ablenkung

Es gab eimal eine Zeit, in der habe ich machen dürfen wozu ich Lust hatte. Wenn ich etwas getan habe, dann war ich meist zu 100% bei der Sache, habe die Zeit vergessen und an nichts anderes gedacht. Ich war bei mir selbst und im Hier und Jetzt. Und dann? Dann wurde ich erwachsen! Wieso eigentlich?

Ich hatte kaum Verpflichtungen und einen großen Teil meines Tages zur freien Verfügung. Ich war ein Kind und ging zur Schule, die spätestens um 13 Uhr vorbei war. Dann habe ich meine Hausaufgaben gemacht und bin vor die Türe spielen gegangen. Mir ist drinnen schnell die Decke auf den Kopf gefallen, aber draussen gab es keine Grenzen. Ausserdem gab es noch Wochenenden und die endlos wirkenden Ferien. Zeit genug um Wälder zu entdecken, Buden und Staudämme zu bauen und der Fantasie freien Lauf zu lassen.

Ich frage mich manchmal, was damals so anders war. Warum konnte ich mir damals die Zeit nehmen? Ich denke, dass es im Laufe meines Lebens immer stärker von mir erwartet wurde, dass ich etwas `Konstruktives´ tue. Eigentlich müsste ich dieses, eigentlich müsste ich jenes. Das habe ich dann auch zunehmend von mir selber erwartet und dann habe ich begonnen Dinge aufzuschieben. Denn plötzlich waren dies keine Dinge mehr, die ich unbedingt tun will, sondern die ich tun muss. Und dann habe ich versucht mich abzulenken und der Druck wuchs und ich habe nach immer mehr Ablenkung gesucht.

Und dann zog die endgültige Ablenkung in meinen Alltag ein. Wir bekamen Kabelfernsehen. Jetzt musste ich mir nicht einmal mehr etwas suchen, um mich abzulenken, sondern konnte einfach die Glotze anstellen und schon machte ich mir keine Gedanken mehr.

Diese Ablenkung wurde nicht gerade kleiner mit dem Einzug von Computer, Internet, Handy, Smartphone, Tablet und Facebook. Bei so vielen Möglichkeiten, fällt es mir leichter mich abzulenken, als mich auf irgend etwas zu konzentrieren.

Zwischenzeitlich bin ich sehr frustriert, wenn ich nichts fertig bekomme. Das hat dazu geführt, dass ich nach und nach viele Dinge, die mich Ablenken könnten, aus meinem Leben wieder verbannt habe und ausserdem versuche ich mich an folgende  Punkte zu erinnern:

  • Unliebsame Dinge zuerst abarbeiten
  • Fokus auf Tätigkeiten legen, die mir Spaß machen
  • Ablenkungsmöglichkeiten reduzieren (Kein Fernseher, Handy in den Flugmodus, Offline arbeiten)
  • Einfach mal wieder Kind sein

Neulich war ich mit meinem Sohn in der Schweiz im Wald. Die Wälder hier sind ein Paradies. Riesige lichte Tannenwälder mit steilen Hängen und überall kleine Bäche. Mein Kleiner stand einfach stundenlang am Wasser und warf Steine hinein.

Und ich? Hab ´nen Staudamm gebaut. Alleine. Ohne mein Handy. Nach Stunden sind wir, beide glücklich, zurück nach Hause gegangen.

Manchmal sind es die einfachen Dinge, die glücklich machen.

Bei mir sind das zum Beispiel:
Laufen gehen, Artikel schreiben, Natur erleben, Imkern, Staudamm bauen ;-), Musik machen und hören, Lesen und vieles mehr…

Einmal angefangen darüber nachzudenken, was mir Spaß macht und mir fallen so viele Dinge ein, dass eigentlich mein ganzes Leben ein einziges Spaß sein müsste.

Wie oft machst Du noch Dinge ohne auf die Uhr zu schauen, bei denen du die Zeit vergisst?

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