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SOH #126 – werde der du sein willst

Mit Niederlagen umgehen… Das Thema der vergangenen Sendung hat einige Emotionen hervorgerufen und wird deshalb heute noch einmal vertieft. Ich unterhalte mich mich Tony über Aktion und Reaktion und darüber, dass es im Rückblick nicht wichtig ist, was dir passiert ist, sondern wie du damit umgehst.
Wer willst du wirklich sein und bringen dich deine Aktionen näher an die Person, die du wirklich sein willst, oder weiter davon entfernt.
Richte deine Handlungen danach aus!
Viel Erfolg… du entscheidest über die Qualität deines Lebens.

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Wenn weniger mehr ist.
Jeden zweiten Mittwoch neu.

zeitverzerrung

Kennst du das?

Wenn sich in zwei unterschiedlichen Situationen dieselbe Zeit vollkommen anders anfühlt? Manchmal bist du völlig in Gedanken versunken und als du das nächste mal auf die Uhr schaust sind Ewigkeiten vergangen? Ein anderes Mal wartest du z.B. Sehnlich darauf, dass das Flugzeug ankommt und die Zeit will einfach nicht vergehen.

Das passiert auch häufig in Hypnose. Wenn jemand wirklich tief hypnotisiert ist und interne Veränderungsprozesse durchlebt, kann es sein, dass er nach 30 Minuten die Augen wieder aufmacht und der Meinung ist, wir hätten noch gar nicht angefangen. Umgekehrt sind andere nach 5 Minuten wieder da und sind der Meinung mindestens eine Stunde in ihrer eigenen magischen Wunderwelt gewesen zu sein.

Ganz ähnlich kann es dir auch ergehen, wenn du dich extrem auf ein Thema konzentrierst oder in eine Sache vertieft bis. Ist ja auch irgendwie logisch, wenn man bedenkt das Hypnose ein Zustand extremer Fokussierung auf interne Prozesse ist. Ich nutze dieses Beispiel häufig um zu veranschaulichen, dass Hypnose weder Hokuspokus noch irgend etwas Besonderes ist, sondern ein ganz zentraler und normaler Bestandteil unseres Lebens. Der entscheidende Unterschied ist lediglich, dass in der Hypnose, der Zustand ganz bewusst genutzt wird um einen internen Prozess zu bearbeiten.

Mein Tipp ist dabei ganz klar, sich Tätigkeiten zu suchen, bei denen du die Zeit vergisst. Wie cool ist das denn, wenn du so fokussiert bist, dass du erst wieder auf die Uhr guckst wenn du fertig bist und völlig vergessen hast, dass schon Abend ist. Dann bist du an deinem Sweet Spot und kommst dem Glücksgefühl wahrscheinlich schon ziemlich nah.

das puzzle

Das ganze Leben ist ein Spiel.

Welche Kinder sind diejenigen, die ein grosses Puzzle am schnellsten und mit der meisten Freude lösen?
Es sind diejenigen, die das Puzzle als ein grosses Spiel betrachten und die eine Strategie haben, die sie dann mit ganz viel Lockerheit und vielem Testen umsetzen.

Wenn Du dir dann einmal die Menschen anschaust, die ihr gesamtes Leben mit einem größtmöglichen Maß an Freude leben, dann haben diese eine ganz ähnliche Leichtigkeit in ihrem Sein.
Denn das ganze Leben ist wie ein grosses Puzzle. Manchmal weiss man gar nicht wo man anfangen soll. Die Kunst ist dann, es einfach irgendwo zu tun. Man nimmt das erste Teil und hält ein zweites daneben. Und dann… das Dritte, das Vierte und so weiter. Irgendwann findet man zwei die zusammen passen und so wird es immer leichter. Manchmal übersieht man ein Teil und man hat alle anderen zweimal oder häufiger in der Hand. Wer jetzt die Ruhe verliert und versucht mit viel Kraft zwei Teile zusammen zu fügen die nicht passen wird scheitern.

So ist es doch auch im Leben. Wer die Leichtigkeit behält, dem scheint das Leben und das Glück schlichtweg leichter zu fallen.
Wir können uns noch so viele Gedanken machen, wir wissen es im voraus nicht, ob ein Vorhaben gelingen wird oder nicht. Was hilft ist testen. Wann auch immer ich mich mit meinem Podcastpartner Tony über Marketingstrategien unterhalte verweist er mich fast immer aufs: TESTEN. Er sagt, er habe zwar eine Meinung und eine Idee was bei ihm funktionieren könnte. Ob es aber auch dem Markt, also anderen Menschen gefällt wisse er nicht sicher. Also testen! Wie beim Puzzle. Einen Plan, zu haben, zum Beispiel alle Randteile heraus zu suchen oder nach Farben zu sortieren kann enorm helfen. So auch im Leben. Überleg dir wo du hin willst und wie du denkst dort hin zu kommen. Und dann teste. Mit ganz viel Leichtigkeit. Denn du wirst an den Punkt kommen, an dem es nicht weiter geht. Es liegt jetzt an Dir ob du diesen Punkt als Wendepunkt, Feedback, Scheitern oder einfach nur das richtige Puzzleteil am falschen Ort ansiehst. Kaum ein Kind wird ein „falsches“ Puzzleteil wegwerfen, sondern es stattdessen auf Seite legen und es an einer anderen Stelle erneut versuchen. Irgendwann wird es passen.
Mit ganz viel Leichtigkeit.

Mach dein Leben zu einem Puzzle!

crappy on the outside?

Hi there, I am back in Berlin for some days. I spent the last month in my Zanzibar home after having spent all winter in a skiing resort in the Swiss mountains.

Custom officers keep asking me about my crappy passport but I always tell them, that although it might not look new on the outside, it has so many stories to tell in the inside.

Just like I want my life to be.
Not shiny on the the outside but full of memories in the inside.

For those who want to learn more about how I managed to live the life I dreamt about, I created a webinar. It doesn’t tell you what to do, but helps to ask the tough questions and create the surrounding you need to truly thrive.

If you send me an email with the topic „Your Happy Life“ you can participate for free.
June 8th 2016 6:30pm CET. (this time in English)

tu das, was du liebst!

So krass. Es ist schon Mai und ich habe gerade wieder einen Monat in Sansibar verbracht und freue mich schon auf den Sommer. Eigentlich ist das so schon ziemlich cool. Vor 5 Jahren hätte sich alleine dieser Jahresanfang für mich schon wie ein Traum angehört.
Dabei bin ich gedanklich noch halb im Winter, denn ich habe mir diesen Winter einen Traum erfüllt.

Schon als Kind wollte ich niemals, dass ein Urlaub zu Ende geht. Ich liebe die Natur, die Sonne, das Meer, aber auch die Berge, die Weite und den Schnee. Hauptsache draussen.
Ich konnte noch nie verstehen, warum es Menschen gibt, die dort wohnen, wo ich es schön finde und ich immer auf einen Urlaub warten musste, um das auch zu erleben. Warum kann ich nicht einfach dort leben und arbeiten, wo ich es am schönsten finde.

  • Weshalb, nicht ein Projekt am Strand ausarbeiten?
  • Warum nicht vor der Arbeit am Schreibtisch eine Runde aufs Snowboard?
  • Warum nicht mal einen Konferenzgespräch auf dem Segelboot?

Oft wurde mir gesagt, das geht halt nicht, weil das Leben nicht nur aus Vergnügen besteht. Schon mal was vom Ernst des Lebens gehört?
In den vergangenen 10 Jahren habe ich allerdings herausfinden dürfen, dass es 100%ig an einem selbst liegt, ob das Leben Spass macht, oder nicht.

Und so habe ich den gesamten Winter in einem Skigebiet (Jungfrau Region) in der Schweiz verbracht. Habe mir morgens überlegt, ob es hoch nach Mürren oder nach Wengen geht, bevor ich mich Mittags vor meinen Laptop setze. Fast 1000km bin ich gefahren und habe dabei so viel produktiv gearbeitet wie selten. Zwar musste ich ein paar Prioritäten ändern, um alles unter einen Hut zu bekommen, aber dafür war es coolste Winter.

Ein glückliches Leben kann so simpel sein.

Es ist nicht immer einfach, denn du wirst dich den kniffligen Fragen stellen müssen und du wirst es üben und trainieren müssen. Am Ende wird es sich lohnen.

Und du kannst das erst recht.

Ich habe meine Erkenntnisse deshalb jetzt in einen 90 minütiges Webinar gepackt, welches ich zum ersten mal am 8. Juni um 18:30 CET halten werden und wenn du als Leser des Blogs einer der ersten bist, der sich bei mir anmeldet, kannst du gratis dabei sein. Am besten hier mit dem Titel: “your happy life“.

frohe weihnachten

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, die Feiertage und die größten Erwartungen des Jahres stehen vor der Türe. Genauso, wenn nicht sogar noch mehr als im restlichen Jahr lässt sich zur Weihnachtszeit an Zurückhaltung und Konzentration aufs Wesentliche arbeiten.

Vielleicht gibt es deshalb jedes Jahr aufs Neue das grösste Konsumfest zum Abschluss. Um sich noch einmal zu Besinnen und zu Fragen: Was ist mir wirklich wichtig?

1) Vielleicht macht es Sinn, sich nicht eine ganze Reihe von Dingen zu Wünschen sondern nur eines, und dieses dann so richtig zu genießen.
2) Dasselbe gilt auch für die Erwartungshaltung zu den Festtagen. Neben den 1000 anderen Sachen, die möglichst perfekt sein sollen, was ist die EINE Sache, die Du dir für die Feiertage wünschst (EIN gutes Essen? EIN guter Rotwein? EIN gutes Gespräch? oder EIN gutes Konzert?). Was es auch sein mag. Konzentriere Dich auf eine einzige Sache.
3) Zeitgleich, steht das neue Jahr vor der Türe. Wenn es nur eine einzige Sache geben könnte, die sich kommendes Jahr ändern würde, welche sollte dies sein?

Bis dahin wünsche ich Dir bestes Gelingen für den 1. Schritt in Deine Zukunft und ganz viel Gelassenheit.

Zu Erwartungshaltungen habe ich ausserdem einen Podcast aufgenommen. Hör mal rein:

schaffe dir routinen

Ich habe Anfang diesen Jahres schon einmal einen Beitrag über das Lernen neuer Routinen geschrieben. Damals ging es um meine Versuche, in Stone Town meinen Weg nach Hause zu finden. Obwohl ich versuchte jedes Mal den selben Weg zu wählen, habe ich mich immer wieder, sobald ich mich nicht konzentriert habe, an der einen oder anderen Stelle verlaufen. Jetzt war ich wieder in Stone Town:

Nachdem ich die Fähre verlassen habe, bin ich erstmal zu meinem Lieblingscafé gelaufen. Das Stone Town Café ist eines der wenigen Orte, an dem man auf Sansibar guten Kaffee bekommt. Danach machte ich mich weiter auf den Weg zum Dalladalla Sammelplatz um weiter Richtung Kizimkazi in Südsansibar zu kommen. Dies war zufälligerweise genau derselbe Weg wie mein Heimweg Anfang des Jahres. Rate mal… ich hab mich nicht verlaufen. Mich haben zwar immer wieder Menschen angesprochen um mir „Was-auch-immer“ zu verkaufen, ich habe mich gut gelaunt auf Gespräche eingelassen und mich plötzlich an einem Ort wiedergefunden habe, ohne zu wissen, wie ich dort hingekommen bin. Das machte mir allerdings nichts, ich hatte mich hier schon so oft verlaufen, dass ich einfach weitergelaufen bin. Siehe da, ich war genau richtig.
Schon komisch, dass ich mich nicht verlief, obwohl ich garnicht wusste wo ich war. Irgendwie ist in meinem Unterbewusstsein wohl der Weg nach Hause abgespeichert. Ich bin sozusagen mit Autopilot gelaufen.
In diesem Jahr habe ich schon einiges über Routinen und Gewohnheiten (habits) gelesen und auch geschrieben. Trotzdem hat es mich umgehauen, zu sehen wie stabil solche Routinen sein können. Ich hatte ja die Routine nicht verlernt sondern einfach eine Weile nicht mehr abgerufen. Es war alles noch da und ich musste wirklich lachen, dass es mir jetzt so leicht fiel.
Es war auf der einen Seite auch schon erschreckend zu sehen, wie stark uns Routinen und Gewohnheiten beeinflussen und lenken können, das heisst ja leider auch die negativen.
Auf der anderen Seite war es auch toll zu wissen, dass ich neue Routinen lernen kann und die so fest sind, dass ich damit auch Negative in Positive verändern kann.

Allerdings braucht es eine Weile an täglicher Wiederholung, die immer auf dieselben Auslöser folgt um einen Prozess zu automatisieren. Wissenschaftler glauben, dass es von einer Woche bis hin zu einigen Monaten dauern kann um eine neue Routine zu schaffen. Bei mir hat es ca. 10 Tage gedauert um ohne höchste Konzentration den Weg nach Hause zu finden. Allerdings musste ich dabei auch kein bestehendes Verhalten überschreiben, sondern ausschliesslich ein Neues lernen.

Wenn Du auch ein automatisiertes Verhalten oder Gewohnheit hast, welches Du gerne verändern möchtest, mach Dir einen guten Plan wie Du die ungewünschte Routine ersetzt. Du kannst ja leider nicht einfach aufhören, sondern Du musst aktiv etwas Neues suchen, was Du nach einem auftretenden Trigger machst. Denn eine Routine wird immer von etwas ausgelöst/getriggert:
1. Finde den Trigger, damit Du weisst, was Dein Verhalten auslöst.
2. Wie würdest Du Dich statt der bisherigen Routine lieber verhalten? Überlege Dir ein gewünschtes Verhalten.
3. Stell sicher, dass Dein neues Verhalten wirklich erwünscht ist. Frage Dich ob das neue Verhalten Dich zukünftig glücklich und stolz macht? Wenn ohne Einschränkungen ja, dann super. Wenn auch nur die kleinste Unsicherheit vorliegt, denke nochmal drüber nach.
4. Versuche Dich in eine Situation zu bringen in der Dein Trigger auftritt und zwinge Dich dann zum neuen Verhalten. Übe das ein paar Mal um in einer nicht geplanten Situation trotzdem direkt zu wissen, was Du tun willst.
5. Falls Du einmal in dein altes Verhaltensmuster zurückfällst, mach Dir klar, dass Du gerade mit deinem Plan gescheitert bis (was nicht schlimm ist) und beginne nochmal mit Punkt 3.
6. Arbeite mindestens einige Wochen aktiv an Deiner neuen Routine.
7. Machs täglich!

Na dann viel Erfolg und vor allem Spass mit der getunten Version Deiner selbst.

zum ersten mal

Wann hast Du das letzte Mal etwas zum ersten Mal getan? An welches Erste Mal kannst Du Dich erinnern? Kennst Du noch das Gefühl der inneren Aufgeregtheit, weil Du nicht genau wusstest, was Dich erwartet? Das Gefühl wenn Du etwas zum ersten Mal schaffst? Oder etwas zum ersten Mal hinter Dir liegt? Der Stolz? Die Zufriedenheit? Das Glücksgefühl?
Das Tolle ist, das die Welt so voller Möglichkeiten ist, dass je mehr Du kannst und kennst, es auch immer mehr Dinge gibt, die Du zum ersten Mal machen kannst.
Wenn Du etwas zum ersten Mal tust, lernst Du etwas Neues. Dadurch entstehen Verknüpfungen in Deinem Gehirn, die es vorher noch nicht gab. Diese können sich auf Bestehende auswirken und plötzlich kann auch Bekanntes in einem neuen Licht erscheinen. Eventuell entdeckst Du auch Deine neue Leidenschaft.
Egal ob Du in Deinem Innersten danach strebst oder nicht, mein Rat ist es, so häufig wie möglich einmal etwas Neues zu probieren. Wenn Du alte Routinen aufbrichst, kannst Du Deine eigene Betriebsblindheit überwinden und Dich, Dein Leben und Deine Gewohnheiten einmal von aussen betrachten. Eventuell entdeckst Du Verhalten, die Du Dir gar nicht wünschst und Dir nicht darüber klar warst sie überhaupt zu haben. Dass ist nämlich das fiese an Gewohnheiten. Sie schleichen sich einfach so ein, manchmal ohne dass wir es mitbekommen.
Selbst wenn Du siehst, dass alles in Ordnung ist, ist das Schlimmste, was Dir passieren kann, dass Du Deinen Horizont erweiterst. Ich habe gemerkt, dass je weiter der Horizont eines Menschen ist, um so weniger Furcht (meistens Angst vorm Unbekannten) hat er. Mit Dingen, die wir neu lernen, die zuvor noch keinen Platz in unseren Denkmustern haben, kleben wir unserem DMN (default mode network) neue Notizzettel an den imaginären Kühlschrank. Doch dazu mehr im nächsten Beitrag von Lisa.

Da fällt mir noch ein, dass unsere Kinder fast jeden Tag etwas zum ersten Mal machen und somit gewöhnt sind täglich dazuzulernen. Die meisten Kinder fühlen sich dabei die meiste Zeit wohl. Erst wenn wir älter werden bauen wir die geistigen Mauern in unseren Köpfen auf. Also lasst uns wieder mehr Kind sein, so unbeschwert und glücklich wie lernende Kinder.

Mach’s einfach! Tu etwas zum ersten Mal!

Immer wieder!

P.s.: Falls Du jemandem die oben im Bild zu sehende Postkarte haben möchtest, schreibe mir einfach und ich sende Dir ein paar zu.

secrets of happiness

Everybody is a bit weird!

natürlich bauen

Ist es vorwärts oder  rückwärts gewandt, wenn Häuser wieder mit Jahrtausende alten Techniken gebaut werden?

simplicity of happiness podcast

Willkommen zum zweiwöchentlichen Podcast über die Einfachheit des Glücklichseins. Beispiele aus und Tipps für das Leben.

Wenn weniger mehr ist.
Jeden zweiten Mittwoch neu.
Natürlich auch auf iTunes! oder STITCHER!

schaffe arbeitsroutinen ab und lege dir neue zu

Ich habe vor ein paar Wochen ein Interview für HAPPY WORKS gegeben. Ein Unternehmen der Gastautorin Lisa welches sich auf mehr Zufriedenheit am Arbeitsplatz konzentriert und dazu Schulungen und Beratungen anbietet. Original

Florian schlägt seinen Arbeitsplatz seit fast zwei Jahren immer dort auf, wo er gerade unterwegs ist: in seinem Camper in Südfrankreich, am Strand in Marokko, in Cafés auf Sansibar oder seiner Wohnung in den Schweizer Bergen. Wie er es schafft, mit so viel Freiraum umzugehen und dabei trotzdem seine Arbeit zu erledigen, verrät er uns heute.

Lisa: Vor welchen Herausforderungen stehen die meisten von uns heute, wenn sie selbständig oder örtlich ungebunden arbeiten wollen?

Florian: Das Schwierige beim selbständig arbeiten ist, dass mir die Strukturen fehlen, die mir sagen, was ich zu tun habe. Eigentlich wünsche ich mir, dass die einschränkenden Routinen des Büroalltags wegfallen. Dann setze ich mich, ins Café, zu Hause an den Schreibtisch oder in den Wohnwagen, klappe den Computer auf und weiß nicht, wo ich anfangen soll. Denn wenn mir niemand sagt, dass ich Dokument xy in 30 Min. abgeben muss oder gleich ein dringendes Meeting ansteht, dann kann ich auch erstmal die Onlineversion der Süddeutschen auswendig lernen oder das Internet ausdrucken.

Lisa: Und was kann ich tun, um nicht das Internet auszudrucken, sondern etwas Produktives und Sinnvolles mit meiner Zeit anzufangen?

Florian: Du brauchst eine vernünftige Eigenstruktur. Da gibt es für jeden einen anderen Rhythmus und eine andere Reihenfolge.
Selbstorganisation beginnt mit einer hypothetischen Frage:
Wenn die ganze Welt in Ordnung wäre und ich mir meinen kompletten Arbeitstag alleine strukturieren könnte, wie sähe das dann aus? Willst Du das Gleiche machen, wie in Deinem regulären Job, nur von zu Hause? Oder geht es Dir darum, dass Du mehr Zeit für Projekte hast. Wenn ja, was sind das für Projekte? Welche, wo Du etwas schreibst, etwas konzipierst oder bei denen Du andere Sachen zusammen trägst, Dich mit anderen Leuten unterhältst…? Das schreibst Du Dir auf. Und dann notier Dir die Dinge, die Du abarbeiten musst, um das Ganze am Laufen zu halten. Und jetzt schaust Du, wie Du das Ganze strukturierst.
Folgende Tipps können Dir dabei helfen:
Mails nur einmal am Tag lesen & beantworten
Eine Mail muss nicht sofort beantwortet werden. Das hat sich in den letzten 5 Jahren so etabliert, dass viele Menschen ins Büro gehen und den ganzen Tag nur auf einkommende Emails zu reagieren. Mein Tipp ist, Mails entweder jeden Morgen als erstes oder noch besser jeden Tag als letztes zu erledigen. Weil oft stehen da Sachen drin, die ganz interessant sind und auf einmal sind Dinge, die Du eigentlich machen wolltest nicht mehr so wichtig. Deswegen beginne mit den Sachen, die Du Dir strategisch für den Tag vorgenommen hast. Wo Du 4 Stunden Zeit investieren möchtest. Wenn das fertig ist kommen die zwei, drei anderen Sachen und die letzten 1-2 Stunden beantwortest Du Mails. Und Du arbeitest sie ab – alle. Abarbeiten bedeutet nicht, dass Du alles, was darin von Dir gefordert wird, sofort machst, sondern Du guckst sie dir an und sagst: ja, nein, weiterleiten. Die To Do‘s trägst Du Dir sofort für die nächsten Tage in Deinen Kalender ein und informierst ggf. kurz den Absender. Dann wissen die anderen, dass Du das auf dem Schirm hast. Damit beendest Du Deinen Arbeitstag – To Do’s in den Kalender eintragen.
Ein gut geführter Kalender
Dafür ist ein online verfügbarer Kalender wichtig, in dem Du Dir die ganze Woche strukturierst. Ich schreibe mir da auch die freien Zeiten rein z.B. Zeit für Eventualitäten oder Zeit für mich, denn auf diese Weise kommt mir weniger dazwischen.
Eine To Do Liste für das gesamte Leben
Neben dem Kalender hilft eine To Do Liste beim Strukturieren der Arbeit. Hier macht es Sinn, eine einzige Liste zu führen. Da ist alles aufgeschrieben. Egal, ob das privat oder Business ist. Denn Du hast ja nur ein Leben und bist immer die gleiche Person. Du sitzt vielleicht gerade an Deinem Jobprojekt aber abends kommen Freunde zum Essen vorbei und Du musst noch einkaufen. Das hast Du logischerweise alles in Deinem einen Kopf. Deswegen empfehle ich eine Liste, die Du dann priorisierst.
Dafür benutze ich z.B. das Churchill System und teil alle meine To Do‘s auf in:
Wichtig und dringend
Wichtig und nicht dringend
Dringend und nicht wichtig
Nicht wichtig und nicht dringend
Uns dann gehst Du Deine Aufgaben in der Liste durch: Was habe ich alles mit 1er, möglichst keine und was sind die 2er…und die Sachen schreibe Dir dann für die nächsten Tage in den Kalender. Und eine 4 wird eigentlich nie bearbeitet. Sie steht nur als Erinnerung auf der Liste und tendiert dazu, irgendwann so unwichtig zu werden, dass sie eigentlich von der Liste verschwindet.
Was ich interessant finde: Etwas, das dringend ist aber nicht wichtig, ist in meiner Priorisierung weiter unten als etwas, das wichtig ist und nicht dringend. Viele Leute tendieren dazu, Sachen zu machen, die dringend sind. Aber oft ist es gar nicht wichtig. Wenn diese Sachen gemacht werden, dann jetzt. Aber was passiert denn, wenn ich es einfach gar nicht mache? Wenn das auch nicht so schlimm ist, dann mach lieber etwas, was wichtig ist. Bevor es wichtig und dringend wird, denn dann verursacht es Stress.
Es ist sehr schwierig, das alles so durchzuhalten. Denn die meisten Menschen funktionieren nicht nach dem Prinzip: Oh, was mach ich denn heute? Ich schaue mal in die To Do Liste…Sondern sie wissen, sie haben eine Liste und schauen da sehr selten rein.

Lisa: Hier kommt dann wohl die Routine ins Spiel?

Florian: Ja, genau.
Bestimme Deine Zeiteinteilung selber und halte Dich daran
Das erreichst Du, indem Du Dir Routinen antrainierst und zu bestimmten Uhrzeiten denselben Ablauf hast. Finde selber raus, was das Beste für Dich ist. Eine Möglichkeit wäre: egal, was am Tag davor gewesen ist. Ich stehe jeden Morgen um 8.00 Uhr auf, setze mich 20 Minuten an meinen Computer und schaue in meinen Kalender und meine To Do Liste: Was steht wann an? Und welche Sachen sind mir noch eingefallen, die gemacht werden müssen? Das ist der erste wichtige Punkt: Dir morgens vergegenwärtigen, was Du Dir vorgenommen hast.

Lisa: Das finde ich interessant. Du willst aus einer Routine ausbrechen im Büro, um Dir dann eine eigene, neue Routine zu schaffen?

Florian: Immer wieder aktiv eine Entscheidung zu treffen erfordert Kraft und Zeit. Routinen helfen, Energie zu sparen. Und das Tolle ist: wenn Du Dir die Routinen selber aufbaust kannst Du schauen, wieviel Routine macht Dir die Arbeit noch leichter und ab welchem Punkt fängt es wieder an, Dich einzuzwängen.
Wichtig ist, dass Du Dir Deine eigenen Routinen schaffst und nicht die von der Gesellschaft oder Deinem Arbeitgeber einfach übernimmst.
Und das Abarbeiten schaffst Du, indem Du Ablenkungen abschaltest. Mails aus. Vor allem Handymailfunktion. Schalt Dir für die Arbeitszeit den Flugmodus ein. Es kann auch helfen, offline zu arbeiten. „Hach, ich wollte doch noch gucken, wie…“ der Gedanke kommt Dir und Du schreibst es in deine To Do-Liste. Und arbeitest weiter. Dann ist Dein Kopf wieder frei und Du kannst ohne Ablenkung an dem arbeiten, was Du Dir vorgenommen hast.

Florian bietet in regelmäßigen Abständen sein Webinar „Büroloses Büro“ an, in dem er darüber spricht, welche technischen Gadgets dabei helfen, selbständig und ortsunabhängig zu arbeiten.

kopf frei in der wüste

Ich habe vor einiger Zeit einen Artikel über Tipps für mehr Glück im Alltag auf sevenscoops.de geschrieben den ich heute auch hier veröffentliche:

Kopf frei in der Wüste

Kennst Du das Gefühl, wenn Dir alles zu viel wird? Wenn so viele Sachen auf Deinem inneren Schreibtisch liegen, dass Du gar nicht weisst womit Du morgens beginnen sollst?

In einem solchen Moment hilft es manchmal komplett abzuschalten und sämtliche Routinen hinter sich zu lassen. Ich selber kenne diese Situationen und viele meiner Kunden und Teilnehmer ebenfalls. Nachdem ich einmal eine Woche zu Fuß und alleine in der marokkanischen Sahara unterwegs war, gehe ich nun einmal im Jahr mit Teilnehmern im Rahmen eines Coachingseminars für eine Woche zu Fuß durch die Wüste. Im letzten Ort des Draa Tals bevor der Fluss Draa im staubigen Sand versickert begann meine und beginnt unsere Reise.

Ich hatte damals alles, was ich glaubte zum überleben zu brauchen, bei mir im Rucksack.

Genug zu Essen, etwas zum Schlafen und Wasser für zwei Tage. Das sollte doch reichen um den nächsten Brunnen zu erreichen. Alles was ich zu tun hatte, war mich fortzubewegen. Irgendwie und irgendwann…

Ich muss heute nirgendwo ankommen. Ich muss nur aufstehen, etwas essen und trinken. Sehr viel trinken und zusehen, dass ich vor 12 Uhr einen schattenspendenden Baum zum Rasten finden. Denn mittags wird die Hitze zu meinem größten Problem. Mein Tag besteht daraus aufzustehen, bis zum Mittag zu laufen, eine drei bis vierstündige Mittagspause zu halten, danach bis zum Sonnenuntergang zu laufen und am folgenden Tag das Gleiche zu tun.

Während ich laufe verändert sich die Landschaft nur schleichend langsam. Ich weiss, erst wenn ich meinen jetzigen Horizont erreicht habe, werde ich etwas neues sehen. Also mache ich mich auf den Weg. Einen Fuß vor den anderen. Mit 35kg Gepäck (ich trinke ca 7-8 Liter am Tag), bei 45°C im Schatten und auf steinigem Untergrund erfordert jeder Schritt Konzentration. Der Blick in die Landschaft ist grandios und wirkt unendlich. Ausser mir ist niemand hier. Gedanklich Probleme zu wälzen geht nicht. Zu sehr bin ich beschäftigt meinen Mittagsbaum zu erreichen. Da es ausserdem meine größte Sorge ist, den nächsten Brunnen zu finden, treten die bisherigen Probleme auf einmal in den Hintergrund.

Wenn sich meine Gedanken doch einmal aus dem Hier und Jetzt wegbewegen und ich ins Grübeln gerate, wirken meine alltäglichen Probleme nebensächlich. Über so vieles habe ich mir Sorgen gemacht. Im Vorfeld meiner Reise wie auch über mein alltägliches Leben. Ich stelle fest: was ich normalerweise als Problem betrachte, ist von hier aus gesehen maximal ein Luxusproblem.

Alles was wirklich wichtig ist im Leben scheine ich bisher so nebenher abgehandelt und als Selbstverständlichkeit betrachtet zu haben. Vielleicht habe ich mir auch nur so viele Sorgen gemacht, weil ich keine echten Probleme hatte?

Es ist schon interessant wie sich mein Geist und meine Gedanken entwickeln, wenn es keine neuen Reize gibt, mit denen sie sich befassen können. Ich werde immer ruhiger und bin immer mehr bei mir selbst. Ich weiss was ich will und merke was mir wichtig ist. Es ist ein gutes Gefühl mit mir selbst im Reinen zu sein.

Als ich Abends meinen Schlafsack in die Dünen lege, fällt mir auf, dass ich dies wie selbstverständlich tue. Dabei hatte ich alleine, draussen und im Dunkeln Angst. Irgendwie habe die Angst verloren. Vielleicht weil sie unbegründet war und lediglich ein Hirngespinst war, so wie viele meiner anderen Sorgen auch.

Seitdem ich von meiner ersten Saharareise zurückgekehrt bin, versuche ich vielen meiner Alltagsproblemen mit Gelassenheit zu begegnen. Ich setze mir Ziele und arbeite dafür, doch Rückschläge betrachte ich nicht mehr als Scheitern sondern als Feedback es auf einem anderen Wege zu versuchen. Durch weniger Frustration habe ich mehr Kraft, mich das einzusetzen, was mir wirklich wichtig ist.

Und es geht mir dabei gut.

5 Tipps, wie auch Du mehr Glück in Deinem Alltag erleben kannst:

  1. Lebe JETZT. Denk manchmal an die Vergangenheit und lerne aus ihr. Gräme und ärger Dich nicht, lebe JETZT. Denk manchmal an die Zukunft, damit Du weisst wofür Du etwas tust und zerbrich Dir jetzt nicht den Kopf über: Was wäre wenn. Lebe JETZT!
  2. Wären Deine Probleme für einen Menschen der ums Überleben kämpft ebenfalls Probleme? Wenn nicht, dann sind es keine Probleme sondern Randnotizen des Lebens. Nimm sie nicht so ernst. Zeige GELASSENHEIT.
  3. Tust Du was Du Dir wünscht, oder was andere und die Gesellschaft von Dir erwarten? Finde heraus was Dir wichtig ist. Lebe DEIN EIGENES LEBEN!
  4. Weiss Du nicht was Du willst? Gehe mit so wenig Geld und Komfort wie möglich auf Reisen. Lebe simpel ohne Ablenkung oder Rauschmittel. Betrachte Dein Leben nüchtern und von aussen! Was ist Dir WIRKLICH WICHTIG?
  5. Hast Du Angst davor? Meistens ist die Angst vor etwas, viel schlimmer als die Sache selbst vor der Du Angst hast. STELLE DICH DEINER ANGST!

Und beginne wieder mit Punkt 1!

lehren aus stonetown

2013 hatte ich die Idee, dass es mir gut tun würde, einmal eine Weile weit weg zu arbeiten. Ich war es satt jeden Tag dasselbe zu sehen. Für meine Arbeit, bei der ich mit Menschen in ganz Europa kommuniziere, ausgerechnet in einen ganz bestimmten Raum in Berlin (mein Büro) zu gehen, demotivierte mich insbesonders. Auch meine Gesprächspartner konnten ja schließlich irgendwo anders sein. Ich erreichte den Punkt, dass ich meine Arbeit nur noch für das Geld und nicht mehr für mich selbst machte.

Dabei habe ich damals, genauso wie auch heute noch, stets nach einem tieferen Sinn gesucht. Mit dem was ich tue, möchte ich etwas Besonderes tun. Ich hatte mir deshalb vergangenen Winter vorgenommen mir einen Traum zu erfüllen. Ich wollte eine Weile von einem der bezauberndsten Orte der Welt arbeiten: Sansibar.
Das ist nämlich genau der Punkt. Ich arbeite gerne. Ich möchte nur nicht das Gefühl haben, mein Leben zu verpassen, während ich arbeite. Ich glaube, dass ich mich immer wieder auf meine innere Motivation berufen muss, um mit dem, was ich tue, wirklich gut zu sein und potentiell auch einen Unterschied zu machen.
Ausserdem habe ich mir gedacht, dass mir ein externer Blick auf meinen Arbeitsalltag sicherlich hilft, um zu entdecken, was mir wirklich Spaß macht und was nicht. Nach einer dreiwöchigen Reise durch den Norden Tansanias, bin ich am 25. Dezember mit der Fähre zurück nach Sansibar um in Stonetown (Sansibar City) den folgenden Monat zu verbringen und von dort zu arbeiten. Dort wollte ich sein. Ich hatte ausreichend Zeit und keine Verpflichtungen, doch es viel mir so schwer mit meiner Arbeit zu beginnen. Was mache ich denn als erstes, wenn es eigentlich alles sein könnte und nur an meiner Priorisierung liegt, was gerade jetzt am wichtigsten ist.
Ausserdem konnte ich den Tag nicht einfach mit einer üblichen Routine beginnen und mich langsam einarbeiten. Wie ich schnell herausfand, ist Stonetown zwar faszinierend, bietet aber gleichzeitig quasi keinen Raum, wo ich ungestört und komfortabel arbeiten konnte. Ich hatte mir ein recht kleines Zimmer gemietet und dort gab es nicht wirklich Fenster mit Aussicht. Die Fenster, die es gab, waren klein, hatten Gitter davor und waren mit Moskitonetzen bespannt. Zum hindurchsehen eignete sich das nicht. Allerdings wäre auch das überschätzt gewesen, denn ungefähr 1,5 Meter entfernt steht auf der „anderen Strassenseite“ das Nachbarhaus. Nicht gerade ein inspirierender Blick.
Wollte ich drinnen arbeiten, musste ich die Neonröhren anschalten, weil es sonst zu dunkel war. Neonlicht trug bei mir allerdings auch nicht zum unmittelbaren Wohlfühlerlebnis bei. Neben meinen Laptop lag stets ein Handtuch. Ich habe nämlich beim Tippen so geschwitzt, dass meine Arme irgendwann anfingen wild auf dem Tisch hin und her zu rutschen.
Ich wollte draussen sein, ich wollte draussen arbeiten. Ich hatte einen Laptop mit ausreichend Batterie, ich hatte einen Internet Stick und eine lokale UMTS Karte um sogar online arbeiten zu können. Doch so funktioniert das Arbeiten in Afrika halt nicht… einfach so mit dem Computer in irgendeinen Park oder am Strand arbeiten. Erstens gab es keine Parks, zweitens gab es keinen Strand mit Schatten. Drittens: falls ich doch einmal einen öffentlichen Platz gefunden hatte, an dem ich dachte, es wäre doch toll einmal eine Weile an diesem zu arbeiten, versammelten sich direkt mehrere Personen, die mich entweder in ein Gespräch verwickeln wollten oder sich quasi auf meinen Schoß legten um besser auf den Bildschirm schauen zu können.
Mir war schnell klar, dass ich irgendwo, irgendwie anders arbeiten musste. Dachterrassen, obwohl es davon eigentlich genug hätte geben können, sind auf Sansibar (eigentlich in ganz Afrika) nicht wirklich verbreitet. Vielleicht zieht es einen ja nicht mehr so in die Sonne, wenn diese das ganze Jahr scheint.
Also für mich hieß das, dass die Dachterrasse auch ausfällt. Ich habe deshalb ein Café nach dem anderen ausprobiert und bin viel zu Fuß unterwegs gewesen um neue Plätze kennen zu lernen. Wie du dir vielleicht vorstellen kannst, hat mich das in den ersten Tagen ziemlich frustriert. Das hatte ich mir so nicht vorgestellt. Jeden Morgen musste ich mir als erstes Gedanken darüber machen, wo ich denn wohl hingehe, um ein wenig in Ruhe zu arbeiten und endete meist unschlüssig durch Stonetown schlendernd. Dabei habe ich mich dann auch noch jedes Mal hoffnungslos verlaufen. Ich bin dann so lange in dieselbe Richtung gelaufen (oder habe das zumindest versucht) bis ich entweder einen Punkt erreicht hatte, den ich bereits kannte oder das Ende Stonetowns. Dann konnte ich einfach so lange aussen herum laufen, bis ich die dem Wasser zugewandte Seite erreicht hatte oder/und wieder wusste wo ich war. Es ist schon lustig, wie sehr mein Gehirn damit beschäftigt war, sich endlich meinen Heimweg merken zu können. Ich war vollständig damit ausgelastet, die Umgebung im Auge zu behalten und mir Dinge zu merken, an denen ich mich orientieren konnte, damit sich neue Routinen einprägen und meine Spaziergänge wieder einfacher werden würden. Unser Gehirn versucht die ganze Zeit zu vereinfachen und möglichst viele Alltagssituationen im Autopiloten zu speichern. Das erleichtert viel, kann uns allerdings auch einschränken, wenn wir uns der Automatismen nicht bewusst sind.
Langsam lernte ich wann es wo schön ist, wie ich dorthin und auch wieder wegkomme. Ich wusste,  wo es Kaffee gab, auch wo es leckeren Kaffee gab, wo ich eine Weile sitzen bleiben konnte und wo ich schön den Sonnenuntergang genießen konnte und dabei noch den einen oder anderen Artikel zu Ende schreiben konnte. Meine Tage wurden entspannter und meine Konzentration konnte sich mehr und mehr meinen Arbeitsthemen widmen.
Als ich nach Sansibar kam, wollte ich unbedingt meine Routinen loswerden. Ich dachte, dass diese mich am glücklich Arbeiten hindern. Doch als sich dann alle Routinen in Luft aufgelöst hatten, wurde ich plötzlich unsicher. Es war auf einmal nicht mehr sicher, wo ich schlafe, ob ich schlafe (Stromausfall/Ventilator), ob ich frühstücke und was, was ich ansonsten esse, wo und ob ich Internetempfang habe, ob ich nach dem Laufen duschen kann oder es wieder kein Wasser gibt…
Dann fing ich bzw. mein Unterbewusstsein langsam an wieder neue Routinen aufzubauen und als ich schließlich wieder richtig im Flow war, flog ich zurück.
Wenn ich jetzt auf diese Zeit zurückblicke, realisiere ich, dass dies das Beste war, was ich diesen Winter hätte machen können. Denn viele der Sansibarroutinen sind ja nicht aus versehen entstanden, sondern weil sie mir dabei halfen, genau das zu tun was ich mir wünschte. Ich habe eine klarere Vorstellung davon gewonnen, wie ich arbeiten möchte und was ich tun möchte. Einige der neuen Routinen sind mir so klar, dass ich diese mitgenommen habe und an neuen Orten ebenfalls schnell etablieren kann. Ich arbeite so viel effizienter als jemals zu vor und es geht mir dabei so gut wie selten.

In Stonetown habe ich gelernt:

  • Ich hasse Routinen
  • Ich brauche Routinen
  • Ich könnte immer über etwas meckern
  • Es ist meine eigene Entscheidung ob ich das Positive sehe oder nicht
  • Nichts ist perfekt
  • Alles ist perfekt für den Moment
  • Wenn ich weiss was ich will, kann ich es schaffen
  • Vergiss Deine Erwartungshaltung und lebe JETZT

Was ein bemerkenswertes Leben bemerkenswert macht, sind nicht welche Chancen sich Dir bieten, sondern was Du aus diesen Chancen machst!

Falls es dich auch interessiert ohne Büro zu arbeiten habe ich alle meine Erfahrungen aus Stonetown in diesem Webinar zusammengefasst.

was unser gehirn tut wenn wir nichts tun

Ich freue mich über einen erneuten und wunderbaren Gastbeitrag von Lisa. Sie liefert dieses mal unwissentlich die Begründung warum meine Segel- und Saharareisen so einen starken Eindruck hinterlassen:

Manchmal passiert mir das: jemand fragt mich „Woran denkst Du gerade?“ Dann werde ich abrupt aus meinen Gedanken gerissen, die gerade abgeschweift sind. Und kämpfe mich auf der Suche nach einer passenden Antwort durch das Chaos in meinem Kopf. Versuche für einen Moment Ordnung zu schaffen. Und sage – weil ich keine passenden Worte finde- „Ach, an gar nichts.“ Und weiß, dass das nicht stimmt.

Weil unser Gehirn niemals still steht.
Verblüffenderweise habe ich die Beobachtung gemacht, dass meine Gedankenwelt besonders bunt wird und meine Ideen besonders kreativ, wenn ich gerade nichts Produktives tue. Sich fast ein bisschen Langeweile einschleicht…
So wie zuletzt in Melbourne. Weit weg von meinen Routinen und meinem sozialen Netz hatte ich viel Zeit für mich und mein Gehirn plötzlich ungeahnte Kapazitäten. Sehr oft bin ich ziellos durch die Straßen geschlendert und in meinem Kopf gab es plötzlich ein Feuerwerk – mit Erinnerungen an meine früheste Kindheit; dem Geschmack von längst gegessenen Gerichten; Dialogen, die nie gesprochen wurden; Personen, die ich lange nicht getroffen hatte…wie ein Theaterstück in dem Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammen laufen, mit unzähligen Darstellern und unendlich vielen Handlungssträngen. Zu komplex für die Abbildung in der Wirklichkeit – Tagträume…
Die Hirnforschung sagt, dass in solchen Momenten, in denen wir zur Ruhe kommen das sogenannte Default Mode Network (DMN, dt. Leerlauf Netzwerk) aktiv wird. Und dieses kennt keine effiziente Antwort auf äußere Reize, sondern ist spezialisiert auf eine nach Innen gerichtete Verarbeitung von Erlebnissen und Erfahrungen. Damit ist das DMN ein wichtiger Teil unserer Selbstwerdung. In einem ständigen Monolog erzählen wir uns unsere eigene Geschichte immer wieder neu. Es ist als ob das DMN in unserem Unterbewusstsein einen riesigen Berg aus Notizzetteln abarbeitet, die jeden Tag durch unser Erleben entstehen. Und dann wird zugeordnet, strukturiert, bewertet, umgedeutet. Und schafft damit die Voraussetzung für reflektierte Entscheidungen.
Und so kommt es, dass gerade dann, wenn wir unserem Gehirn Freiraum lassen kreative Ideen und komplexe Problemlösungen entstehen können; so wie unter der Dusche, beim Joggen oder an die Decke starren.
Doch in unserer modernen Welt fordern Reizüberflutung und die enge zeitliche Taktung unser Gehirn fast kontinuierlich heraus. Und lassen dem Abschweifen der Gedanken wenig Raum. Durch meine Erfahrungen in Melbourne habe ich gelernt Leerlauf in meinem Alltag zuzulassen. Weil ich mehr im Einklang mit mir selbst und meinem Leben bin, wenn ich meinen Geist regelmäßig auf Wanderschaft schicke. Aristoteles wäre stolz, denn damals, in der Antike, war die Muße das höchste Gut.

routinen wollen gepflegt werden

In den letzten Wochen habe ich leider die eine und andere Krankheit mitgenommen und dadurch festgestellt, dass gewisse Routinen, die ich geglaubt habe mir antrainiert zu haben, doch nicht so tief sitzen wie gewünscht: zum Beispiel das regelmäßige Blogbeiträge schreiben.

Ich versuche ja bei mir selber immer wieder Gewohnheiten zu entlarven um diese dann zu ändern. Meiner Überzeugung nach schränken mich Routinen, Gewohnheiten und Glaubenssätze in meiner freien Entscheidungsfindung ein. Auf der anderen Seite erleichtern Routinen mir das Leben auch an vielen Stellen. Es hilft mir, wenn ich mir nicht überlegen muss, wann ich was und wie lange ich schreibe, sondern dafür eine gewisse Routine habe.

Leider verlerne ich solche „positiven“ Routinen immer wieder im Handumdrehen. Andererseits führt mir dies vor Augen, dass auch „negative“ Routinen jederzeit verlernt und geändert werden können.

Legen wir los!

Was machst Du das Dich schon länger stört? Versuche Dich darauf zu konzentrieren, was Dein (unerwünschtes) Verhalten auslöst. Denke ganz konkret an eine bestimmte Situation in der Du Dich so verhältst. Was ist der Auslöser?
Wie würdest Du Dich gerne stattdessen verhalten?
Hast Du Dich schon einmal so Verhalten? Kannst Du dieses Verhalten also aus einer anderen Situation übertragen? Wenn nicht, dann übe Dein gewünschtes Verhalten „trocken“. Dann hast Du einen Ablauf, den Du beim nächsten Auslöser abrufen kannst.
In beiden Fällen kannst Du Dir ganz konkret eine andere Situation vor Augen führen und Dich an dieser orientieren.
Ganz wichtig. Wenn Du es geschafft hast, Dich „neu“ zu verhalten, belohne Dich. Trink einen leckeren Kaffee oder geh eine Runde spazieren. Was auch immer Dich belohnt.

Schaffst Du dieses Schema mindestens zwei Wochen lang durchzuhalten, steigen die Chancen, dass Du einen neuen Verhaltensablauf (ein Routine) etabliert hast.

Viel Spaß dabei.

officeless office

Juhuu, ich war wieder einmal bei guerrillafm zu Besuch:
Ich spreche dieses mal mit Tony über mein Büro das“officeless office“.

http://guerrillafm.de/gfm-folge-293-tony-on-tour-mit-florian-hornig-officeless-office/

treffn-blog: Produktivitätstip #7

Bereits am 25. Juli ist ein kurzer Beitrag von mir, den ich hier noch einmal poste, als Produktivitätstip auf treffn.com veröffentlicht worden:

Wenn ich zurück blicke, habe ich die meiste Zeit in meinem Berufsleben mit Dingen vergeudet, auf die ich sowieso keine Lust hatte, aber dachte ich müsste sie tun.

Mein Tipp:
Finde und fördere Deine Talente! Beschäftige Dich damit was Dir liegt und was Du wirklich willst. Konzentriere Dich dann auf diese Tätigkeiten. Es macht Spaß und geht gut von der Hand. Ausserdem wirst Du darin immer besser. So wirst Du exzellent in dem was Du tust.

Entweder bist Du jetzt so schnell und gut gelaunt, dass Du auch andere Arbeiten noch schnell erledigst oder Du sourcst diese out oder delegierst diese, während Du Dich auf Deine Kernkompetenz konzentrierst.
Denn Andere haben andere Talente und Fähigkeiten und machen genau diese Dinge gerne.
Um das zu sehen musst Du Dich allerdings erst einmal selber kennen.

Florian Hornig, Glücklichtrainer und Autor von simplicity-of-happiness.com

Falls Dich andere andere Produktivitätstips von treffn interessieren:

    1. Mein Produktivitätstipp #8 – Marcel Werner (Juli 29, 2014)
    2. Mein Produktivitätstipp #7 – Florian Hornig (Juli 25, 2014)
    3. Mein Produktivitätstipp #6 – Oliver Kempkens (Juli 21, 2014)
    4. Mein Produktivitätstipp #5 – Sören Bendig (Juli 16, 2014)
    5. Mein Produktivitätstipp #4 – Tobias Schwarz (Juli 14, 2014)
    6. Mein Produktivitätstipp #3 – Bernd Geropp (Juli 10, 2014)
    7. Mein Produktivitätstipp #2 – Florian Schumacher (Juli 7, 2014)
    8. Mein Produktivitätstipp #1 – Dr. Stefanie Beckmann (Juli 4, 2014)

treffn is a startup founded by Michael Bona who is a serial entrepreneur. Prior to treffn he co-founded, managed and exited two companies. He has more than 10 years experience in developing smart software. His product geocubes won a German design award in 2010. He is also loving husband and father of two boys. Get in touch with him on Twitter @michbona or Google +

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