richtig oder falsch?

Nach meinem letzten Beitrag habe ich von einem (nun ehemaligen Leser) meines Newsletter eine Email erhalten. In dieser schrieb er mir, dass es ihm zwar leid tue, aber ich mich mit meinen Ansichten grundsätzlich auf dem falschen Weg befinden würde. Was zähle sei „das Wesentliche“ im Leben und die Frage, was dieses  im Leben sei, solle ich mir stellen. Was ich mich allerdings frage ist vielmehr: Gibt es den einen Weg für das richtige Leben?

Falls Du Dich über diese Aussage wunderst, da es doch so scheint als ob ich den einen Weg zum Glück predige… Das tue ich nicht. Ich schlage nur mögliche Wege vor. Ich habe selbst schon viel probiert und möchte meine Erfahrungen teilen. Ich habe durch Andere von deren Erfahrungen, Ansichten und Philosophien erfahren und mich bei einigen Geschichten wiedererkannt. Schwierigkeiten, die sie zu meistern hatten, kannte ich aus meinem eigenen Leben. Ich habe Dies und Das ausprobiert, Einiges verworfen und Anderes als hilfreich beibehalten und so meine eigene Philosophie erweitert.
Momentan kann ich von mir behaupten: Ich war noch nie so sehr im Einklang mit selbst wie jetzt.
Trotzdem ist mir bewusst, dass noch ein weiter Weg vor mir liegt.
Es ist bemerkenswert, dass ich von vielen Theorien und Einstellungen schon viel früher, als Jugendlicher gehört hatte. Damals hatte ich mich schon einmal brennend dafür interessiert, was im Leben eigentlich Bedeutung hat. Damals habe ich es zwar hören aber nicht umsetzen wollen. Ich glaubte, dass die Welt doch mittlerweile so viel mehr zu bieten hatte. Ich selbst war mir nicht genug. Wenn ich irgendwann einmal den Punkt erreicht habe, so dachte ich damals, an dem ich alles in der Welt haben kann, dann bin ich frei und dann schließe ich auch Frieden mit mir selbst.
Und während ich älter wurde, tauchten immer mehr (materielle) Dinge in meinem Leben auf. Ich wollte sie alle.

Heute habe ich verstanden, dass es nicht reicht, etwas nur zu hören. Man muss es selber für sich erkennen.

Eines Tages war ich richtig frustriert. Mehr Sachen bedeuteten einfach nicht mehr Glück. Da wollte ich mich auf das Essentielle konzentrieren, aber konnte mich nicht entscheiden. Es schien so viele Möglichkeiten zu geben. Mein Leben bestand aus purer Ablenkung.

Sich auf das Wesentliche im Leben zu konzentrieren steht nicht im Widerspruch dazu ‚simplicity‘ zu leben und sein Leben zu entrümpeln.

Je mehr Dinge ich aufgegeben habe umso mehr gab es in meinem Leben Platz für:

  • positive Emotionen
  • Passionen
  • Verantwortung
  • Neugierde
  • Verständnis
  • Liebe

Wir sind Menschen und keine Maschinen. Wir sind zwar in der Lage zu arbeiten, zu liefern, zu managen aber am Ende des Tages haben wir alle eine Seele und Gefühle. Wenn wir uns zu sehr darauf konzentrieren zu machen, zu produzieren und zu funktionieren entfernen wir uns immer weiter von unseren ureigensten Fähigkeiten und der ‚menschlichen’ Interaktion mit anderen Menschen… letztendlich leiden wir darunter.
Nachdem ich meinen Krempel deutlich reduziert habe und angefangen habe viel zu reisen, ist mir erst richtig bewusst geworden, wie sehr alles auf dieser Welt zusammen hängt. Es hat mir vor Augen geführt, wie endlich all unsere Resourcen sind und wir nicht unendlich mehr verbrauchen können, als währenddessen neu entstehen. Ich habe verstanden, dass alles, was wir konsumieren zum Einen von nachfolgenden Generationen geborgt ist und zum Anderen geteilt ist. Ich habe den Wunsch: more spirit, less stuff!

Um das Ganze auf den Punkt zu bringen. Es geht nicht um den einen richtigen Weg. Ich will Wege zum Aufräumen, sowohl materiell als auch im geistig aufzeigen und hoffentlich soweit inspirieren, dass wieder ein Blick auf das Wesentliche möglich ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: