django

7 Tage bevor ich in diesem Frühjahr Sansibar verlassen habe, ist leider plötzlich Django tot umgefallen. Django wurde nur 7 Monate und mich jeden einzelnen Tag während meiner Sansibar Zeit begleitet und war deshalb sozusagen ein Teil von mir.
Das Lebewesen sterben gehört sozusagen zum Leben dazu. Ohne Tod kein Leben. Das jemand und sei es auch ein Tier, einfach so von einer Sekunde zu anderen umfällt und einfach Tod ist hat mir allerdings so massiv die Vergänglichkeit des Lebens aufgezeigt, dass ich zum Einen einen Podcast dazu aufgezeichnet hat und zum Anderen einen ausführlichen Bericht auf englisch geschrieben habe.
Falls dich dieser interessiert, findest du diesen hier!

Also, pass auf dich auf und geniesse das Leben solange du kannst: heute!

result of the last 6 month

Wie du ja wahrscheinlich im Blog gelesen oder im Podcast gehört hast, habe ich den Winter in Sansibar verbracht. Ich habe während dessen an einem Kindheitstraum gearbeitet und mir ein Stück zu Hause am indischen Ozean erarbeitet. Ausserdem habe ich eine verrückte Schnapsidee in ein funktionierendes Unternehmen verwandelt.

Gemeinsam mit meinem Business Partner Omi haben wir aus einem Stück Land in Kizimkazi die Caveman Lodge erschaffen. Es war deutlich mehr Arbeit als erwartet, aber ich würde sagen es hat sich gelohnt und kann es seit Dezember auch tatsächlich mit dir und anderen Gästen teilen. Hab doch selbst einen kurzen Eindruck. Du bist herzlich eingeladen.

malawi see

Wenn du dir vorstellen möchtest, wie eine Roadtrip durch Tansania aussieht, solltest du dir ein riesiges Land vorstellen, das zu grossen Teilen unbewohnt und fast überall ländlich geprägt ist. 80% der Strassen in Tansania sind nicht geteert und so kann es sein, dass eine „normale“ Überlandstrasse einige 100km bestenfalls aus Schotter bestehen kann.

Sind die Strassen geteert, dann bedeutet das noch lange nicht, dass sie es auch durchgehend sind. Manchmal fehlen Abschnitte, nahezu immer gibt es scheinbar aus dem nichts auftauchend grosse Speedbumps oder einfach andere Hindernisse auf der Strasse. Ausser anderen Autos, LKW’s und natürlich Bussen (Transportmittel Nummer 1 in Afrika) wirst du auch alles erdenklich andere auf den Strassen entdecken. Angefangen bei Fussgängern, Kindern, Ziegen, Kühen, Karren und Hühnern wirst du allerorts Polizeikontrollen und manchmal auch das eine der andere Zebra auf der Strasse entdecken.

Auf einer solchen Teerstrasse sind wir vor einigen Tagen von Daressalam Richtung Südwesten aufgebrochen. Obwohl geteert kamen wir nicht wirklich schnell voran, da unglaublich viele LKW’s auf den Strassen unterwegs waren. Als eine der wenigen geteerten Strassen befanden wir uns auf der Hauptroute von Daressalam, also dem indischen Ozean nach Sambia und Malawi, die beide über keinen eigenen Zugang zum Meer verfügen. Dementsprechend hoch war sowohl das Verkehrsaufkommen als auch die Dichte an Polizeikontrollen. Gleichzeitig wurde die Strasse auf einer Länge von ca 300km erneuert und vorerst einmal die neue Abflüsse unter der Strasse verlegt. Das führte zu einem 1m breiten mit Sand aufgefüllten Loch quer über die Strasse alle 500 bis 1000m. Es dauerte schlichtweg Ewigkeiten um das südliche Hochland zu erreichen und die letzten 40km Dirtroad verdienen sehr wohl die direkte deutsche Übersetzung Dreckstrasse. Doch dann umrundet von bis zu fast 3.000m hohen Bergen, stehen wir an einem See der so seit über 1 Millionen Jahren besteht. Der Malawisee, in Tansania auch Nyassasee genannt, der die grösste Artenvielfalt an Fischen aufweist, über 500km lang ist und fast 1km tief ist.

Atemberaubend diesen gigantischen See das Erste mal zu sehen. Der grosse Sandstrand, und dann das glasklare Süßwasser bis zum Horizont. Hier endet Tansania und der Blick geht Richtung Malawi zur Rechten und Moçambique zur Linken. Der See offenbart die unglaubliche Grösse und Schönheit von scheinbar unberührter Natur. Wenn du 5 Minuten zu Fuss zum nächsten Fluss gehst, kannst du Hippos und eventuell sogar Krokodile im Wasser entdecken. Wenn du über den See blickst, siehst du weder Gebäude, noch Schiffe, noch Strassen oder Autos. Wenn es ruhig wird, hörst du nur das sanfte Plätschern der Wellen, wenn es dunkel wird, wird es dunkel. So einfach kann glücklich sein.

Wie sieht es bei dir aus? Wann bist du das letzte mal der Reizüberflutung entronnen?

auszeit

Seit ein paar Tagen sind wir im Busch unterwegs. Nachdem wir seit Oktober in Sansibar sind und zuerst richtig Gas gegeben haben um die Lodge für die Weihnachtssaison fertig zu bekommen ging es dann noch einmal hoch her um unseren Gästen das bestmögliche Erlebnis zu bieten. Jetzt haben wir uns zum Anfang des Jahres eine kleine Auszeit mit Freunden gegönnt und sind mit einem Offroader 14 Tage im südlichen Tansania unterwegs.
Die Lodge ist genau das, was ich diesen Winter machen möchte. Ein volles Haus haben ebenfalls und trotzdem kann es ganz schön schlauchen, immer für etwas verantwortlich zu sein. Vor allem fällt es mir schwer mich still auf eine Sache zu konzentrieren und an einer Website, einem Blogbeitrag, einem neuen Webinar oder einer neuen Podcastfolge zu arbeiten.

Jetzt überlasse ich die Tourenplanung anderen, manchmal fahre ich das Auto, muss mir die Route aber nicht selber aussuchen. Die Landschaft wechselt, zieht vorüber, Gedanken kommen und gehen und ich habe unzählige neue Eindrücke, die ich verarbeiten darf. Meinen englischsprachigen Podcast sende ich 100 Tage lang täglich und die Eindrücke der Reise dürfen dort ebenfalls mit einfliessen.

Von Daressalam geht unsere Reise in Tansanias Süden. Durch den Mikumi Nationalpark, den Malawi See, den Tanganyika See eventuell den Katawi Nationalpark, den Ruha Nationalpark und quer zurück durchs ganze Land nach Daressalam.

Ob man es nun verlassen der Komfortzone, Urlaub, Auszeit, Abwechslung oder wie auch immer nennt sei einmal dahin gestellt. Es ist was ich brauche um hoch kreativ und produktiv zu sein und zu bleiben.

Wie ist es bei dir? Was brauchst du?

die lodge ist fertig

Ich hatte ein grosses Ziel für das Ende des Jahres. Zum einen wollte ich den europäischen Winter in den Tropen verbringen und zum Anderen wollte ich die Lodge in Kizimkazi fertig stellen. Beides wäre vor 5 Jahren ein unrealistischer Traum gewesen.
Zwei Dinge haben sich seitdem verändert. Ich habe eine Idee davon, wer ich sein möchte auf dieser Welt und richte meine Entscheidungen danach aus. Ausserdem habe ich meine Verpflichtungen (insbesondere Besitz) so weit reduziert, dass ich ungebunden agieren kann und wesentlich mehr Geld zur freien Verfügung habe als zuvor. Reduzieren fällt mir immer und immer leichter, weil ich ja weiss wozu und jeden Tag erlebe was ich auf der anderen Seite dazu gewinne.

Nun also die Lodge. Wichtig für mich ist, dass ich mich nicht über die Lodge definiere oder diese benötige um glücklich zu sein. Ich verstehe sie lediglich als Projekt. Ein spannendes Projekt, welches mir ermöglich viel Zeit in Sansibar zu verbringen, aber halt auch nur ein Projekt. Eines mit dem ich andere Menschen erreichen kann. Eines mit dem ich meine Philosophie vom einfachen Leben vermitteln kann. Eines mit dem ich auch anderen Menschen eine schöne Zeit schaffen kann.

Und seit Anfang Dezember ist die Lodge fertig und wir hatten einen Monat lang eine volle Hütte.
Es gibt zwar noch Dinge zu verbessern und zu ergänzen. Wir haben auch erst ein Viertel unseres Grundstücks in die Lodge mit einbezogen. Jetzt warten wir erst einmal das Feedback der Gäste ab und sehen dann Ende 2017 weiter. Macht es Sinn zu erweitern? Was wird von Gästen am meisten gewünscht? Was ist uns selber wichtig. Und dann sehen wir weiter.

Für jetzt heisst es erst einmal ‚Karibu sana‘, herzlich willkommen in der Caveman Lodge in Sansibar.