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die wüste hat mich voll erwischt

 

Ich liebe diese Geschichte eines Teilnehmers der Sahara Experience des letzen Jahres. Falls Du auch deine Grenzen kennen lernen und deinen Horizont erweitern möchtest, sag mir Bescheid.

Jeder kennt wohl den Ausspruch „schick Ihn in die Wüste“. Woher das wohl kommt?
Als ich meiner Familie und Freunden sagte, dass ich in die Wüste gehe, bekam ich zuhören: „Wie, gehen?“, „Warum sowas Sinnloses?“, „Das ist doch total gefährlich!“. Als ich dann noch erzählte, dass ich wegen der Arbeit in die Wüste gehe, erntete ich nur noch mitleidige Blicke. Für das, was mir MEIN TRIP durch die Wüste gebracht hat, hätte ich zum damaligen Zeitpunkt schon anfangen können zu feiern.
Ich bin nicht als besserer Mensch wiedergekommen, auch nicht mit einem besseren Sitzfleisch, bin auch kein radikaler Moslem geworden. Eigentlich bin ich ich geblieben.
Das mit dem Sitzfleisch lässt sich schnell erklären: Ich habe zweieinhalb  Tage auf einem Dromedar verbracht. Es macht, glaube ich, keinen Unterschied, ob man in einer kleinen Jolle bei Sturm über die Nordsee fährt oder auf so einem Tier völlig entkräftet nach Hause will. Es schaukelt wie Sau.
Ich habe einen Job, in dem ein Projekt nach dem nächsten kommt und die Ruhephasen am Wochenende nicht mehr ausgereicht haben. Ich hing mit dem Kopf noch im letzten Projekt, da musste ich das nächste schon vorbereiten. Nichts Ungewöhnliches heutzutage. Ich mache diesen Job auch schon ein paar Jahre. Habe die Firma gewechselt. Nichts Aufregendes, aber trotzdem hat es sich so verdammt falsch angefühlt. Ich hatte das Gefühl, ich werde nicht glücklich, und mit meinem Chef klappt das auch nicht.
Der Wüstentrip, wenn ich mich nur mal auf dieses Thema beschränke, war für mich die Möglichkeit alle Gedanken, die mir durch den Kopf rauschen, kommen und gehen zulassen. Sie zu Ende zu denken und akzeptieren zu lernen. Das habe ich auch geschafft.
Ich hatte gedacht, ich brauche dafür die vollen fünf Tage und habe keine ZEIT, die anderen Teilnehmer kennenzulernen.
Nach zwei Tagen Denken war ich mit meinen Themen durch- dann hat hat mich allerdings die Hitze so in die Knie gezwungen, daß ich dann zweieinhalb Tage schaukelnd auf dem Dromedar sitzend eine neue Dimension der Wüste kennen lernen durfte. Damit hätte ich nicht gerechnet. Nachteil: Ich war wieder von der Gruppe getrennt.
Man kann sagen, die Wüste hat mich voll erwischt. Nicht nur dass es dort zu heiss für mich ist. Als ich wieder zuhause war, habe ich gemerkt, wie dieser kleine Fleck der Erde mich bereichert und inspiriert hat.
Es gäbe soviel zu erzählen von Vielfalt, Erfahrungen mit der Natur und seinem eigenen Körper, mit Menschen, die einfach aus den Tiefen der Wüste auftauchen und dorthin auch wieder verschwinden, über Gewohnheiten, die wichtig sind, über Kommunikation und …
Das alles wird in einer wunderbaren, persönlichen und professionellen Art von Florian begleitet!

Jan R.

Sahara Referenzen I.

Nichts sagt soviel aus, wie die Meinung derjenigen, die dabei gewesen sind. Ich freue mich sehr über tolle Rückmeldungen, die ich zu den verschiedenen Reisen in Sahara bekommen habe. Vielleicht ist es ja am 05.April 2016 auch etwas für Dich?

„Die Saharatour mit Florian war eine fantastische Reise in eine wunderbare Welt. Die Lokalisation, für mich komplett neu, bezogen auf Landschaft, Kultur, temperatur-bedingte Herausforderungen und alltäglichen Kontakt mit Nomaden, die uns durch die Wüste führten waren die perfekte Grundlage dafür, aus dem Alltag auszubrechen und eingefahrene Verhaltensweisen und Gewohnheiten zu hinterfragen und überdenken. Die täglichen 1-2 Stündchen locker gestalteten „workshops“ mit Florian mit wechselnden Themen über zwischenmenschliche Kommunikation und Erwartungshaltung im tagtäglichen Umgang mit Mitmenschen, nur als Beispiel zu nennen, gaben Denkanstöße für den täglichen Gebrauch. Der Rahmen der Tour gibt jedem Einzelnen den Freiraum, mit sich selbst zu sein oder in Gesprächen mit den Mitreisenden zu diskutieren. Die wunderbare und sehr zurückhaltend-freundliche Begleitung der beiden Nomaden, die ganz nebenbei aus den einfachsten Zutaten die köstlichsten Gerichte zauberten, gab einen unbezahlbaren Einblick in die Lebensweisheiten, Braeuche und Einstellungen zum Leben dieser sehr zufriedenen Menschen, die den Minimalismus in Einklang mit der Natur leben. Eine unbezahlbare Erfahrung in jeder Hinsicht bei dem jeder in der einen oder anderen Art an seine Grenzen stößt und somit ein bisschen wächst mit dem Setzen neuer individueller Grenzen.“
Claudia Z.

Im April in die Wüste

Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen und die Pläne für das kommende Jahr stehen langsam fest. So auch die 2016er Sahara Experience. Bereits das fünfte Mal geht es für mich nach M’Hamid Al Ghizlane, die Oase am Ende der Welt und zum vierten Mal nehme ich Gäste mit.

Ich möchte gerne meine „Reise zu mir selbst“ mit Dir teilen. Denn mehr als tausend Worte sagt eine Reise in die Wüste selbst. Die Größe, die Weite, die Kargheit, die Einfachheit ermöglicht einen unverstellten Blick auf sich selbst.
Wenn einen nichts mehr ablenken kann, dann gibt es die Möglichkeit in sich selbst hinein zu hören. Bereits die Vorbereitungszeit schärft den Fokus auf das Wesentliche im Leben. Wir werden um die 20km pro Tag zu Fuß unterwegs sein. Die Kamele, die uns begleiten, tragen unsere Vorräte und dienen als Transportmöglichkeit für den, den die Kräfte verlassen. Insofern empfehle ich nur mitzunehmen was Du wirklich benötigst.
Wir werden wieder rund um Neumond unterwegs sein. Das heisst, ein afrikanischer Sternenhimmel in pechschwarzer Nacht wird uns erwarten.

Los geht es in Berlin am 05.04.2015 bis zum 12.04.2015.
Der Preis liegt bei 999,- inkl. Flug ab Berlin.
Weiter Informationen findest Du hier!

Die besinnliche Jahreszeit und die Wünsche fürs neue Jahr stehen bevor. Eine Reise in die Wüste kann Dir helfen fokussiert zu bleiben und sie umzusetzen.

Falls Du dabei sein möchtest, melde Dich bei mir:

kopf frei in der wüste

Ich habe vor einiger Zeit einen Artikel über Tipps für mehr Glück im Alltag auf sevenscoops.de geschrieben den ich heute auch hier veröffentliche:

Kopf frei in der Wüste

Kennst Du das Gefühl, wenn Dir alles zu viel wird? Wenn so viele Sachen auf Deinem inneren Schreibtisch liegen, dass Du gar nicht weisst womit Du morgens beginnen sollst?

In einem solchen Moment hilft es manchmal komplett abzuschalten und sämtliche Routinen hinter sich zu lassen. Ich selber kenne diese Situationen und viele meiner Kunden und Teilnehmer ebenfalls. Nachdem ich einmal eine Woche zu Fuß und alleine in der marokkanischen Sahara unterwegs war, gehe ich nun einmal im Jahr mit Teilnehmern im Rahmen eines Coachingseminars für eine Woche zu Fuß durch die Wüste. Im letzten Ort des Draa Tals bevor der Fluss Draa im staubigen Sand versickert begann meine und beginnt unsere Reise.

Ich hatte damals alles, was ich glaubte zum überleben zu brauchen, bei mir im Rucksack.

Genug zu Essen, etwas zum Schlafen und Wasser für zwei Tage. Das sollte doch reichen um den nächsten Brunnen zu erreichen. Alles was ich zu tun hatte, war mich fortzubewegen. Irgendwie und irgendwann…

Ich muss heute nirgendwo ankommen. Ich muss nur aufstehen, etwas essen und trinken. Sehr viel trinken und zusehen, dass ich vor 12 Uhr einen schattenspendenden Baum zum Rasten finden. Denn mittags wird die Hitze zu meinem größten Problem. Mein Tag besteht daraus aufzustehen, bis zum Mittag zu laufen, eine drei bis vierstündige Mittagspause zu halten, danach bis zum Sonnenuntergang zu laufen und am folgenden Tag das Gleiche zu tun.

Während ich laufe verändert sich die Landschaft nur schleichend langsam. Ich weiss, erst wenn ich meinen jetzigen Horizont erreicht habe, werde ich etwas neues sehen. Also mache ich mich auf den Weg. Einen Fuß vor den anderen. Mit 35kg Gepäck (ich trinke ca 7-8 Liter am Tag), bei 45°C im Schatten und auf steinigem Untergrund erfordert jeder Schritt Konzentration. Der Blick in die Landschaft ist grandios und wirkt unendlich. Ausser mir ist niemand hier. Gedanklich Probleme zu wälzen geht nicht. Zu sehr bin ich beschäftigt meinen Mittagsbaum zu erreichen. Da es ausserdem meine größte Sorge ist, den nächsten Brunnen zu finden, treten die bisherigen Probleme auf einmal in den Hintergrund.

Wenn sich meine Gedanken doch einmal aus dem Hier und Jetzt wegbewegen und ich ins Grübeln gerate, wirken meine alltäglichen Probleme nebensächlich. Über so vieles habe ich mir Sorgen gemacht. Im Vorfeld meiner Reise wie auch über mein alltägliches Leben. Ich stelle fest: was ich normalerweise als Problem betrachte, ist von hier aus gesehen maximal ein Luxusproblem.

Alles was wirklich wichtig ist im Leben scheine ich bisher so nebenher abgehandelt und als Selbstverständlichkeit betrachtet zu haben. Vielleicht habe ich mir auch nur so viele Sorgen gemacht, weil ich keine echten Probleme hatte?

Es ist schon interessant wie sich mein Geist und meine Gedanken entwickeln, wenn es keine neuen Reize gibt, mit denen sie sich befassen können. Ich werde immer ruhiger und bin immer mehr bei mir selbst. Ich weiss was ich will und merke was mir wichtig ist. Es ist ein gutes Gefühl mit mir selbst im Reinen zu sein.

Als ich Abends meinen Schlafsack in die Dünen lege, fällt mir auf, dass ich dies wie selbstverständlich tue. Dabei hatte ich alleine, draussen und im Dunkeln Angst. Irgendwie habe die Angst verloren. Vielleicht weil sie unbegründet war und lediglich ein Hirngespinst war, so wie viele meiner anderen Sorgen auch.

Seitdem ich von meiner ersten Saharareise zurückgekehrt bin, versuche ich vielen meiner Alltagsproblemen mit Gelassenheit zu begegnen. Ich setze mir Ziele und arbeite dafür, doch Rückschläge betrachte ich nicht mehr als Scheitern sondern als Feedback es auf einem anderen Wege zu versuchen. Durch weniger Frustration habe ich mehr Kraft, mich das einzusetzen, was mir wirklich wichtig ist.

Und es geht mir dabei gut.

5 Tipps, wie auch Du mehr Glück in Deinem Alltag erleben kannst:

  1. Lebe JETZT. Denk manchmal an die Vergangenheit und lerne aus ihr. Gräme und ärger Dich nicht, lebe JETZT. Denk manchmal an die Zukunft, damit Du weisst wofür Du etwas tust und zerbrich Dir jetzt nicht den Kopf über: Was wäre wenn. Lebe JETZT!
  2. Wären Deine Probleme für einen Menschen der ums Überleben kämpft ebenfalls Probleme? Wenn nicht, dann sind es keine Probleme sondern Randnotizen des Lebens. Nimm sie nicht so ernst. Zeige GELASSENHEIT.
  3. Tust Du was Du Dir wünscht, oder was andere und die Gesellschaft von Dir erwarten? Finde heraus was Dir wichtig ist. Lebe DEIN EIGENES LEBEN!
  4. Weiss Du nicht was Du willst? Gehe mit so wenig Geld und Komfort wie möglich auf Reisen. Lebe simpel ohne Ablenkung oder Rauschmittel. Betrachte Dein Leben nüchtern und von aussen! Was ist Dir WIRKLICH WICHTIG?
  5. Hast Du Angst davor? Meistens ist die Angst vor etwas, viel schlimmer als die Sache selbst vor der Du Angst hast. STELLE DICH DEINER ANGST!

Und beginne wieder mit Punkt 1!

dankbar für den moment

Die letzte Woche habe ich mit Teilnehmern der dritten sahara experience in der Wüste verbracht. Meine Intention bei diesen Reisen ist, meinen Teilnehmern zu zeigen, wie anders das Leben sein kann. Ich vergesse selbst manchmal, dass ich genau genommen, alles was ich im Leben mache, aus freien Stücken und auf meinen eigenen Wunsch hin tue. Jedes mal, wenn ich eine Entscheidung treffe, könnte ich auch eine andere Entscheidung treffen, oder es komplett bleiben lassen. Ich müsste halt nur mit den jeweiligen Konsequenzen leben.

Ich denke dabei an die ganzen kleinen Momente, die wir uns anders wünschten und uns aus ganzem Herzen darüber beklagen, wie schwer wir es doch haben. Ich versuche mich immer wieder daran zu erinnern, wie schwierig auch immer die Situation nun sein mag, dass es mein freier Wille ist, wie ich mich nun in der jeweiligen Situation verhalte. Denn wie ich in die Situation hinein gekommen bin, kann ich für dieses Mal nicht mehr beeinflussen. Wir können allerdings in jeder Situation entscheiden wie es weiter geht.
Ich vergesse dabei immer wieder, um welche Lappalien es sich dabei eigentlich handelt. Alles was uns wirklich bedrohen kann, haben wir in unserer Welt ja sehr gut im Griff (denken wir). Wir können uns gerade so noch einen Stromausfall vorstellen und wenn drei Feiertage ohne geöffnete Geschäfte bevorstehen, neigen wir zu Hamsterkäufen. Das Schlimmste, was mir persönlich in meinem Alltag zustößt, ist eine zusammenbrechende Wifi-Verbindung. Selten denke ich an andere Menschen, die ausserhalb unserer Komfortzone leben und wie diese in ihrem täglichen Leben den Naturgewalten ausgeliefert sind.
Nachdem wir letzte Woche in M’Hamid angekommen sind, schien dort noch die Sonne. Allerdings nur, um uns kurz willkommen zu heissen und dann sofort dem aufziehenden Sandsturm zu weichen. Ich habe mir das Spektakel, im festen Glauben, dass es ein paar Stunden dauern wird, interessiert angeschaut und gefreut, dass es heute passiert und nicht morgen. Und siehe da zum Abend hin schwächte sich der Sturm ab. Womit ich nicht gerechnet hatte, aber zur Realität wurde, war, dass der Sandsturm jeden Tag aufs neue aufzog und unser ständiger Begleiter wurde. Es gab von nun an nur einen entscheidenden Unterschied. Wir liefen jetzt mitten hindurch und zwar immer in die Richtung aus der der Wind (und sämtlicher Sand) uns entgegen bließ. Nach und nach bekam ich ein Gefühl, dass sich nur sehr selten bei mir einstellt: ich fühlte mich hilflos. Ich habe es gehasst, Sand in den Augen zu haben, Sand in der Nase zu haben, Sand in meiner Lunge zu haben. Ich hätte mich so gerne versteckt. Eine Pause machen half auch nicht wirklich. Der Sand war ja eh überall. Essen zuzubereiten oder es zu essen ähnelte sehr einem Spiel im Sandkasten. Nachts ließ der Wind nach, nur um dann mit plötzlichen heftigen Böen eimerweise Sand in meinen Schlafsack zu befördern. Ich wachte morgens auf und kaute auf Sand. Es half alles nichts ausser schlichtweg stoisch zu werden. Einfach weitermachen und darauf hoffen, dass es irgendwann nachlässt. Am Abend des dritten Tages war es so weit. Der Himmel lichtete sich und wir hatten unsere erste sternenklare Nacht.
Schließlich hatten wir eine unglaubliche Reise und freuten uns umso mehr über entspannte klare Nächte und Musik am Feuer. Wir wussten ja jetzt, dass dies nicht selbstverständlich ist.
Und in etwa so ist es wohl auch mit allen Dingen. Es scheint nicht immer und überall die Sonne im Leben. Manchmal tauchen Schwierigkeiten auf und wir müssen harte Zeiten überstehen. Es hilft nicht, wenn wir uns vor diesen verstecken. Der einzige Ausweg ist sich den Problemen zu stellen und sich  irgendwie hindurch zu kämpfen. Wenn diese dann erst einmal hinter uns liegen ist es umso schöner, die Zeit zu genießen in der alles glatt läuft. Dann hast Du es Dir verdient und das fühlt sich toll an.
Wenn Du es schaffst, Dir diese beiden Sachen stets vor Augen zu führen, hast Du bereits einen großen Schritt zum glücklichen Leben geschafft.
Ich hoffe, dass ich mich, immer wenn es für mich gut läuft, daran erinnere, dass dies nicht selbstverständlich ist und ich es schaffe, immer dankbar für den Moment zu sein.
Jetzt sitze ich noch eine Woche in meinem „officeless office“ in Taghazout am Meer. Kein Sandsturm mehr, durch den ich laufen muss. Einfach nur viel Zeit zum Entspannen, Sport treiben, Organisieren, Planen und vor allem Schreiben.
Schön, dass ich hier bin.

it is such a boring place… and that is the point

Next Sahara Experience starts on April 16th and there are only three places left. Here is some inspiration from the school of life:

m’hamid unter wasser

Vor drei Wochen hatte ich mir noch gedacht, dass ich einfach nach Agadir fliegen werde, einen Nachtbus nach Zagora nehme und dann ein Taxi nach M’Hamid um meinen Freund Yahya zu besuchen und eine Woche in der Hitze der Sahara zu verbringen. Letztendlich landete ich im Regen am Atlantik, einem Surfer Hotspot, einem überfüllten Minibus in der Sahara, an einem Fluss wo es eigentlich keinen Fluss gibt, und drei von fünf Nächten im Bus oder Flugzeug sitzend.

Wie konnte das nur passieren? Wie ich meinen vorletzten Beitrag geschrieben habe, standen Großteile Südmarokkos unter Wasser und alle Straßen, die weiter in den Süden führten, waren geschlossen. Also blieb ich eine Tage in einem kleinen Surfer Hotspot namens Taghazout und arbeitete. Wie schön, in jedem zweiten Café „free wifi“ zu haben
Nachdem das Wetter besser wurde und die Sonne schon den zweiten Tag in Folge schien, wurden einige Straßen wieder geöffnet. Unter anderem eine in Richtung Ouarzazate und Zagora. Der nächste und damit auch der erste verfügbare Nachtbus war meiner. Obwohl ich in der Nacht fuhr und Marokko nachts stockfinster ist, konnte ich ab und an kaputte Brücken und Straßen sehen. Vor allem dann, wenn der Bus abseits der beschädigten Straße eine Zeit einfach auf einer Piste fuhr. Zu meinem Erstaunen musste ich dabei bibbernd feststellen, dass die marokkanischen Busse nicht nur ohne Klimaanlage im Sommer sondern anscheinend auch ohne Heizung im Winter fuhren. Ich habe mir also die ganze Nacht auf meinem Weg in die Wüste den Hintern abgefroren. In Zagora taute ich langsam wieder auf und machte mich auf den Weg zu den „Grand Taxis“. Normalerweise sind diese ja schon eine holprige und enge Angelegenheit, da diesmal aber zwei Brücken zwischen Zagora und Taghonite beschädigt waren, sah es danach aus, als ob ich gar nicht weiter kommen würde.
Zwei Marokkaner versuchten das Geschäft ihres Lebens zu machen und mir für richtig viel Geld einen Geländewagentrip nach M’Hamid zu verkaufen aber ich habe mir gedacht, wo es einen Weg für Geländewagen gibt, wird der normale Marokkaner auch einen ‚normalen‘ Wagen durchbekommen. Tatsächlich, eine umgebauter Mercedes Transporter mit Sitzen, Plastikstühlen und Holzplanken reichte mir und 21 Mitreisenden plus 1 Tonne Zeugs auf dem Dach als Offroadgefährt durch die Wüste. Für 2,80€ und innerhalb von drei Stunden kam ich gut durchgeschüttelt in M’Hamid an.
Ich hatte es geschafft und so unglaublich wie es sich für jeden anhört, der schon einmal dort war, war es auch. M’Hamid wurde durch einen hunderte Meter breiten und drei Meter tiefen Fluss zweigeteilt.
Dummerweise hatten sich die lokalen Behörden entschieden die einzige Furt/Brücke in dem Fluss, der eh seit Jahren trocken lag zu renovieren. Kaum war die alte Überquerung abgerissen, begann der Regen und der Fluss kam zurück.
Da der normale Wüstenbewohner weder schwimmen kann noch sich besonders im Bootsbau auskennt, gab es nun seit 10 Tagen keine Möglichkeit mehr von der einen Seite zur Anderen zu gelangen und 3000 Menschen waren so von der Lebensmittelversorgung abgeschnitten. Mittlerweile fuhren täglich Armeelaster mit Nahrung beladen einen 150km Umweg über die nächstgelegene Brücke auf die andere Seite des Flusses.
Ausserhalb des Ortes war die Wüste mit frischem Grün gesprenkelt und steinige Bereiche schienen mit grünem Samt überzogen zu sein. Selbst die höchsten Dünen waren bis zu Spitze klatschnass. Wenn ich nur die oberste Sandschicht weggestrichen habe, war der Sand dunkel und nass. Im Schatten oder bei bewölktem Himmel wurde es auch sofort unangenehm kalt. Sobald die Sonne abends unterging, musste ich alles anziehen, was ich dabei hatte und habe trotzdem noch gefroren. Selten habe ich mich so über meinen für 0°C ausgelegten Daunenschlafsack gefreut.
Das Dünencamp meiner Freunde wurde eine Tage zuvor geflutet, dabei zerstört und ist dann auch noch von dannen geschwommen. Die Schweizer, die währenddessen zu Besuch waren und in einem höher gelegenen Zelt übernachteten, riefen ihren Botschafter an und wurden am kommenden Tag von einem Helikopter evakuiert, während die Marokkaner noch einen Tag ausharrten und dann zurück nach M’Hamid wateten.
Offensichtlich hatten die Schweizer einer dringenderen Termin, den sie nicht verpassen durften.
Wir diskutierten noch bis spät in die Nacht, was bis zum Jahresende alles gemacht werden musste um das Camp wiederherzustellen. Die Weihnachtszeit ist die Hauptumsatzzeit und genau genommen ist das Camp schon ausgebucht.
So habe ich wieder lernen dürfen, dass alles eine Frage der Perspektive ist.
Was ist schon ein wichtiger Termin verglichen mit einer ganzen Existenz. Vor allem, wenn ich mir überlege wie viel teurer eine solche Evakuierung verglichen mit dem Neubau des gesamten Camps ist.
Und trotzdem ist alles, was meine Freunde dazu sagen:“Ich bin nicht happy und nicht traurig. Es ist so wie es ist und jetzt machen wir uns Gedanken, wie es weitergeht. Du weisst eh nie mit Sicherheit was morgen passiert…“

how you put giraffe in fridge in 3 steps

Ich bin wieder einmal auf dem Weg in die Wüste. Nachdem es schon wieder geregnet und kaum ein Einheimischer kann erinnern, wann es das letzte mal solch heftige Regenfälle gegeben hat. Es scheint, als werde ich dieses Mal nicht nur die blühende Wüste sehen, sondern auch eine Runde schwimmen können. Ich bin so gespannt was mich erwartet.

Zu Fuß durch die Sahara ist ja jedes mal eine Form der Meditation und Rückbesinnung auf das Wesentliche für mich.
Während ich laufe gibt es keine Ablenkung.
Wenn ich aufwache kann ich weder in die Küche noch zum Bäcker gehen. Und wenn ich einen Kaffee oder Tee möchte muß ich wohl erst einmal Feuer machen.
Die Landschaft verändert sich nur so langsam wie ich mich bewege. Das wird auch die meiste Zeit die schnellst Bewegung sein, die mein Auge wahrnimmt. Es sei denn ich versuche wieder einen wilden Esel zu fangen, was mir natürlich nicht gelungen ist. Ich sag es Dir, die sind so viel schneller als erwartet.
Abends bleibt auch nichts ausser dem Schein des Feuers zu betrachten oder Afrikas Sternenhimmel zu bewundern. Und ich kann Geschichten lauschen oder selber welche erzählen… sonst nichts.
So fragte uns Yahya beim letzten Mal: How do you put a giraffe into fridge in three steps?
Hast Du eine Idee? Schreib Sie mir doch bite in die Kommentare. Ich bin gespannt.
Da ich bei diesen Reisen so viel Wert auf die Einfachheit lege, habe ich auch dieses Mal die einfachste Packliste zusammengestellt mit der ich jemals gereist bin. Folgendes habe ich dabei:

  • Trekking Rucksack
  • Laufrucksack
  • Isomatte
  • Schlafsack
  • Seife, Zahnpaste, Zahnbürste, Deo, Handtuch, Nagelschere, Rasierklingen
  • Nadel und Faden
  • Ducktape
  • ein Paar Chala-Sandals
  • ein Paar Socken
  • zwei Unterhosen
  • zwei T-shirts
  • eine kurze Hose
  • lange Hose
  • ein Longsleeve
  • ein Pulli
  • eine Hardshelljacke
  • ein blauer Turaregturban
  • 2x Buff
  • Laufhose (kurze Tights)
  • ein Chalkbag (als Tasche genutzt)
  • Reisepass
  • Impfausweis
  • Kreditkarte
  • Alleskocher
  • Benzinflasche
  • Multitool
  • Stirnlampe
  • Eine Pfanne
  • Ein Topf
  • Ein Becher
  • Salz
  • ein Löffel
  • eine Gabel
  • eine Wasserflasche
  • ein Trinksack 10l
  • Papiertücher
  • MacBook Air
  • USB Internet Stick
  • Handy
  • Gopro Hero
  • ein Notizbuch
  • ein Stift

Ich plane direkt nach der Saharatour nach Tansania zu fliegen und zweieinhalb Wochen durch Ostafrika zu reisen. Danach werde ich noch über Weihnachten, Neujahr und meinen Geburtstag auf Sansibar bleiben. Ich möchte einfach leben, viel laufen und die Zeit zum schreiben nutzen. Unter der Sonne Afrikas und in Angesicht des Indischen Ozean. Ob es funktioniert, so zu arbeiten wird sich zeigen und ich darüber schreiben…

Wenn Du auch mal mit möchtest, das nächste mal geht es am 16. – 23. April 2015 in die Wüste

keine digitalen nomaden

Eine Beschreibung, dessen, was Dich mit mir in der Sahara erwartet. Allerdings weder von mir noch von einem Teilnehmer geschrieben.

Denn ich habe in den vergangenen Tagen den tollen Bericht: „Analoge Nomaden“ gelesen. Katharina & Henryk kommen eigentlich aus dem digitalen Berlin und reisen momentan um die Welt um Erfahrungen zu sammeln. Neben vielen anderen spannenden Gegenden dieser Welt war die beiden unter anderem auch in der Sahara. Wie es sich gehört nicht mit dem Auto, sondern zu Fuß und mit Karawane. Wie es sich anfühlt als analoger Nomade, unplugged und im Rhythmus der Sonne zu leben schreiben die beiden eindrücklich und ich mußte unwillkürlich an meine (oder unsere) Zeit in der Wüste denken.

die wüste wird blühen

Ich weiß es. Und Du jetzt auch. Lass es Dir nicht entgehen.  Von Mitte Oktober bis zum späten Januar wird ein Teil der Sahara ergrünen und blühen. Denn es hat in den vergangenen Tagen geregnet. Dieses Phänomen hat es zum letzten mal vor 15 Jahren gegeben. Was ich nicht weiß, ist wann es das nächste Mal passieren wird.

Da dies genau die Region ist, in der ich alleine zu Fuß unterwegs war und meine Sahara-Seminarreisen anbiete, werde ich mir dies anschauen. Und Du kannst dabei sein, wenn Du möchtest. Natürlich werden wir nur mit Kamelen und/oder zu Fuß unterwegs sein und uns an Nomadenrouten halten. Denn ein solches Wunder der Natur lässt sich nur dann wirklich erleben, wenn Du die Zeit, die Ruhe und die Nähe dafür hast.

Die Reise wird in der ersten Dezemberwoche stattfinden. Unser Treffpunkt wird voraussichtlich am Samstag den 29.11.2014 in Agadir sein. Von dort reisen wir gemeinsam nach M’Hamid Al Ghizlane um von dort aus 5 Tage zu Fuß in der Wüste unterwegs zu sein. Am Wochenende zum 06./07.12.2014 werden wir wieder in Agadir sein.

Wenn Du Interesse hast und weitere Informationen haben möchtest, hinterlasse einen Kommentar oder schreibe mir eine Email.

Einen Überblick über die Standardreise, wenn die Wüste wirklich eine Wüste ist gibt es hier: sahara experience

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