lernen.

Wenn Du auch ein automatisiertes Verhalten oder Gewohnheit hast, welches Du gerne verändern möchtest, mach Dir einen guten Plan wie Du die ungewünschte Routine ersetzt. Du kannst ja leider nicht einfach aufhören, sondern Du musst aktiv etwas Neues suchen, was Du nach einem auftretenden Trigger machst. Denn eine Routine wird immer von etwas ausgelöst/getriggert:
1. Finde den Trigger, damit Du weisst, was Dein Verhalten auslöst.
2. Wie würdest Du Dich statt der bisherigen Routine lieber verhalten? Überlege Dir ein gewünschtes Verhalten.
3. Stell sicher, dass Dein neues Verhalten wirklich erwünscht ist. Frage Dich ob das neue Verhalten Dich zukünftig glücklich und stolz macht? Wenn ohne Einschränkungen ja, dann super. Wenn auch nur die kleinste Unsicherheit vorliegt, denke nochmal drüber nach.
4. Versuche Dich in eine Situation zu bringen in der Dein Trigger auftritt und zwinge Dich dann zum neuen Verhalten. Übe das ein paar Mal um in einer nicht geplanten Situation trotzdem direkt zu wissen, was Du tun willst.
5. Falls Du einmal in dein altes Verhaltensmuster zurückfällst, mach Dir klar, dass Du gerade mit deinem Plan gescheitert bis (was nicht schlimm ist) und beginne nochmal mit Punkt 3.
6. Arbeite mindestens einige Wochen aktiv an Deiner neuen Routine.
7. Machs täglich!

Na dann viel Erfolg und vor allem Spass mit der getunten Version Deiner selbst.

simplicity of happiness podcast

Willkommen zum zweiwöchentlichen Podcast über die Einfachheit des Glücklichseins. Beispiele aus und Tipps für das Leben.

Wenn weniger mehr ist.
Jeden zweiten Mittwoch neu.
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urteile nicht

“Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.“ Alexander von Humboldt (1769-1859)

Heute setze ich ein Zitat an den Anfang meines Artikels. Ich hätte es nicht besser in Worte fassen können und dieser Ausspruch hat mir einige Situationen der letzten Zeit noch einmal vor Augen geführt. Ich erinnere mich zum Beispiel an die Situationen, in denen mich Menschen, meist entfernte Bekannte oder Freunde von Freunden persönlich dafür angriffen haben, unverantwortlich zu handeln, weil ich mich entschieden hatte eine lange Wanderung allein durch die Sahara zu unternehmen.
Interessanterweise haben sich insbesondere solche Menschen kritisch geäussert, die vorher noch nie selbst in der Wüste oder in Marokko, alleine und/oder zu Fuß in der arabischen Welt, in Afrika oder ausserhalb von Hotelkomfort gereist sind. Also kurz um: Es haben sich genau die aufgeregt, geschimpft, gezetert und gewarnt, die keine Ahnung hatten. So hat es sich auf meiner Reise herausgestellt, dass genau die Dinge, vor denen ich am meisten gewarnt wurde, nie eingetroffen sind. Anstelle von Kidnappern habe ich Freunde fürs Leben getroffen.

Im vergangenen Jahr bin ich gemeinsam mit meiner Freundin acht Monate lang nonstop mit unserem Uraltwohnmobil EMMA gereist. Auch wir wurden vor der Reise gewarnt, vor Dingen, die uns womöglich passieren werden. Gewarnt haben wieder genau die Menschen, die selber noch nie mit dem Wohnmobil gereist sind, die nie in die entsprechenden Länder waren und diejenigen, die keine Ahnung von alten Autos hatten.
Ja, es gab hin und wieder Probleme auf der Reise und ich hatte oft vorher nicht die Ahnung, die ich nachher hatte – die Probleme ließen sich alle mit Geduld lösen.
Wir haben übrigens niemanden getroffen, der tatsächlich jemanden persönlich kannte, dessen Wohnmobil nachts mit KO Gas eingesprüht wurde, um dieses dann in Ruhe auszurauben.

Privat habe ich schon das eine oder andere Mal Entscheidungen treffen müssen, deren genauen Gründe und auch dessen Umfang nur ich alleine kannte. Prompt wurde ich von Menschen an den Pranger gestellt, die nicht alle Details kannten.
All dies hat mich vorsichtiger werden lassen, wenn ich mir gegenüber Anderen ein Urteil bilde. Ich versuche zu allererst einmal anderen Menschen zuzugestehen, dass sie ebenfalls erwachsene, verantwortungsbewusste Menschen sind, die die ihnen bestmöglichen Entscheidungen treffen. Insbesondere Dingen von denen ich nichts verstehe, sondern höchstens vom Hörensagen, versuche ich offen gegenüber zu stehen.

Kennst Du auch Situationen in denen andere Menschen Entscheidungen treffen, die dich eigentlich nicht direkt betreffen und Du trotzdem den Drang spürst, Dich dort einzumischen?
Ich kenne sie und versuche mich dann im Stillen daran zu erinnern: don’t judge! Urteile nicht über andere, Florian!

lehren aus stonetown

2013 hatte ich die Idee, dass es mir gut tun würde, einmal eine Weile weit weg zu arbeiten. Ich war es satt jeden Tag dasselbe zu sehen. Für meine Arbeit, bei der ich mit Menschen in ganz Europa kommuniziere, ausgerechnet in einen ganz bestimmten Raum in Berlin (mein Büro) zu gehen, demotivierte mich insbesonders. Auch meine Gesprächspartner konnten ja schließlich irgendwo anders sein. Ich erreichte den Punkt, dass ich meine Arbeit nur noch für das Geld und nicht mehr für mich selbst machte.

Dabei habe ich damals, genauso wie auch heute noch, stets nach einem tieferen Sinn gesucht. Mit dem was ich tue, möchte ich etwas Besonderes tun. Ich hatte mir deshalb vergangenen Winter vorgenommen mir einen Traum zu erfüllen. Ich wollte eine Weile von einem der bezauberndsten Orte der Welt arbeiten: Sansibar.
Das ist nämlich genau der Punkt. Ich arbeite gerne. Ich möchte nur nicht das Gefühl haben, mein Leben zu verpassen, während ich arbeite. Ich glaube, dass ich mich immer wieder auf meine innere Motivation berufen muss, um mit dem, was ich tue, wirklich gut zu sein und potentiell auch einen Unterschied zu machen.
Ausserdem habe ich mir gedacht, dass mir ein externer Blick auf meinen Arbeitsalltag sicherlich hilft, um zu entdecken, was mir wirklich Spaß macht und was nicht. Nach einer dreiwöchigen Reise durch den Norden Tansanias, bin ich am 25. Dezember mit der Fähre zurück nach Sansibar um in Stonetown (Sansibar City) den folgenden Monat zu verbringen und von dort zu arbeiten. Dort wollte ich sein. Ich hatte ausreichend Zeit und keine Verpflichtungen, doch es viel mir so schwer mit meiner Arbeit zu beginnen. Was mache ich denn als erstes, wenn es eigentlich alles sein könnte und nur an meiner Priorisierung liegt, was gerade jetzt am wichtigsten ist.
Ausserdem konnte ich den Tag nicht einfach mit einer üblichen Routine beginnen und mich langsam einarbeiten. Wie ich schnell herausfand, ist Stonetown zwar faszinierend, bietet aber gleichzeitig quasi keinen Raum, wo ich ungestört und komfortabel arbeiten konnte. Ich hatte mir ein recht kleines Zimmer gemietet und dort gab es nicht wirklich Fenster mit Aussicht. Die Fenster, die es gab, waren klein, hatten Gitter davor und waren mit Moskitonetzen bespannt. Zum hindurchsehen eignete sich das nicht. Allerdings wäre auch das überschätzt gewesen, denn ungefähr 1,5 Meter entfernt steht auf der „anderen Strassenseite“ das Nachbarhaus. Nicht gerade ein inspirierender Blick.
Wollte ich drinnen arbeiten, musste ich die Neonröhren anschalten, weil es sonst zu dunkel war. Neonlicht trug bei mir allerdings auch nicht zum unmittelbaren Wohlfühlerlebnis bei. Neben meinen Laptop lag stets ein Handtuch. Ich habe nämlich beim Tippen so geschwitzt, dass meine Arme irgendwann anfingen wild auf dem Tisch hin und her zu rutschen.
Ich wollte draussen sein, ich wollte draussen arbeiten. Ich hatte einen Laptop mit ausreichend Batterie, ich hatte einen Internet Stick und eine lokale UMTS Karte um sogar online arbeiten zu können. Doch so funktioniert das Arbeiten in Afrika halt nicht… einfach so mit dem Computer in irgendeinen Park oder am Strand arbeiten. Erstens gab es keine Parks, zweitens gab es keinen Strand mit Schatten. Drittens: falls ich doch einmal einen öffentlichen Platz gefunden hatte, an dem ich dachte, es wäre doch toll einmal eine Weile an diesem zu arbeiten, versammelten sich direkt mehrere Personen, die mich entweder in ein Gespräch verwickeln wollten oder sich quasi auf meinen Schoß legten um besser auf den Bildschirm schauen zu können.
Mir war schnell klar, dass ich irgendwo, irgendwie anders arbeiten musste. Dachterrassen, obwohl es davon eigentlich genug hätte geben können, sind auf Sansibar (eigentlich in ganz Afrika) nicht wirklich verbreitet. Vielleicht zieht es einen ja nicht mehr so in die Sonne, wenn diese das ganze Jahr scheint.
Also für mich hieß das, dass die Dachterrasse auch ausfällt. Ich habe deshalb ein Café nach dem anderen ausprobiert und bin viel zu Fuß unterwegs gewesen um neue Plätze kennen zu lernen. Wie du dir vielleicht vorstellen kannst, hat mich das in den ersten Tagen ziemlich frustriert. Das hatte ich mir so nicht vorgestellt. Jeden Morgen musste ich mir als erstes Gedanken darüber machen, wo ich denn wohl hingehe, um ein wenig in Ruhe zu arbeiten und endete meist unschlüssig durch Stonetown schlendernd. Dabei habe ich mich dann auch noch jedes Mal hoffnungslos verlaufen. Ich bin dann so lange in dieselbe Richtung gelaufen (oder habe das zumindest versucht) bis ich entweder einen Punkt erreicht hatte, den ich bereits kannte oder das Ende Stonetowns. Dann konnte ich einfach so lange aussen herum laufen, bis ich die dem Wasser zugewandte Seite erreicht hatte oder/und wieder wusste wo ich war. Es ist schon lustig, wie sehr mein Gehirn damit beschäftigt war, sich endlich meinen Heimweg merken zu können. Ich war vollständig damit ausgelastet, die Umgebung im Auge zu behalten und mir Dinge zu merken, an denen ich mich orientieren konnte, damit sich neue Routinen einprägen und meine Spaziergänge wieder einfacher werden würden. Unser Gehirn versucht die ganze Zeit zu vereinfachen und möglichst viele Alltagssituationen im Autopiloten zu speichern. Das erleichtert viel, kann uns allerdings auch einschränken, wenn wir uns der Automatismen nicht bewusst sind.
Langsam lernte ich wann es wo schön ist, wie ich dorthin und auch wieder wegkomme. Ich wusste,  wo es Kaffee gab, auch wo es leckeren Kaffee gab, wo ich eine Weile sitzen bleiben konnte und wo ich schön den Sonnenuntergang genießen konnte und dabei noch den einen oder anderen Artikel zu Ende schreiben konnte. Meine Tage wurden entspannter und meine Konzentration konnte sich mehr und mehr meinen Arbeitsthemen widmen.
Als ich nach Sansibar kam, wollte ich unbedingt meine Routinen loswerden. Ich dachte, dass diese mich am glücklich Arbeiten hindern. Doch als sich dann alle Routinen in Luft aufgelöst hatten, wurde ich plötzlich unsicher. Es war auf einmal nicht mehr sicher, wo ich schlafe, ob ich schlafe (Stromausfall/Ventilator), ob ich frühstücke und was, was ich ansonsten esse, wo und ob ich Internetempfang habe, ob ich nach dem Laufen duschen kann oder es wieder kein Wasser gibt…
Dann fing ich bzw. mein Unterbewusstsein langsam an wieder neue Routinen aufzubauen und als ich schließlich wieder richtig im Flow war, flog ich zurück.
Wenn ich jetzt auf diese Zeit zurückblicke, realisiere ich, dass dies das Beste war, was ich diesen Winter hätte machen können. Denn viele der Sansibarroutinen sind ja nicht aus versehen entstanden, sondern weil sie mir dabei halfen, genau das zu tun was ich mir wünschte. Ich habe eine klarere Vorstellung davon gewonnen, wie ich arbeiten möchte und was ich tun möchte. Einige der neuen Routinen sind mir so klar, dass ich diese mitgenommen habe und an neuen Orten ebenfalls schnell etablieren kann. Ich arbeite so viel effizienter als jemals zu vor und es geht mir dabei so gut wie selten.

In Stonetown habe ich gelernt:

  • Ich hasse Routinen
  • Ich brauche Routinen
  • Ich könnte immer über etwas meckern
  • Es ist meine eigene Entscheidung ob ich das Positive sehe oder nicht
  • Nichts ist perfekt
  • Alles ist perfekt für den Moment
  • Wenn ich weiss was ich will, kann ich es schaffen
  • Vergiss Deine Erwartungshaltung und lebe JETZT

Was ein bemerkenswertes Leben bemerkenswert macht, sind nicht welche Chancen sich Dir bieten, sondern was Du aus diesen Chancen machst!

Falls es dich auch interessiert ohne Büro zu arbeiten habe ich alle meine Erfahrungen aus Stonetown in diesem Webinar zusammengefasst.

dankbar für den moment

Die letzte Woche habe ich mit Teilnehmern der dritten sahara experience in der Wüste verbracht. Meine Intention bei diesen Reisen ist, meinen Teilnehmern zu zeigen, wie anders das Leben sein kann. Ich vergesse selbst manchmal, dass ich genau genommen, alles was ich im Leben mache, aus freien Stücken und auf meinen eigenen Wunsch hin tue. Jedes mal, wenn ich eine Entscheidung treffe, könnte ich auch eine andere Entscheidung treffen, oder es komplett bleiben lassen. Ich müsste halt nur mit den jeweiligen Konsequenzen leben.

Ich denke dabei an die ganzen kleinen Momente, die wir uns anders wünschten und uns aus ganzem Herzen darüber beklagen, wie schwer wir es doch haben. Ich versuche mich immer wieder daran zu erinnern, wie schwierig auch immer die Situation nun sein mag, dass es mein freier Wille ist, wie ich mich nun in der jeweiligen Situation verhalte. Denn wie ich in die Situation hinein gekommen bin, kann ich für dieses Mal nicht mehr beeinflussen. Wir können allerdings in jeder Situation entscheiden wie es weiter geht.
Ich vergesse dabei immer wieder, um welche Lappalien es sich dabei eigentlich handelt. Alles was uns wirklich bedrohen kann, haben wir in unserer Welt ja sehr gut im Griff (denken wir). Wir können uns gerade so noch einen Stromausfall vorstellen und wenn drei Feiertage ohne geöffnete Geschäfte bevorstehen, neigen wir zu Hamsterkäufen. Das Schlimmste, was mir persönlich in meinem Alltag zustößt, ist eine zusammenbrechende Wifi-Verbindung. Selten denke ich an andere Menschen, die ausserhalb unserer Komfortzone leben und wie diese in ihrem täglichen Leben den Naturgewalten ausgeliefert sind.
Nachdem wir letzte Woche in M’Hamid angekommen sind, schien dort noch die Sonne. Allerdings nur, um uns kurz willkommen zu heissen und dann sofort dem aufziehenden Sandsturm zu weichen. Ich habe mir das Spektakel, im festen Glauben, dass es ein paar Stunden dauern wird, interessiert angeschaut und gefreut, dass es heute passiert und nicht morgen. Und siehe da zum Abend hin schwächte sich der Sturm ab. Womit ich nicht gerechnet hatte, aber zur Realität wurde, war, dass der Sandsturm jeden Tag aufs neue aufzog und unser ständiger Begleiter wurde. Es gab von nun an nur einen entscheidenden Unterschied. Wir liefen jetzt mitten hindurch und zwar immer in die Richtung aus der der Wind (und sämtlicher Sand) uns entgegen bließ. Nach und nach bekam ich ein Gefühl, dass sich nur sehr selten bei mir einstellt: ich fühlte mich hilflos. Ich habe es gehasst, Sand in den Augen zu haben, Sand in der Nase zu haben, Sand in meiner Lunge zu haben. Ich hätte mich so gerne versteckt. Eine Pause machen half auch nicht wirklich. Der Sand war ja eh überall. Essen zuzubereiten oder es zu essen ähnelte sehr einem Spiel im Sandkasten. Nachts ließ der Wind nach, nur um dann mit plötzlichen heftigen Böen eimerweise Sand in meinen Schlafsack zu befördern. Ich wachte morgens auf und kaute auf Sand. Es half alles nichts ausser schlichtweg stoisch zu werden. Einfach weitermachen und darauf hoffen, dass es irgendwann nachlässt. Am Abend des dritten Tages war es so weit. Der Himmel lichtete sich und wir hatten unsere erste sternenklare Nacht.
Schließlich hatten wir eine unglaubliche Reise und freuten uns umso mehr über entspannte klare Nächte und Musik am Feuer. Wir wussten ja jetzt, dass dies nicht selbstverständlich ist.
Und in etwa so ist es wohl auch mit allen Dingen. Es scheint nicht immer und überall die Sonne im Leben. Manchmal tauchen Schwierigkeiten auf und wir müssen harte Zeiten überstehen. Es hilft nicht, wenn wir uns vor diesen verstecken. Der einzige Ausweg ist sich den Problemen zu stellen und sich  irgendwie hindurch zu kämpfen. Wenn diese dann erst einmal hinter uns liegen ist es umso schöner, die Zeit zu genießen in der alles glatt läuft. Dann hast Du es Dir verdient und das fühlt sich toll an.
Wenn Du es schaffst, Dir diese beiden Sachen stets vor Augen zu führen, hast Du bereits einen großen Schritt zum glücklichen Leben geschafft.
Ich hoffe, dass ich mich, immer wenn es für mich gut läuft, daran erinnere, dass dies nicht selbstverständlich ist und ich es schaffe, immer dankbar für den Moment zu sein.
Jetzt sitze ich noch eine Woche in meinem „officeless office“ in Taghazout am Meer. Kein Sandsturm mehr, durch den ich laufen muss. Einfach nur viel Zeit zum Entspannen, Sport treiben, Organisieren, Planen und vor allem Schreiben.
Schön, dass ich hier bin.

it is such a boring place… and that is the point

Next Sahara Experience starts on April 16th and there are only three places left. Here is some inspiration from the school of life:

geniesse die ferien

Ich war den gesamten Dezember auf Reisen und habe versucht ein wenig Abstand zu gewinnen. Obwohl ich aufgrund der Vielzahl an gesammelten Eindrücken vielen neue Beiträge und Artikel vorbereitet habe, versuchte ich so viel wie möglich offline zu bleiben. Die letzten Wochen haben mich unter anderem nach Agadir, Ouarzazate, Zagora, Marrakech, Casablanca, Kairo, Dar Es Salaam, Zanzibar, Tanga, Lushoto, Moshi, Arusha, Ngorongoro, Serengeti und zurück nach Dar Es Salaam gebracht. Überwiegend mit dem Bus, aber dazu später mehr…

Heute in Dar Es Salaam habe ich meinen kleinen Freund auf dem Foto getroffen, der mich daran erinnert das hier und jetzt zu genießen. Ich werde deshalb übermorgen zurück nach Zanzibar reisen und meine Eindrücke vier Wochen sacken lassen. Ich genieße das ich hier bin und was ich tue.

Neue Beiträge wird es deshalb erst Ende des Jahres geben.
Ich hoffe Du findest während der Ferien die Zeit für Dich selber. Behandele Dich gut es ist Dein Leben.

Beste Grüße, Wärme und Sonne, Florian

m’hamid unter wasser

Vor drei Wochen hatte ich mir noch gedacht, dass ich einfach nach Agadir fliegen werde, einen Nachtbus nach Zagora nehme und dann ein Taxi nach M’Hamid um meinen Freund Yahya zu besuchen und eine Woche in der Hitze der Sahara zu verbringen. Letztendlich landete ich im Regen am Atlantik, einem Surfer Hotspot, einem überfüllten Minibus in der Sahara, an einem Fluss wo es eigentlich keinen Fluss gibt, und drei von fünf Nächten im Bus oder Flugzeug sitzend.

Wie konnte das nur passieren? Wie ich meinen vorletzten Beitrag geschrieben habe, standen Großteile Südmarokkos unter Wasser und alle Straßen, die weiter in den Süden führten, waren geschlossen. Also blieb ich eine Tage in einem kleinen Surfer Hotspot namens Taghazout und arbeitete. Wie schön, in jedem zweiten Café „free wifi“ zu haben
Nachdem das Wetter besser wurde und die Sonne schon den zweiten Tag in Folge schien, wurden einige Straßen wieder geöffnet. Unter anderem eine in Richtung Ouarzazate und Zagora. Der nächste und damit auch der erste verfügbare Nachtbus war meiner. Obwohl ich in der Nacht fuhr und Marokko nachts stockfinster ist, konnte ich ab und an kaputte Brücken und Straßen sehen. Vor allem dann, wenn der Bus abseits der beschädigten Straße eine Zeit einfach auf einer Piste fuhr. Zu meinem Erstaunen musste ich dabei bibbernd feststellen, dass die marokkanischen Busse nicht nur ohne Klimaanlage im Sommer sondern anscheinend auch ohne Heizung im Winter fuhren. Ich habe mir also die ganze Nacht auf meinem Weg in die Wüste den Hintern abgefroren. In Zagora taute ich langsam wieder auf und machte mich auf den Weg zu den „Grand Taxis“. Normalerweise sind diese ja schon eine holprige und enge Angelegenheit, da diesmal aber zwei Brücken zwischen Zagora und Taghonite beschädigt waren, sah es danach aus, als ob ich gar nicht weiter kommen würde.
Zwei Marokkaner versuchten das Geschäft ihres Lebens zu machen und mir für richtig viel Geld einen Geländewagentrip nach M’Hamid zu verkaufen aber ich habe mir gedacht, wo es einen Weg für Geländewagen gibt, wird der normale Marokkaner auch einen ‚normalen‘ Wagen durchbekommen. Tatsächlich, eine umgebauter Mercedes Transporter mit Sitzen, Plastikstühlen und Holzplanken reichte mir und 21 Mitreisenden plus 1 Tonne Zeugs auf dem Dach als Offroadgefährt durch die Wüste. Für 2,80€ und innerhalb von drei Stunden kam ich gut durchgeschüttelt in M’Hamid an.
Ich hatte es geschafft und so unglaublich wie es sich für jeden anhört, der schon einmal dort war, war es auch. M’Hamid wurde durch einen hunderte Meter breiten und drei Meter tiefen Fluss zweigeteilt.
Dummerweise hatten sich die lokalen Behörden entschieden die einzige Furt/Brücke in dem Fluss, der eh seit Jahren trocken lag zu renovieren. Kaum war die alte Überquerung abgerissen, begann der Regen und der Fluss kam zurück.
Da der normale Wüstenbewohner weder schwimmen kann noch sich besonders im Bootsbau auskennt, gab es nun seit 10 Tagen keine Möglichkeit mehr von der einen Seite zur Anderen zu gelangen und 3000 Menschen waren so von der Lebensmittelversorgung abgeschnitten. Mittlerweile fuhren täglich Armeelaster mit Nahrung beladen einen 150km Umweg über die nächstgelegene Brücke auf die andere Seite des Flusses.
Ausserhalb des Ortes war die Wüste mit frischem Grün gesprenkelt und steinige Bereiche schienen mit grünem Samt überzogen zu sein. Selbst die höchsten Dünen waren bis zu Spitze klatschnass. Wenn ich nur die oberste Sandschicht weggestrichen habe, war der Sand dunkel und nass. Im Schatten oder bei bewölktem Himmel wurde es auch sofort unangenehm kalt. Sobald die Sonne abends unterging, musste ich alles anziehen, was ich dabei hatte und habe trotzdem noch gefroren. Selten habe ich mich so über meinen für 0°C ausgelegten Daunenschlafsack gefreut.
Das Dünencamp meiner Freunde wurde eine Tage zuvor geflutet, dabei zerstört und ist dann auch noch von dannen geschwommen. Die Schweizer, die währenddessen zu Besuch waren und in einem höher gelegenen Zelt übernachteten, riefen ihren Botschafter an und wurden am kommenden Tag von einem Helikopter evakuiert, während die Marokkaner noch einen Tag ausharrten und dann zurück nach M’Hamid wateten.
Offensichtlich hatten die Schweizer einer dringenderen Termin, den sie nicht verpassen durften.
Wir diskutierten noch bis spät in die Nacht, was bis zum Jahresende alles gemacht werden musste um das Camp wiederherzustellen. Die Weihnachtszeit ist die Hauptumsatzzeit und genau genommen ist das Camp schon ausgebucht.
So habe ich wieder lernen dürfen, dass alles eine Frage der Perspektive ist.
Was ist schon ein wichtiger Termin verglichen mit einer ganzen Existenz. Vor allem, wenn ich mir überlege wie viel teurer eine solche Evakuierung verglichen mit dem Neubau des gesamten Camps ist.
Und trotzdem ist alles, was meine Freunde dazu sagen:“Ich bin nicht happy und nicht traurig. Es ist so wie es ist und jetzt machen wir uns Gedanken, wie es weitergeht. Du weisst eh nie mit Sicherheit was morgen passiert…“

‚berliner winter’ oder ‘summer in melbourne’

Es ist nicht wichtig, was Du bisher gemacht hast, sondern wer Du bist und sein möchtest!

Ich freue mich heute ein Interview mit einer Freundin, Lisa, zu führen. Lisa hat mich dieses Jahr beeindruckt, weil sie ihren „sicheren“ Job gekündigt hat und sich mit 30 entschlossen hat ihr Leben noch einmal aus einem ganz anderen Blickwinkel zu betrachten. Dies hat sie wortwörtlich genommen und ist für eine Weile nach Australien gezogen. Alleine mit diesem Schritt hat sie viel Leichtigkeit in ihr Leben gelassen.

Hallo Lisa, wo bist Du momentan?
In Melbourne, genauer gesagt Middle Park. In einem Haus fast am Strand.

Machst Du Urlaub?
Nee, nicht wirklich. Eher Arbeitsferien, also working holiday. Als Tourguide für Chocolate und Cupcake Touren, als Kellnerin in einem Café und demnächst auch im Verkauf im Weihnachtsgeschäft. Ich wollte mal raus aus dem gewohnten deutschen Trott. Weg von all dem Druck mit Bürostühlen, Familienplanung und Eigentumswohnungen…was Neues sehen und schauen, was das Leben am anderen Ende der Welt so mit sich bringt…

Wohnst Du nicht eigentlich in Berlin und hast einen Job in Potsdam?
Ja, ich komme aus Berlin. Und bis Ende Juni habe ich beim Collective Leadership Institute gearbeitet.

Weshalb arbeitest Du dort nicht mehr?
Es hat nicht mehr gepasst. Ich hatte das Gefühl, dass der Stempel Berufsanfänger für immer auf meiner Stirn klebt. Es war vor 3 Jahren meine erste Stelle nach der Uni. Und ich hätte mir gewünscht, dass wir unsere Konzepte mehr nach Innen leben. Irgendwann habe ich mich gefragt, ob ich wirklich glücklich bin mit dem, was ich da jeden Tag 12 Stunden tue, die 3 Stunden Pendeln zwischen Berlin und Potsdam eingerechnet. Die Antwort hat mich dann zum Kündigen bewogen.

Verstehe ich das richtig, Du hast gekündigt ohne vorher eine Alternative zu wissen?
Ich habe gekündigt, ohne einen neuen Job in Aussicht zu haben, ja. Ich wollte einfach mal nicht wissen, wie es weiter geht. Statt jeden Tag für 9 Stunden ins Büro zu gehen. Parallel zu meiner Kündigung habe ich mit drei anderen ehemaligen Kolleginnen Happy Works gegründet. Wir bieten Produkte und Dienstleistungen für mehr Arbeitszufriedenheit. Denn schauen wir alle auf unsere Erfahrungen in den letzten Jahren zurück, ist die Essenz: Die meisten von uns verbringen wahnsinnig viel Zeit auf der Arbeit und tun viel zu wenig dafür, dass unsere Arbeitszeit glückliche Lebenszeit ist. Und dabei haben wir es selbst in der Hand: die Art, wie wir unsere Arbeit machen, wie wir mit Kollegen kommunizieren, wie wir unseren Tag strukturieren. Es war ein AHA-Erlebnis, als mir klar wurde, dass ich zu einem großen Anteil selbst dafür verantwortlich bin, wie mein Arbeitumfeld aussieht. Wenn ich die richtigen Methoden an der Hand habe, kann ich aktiv gestalten. Das wollen wir mit Happy Works vermitteln. Natürlich gibt es dabei auch Grenzen. Deswegen mag ich das Motto: „Love it, change it or leave it.“ Wenn das Gefühl etws verändern und mitgestalten zu können nicht mehr da ist, dann hilft manchmal nur noch Gehen, so wie bei mir.

Warst Du nicht unsicher? Hattest Du keine Angst nicht mehr genügend Geld zu haben?
Klar habe ich auch gezweifelt. Aber ganz ehrlich: Mein Herz hat irgendwann angefangen immer dann einen Sprung zu machen, wenn ich an die Kündigung gedacht habe. Das ist dann wohl ein eindeutiges Zeichen. Die endgültige Entscheidung habe ich getroffen als ich mit Euch und der Emma in Marokko unterwegs war. Entspannen, die Landschaft an sich vorbeiziehen sehen, neue bunte Eindrücke gewinnen – und dann war es plötzlich glasklar.

Und dann bist Du nach Melbourne gegangen ohne Dir stattdessen einen neuen Job zu suchen?
Genau. Fast ohne Geld und definitiv ohne Ahnung, was mich erwartet. Ich habe oft gezweifelt, ob das wirklich eine gute Idee ist und wie das alles werden soll. Aber dann hat interessanterweise meine Mutter mir einen Stups gegeben als sie meinte: „Lisa, man merkt, dass Du älter wirst. Früher wärst Du einfach losgeflogen. Warum jetzt so zögerlich? Du weißt doch, irgendwie geht es immer weiter.“ Da dachte ich: „Was, ich verhalte mich mit 30 wie eine alte Schachtel? Nee, los geht’s…“

Weshalb Australien?
Ich wollte weit weg. Und irgendwo hin, wo Englisch gesprochen wird. Ich habe hier eine gute Freundin. Sie hat mich dazu ermuntert sie endlich hier zu besuchen. Und 7 Wochen Ferien fand ich eine verlockende Aussicht.

Du hattest also zuerst vor nur 7 Wochen zu bleiben? Was ist dann passiert? Was hat Dich in oder an Melbourne begeistert?
Melbourne ist ein bisschen wie Berlin am Meer. Das habe ich mir schon immer gewünscht. Und nach den 7 Wochen hatte ich das Gefühl, mit dieser Stadt noch nicht fertig zu sein. Es gibt wahnsinnig viel zu entdecken. Nicht umsonst wurde Melbourne schon mehrmals hintereinander zur lebenswertesten Stadt der Welt gewählt: viktorianische Prachtbauten, Wolkenkratzer, Einwanderer von überall, kulinarische Überraschungen, perfekte Sonnenuntergänge, Possums, Sauvignon Blanc, Meeresrauschen…diese Liste kann ich endlos weiterführen…Und ehrlich gesagt ist es auch schön mal einen Berliner Winter auszulassen. Ich konnte mich nach den 7 Wochen noch nicht darauf einlassen, wieder in Berlin zu sein und die Jobsuche zu beginnen. Ich wollte mehr Leben und weniger Vorhersehbarkeit.

Gab es einen speziellen Moment, in dem Du Dir überlegt hast, es einfach ein paar Monate lang darauf ankommen zu lassen?
Nein, das ist eher mit der Zeit entstanden. Da sind wahrscheinlich viele Sachen zusammen gekommen. Dass ich nach der Kündigung keine berufliche Verpflichtung mehr hatte und auch privat gerade total ungebunden bin. Dass hingegen die meisten Menschen in meinem Umfeld mit Kinderkriegen und sesshaft werden beschäftigt sind. Weil das für mich gerade nicht ansteht, hat es mich in die Ferne gezogen.

Was ist Dir überhaupt wichtig um glücklich und zufrieden mit Dir und Deinem Leben zu sein? Darüber habe ich in den letzten Monaten oft nachgedacht. Momentan ist meine Antwort: Gesundheit; ein soziales Netzwerk mit guten Freunden und Familie; so viel Geld, dass ich mir immer wieder mal einen meiner Wünsche erfüllen kann; leckeres Essen; Natur; bunte Farben; gute Gespräche und ganz wichtig: tagtägliche Bewegung und Herausforderungen für Körper, Geist und Seele.

Vermisst du etwas? Dein Zuhause?
Ja, ich bin schon ziemlich heimatverbunden. Und das hat in meinem Fall auch wirklich etwas mit Geographie zu tun. In den letzten Wochen sind mir viele Menschen begegnet, die das ganz anders empfinden. Für sie ist der Mensch ein Nomade, der überall hingehen kann. Das kann ich für eine begrenzte Zeit sehr gut verstehen. Aber auf Dauer würde mir hier in Australien wahrscheinlich das Gefühl fehlen, wirklich dazu zu gehören. Wer hat hier in seiner Kindheit schon über Benjamin Blümchen oder Pumuckl gelacht?

Was bedeutet Zuhause und Heimat für Dich?
Ganz viele Dinge, die mein Herz höher schlagen lassen: Familienessen, der Geruch von nassem Laub und Herbstäpfeln, in einem See schwimmen in Brandenburg, „Schüttkartoffeln“, Wein, Weihnachtsplätzchen, stundenlange Gespräche mit langjährigen Freunden, sich verstanden fühlen…Geborgenheit…sich fallen lassen…eine Komfortzone.

Welche Reaktionen kamen von Deinen Freunden und Deiner Familie, als du deine Rückkehr auf nächstes Jahr verschoben hast?
Die haben sich alle für mich gefreut. Und wenn nicht, dann haben sie es gut versteckt.

Glaubst du, dein Aufenthalt in Australien wird dich prägen oder verändern?
Klar. Definitiv prägen. Ob verändern kann ich noch nicht sagen. Das können dann andere nach meiner Rückkehr vielleicht am besten beurteilen.

Was würdest du gern aus Australien und Deiner Erfahrung mit nach Deutschland und in die Zukunft nehmen?
Dass es immer irgendwie weiter geht. Und die Freundlichkeit und Leichtfüßigkeit vieler Menschen hier in Melbourne. Dass es nicht wichtig ist, was Du bisher gemacht hast, sondern wer Du bist und sein möchtest.

Hast Du schon einen Plan für Deine Zeit nach Australien?
Ich werde erstmal für ein paar Tage Euch und andere Freunde in der Schweiz besuchen. Den Winter nochmal so richtig mitnehmen. Und dann mit dem Schwung des Frühlings einen neuen Job in Berlin suchen.

Meinst Du ein Plan ist überhaupt wichtig?
Ja, für mich schon. Zumindest hilft es mir wenn ich weiß, was ich mir für die nächsten Monate vornehme und wünsche. Dass das Leben dann auch etwas ganz anderes mit uns vorhaben kann – darauf bin ich mittlerweile vorbereitet…

Danke Lisa. Ich wünsche Dir noch eine richtig gute Zeit und freue mich auf gemeinsame Abende in der Schweiz.

der aktuellen situation geschuldet

anders als erwartet

Manchmal mache ich Pläne und alles kommt anders als geplant.

Gestern habe ich Deutschland verlassen um heute in der Wüste anzukommen. Tja, da habe ich meine Rechnung ohne den Regen gemacht. Alle Routen Richtung Süden sind überflutet und gesperrt. Es fahren keine Busse. Am Flughafen habe ich zwei Deutsche getroffen und Ihnen den Weg zum Hotel über überschwemmte Straßen und eingestürzte Brücken gezeigt um dann im Surferdorf Tagazhout auszusteigen. Jetzt wohne ich gratis in einem Hostel von jemandem, dem ich bei seiner Website helfe. Ich werde weiter in die Wüste reisen, wenn das Wetter sich bessert… Meine Lektion des Tages: take it easy und es wird schon werden.

 

how you put giraffe in fridge in 3 steps

Ich bin wieder einmal auf dem Weg in die Wüste. Nachdem es schon wieder geregnet und kaum ein Einheimischer kann erinnern, wann es das letzte mal solch heftige Regenfälle gegeben hat. Es scheint, als werde ich dieses Mal nicht nur die blühende Wüste sehen, sondern auch eine Runde schwimmen können. Ich bin so gespannt was mich erwartet.

Zu Fuß durch die Sahara ist ja jedes mal eine Form der Meditation und Rückbesinnung auf das Wesentliche für mich.
Während ich laufe gibt es keine Ablenkung.
Wenn ich aufwache kann ich weder in die Küche noch zum Bäcker gehen. Und wenn ich einen Kaffee oder Tee möchte muß ich wohl erst einmal Feuer machen.
Die Landschaft verändert sich nur so langsam wie ich mich bewege. Das wird auch die meiste Zeit die schnellst Bewegung sein, die mein Auge wahrnimmt. Es sei denn ich versuche wieder einen wilden Esel zu fangen, was mir natürlich nicht gelungen ist. Ich sag es Dir, die sind so viel schneller als erwartet.
Abends bleibt auch nichts ausser dem Schein des Feuers zu betrachten oder Afrikas Sternenhimmel zu bewundern. Und ich kann Geschichten lauschen oder selber welche erzählen… sonst nichts.
So fragte uns Yahya beim letzten Mal: How do you put a giraffe into fridge in three steps?
Hast Du eine Idee? Schreib Sie mir doch bite in die Kommentare. Ich bin gespannt.
Da ich bei diesen Reisen so viel Wert auf die Einfachheit lege, habe ich auch dieses Mal die einfachste Packliste zusammengestellt mit der ich jemals gereist bin. Folgendes habe ich dabei:

  • Trekking Rucksack
  • Laufrucksack
  • Isomatte
  • Schlafsack
  • Seife, Zahnpaste, Zahnbürste, Deo, Handtuch, Nagelschere, Rasierklingen
  • Nadel und Faden
  • Ducktape
  • ein Paar Chala-Sandals
  • ein Paar Socken
  • zwei Unterhosen
  • zwei T-shirts
  • eine kurze Hose
  • lange Hose
  • ein Longsleeve
  • ein Pulli
  • eine Hardshelljacke
  • ein blauer Turaregturban
  • 2x Buff
  • Laufhose (kurze Tights)
  • ein Chalkbag (als Tasche genutzt)
  • Reisepass
  • Impfausweis
  • Kreditkarte
  • Alleskocher
  • Benzinflasche
  • Multitool
  • Stirnlampe
  • Eine Pfanne
  • Ein Topf
  • Ein Becher
  • Salz
  • ein Löffel
  • eine Gabel
  • eine Wasserflasche
  • ein Trinksack 10l
  • Papiertücher
  • MacBook Air
  • USB Internet Stick
  • Handy
  • Gopro Hero
  • ein Notizbuch
  • ein Stift

Ich plane direkt nach der Saharatour nach Tansania zu fliegen und zweieinhalb Wochen durch Ostafrika zu reisen. Danach werde ich noch über Weihnachten, Neujahr und meinen Geburtstag auf Sansibar bleiben. Ich möchte einfach leben, viel laufen und die Zeit zum schreiben nutzen. Unter der Sonne Afrikas und in Angesicht des Indischen Ozean. Ob es funktioniert, so zu arbeiten wird sich zeigen und ich darüber schreiben…

Wenn Du auch mal mit möchtest, das nächste mal geht es am 16. – 23. April 2015 in die Wüste

keine digitalen nomaden

Eine Beschreibung, dessen, was Dich mit mir in der Sahara erwartet. Allerdings weder von mir noch von einem Teilnehmer geschrieben.

Denn ich habe in den vergangenen Tagen den tollen Bericht: „Analoge Nomaden“ gelesen. Katharina & Henryk kommen eigentlich aus dem digitalen Berlin und reisen momentan um die Welt um Erfahrungen zu sammeln. Neben vielen anderen spannenden Gegenden dieser Welt war die beiden unter anderem auch in der Sahara. Wie es sich gehört nicht mit dem Auto, sondern zu Fuß und mit Karawane. Wie es sich anfühlt als analoger Nomade, unplugged und im Rhythmus der Sonne zu leben schreiben die beiden eindrücklich und ich mußte unwillkürlich an meine (oder unsere) Zeit in der Wüste denken.

weshalb EMMA?

Warum, ja warum nur die Emma? Wir hatten zwei gut bezahlte Jobs in Berlin, eine schicke Wohnung, die nicht nur günstig gelegen war, sondern außerdem einen Südbalkon mit Blick über Schlesischen Busch und Treptower Park bot. Wir hatten alles, was wir uns von einem angenehmen Stadtleben wünschten. Alles uns wichtige war fußläufig erreichbar. Regio- und Bioläden, außerdem internationale Restaurants. Freunde und unendlich viele Möglichkeiten etwas zu unternehmen. Warum würde jemand das alles aufgeben?

Nun ja. Ich kann Dir zumindest sagen, weshalb wir vor einem Jahr die Entscheidung getroffen haben, dies alles hinter uns zu lassen. Wir lieben beide das Reisen und haben schon ein wenig von der Welt gesehen. Wir mögen Berlin und haben unser Leben dort genossen. Gleichzeitig teilten wir aber auch das Gefühl, dass da noch mehr sein muss. Je mehr wir von der Welt gesehen haben, umso klarer wurde uns, dass das meiste noch vor uns lag und es noch so viel zu entdecken galt. Das Leben ist so unglaublich vielfältig, dass uns ein Ausharren in ein und demselben Umfeld wie ein Gefangensein vorkam.
Das Leben ist eine Reise. Es geht um die Veränderung im Laufe der Zeit. Die Zeit steht nicht still. Sie ist zwar immer genau jetzt, aber schon einen Augenblick später ist es auch schon wieder vorbei. Die Zukunft rast auf uns zu und alles verändert sich immerzu.
Die Vorstellung einen Status quo festzuhalten ist eine Illusion. Die Zeit läuft weiter. In dem Augenblick, in dem wir uns nicht mehr verändern, sind wir tot. Da wir das noch nicht sind, wollen wir selber über unser Leben bestimmen und nicht so wie es irgendeine Routine oder Gewohnheit von uns verlangt.
Dieser starke Drang nach persönlicher Freiheit ließ uns aus den Gepflogenheiten ausbrechen. Freiheit bedeutet mir, so wenig wie möglich von Anderen abhängig zu sein. Die meisten Menschen, die ich kenne (mich eingeschlossen) machen sich im Laufe Ihres Lebens von irgendwelchen finanziellen Verpflichtungen abhängig. Wer sich in der Vergangenheit gebunden hat, muss dafür heute gerade stehen. Dazu gehören Miete, Flatrates, Abonnements und Kredite.

Deshalb haben wir vor einem Jahr vier Entscheidungen getroffen.
1. Wir haben laufende Verträge gekündigt (Miete, Handy, Internet) und haben zu EMMA und prepaid gewechselt
2. Wir haben unsere Jobs gekündigt bzw. auf halbtags und Homeoffice umgestellt
3. wir haben einen 45 Jahre alten historischen Camper gekauft, der sozusagen noch analog funktioniert um so viel wie möglich selber und unterwegs reparieren zu können
4. Wir begannen zu reisen und unser Homeoffice immer dabei zu haben

Es war schon unglaublich wie viel Zeit ich auf einmal hatte nachdem ich meine Comfortzone verlassen habe. Soviel meiner Zeit war davor dominiert von Routinen, die mir allerdings gar nicht mehr aufgefallen sind. Obwohl ich bis dahin schon der Meinung war sehr flexibel zu sein, hat es mich total umgehauen, wie viel Zeit ich gewonnen habe, dadurch dass ich kaum noch Dinge besitze um die ich mich kümmern muss.
Mit so wenig Ablenkung sind mir ziemlich viele Dinge aufgefallen, die ich schlichtweg hasse. Das meiste davon wurde mir bewusst, nachdem ich es zurück gelassen habe. Da ich mich nun nicht mehr darüber aufregen brauchte, begann mein Geist sich darauf zu konzentrieren, was ich denn in meinem Leben so wirklich schätze:

  • Laufen
  • Natur
  • Schreiben
  • Unterrichten
  • Ruhe
  • Frieden
  • Ausgeglichenheit

Ich mache mir seitdem ständig Gedanken, wie ich davon mehr in meinem tagtäglichen Leben haben kann.

Je mehr ich sehe umso bewusster wird mir wie wenig ich weiß.
Das Leben ist eine Reise und ich bin unterwegs.

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